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Kardinal verteidigt rasche Heiligsprechung Johannes Pauls II.

23. November 2020 in Chronik, 6 Lesermeinungen
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Früherer römischer Kardinalvikar Ruini: Wartezeit zur Einleitung des Verfahrens abgekürzt, bei Prozess selbst aber alle vorgesehenen Regeln eingehalten


Rom (kath.net/KAP) Die Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ist nach Auffassung von Kardinal Camillo Ruini (89) nicht voreilig geschehen. Zwar sei die Wartezeit zur Einleitung des Verfahrens abgekürzt worden, der Prozess selbst habe aber alle vorgesehenen Regeln eingehalten, sagte der langjährige Kardinalvikar für die Diözese Rom (1991-2008) der italienischen Zeitung "Il Foglio". Nach der Veröffentlichung des vatikanischen Untersuchungsberichts zu Ex-Kardinal McCarrick war Kritik an der raschen Kanonisierung Johannes Pauls II. laut geworden. Dieser hatte McCarrick im Jahr 2000 trotz bekannter Gerüchte um sexuelles Fehlverhalten zum Kardinal ernannt.

Ruini erinnerte daran, dass es sowohl am Abend, als der Papst starb, wie auch bei der Beerdigung unter den Zigtausenden Menschen spontan zahlreiche Rufe "Santo subito" (sofort heilig) gegeben habe. Die Ereignisse in den Tagen Anfang April 2005 seien "ein Höhepunkt der katholischen Kirche" gewesen, "in dem es schwierig ist, die Hand Gottes nicht zu sehen", so Ruini. In der Folge habe der Kurienkardinal Jozef Tomko aus dem Kreis der Kardinäle gut 80 Unterschriften gesammelt, mit der Bitte an den nächsten Papst, die vorgesehene fünfjährige Wartefrist aufzuheben.

Diese Bitte habe er, Ruini, Benedikt XVI. in der ersten Audienz vorgetragen, woraufhin dieser dem Antrag zugestimmt habe. Die weiteren Verfahren zur Seligsprechung im Mai 2011 und zur Heiligsprechung im April 2014 seien normal verlaufen. Sie hätten auch deshalb nicht so lange gedauert, weil es rasch genügend anerkannte Wunder auf Fürbitte des gestorbenen Papstes gegebene habe, so Ruini.


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Lesermeinungen

agnese 23. November 2020:

Bibel und Personen, heute wird vieles angezweifelt. Das einmal ausgesprochene müsste in der Kirche seine Gültigkeit haben, zumal wenn es auch vom Gott durch Zeichen bestätigt wurde.Warum braucht man zwei bestätigten Wunder, wenn man an Gottes mitwirken nicht glauben will,also an die Bestätigung der Richtigkeit der Entscheidung.

Veritatis Splendor 23. November 2020: Sowas von heilig!

In seiner HERZENSREINHEIT (er)kannte er das Böse bei McCarrick & Marcial Maciel nicht.

Will man ihm das zum Vorwurf machen?

Smaragdos 23. November 2020:

Wer gegen die (rasche) Heiligsprechung von JPII ist, entlarvt sich selbst.

anjali 23. November 2020: Abtreibung

Man will JPII diffamieren da er gegen Abtreibung ist.Selbst in Polen gibt es jetzt Leute die Abtreibung wollen und dafür muss man vorher Papst Wojtyla loswerden,da er das teuflische Ziel im Wege steht!

Chris2 23. November 2020: Ach, ich kenne ein Land,

in dem ein Zensurgesetz von etwa 10% der Abgeordneten beschlossen wurde, obwohl die Geschäftsordnung des Parlaments mindestens 50% verlangt hätte. Doch wo keine Opposition, da kein Richter. Oder in dem ein weiteres Gesetz zur Einschränkung selbst verfassungsmäßiger garantierter Grundrechte in Zeiten von Viruserkrankungen in nur einem Tag durchgepeitscht wurde, nachdem man sie zuvor über ein halbes Jahr einfach mal so außer Kraft gesetzt hatte.
Was ist da schon eine zeitliche Straffung des Verfahrens zur Heiligsprechung eines großen Papstes? (Sah ich übrigens früher kritischer, aber man wird angesichts des allgemeinen Irrsinns toleranter...)

hape 23. November 2020: Wieso Kritik an der Heiligsprechung?

Der Scharlatan ist nicht JPII, sondern McCarrick. Seit wann ist der Stand der Heiligkeit daran gebunden, dass der Heilige die böse Absicht des Betrügers einwandfrei zu erkennen vermag? Nein. Dem Brief von McCarrick war die Verlogenheit sicher nicht anzusehen. Im Zweifel für den Angeklagten, so wird JPII gedacht haben. Es ist unredlich, JPII im Nachhinein einen Strick drehen zu wollen, weil er auf einen notorischen und skrupellosen Lügner reingefallen ist. Auch Heilige können getäuscht werden, dass ist doch menschlich.

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