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Neuer Pariser Erzbischof Laurent Ulrich ins Amt eingeführt

25. Mai 2022 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Bischofsstab am Vorplatz der Kathedrale Notre-Dame übergeben, anschließend Festgottesdienst in Kirche Saint-Sulpice mit Vertretern von Kirche und Staat - Bekenntnis zum Einsatz für Arme und Opfer sexuellen Missbrauchs


Paris (kath.net/KAP/red) Der neue katholische Pariser Erzbischof Laurent Ulrich ist ins Amt eingeführt worden. Auf dem Vorplatz der nach dem Brand vor drei Jahren noch in Renovierung befindlichen Kathedrale Notre-Dame bekam der 70-Jährige am Montagabend bei einer Vesper aus den Händen des Übergangsleiters der französischen Hauptstadtdiözese, Georges Pontier (79), den Bischofsstab überreicht. Ulrich begab sich danach auch in die öffentlich nicht zugängliche Kathedrale auf der Ile de la Cite und bekräftigte den Wunsch, die weltbekannte Kirche nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2024 wieder für Gottesdienste zu öffnen. Im Anschluss fand ein Festgottesdienst in der aktullen Pariser "Ersatz-Kathedrale", der Pfarrkirche Saint-Sulpice, statt.

In seiner Predigt bekannte sich Erzbischof Ulrich zur Fortsetzung des Einsatzes der Kirche für die "Ärmsten der Armen" sowie dafür, "weiterhin den Schrei der Opfer sexuellen Missbrauchs zu hören". Er gedachte der Opfer von Krieg und Terror und betonte mit Blick auf existierende Spaltungen in seiner neuen Erzdiözese den Willen, sich mit den verschiedenen Gruppen zu treffen. Er wolle "so gut wie möglich zuzuhören, denn in der Kirche braucht man alle", betonte Ulrich.


Der neue Leiter der Pariser Erzdiözese amtierte vor seinem Antritt in der Hauptstadt als Erzbischof von Lille. In der Französischen Bischofskonferenz leitet Ulrich den Rat für das katholische Bildungswesen. Einen Namen machte er sich außerdem für seinen Einsatz für Migranten, für sein Organisationstalent und seine Unterstützung für Papst Franziskus. Bei seiner Amtseinführung berief sich der neue Pariser Erzbischof auf die Heiligen Thomas von Aquin, Vinzenz von Paul und Charles de Foucauld.

Dem Festgottesdienst feierten laut örtlichen Medienberichten rund 2.000 Gläubige mit, sowie 60 Bischöfe aus Frankreich und Belgien, der Apostolische Nuntius Celestino Migliore und auch der emeritierte Pariser Erzbischof der Jahre 2005 bis 2017, Kardinal Andre Vingt-Trois. Das offizielle Frankreich wurde bei der Amtseinführung von Innenminister Gerald Darmanin und der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo vertreten. Nicht dabei war der emeritierte Erzbischof Michel Aupetit (71). Ulrichs Vorgänger im Amt des Erzbischofs von Paris war im Dezember zurückgetreten, nachdem eine Reihe von Presseberichten seine Amtsführung und Privatleben in Zweifel gezogen hatten. Ulrich betonte, dass er "den Kummervon euch, den Diözesanangehörigen von Paris" nicht vergesse, "der durch den plötzlichen Weggang ... von Michel Aupetit geprägt ist". Er fügte eigens an, dass er Aupetit "meine Wertschätzung und Freundschaft ausspreche".

Paris gehört zu den renommiertesten Diözesen der katholischen Weltkirche. Traditionell erhält der Erzbischof der französischen Hauptstadt im Lauf seiner Amtszeit den Kardinalsrang. Im Bereich der Diözese leben heute gut 2,2 Millionen Menschen; davon sind rund 1,35 Millionen katholisch getauft; das ist ein Bevölkerungsanteil von 60 Prozent. In den rund 100 Pfarren der Diözese wirken an die 500 aktive Priester.

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Archivfoto (c) Erzdiözese Paris


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