kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Deutscher Ärztetag: Schulschließungen waren für die meisten Kinder toxisch

14. Juni 2022 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


Kinderärzte schlagen Alarm: Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungen massiv angestiegen, schulische und soziale Kompetenzen zurückgegangenh


Leipzig/Bremen (kath.net/mk) Die Schulschließungen im Rahmen der Corona-Maßnahmen haben Kindern geschadet und dürfen sich nicht wiederholen. Zu diesem Schluss kommt laut IDEA der Leipziger Kinderarzt und Hochschullehrer Prof. Wieland Kiess in einem Interview mit „Welt online“. „Wir beobachteten die Zunahme von Vereinsamung, depressiven Verstimmungen und Verhaltensauffälligkeiten. Das Einzige, was mit den Corona-Maßnahmen angestiegen ist, das ist die Smartphone-Nutzung“, bringt es der Experte auf den Punkt. Kinder und Jugendliche würden weniger Instrumente spielen oder sich engagieren und gingen weniger in Sportvereine, weshalb auch das Übergewicht angestiegen sei. Sein Appell an die Politik ist, Mut zu Entscheidungen abseits vom „Mainstream“ aufzubringen, die nicht nur das eine Ziel haben, Infektionen auszuschließen.


In dasselbe Horn stieß vor kurzem der 126. Deutsche Ärztetag in Bremen. Das Fazit dort: Die Schulschließungen waren für die meisten Kinder toxisch. Die Referenten wiesen zunächst darauf hin, dass COVID-19 bei Heranwachsenden eher mild oder symptomlos verlaufe. Nur selten träten schwerere Verläufe auf, die dann meistens Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen beträfen. Dennoch seien sie in Deutschland die einzige Bevölkerungsgruppe, die durchgehend anlasslos getestet wurde. Vor allem der zweite, siebenmonatige Lockdown ab Dezember 2020 habe den meisten chronischen Stress verursacht. Zu berücksichtigen sei nicht nur der messbare Rückgang von Lesefähigkeit und Mathematikkompetenz, sondern auch fehlende soziale Kompetenzen und Identitätsfindung durch den mangelnden Umgang mit Gleichaltrigen und die Unmöglichkeit, zu reisen sowie einen guten Übergang zwischen Schule und Beruf zu finden.

Bei allen politischen Entscheidungen müsse man daher in Zukunft auch die Lebenslaufperspektive im Blick haben. Kitas und Schulen seien die Grundpfeiler für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und müssten daher bei einer möglichen nächsten Corona-Welle offen bleiben. Dies stelle kein Pandemierisiko dar, wenn Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden, betont der Deutsche Ärztetag.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!



Lesermeinungen

Chris2 14. Juni 2022: Korrektur!

Bei der Satzumstellung ist mir leider die zentrale Info verlorengegangen. In über 2 Jahren sind in ganz Deutschland keine 100 Kinder und junge Erwachsene bis 19 an oder mit (!) Corona verstorben (exakt 87). Die massiven Coronamaßnahmen gegen Kinder und die Impfkampagnen gegen sie mit nur bedingt zugelassenen Impfstoffen (deren Hersteller der Zulassungsbehörde die verlangten Studien verweigern) gegen sie waren und sind absolut unverantwortlich...

Chris2 14. Juni 2022: Wenn ein einzelner Virologe ein ganzes Land regieren darf,

kommt eben so etwas heraus. Und das, obwohl in über 2 Jahren keine Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 19 an oder mit (!) Corona gestorben sind. Drosten sagte "Hü", alle machten hü, Drosten sagte "hott", alle machten hott. Und die Politik freute sich, denn sie konnte Grundrechte nach Belieben aus- und wieder anknipsen. Es muss sich für diese Studienabbrecher und FDJ-Sekretärinnen großartig angefühlt haben...
P.S.: Scholz richtete so ziemlich als allererstes einen Expertenrat ein. Das war aber auch dringend nötig angesichts der Bagage, mit der er regieren muss (darunter mindestens ein Psycho und eine überführte Hochstaplerin)

Hausfrau und Mutter 14. Juni 2022: umgekehrt gesagt: die meiste Kinder haben zu Hause keinen Ansprechpartner

und das empfinde ich als schlimm (vorausgesetzt es stimmt/stimmen würde).

Als im März 2020 die Lockdowns mehr oder weniger weltweit entschieden wurden, wusste man nicht, wie lange diese Maßnahmen dauern würden. Außerdem ging es darum, die ganze Gesellschaft zu schützen, weil man am Anfang auch nicht wusste, wie gefährlich die Krankheit sein würde.

Wir hatten bis 5 Kinder gleichzeitig zu Hause und bei uns ist niemand depressiv oder übergewichtig geworden. Die Zeit mit der Familie haben wir sogar als "schön" empfunden: mittags und abends zusammen zu essen, was Mo-Fr mittags nie der Fall ist und abends nicht immer der Fall ist (w. Musik oder Sport fehlt der eine oder andere). Viel terminbedingter Stress ist auch weggefallen.

Das mit den Sportvereinen stimmt schon (nichts lief in der Zeit), aber die Musikschulen haben sich organisiert... für uns (Klavier, Querflöte und Geige) war es kein Problem... die Kinder meinten, nach zwei Stunden hätten sie einen guten Rhythmus erreicht.

girsberg74 14. Juni 2022: Das sollte für die Politik reichen !

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz