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OSZE: Im Vorjahr in Europa 577 Hassvorfälle gegen Christen

vor 5 Tagen in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Neue Direktorin des in Wien angesiedelten „Observatory On Intolerance And Discrimination Against Christians In Europa“ (OIDAC), Enzlberger, verweist in Aussendung auf Zunahme von Übergriffen auf christliche Einrichtungen in Europa


Wien (kath.net/OIDAC) Die neue Direktorin des in Wien angesiedelten „Observatory On Intolerance And Discrimination Against Christians In Europa“ (OIDAC), Madeleine Enzlberger, hat am Mittwoch auf die Zunahme von Vandalismus und Diskriminierung gegen Christen und den am Montag weltweit begangenen Internationalen Tag der Toleranz erinnert. Mit diesem Tag verbunden ist die Veröffentlichung des OSZE „Hate Crime Data Report 2019“. Er weist u.a. 577 Hassvorfälle gegen Christen und christliche Einrichtungen auf.

Der Tag der Toleranz sei ein Datum, um das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Tugend zu schärfen, aber auch ein Tag, um die zunehmend herausfordernde Dynamik der Intoleranz gegenüber gläubigen Menschen auf globaler Ebene zu beobachten, so Enzlberger.

Die OIDAC-Direktorin, die vor ihrer derzeitigen Tätigkeit u.a. im Irak mit Fragen der Menschenrechte befasst war, sieht in Europa generell einen Trend zur gesellschaftlichen Abwertung einer Lebensgestaltung aus dem christlichen Glauben: „Leider ist Intoleranz mit ihren marginalisierenden Auswirkungen ein Phänomen, das auch im Alltag europäischer Christen weit verbreitete Realität ist. Dieser traurige Trend war die Hauptmotivation, die Arbeit des Observatoriums aufzunehmen. Hunderte schwerwiegende Vorfälle, die wir das ganze Jahr über dokumentieren, melden und analysieren, zeigen uns deutlich:  Das Leid von Christen in Europa, die Intoleranz und Diskriminierung ausgesetzt sind, ist in den politischen und kulturellen Debatten kein Thema“, so die OIDAC-Direktorin.

Durch die Dokumentation und Veröffentlichung solcher Vorfälle schaffe die Beobachtungsstelle nicht nur ein entsprechendes Bewusstsein bei Mitchristen, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit. „Der nächste wichtige Schritt besteht darin, Christen zu stärken, damit sie in Situationen der Ungerechtigkeit das Wort ergreifen und wissen, wie sie damit umgehen sollen. Letztendlich wird der Kampf gegen Intoleranz gegen Christen nicht nur ihnen selbst, sondern allen Menschen und der Gesellschaft insgesamt zugute kommen“, betont Enzlberger.

Sie verweist auf den am 16. November von der OSZE veröffentlichten Bericht über Hassvorfälle im Jahr 2019.  Die OSZE hat für die Veröffentlichung bewusst den Tag der Toleranz gewählt. Das OIDAC gehört zu zahlreichen zivilgesellschaftlichen Gruppen, die jedes Jahr ihre gesammelten Daten für diesen Bericht bereitstellen.
Der Report enthält Informationen zu Hassvorfällen in 45 - hauptsächlich europäischen – Teilnehmerstaaten der OSZE. Sie kommen von 148 zivilgesellschaftlichen Gruppen, dem UNHCR, der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und OSZE-Missionen. Diese Beiträge belaufen sich auf 6.964 Hassvorfälle, rund die Hälfte davon gegen ethnische Minderheiten. 577 Hassverbrechen, mit 268 als Opfer ausgewiesenen Personen, richteten sich gegen Christen bzw. christliche Gotteshäuser, Symbole und Einrichtungen. Weitere Informationen im Internet: www.intoleranceagainstchristians.eu; www.hatecrime.osce.org


Foto: Symbolbild


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Lesermeinungen

Chris2 vor 4 Tagen: Leider wird aus den sattsam bekannten Gründen

offensichtlich nicht öffentlich bekanntgegeben wer die Täter waren und warum sie ihre Taten begangen. So bleibt leider offen, wie viele Islamisten, Linksextremisten, Satanisten oder militante Atheisten unter ihnen waren und wie sich dies im Laufe der Jahre verschoben hat (interessant vor allem vor und nach 2015).

Chris2 vor 4 Tagen: Es gibt nun mal heute "positive" böse Dinge,

zum Beispiel "positiven Rassismus", "positive Diskriminierung" und offensichtlich auch so etwas wie "positive Religiophobie". Die heutigen Linken sind sogar auf ihren Hühneraugen blind und taub, wenn etwas nicht in ihre Weltbildmatrix passt...

Herbstlicht vor 5 Tagen: Wir Christen sind ziemlich auf uns allein gestellt.

Obige Äusserung der OIDAC-Direktorin Madeleine Enzlberger sei noch einmal wiederholt:

"Das Leid von Christen in Europa, die Intoleranz und Diskriminierung ausgesetzt sind, ist in den politischen und kulturellen Debatten kein Thema“.

Erstaunen kann das nicht, nur schmerzen, denn dies ist leider eine Entwicklung, die wir seit geraumer Zeit wahrnehmen und es wird -so befürchte ich- nicht besser werden.
Entweder wird über diskriminierende Vorfälle kaum oder gar nicht berichtet oder aber herabwürdigende Äusserungen über Christen werden als "Meinungsfreiheit" abgetan.

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