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Kaminski: Lebensrechtler mundtot machen?

12. Februar 2021 in Prolife, 9 Lesermeinungen
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ALfA empört über Vorgehen des AStA Münster gegen den Vorsitzenden der Ärzte für das Leben - "Abtreibungen sind nach deutschem Recht rechtswidrige Handlungen, die unter bestimmten Voraussetzungen lediglich straffrei gestellt werden"


Münster (kath.net/ALfA) "Die Berichte über die Vorgänge um Professor Dr. med. Cullen, ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins 'Ärzte für das Leben e.V.', lösen Empörung und Entsetzen aus. Wer die gegen Cullen erhobenen Vorwürfe anhand der vom AStA Münster ins Feld geführten Quellen überprüft, kann nur den Kopf schütteln über so viel Dreistigkeit. Da stellt eine Gruppe angehender Akademiker und Akademikerinnen unter dem Vorwand, man mache sich um Wissenschaftlichkeit und Fairness an der Uni Sorgen, Behauptungen ins Netz, die unwissenschaftlich, unredlich und unhaltbar sind." Das erklärt die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Cornelia Kaminski, in Augsburg zu den Forderungen des AStA der Universität Münster, Professor Dr. med. Paul Cullen die außerplanmäßige Professur zu entziehen und ihn nicht länger lehren zu lassen.


Abtreibungen – die Tötung ungeborener Menschen im Mutterleib – sind nach deutschem Recht rechtswidrige Handlungen, die unter bestimmten Voraussetzungen lediglich straffrei gestellt werden. Einem Arzt, der das Wohl aller seiner Patienten in Blick haben muss, zum Vorwurf zu machen, sein diesbezügliches ehrenamtliches Engagement sei antifeministisch, ist absurd und lächerlich. Schließlich sind Frauen von Abtreibungen doppelt betroffen: Als handelnde Subjekte, die in Schwangerschaftskonflikten häufig von ihrem Umfeld allein gelassen und bisweilen gar zur Abtreibung gedrängt werden. Aber auch als Opfer: Rund die Hälfte der hierzulande abgetriebenen Kinder sind Mädchen. In anderen Teilen der Erde – in vielen Ländern Asiens oder Osteuropas – werden Mädchen sogar bevorzugt und gezielt abgetrieben. Wer wie Professor Cullen dagegen seine Stimme erhebt, kann unmöglich ein Antifeminist sein.

Die Vorgehensweise des AStA Münster grenzt an eine Rufmordkampagne und erinnert an die Cancel Culture in den USA und Kanada, der bereits 122 Professoren zum Opfer gefallen sind. Nun soll also offenbar auch hier ein Professor zu Fall gebracht werden, dessen moralische Überzeugungen nicht denen einiger Studierende entsprechen. Anders als Professor Cullen geben sie sich dabei jedoch nicht zu erkennen und verstecken sich feige hinter dem AStA und einer Gruppe namens „kritische Mediziner:innen“.

Statt offen ihre Überzeugungen zu vertreten und persönlich die Haftung für die Vorwürfe zu übernehmen, mit denen sie Professor Cullen überziehen, eröffnen sie – wie Heckenschützen aus sicherem Versteck – das Feuer auf ihr Opfer und starten eine Schmutzkampagne gegen einen Dozenten, der ihre politischen Ideologien nicht teilt und werfen ihm vor, in seinem außeruniversitären Engagement unwissenschaftliche Standpunkte zu vertreten.

In Wahrheit ist es genau umgekehrt: Das Leben von Menschen beginnt nach naturwissenschaftlichen Erkenntnissen mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle, so dass bei jeder Abtreibung ein kleiner, einzigartiger Mensch stirbt. Wer Lehrende von der Universität jagen will, die sich auch außeruniversitär zu wissenschaftlichen Fakten bekennen, offenbart erheblichen Nachholbedarf beim Verständnis von Grundbegriffen der akademischen Lehre und der demokratischen Kultur und weckt große Zweifel an seiner eigenen Fähigkeit, ein Studium erfolgreich absolvieren und akzeptable Beiträge zur demokratischen Kultur des Landes leisten zu können.

 


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Lesermeinungen

Walahfrid Strabo 13. Februar 2021: Studenten vs. Studierende

Den Großteil der heutigen sogenannten "Studierenden" vereint eine kollektive Studierunfähigkeit:

Sie sind nicht nur nicht in der Lage, sondern auch nicht Willens, die Zeit an der Universität/Hochschule für eine umfassende Bildung zu nutzen, um daraus ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Sie wollen nur das hören, was in ihre kleine gedankliche Blase hineinpasst und sind unfähig, sich sachlich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Kritik wird mit Diskriminierung gleichgesetzt. Die ganze Verschulung des akademischen Lehrbetriebs dank Bologna kommt erschwerend hinzu.

Von daher ist es eigentlich richtig, sie auch nicht mehr als Studenten zu titulieren. Denn das sind sie nicht mehr. (von ein paar Ausnahmen natürlich mal abgesehen)

Zeitzeuge 12. Februar 2021: Die Verwendung humaner fetaler Zellen bei der Entwicklung und Herstellung

gewisser COVID-19-Impfstoffe hat einen direkten

Zusammenhang mit Pro-Life-Aktivitäten, da

diese Zelllinien mit Hilfe von Zellen

abgetriebener Kinder hergestellt wurden.



Exkurs Regularien: Dringend geboten wäre die

Überprüfung

der "Venia Legendi" und "Missio canonica"

von Lehrstuhlinhabern der kath.-theol. Fakultät

Münster, dafür ist der Vatikan bzw. der Orts-

bischof zuständig!

DavidH 12. Februar 2021: Regularien

Die Freiheit von Forschung und Lehre ist ein Grundrecht, das auch für Prof. Cullen gilt. Seine Tätigkeit für "Ärzte für das Leben" darf, solange sie sich nicht auf die von ihm gehaltenen Lehrveranstaltungen erstreckt, nicht zu disziplinarischen Maßnahmen seitens der Universität führen.

Eine andere Frage ist, ob es Gründe gibt, ihm die Bezeichnung als "apl. Prof." abzuerkennen. Hier ist in den Regularien der Uni Münster geregelt, dass dies möglich ist, "wenn die oder der Berechtigte durch ihr oder sein Verhalten das Ansehen oder das Vertrauen, das ihre oder seine Stellung erfordert, verletzt".

Ob dieser Fall vorliegt, kann von der Medizinischen Fakultät der Uni Münster überprüft werden. Und hier geht es eben nicht nur um Prof. Cullens Betätigung bei "Ärzte für das Leben", sondern bspw. auch um seine Auseinandersetzung mit der Covid-19-Pandemie.

www.medizin.uni-muenster.de/fileadmin/einrichtung/fakultaet/dekanat/professur/APL_Kriterien_vom_04_02_2014.pdf

J. Rückert 12. Februar 2021: Das Heidelberger Patientenkollektiv?

„Abtreibungen sind nach deutschem Recht rechtswidrige Handlungen, die unter bestimmten Voraussetzungen lediglich straffrei gestellt werden". Das war mal so in den Neunziger Jahren der BRD. Aber GG und Verfassungsgericht sind gleich einer Wanderdüne weiter gezogen.
Es sind auch keine Heckenschützen, die das Lebensrecht Ungeborener angreifen, es sind Abgeordnete, denen niemand mehr vorzuwerfen wagt, sie stünden nicht mehr auf dem berühmten Boden des Grundgesetzes.
"Macht kaputt, was euch kaputt macht!" - war das nicht das "Heidelberger Patientenkollektiv"? Sind die nun oben und wir sind unten? Scheint so.

Zeitzeuge 12. Februar 2021: Danke für den Link, werter physikus, "Cancel Culture" hatten wir ja leider

schon zweimal in Deutschland, die offenbar linken
AStA-Leute haben nichts dazu gelernt.

Das erinnert mich an den Sozialethiker von Münster,
Prof.Dr. Wilhelm Weber. Linke Studenten störten
seinerzeit massiv eine seiner Vorlesungen. Er erlitt einen Herzinfarkt an dessen Folgen er 1983
mit 57 Jahren verstarb, R.I.P.!
Offenbar erhält Prof. Cullen keine Unterstützung
an der Uni, die "kath".-theol Fakultät ist ja
seit Jahrzehnten weitgehend neomodernistisch besetzt. Bereits 1977 schrieb Prof. Weber hierzu
u.a.:

"Die (teils marxistische und neomaristische) "kritische Theorie" (Marcuse etc.) drang immer
stärker in die Theologie ein...... . Auch der kirchl. Hierarchie in Deutschland war -angesichts
der Unruhen i.d. Kirche- die Soziallehre der Kirche....weitestgehend a.d. Augen verschwunden."

Damals wurde der Bund Freiheit der Wissenschaft
begründet!

Letztverantwortlich f.d. Lehrbetrieb einer theol.
Fakultät ist der jeweilige Ortsbischof!

Möge Prof. Cullen dem Druck nicht nachgeben!

physicus 12. Februar 2021: Netzwerk Wisenschaftsfreiheit

Dies klingt nach einem weiteren Fall von Cancel Culture, wie sie leider an den Unis auf dem Vormarsch zu sein scheinen. Vor kurzem hat sich dazu übrigens ein Netzwerk von Wissenschaftlern gegründet (siehe Link).

www.netzwerk-wissenschaftsfreiheit.de

SalvatoreMio 12. Februar 2021: Wer ist Antifeminist?

Bei allem, was einem so präsentiert wird zwischen Amerika, Australien, Asien und Europa: wer den Schlachtruf "Mein Bauch gehört mir" immer noch nicht verinnerlicht hat, ist Antifeminist. So einfach ist das! Freiheit ist wichtiger als eine Verschmelzung von Ei und Samenzelle.

hape 12. Februar 2021: Macht kaputt, was Euch kaputt macht.

So nannte man das in meiner Jugend. Bekifft, frei von Wissen, aber mit hehren moralischen Zielen. So machte man sich daran, die Welt zu verbessern. Junge Gutmenschen eben. Die damalige akademische Jugend sitzt heute an den Hebeln der gutbürgerlichen Macht. Offenbar haben sie ihren Kindern dieselbe Haltung vermittelt.

girsberg74 12. Februar 2021: Hier hilft zunächst nur eines,

denen, die im Schutz von Anonymität andere unberechtigt angreifen, die Maske vom Gesicht zu reißen und sie namentlich stellen.

Eine andere Möglichkeit könnte auch sein, diesen AStA anzuzeigen und zu verklagen. Mal sehen, wie schnell dieses Schiff leer wird!

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