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In dubio pro reo

13. Februar 2021 in Chronik, 16 Lesermeinungen
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Stellungnahme des Forums Deutscher Katholiken zu Vorwürfen gegen Pater Werenfried van Straaten.


Augsburg (kath.net)

In der Zeitschrift „ Christ & Welt“ /“Die Zeit“ wird im Artikel „Gut und Böse“ dem Gründer von „Kirche in Not“, P. Werenfried van Straaten, vorgeworfen, er habe 1973 eine Mitarbeiterin vergewaltigen wollen. Dieser Vorwurf wurde 2010, sieben Jahre nach dem Tod von Pater Werenfried, erhoben. Der Beschuldigte konnte also zu dem Vorwurf keine Stellung mehr nehmen, so dass der Vorwurf nicht mehr geklärt werden kann. Gegen Pater Werenfried sind weitere Anschuldigungen sexualisierter Gewalt „nicht bekannt“.


Nach der allgemein gültigen Rechtsauffassung haben Beschuldigte solange als unschuldig zu gelten, bis das Gegenteil gerichtlich bewiesen ist. Das gilt auch für Pater Werenfried!

Die Tatsache, dass „Kirche in Not“ die „Schilderung“ der „Betroffenen“ für „glaubhaft“ ansah, „auch, wenn die Schuldfrage nicht mehr geklärt werden konnte“, und sie die nach damaliger Praxis übliche Bezahlung zur Befriedung leistete, ist in keiner Weise ein Beweis für eine Schuld.

Es bleibt die Frage: Warum wird die Anschuldigung gegen Pater Werenfried jetzt, im Jahr 2021, aufgegriffen, trotz einem staatlich und gesetzlich festgelegten Zeitraum der Verjährung?  Geht es um die Diffamierung der katholischen Kirche?

Das „Forum Deutscher Katholiken“ erinnert an die Hilfe von Pater Werenfried für die deutsche Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg und dankt ihm für sein großartiges Werk für Menschen in Not!

Prof. Dr. Hubert Gindert


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Lesermeinungen

Andrzej123 17. Februar 2021: Lessings Faust: Die 7 Teufel

Es gibt von Lessing eine kleine Skizze zum "Faust", wo er 7 Teufel vorstellt, die sich rühmen jeweils der schnellste zu sein.
Der Allerschlechteste ist schließlich derjenige, der von sich sagt, dass er so schnell sei wie der Umschlag vom Guten zum Bösen.
Ein solcher Umschlag tritt zB auf, wenn man ein eigentlich gutes Anliegen überzieht.
Bzgl van Straaten sollten die Dinge in Ruhe aufgeklärt werden.
Bzgl der hier auch angesprochenen früheren Kinderheime sollte man ebenfalls versuchen, ein ungerechtes Überziehen zu vermeiden. Tun wir bitte jedenfalls der übergroßen Mehrheit der damaligen Erzieherinnen nicht leichtfertig Unrecht.
Wo Anklage ist und keinerlei Verteidigung fühle ich mich jedenfalls nicht mehr wohl.

lesa 14. Februar 2021: Fragen

[email protected] 2: Wie Sie stimme ich der Bemerkung von @J.Rückert und den anderen Postern vollkommen zu. Vielleicht ist nicht nur der Psychiater zuständig, sondern auch ein Exorzist. Die Fragen von @Lucilius sind m.E. berechtigt und wichtig: 1. Warum erhebt das angebliche Opfer erst nach 37 Jahren – 7 Jahre nach dem Tod des Beschuldigten diese Vorwürfe? 2. Wie kann KIN eine Anschuldigung für glaubwürdig halten, wenn der Beschuldigte sich nicht mehr verteidigen kann? Im säkularen Strafrecht ist eine Strafverfolgung von Toten nicht zulässig. 3. Wird durch die von KIN geleistete Entschädigungszahlung der Beschuldigte nicht für schuldig erklärt, obwohl man nichts beweisen kann?
Möglicherweise helfen Sie KIN mit diesen Fragen, die Vorgangsweise zu bedenken. Es muss unendlich schwierig sein, adäquat zu reagieren unter diesem schrecklichen Druck. Beten wir für das Hilfswerk. Bitte nicht aufhören, zu spenden. Es trifft die verfolgten Christen und Mitchristen, die schon genug geplagt sind!

lesa 14. Februar 2021: Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg (aus Weish. 2)

Sehr geehrter @M.Schn-Fl: Danke für Ihren kurzen und treffenden Kommentar!
Einmal mehr: „Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor. Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf…denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden. Als falsche Münze gelten wir ihm; von unseren Wegen hält er sich fern wie von Unrat. Roh und grausam wollen wir mit ihm verfahren. Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; So denken sie, aber sie irren sich; denn ihre Schlechtigkeit macht sie blind.“ (Aus Weish 2)

Andrzej123 14. Februar 2021: Sehr traurig d. ganze Vorgehensweise, sowohl 2010 als auch jetzt

Die KIN Darstellung reicht mir nicht.
Entweder verschweigt KIN massgebliche Informationen oder man tut van Staaten Unrecht.
Wenn es tatsächlich das erste Mal ist, dass entsprechende Vorwürfe erhoben werden, dann kann man nicht einfach die Betreffende einladen, die Vorwürfe als "glaubhaft" erklären und "auch für die Reputation" 16.000 Euro bezahlen. Vielmehr hätte man sich mit den Vorwürfen genauer beschäftigen müssen, etwa durch Befragen von anderen KIN Mitarbeitern aus der betreffenden Zeit, inwieweit ein solches "unangemessenes" (Details werden ja nicht genannt) Verhalten ihm ansonsten zumindest nachgesagt worden waren.
Dies wäre das Mindeste gewesen.
Stattdessen macht man es sich einfach und verbannt ihn nun "kalt" (Stephanus 2) in eine Restbedeutung als "Gründer".
D. tausendfach helfende Tätigkeit zählt nicht mehr (ottokar), was selbst dann unfair und unchristlich erschiene, wenn dieser "Fehltritt" zutreffen würde.
Sehr traurig d. ganze Vorgehensweise, sowohl 2010 als auch jetzt.

M.Schn-Fl 14. Februar 2021: Stachel im Fleisch

Den "Synodalen" ist schon lange KIN und besonders Pater Werenfried ein Stachel im Fleisch. Schließlich hat kaum jemand so leidenschaftlich und scharf die verheerenden Entwickelungen in einem großen Teil der deutschen Kirche aufgezeigt und gegeißelt.

stephanus2 13. Februar 2021: Ich kann den Artikel nicht lesen,obwohl er gut ist laut Posts,

weil mich der Vorgang der Anklage gegen diesen glaubenstiefen, für Gott kämpfenden Mann erschüttert und angewidert hat. Auf einmal hat eine Frau nach 38 Jahren ausgegraben, dass der Verstorbene sie einmal "sexuell belästigt " habe, die Tochter eines Vaters, der ernstlich mit Pater Werenfried im Clinch gelegen hatte.Und eben, es hat mich arg gestört, dass diese Äußerung laut KIN "glaubhaft" gewesen sein soll, und das [email protected]ückert, bin ganz Ihrer Meinung!KIN schrieb auch so kalt : "Er hat seinen Platz als Gründer.."Mehr nicht ? Ich bin Spenderin für KIN ; die haben früher oft InfoBriefe an die Spender geschickt. Immer waren darauf Worte von Pater Werenfried zu lesen, die mich stets berührten, ich habe all diese Schreiben aufbewahrt.Auch der Brief vom damaligen Leiter war immer so glaubenstief.Ich habe dann aber die Briefe abbestellt, nur so gespendet. Weiß nicht, ob ichs weiter tue.Ich finde die Rolle von KIN hier z.T. zu willfährig.

nazareth 13. Februar 2021:

diese Pattsituationan entstehen immer wenn eine Partei schon verstorben ist oder nicht mehr wehrfähig ist. Gott sei Dank haben wir Kardinal George Pell freigebetet. Dazu lade ich in allen Fällen ein, egal welche Baustelle. Plötzlich wird der Gegner verwirrt und die Macht der Unwahrheit fällt in sich zusammen. Das ist unsere Macht.

Lucilius 13. Februar 2021: Frage an KIN

Wie kann man eine Beschuldigung als glaubhaft bewerten,wenn der Beschuldigte sich nicht mehr verteidigen kann??? Frage an Kirche in Not !!!

Rita1937 13. Februar 2021:

de mortuis nihil nisi bene. Wenn wir es nicht einhalten, sind wir mit unserer Menschlichkeit am Ende. Wer die Toten nicht ehrt, wie steht er dann zu den Lebenden? Wir leben in einer plurale Gesellschaft, wo solche Meinungen können vorkommen. Aber mich stört, dass der Schmutz kommt von der Kirche heraus. Wieso ist die Korrespondenz zw. bischof Grothe und Kard. Piacenza in die Offentlichkeit gekommen??? Die Kirche wurde durch einige bischöfe und Kardinäle verraten an ihre Feinde.

edih 13. Februar 2021: Ganz großer Dank

Herr Professor Dr. Gindert für Ihren sachlichen Beitrag, dem ich mich gerne anschließe.

lesa 13. Februar 2021: Glasklar

Eine dankenswert glaskare Stellungnahme auf rechtlicher Ebene, gegen die es keine sachlichen Argumente geben kann.

J. Rückert 13. Februar 2021: Psychiater gefragt

Wenn jemand etwas glaubwürdig vorträgt, sagt das wenig über den Wahrheitsgehalt aus.
Die mir unbekannte Erzählerin soll sich einer psychiatrischen Exploration stellen oder fürderhin schweigen. Vorgetragene Pseudoerinnerungen (induzierte Erinnerungen) oder Pseudologien wirken äußerst überzeugend, auch wenn es sich um Fantasien handelt.

Schlumpf 13. Februar 2021: Säuberungen wie bei allen Tradis

Möglicherweise ist das jetzt Teil 2 der Säuberungen, nachdem vor 3 Jahren die Führungsebene bei KIN schon beseitigt wurde.

mphc 13. Februar 2021: Ich finde es feige,

dass der/diejenige, welche(r) diesen Brief aus einem Diözesan/Ordensarchiv ausgegraben und zur Veröffentlichung gebracht sich versteckt. Ich hege die starke Vermutung, dass mit der Veröffentlichung Kirchenpolitik von einer Seite, vielleicht sogar im Zusammenhang mit dem "Synodalen Weg" betrieben wird.

Herbstlicht 13. Februar 2021: Gut so!

Die Stellungnahme des Forums Deutscher Katholiken ist klar, sachlich und weist dankenswerterweise auf die Rechtslage hin.

ottokar 13. Februar 2021: Pius XII, Pater Josef Kentenisch, Pater Werenfried van Straaten...und wer noch?

Wieder fallen sie mit üblen Anschuldigungen primitivster Art über Leitbilder unserer Kirche her. Es sind die bekannten, chronisch destruktiv tätigen Kirchengegner,denen entscheidende intellektuelle Argumente gegen unsere Kirche fehlen und auch, weil sich keiner der Verleumdeten mehr wehren oder rechtfertigen kann.Da sind dann plötzlich die entscheidenden Werke und Taten der "Angeschuldigten" nichts mehr wert, auch wenn durch sie tausende von Menschenleben gerettet wurden.

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