kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Orthodoxer Theologe: Kein Schisma zwischen West- und Ostkirche

8. April 2021 in Weltkirche, 26 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


Vize-Vorsitzender der Grazer "Pro Oriente"-Sektion, Prof. Larentzakis, erläutert, weshalb weder das Jahr 1054 noch andere historische Ereignisse oder Dokumente als endgültige Bruchstelle zwischen dem Osten und Westen festgemacht werden können


Graz (kath.net/KAP) Zwischen Katholischer und Orthodoxer Kirche hat es "nie ein großes endgültiges Schisma" gegeben, keine gegenseitige gültige kirchliche Verurteilung, und es sei auch keine offizielle große Spaltung vollzogen worden. Das betont der Grazer orthodoxe Theologe und stellvertretende Vorsitzende der Grazer Pro Oriente-Sektion Prof. Grigorios Larentzakis. Es stimme jedenfalls auch sicher nicht, dass das gemeinhin genannte Jahr 1054 für eine solche Bruchstelle herangezogen werden könne, so Larentzakis laut dem Pro Oriente-Informationsdienst am Montag.

Larentzakis spricht vielmehr von einer allmählichen tiefen Entfremdung der zwei Kirchen des Ostens und des Westens, "die aber eine schmerzliche Realität der "Nicht-Communio" der zwei Kirchen geschaffen hat!" Deshalb sei es unbedingt notwendig, weitere vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen. Larentzakis: "Wir gehören alle zu einer Kirche, bei allen Problemen. Wir gehören zu einer einzigen Familie."

Im Pro Oriente-Informationsdienst legte Prof. Larentzakis seine Forschungen ausführlich dar: 1054 war Kardinal Humbert von Silva Candida im Auftrag von Papst Leo IX. nach Konstantinopel gereist, um ein militärisches Bündnis gegen die Normannen zu schließen. Das misslang. Unglückliche Umstände führten dann aber dazu, dass er den Patriarchen Michael Kerullarios exkommunizierte. Kurz darauf folgte die Gegenexkommunikation.

Wie Prof. Larentzakis ausführt, habe dies aber für die Gesamtkirche wenig bis keine Bedeutung gehabt. Zum einen habe Humbert von Silva Candida am 16. Juli 1054, drei Monate nach dem Tod seines päpstlichen Auftraggebers, wohl kein Recht und schon gar keinen Auftrag mehr gehabt, die Bannbulle auf dem Altar der Hagia Sophia niederzulegen. "Diese Exkommunikation war also ungültig", so Larentzakis.

Zweitens habe sich die Bannbulle nur gegen den Patriarchen Michael Kerullarios und dessen Anhang, nicht gegen den byzantinischen Kaiser oder die ganze östliche Kirche gerichtet. Drittens: Auch der Patriarch exkommunizierte nicht die ganze abendländische Kirche, sondern nur Kardinal Humbert und seine Hintermänner.

Prof. Larentzakis verweist auf Joseph Ratzinger, den späteren Papst Benedikt XVI., der in einer Arbeit darlegte, dass Kardinal Humbert in der gleichen Bulle, mit der er den Patriarchen "exkommunizierte", zugleich Kaiser und Bürger von Konstantinopel als sehr christlich und rechtgläubig bezeichnete. Mit Sicherheit könne also festgehalten werden, dass die Exkommunikation nicht der Gesamtkirche des Ostens gegolten habe.


Auch die Replik von Patriarch Kerullarios fiel ähnlich aus. Am 24. Juli 1054 exkommunizierte eine Synode unter dem Patriarchen den Kardinal Humbert und alle, die mit dessen Vorgehen einverstanden waren. Larentzakis: "Es blieb bei dieser persönlichen Verurteilung, weder der Papst noch die westliche Kirche als ganze wurden verurteilt. Es gab auch keine Unterbrechung der Beziehungen mit der westlichen Kirche." Weder im Osten noch im Westen sei damals die Überzeugung entstanden, dass durch die besagten Exkommunikationen ein endgültiges großes Schisma zwischen Ost- und Westkirche entstanden sei.

Diese Fakten waren den Kirchenverantwortlichen in Ost und West durchaus bekannt. So wurden folgerichtig am 7. Dezember 1965 beim gemeinsamen ökumenischen Akt in Rom und Konstantinopel die Exkommunikationen aus dem Jahre 1054 wörtlich "aus der Mitte und dem Gedächtnis der Kirche entfernt". Die Exkommunikationen wurden nicht aufgehoben, weil es nichts aufzuheben gab.

Kein Schisma, aber Entfremdung

Das bedeutet freilich nicht, so Prof. Larentzakis, dass vor rund tausend Jahren nicht schon ein großer Entfremdungsprozess zwischen Ost und West vonstattenging. Der hatte aber schon lange vor 1054 eingesetzt. 1054 war demnach bloß ein trauriges Ereignis von vielen in der Geschichte der Entfremdung von Ost- und Westkirche.

Larentzakis verweist auf den Theologen Yves Congar, wonach es auch schon im ersten Jahrtausend insgesamt 200 Jahre Schismen und Unterbrechungen der kirchlichen Einheit gab. Diese Spaltungen konnten aber immer wieder überwunden werden und die Überzeugung der Existenz einer einzigen Kirche im Osten wie im Westen sei nicht verloren gegangen.

Nachdem also 1054 als Datum für die Kirchenspaltung von Ost und West nicht taugt, stellt sich die Frage, wann denn - wenn überhaupt - dieses Schisma vollzogen wurde. Laut Prof. Larentzakis lässt sich ein solches "zwingendes und endgültiges Datum für das radikale große Schisma zwischen Ost- und Westkirche - vorher volle Kirchengemeinschaft, nachher absolut keine Kirchengemeinschaft" - nämlich nicht finden.

Freilich habe es immer wieder Ereignisse und Entwicklungen gegeben, die die Entfremdung weiter vorantrieben. Larentzakis nennt in diesem Zusammenhang etwa die Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer 1204. Aber auch damals bzw. in den Jahrzehnten danach habe nicht das Gefühl vorgeherrscht, dass es sich bei der West- und Ostkirche um zwei völlig getrennte Kirchen handelte. Die Gültigkeit der Sakramente im Osten wurde von den Lateinern nicht infrage gestellt, die orthodoxen Kleriker blieben im Amt, teils versahen auch lateinische Kleriker in orthodoxen Gemeinden ihren Dienst, auf einigen griechischen Inseln auch noch Jahrhunderte nach dem vierten Kreuzzug von 1204. Orthodoxe nahmen andererseits auch an lateinischen Festen teil, lateinische und griechische Geistliche beteten und feierten gemeinsam.

Liturgisch interessant sei zudem, dass zumindest bis ins 13. Jahrhundert in westlichen Liturgien orthodoxe griechische Hymnen gesungen wurden. Mischehen zwischen Lateinern und Orthodoxen waren stets erlaubt und wurden auch praktiziert.

Rom macht Exklusivität geltend

Eine verfestigte Entfremdung macht Prof. Larentzakis erst für das 16. Jahrhundert aus: Mitte dieses Jahrhunderts begann Rom die Theorie der Unterwerfung der "Schismatischen Kirchen des Ostens" unter der Kirche von Rom anzuwenden. Allmählich sei die Theorie der ekklesiologischen und soteriologischen Exklusivität der Römisch-Katholischen Kirche entwickelt und praktiziert worden, wonach es für die Christen nach Gottes heiligem Willen unabdingbar sei und für sie sogar ein Heilserfordernis darstelle, unter der Obhut des obersten Hirten von Rom, des Nachfolgers Petri, zu stehen. Die wirkliche Befähigung der nicht auf Rom bezogenen östlichen Kirchen zum Dienst für das Heil der Seelen wurde infrage gestellt.

1622 wurde schließlich die Congregatio de Propaganda Fidei gegründet; mit dem Auftrag, im Osten Mission zu betreiben, um die Abgefallenen in die wahre Kirche zurückzuholen, damit sie zu ihrem Heil gelangen. Prof. Larentzakis: "Am 5. Juli 1729 hat die Congregatio de Propaganda Fidei, nicht der Papst, jede liturgische und sakramentale Gemeinschaft mit den Orthodoxen verboten."

Orthodoxe Synode reagiert

Die Reaktion der Orthodoxen auf die Entscheidung von 1729 kam 26 Jahre später im Jahre 1755 durch einen synodalen Beschluss, womit die Gültigkeit der Sakramente der "Häretiker" generell infrage gestellt wurde. Freilich wurde das nicht überall in den orthodoxen Kirchen in den folgenden Jahrhunderten gleichermaßen streng gehandhabt, wie Larentzakis betont. Und es gab auch orthodoxerseits stets Positionen, die das Kirche-sein der Römisch-katholischen Kirche und deren Sakramente anerkannten.

Prof. Larentzakis erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, dass im Jahre 1969 die Synode des Russisch-Orthodoxen Patriarchates die sakramentale Gemeinschaft mit den Katholiken erlaubte, was sie später wieder zurückgenommen hat.

Auch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) spreche auf der anderen Seite von der Gültigkeit der Sakramente in der Orthodoxen Kirche und empfehle sogar in bestimmten Fällen die Praktizierung der sakramentalen Gemeinschaft für Katholiken und Orthodoxe.

So gibt es weder auf orthodoxer noch römisch-katholischer Seite ein Datum oder ein Dokument, mit dem ein vollständiges Schisma belegt werden könnte. Es wäre also besser und historisch korrekter, so Prof. Larentzakis, von einer allmählichen tiefen Entfremdung der zwei Kirchen des Ostens und des Westens zu sprechen, "die aber eine schmerzliche Realität der 'Nicht-Communio' der zwei Kirchen geschaffen hat!" Deshalb sei es unbedingt notwendig, weitere vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Zustand zwischen den "heterodoxen Schwesterkirchen" zu beenden. Ökumene kein Geschehen bzw. Dialog zwischen Kirchen, sondern innerhalb einer Kirche. Larentzakis: "Wir gehören alle zu einer Kirche, bei allen Problemen. Wir gehören zu einer einzigen Familie."

Er hoffe, so Prof. Larentzakis, dass durch seine Arbeit viele festgefahrene Meinungen und daraus viele entstandene Vorurteile hinterfragt und korrigiert werden, "die aus der Zeit der Polemik stammen". Ziel müsse die "Wiederherstellung der vollen kirchlichen und sakramentalen Gemeinschaft unserer christlichen Kirchen sein".

Vorkämpfer für katholisch-orthodoxe Aussöhnung

Vor gut 50 Jahren war Grigorios Larentzakis der erste orthodoxe Christ, der an einer Katholisch-Theologischen Fakultät in Österreich - in Innsbruck - ein Theologie-Doktorat erlangte. Der 1942 auf Kreta geborene Larentzakis hatte in Folge (seit 1970) Lehraufträge in orthodoxer und ökumenischer Theologie in Wien, Linz und Graz. 1982 wurde er an der Universität Graz habilitiert, 1983 an der Aristoteles-Universität Thessaloniki zum Doktor der orthodoxen Theologie promoviert und 1987 in Graz zum Universitätsprofessor ernannt und blieb dies 20 Jahre lang bis zu seiner Emeritierung.

Larentzakis war auch wesentlich daran beteiligt, dass die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV2) 1997 in Graz stattfand. Er ist zudem Vize-Vorsitzender der Grazer Sektion von "Pro Oriente", Ehrenmitglied der Stiftung und u.a. auch Mitglied des "Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark". Larentzakis war auch Mitglied verschiedener internationaler ökumenischer Kommissionen und Gremien der "Konferenz Europäischer Kirchen" (CEC). Zuletzt wurde er Ehrendoktor der Universität Thessaloniki.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!



Lesermeinungen

SCHLEGL 15. April 2021: 3. Antwort

Im 9.Jh. bat der Fürst der Bulgaren, Boris,den Papst um lateinische Bischöfe für sein Land.Als diese kamen, begannen sie die Bulgaren munter drauflos zu firmen,obwohl diese bereits von byzantinischen Priestern getauft und dabei gefirmt worden waren.Gleichzeitig hatte der byzantinische Kaiser den rechtmäßigen Patriarchen Ignatios abgesetzt und dem gelehrten Kommandandanten der Leibwache,Photios,zum Patriarchen ernannt. Ignatios appellierte offensichtlich an den Papst Nikolaus I, worauf dieser eine Untersuchungskommission schickte. Am Ende exkommunizierte Nikolaus I den Photios und setzte Ignatios wieder ein. Nach dessen Tod kam Photios erneut an die Macht. Er warf den Lateinern die Sache mit Bulgarien vor, die Verwendung von ungesäuertem Brot (die damals gerade erst aufkam)für die Eucharistie und vieles andere mehr. Nach dem Tod von Papst Nikolaus I folgte Papst Johannes VIII, der aus realpolitischen Gründen Photios akzeptierte. Im Jahre 867 wurde in einem Konzil das Schisma bereinigt.

SCHLEGL 11. April 2021: Labrador

Antwort 2:
Seit dem Fall Konstantinopels (1453) musste der Patriarch unter den Repressalien der Türken leben. Finanziell wurde das Patriarchat von Sultan ausgepresst. Patriarch Jeremias verlangte zum Beispiel für eine BischofsweiheIm polnisch-litauischen Staat 20.000 polnische Gulden und erhob 1595 Moskau zum PATRIARCHAT (das vergessen die Russen sehr gern). Dadurch und durch die Benachteiligung der Orthodoxen im polnisch-litauischen Staat kam es 1595/96 zur Union von Brest-Litovsk,die sich nach dem erneuten Polenteilungen nur in der Westukraine halten konnte unter dem Schutz der Donaumonarchie. Unter den russischen Zaren wurden die Anhänger der Union brutal verfolgt.

SCHLEGL 9. April 2021: @Labrador

Antwort 1
1204 sollten die Venezianer Alexandria aus der Hand der Moslems befreien. Dandalo, der Doge von Venedig, war vor vielen Jahren als Kaufmann in Konstantinopel überfallen und geblendet worden. Ein potentieller Anwärter auf dem Kaiserthron bot den Venezianern Unsummen an Gold, wenn sie im zur Herrschaft verhelfen. Der Papst, der Böses ahnte, bedrohte Dandalo und seine Helfer mit der Exkommunikation für den Fall eines Angriffs auf Konstantinopel. Dieses Schreiben wurde unterschlagen.
Die Venezianer vergewaltigten Nonnen, ermordeten Priester und Mönche,schändeten die Eucharistie und bekleideten ihre Pferde mit den liturgischen Gewändern der Bischöfe und Priester.Die 9m dicken Mauern
der Stadt wurden damals so beschädigt, dass sie bis 1453 niemals mehr die ursprüngliche Stärke erlangten. Das haben die Byzantiner niemals vergessen.

Labrador 9. April 2021: Lieber Msgr Schlegel - Einige Fragen

- was hat denn die Kreuzeitter 1204 veranlasst nach Konstantinopel „abzubiegen“?
- was hat sich den im Patriarchat von Konstantinopel in der Zeit um und kurz vor dem 16 Jhd. abgespielt?
- wie war das denn mit dem Patriarchen Photius und Rom?

Zeitzeuge 9. April 2021: Hochwürden Msgr. Schlegl, 2. Versuch!

vielen, herzlichen Dank für Ihren priesterlichen
Segen und die freundliche Zusage, auch an meinen
Sohn im Hinblick auf die 3. OP beim hl. Meßopfer
zu denken. Diese OP ist zwar noch nicht terminiert, jedoch haben schon erste Voruntersuchungen stattgefunden.

Wir bleiben im Gebet verbunden!


Laudetur Jesus Christus!

SCHLEGL 9. April 2021:

Totus tuus

Nun, das klingt schon ganz anders, als das, was Sie vorher geschrieben haben!
Es geht also um den Briefwechsel zwischen Kardinal Ratzinger und Metropolit Damaskinos,nicht um Briefwechsel zwischen Papst und Patriarch! Und da tauchen genau die von mir verwendeten theologischen Termine auf,z.B. Schwesterkirchen.
Wäre die Einheit zwischen katholischer und orthodoxer Kirche nicht gestört, hätte es vielleicht der Oktoberrevolution gar nicht gegeben, weil die westliche Kirche schon im 19.Jh. sehr stark auf soziale Komponenten geschaut hat (Leo XIII-Enzyklika "Rerum novarum").
Umgekehrt würde es wahrscheinlich Themen wie "Frauenpriestertum", Kommunion mit Protestanten,Willkür in der Liturgie usw. NICHT geben, weil die Bindung an die Mystik und die Kirchenväter in der orthodoxen Kirche viel stärker und ausschlaggebender ist. Ohne die Trennung wäre beiden Kirchen eine Menge erspart geblieben.

SCHLEGL 9. April 2021: Zeitzeuge

2.Versuch

Gerne werde ich bei der Göttlichen Liturgie/heiligen Messe an die bevorstehende Gehirnoperation Ihres Sohnes denken und hoffe, dass nicht etwa aufgrund von Coronamaßnahmen die Operation verschoben werden muss.Gottes Segen! Msgr. Franz Schlegl,Erzpr.

Zeitzeuge 9. April 2021: Liebe(r) Matityahu,

herzlichen Dank Ihnen und allen hier bei kath.net,

die für meinen Sohn und ggfls. eine erfolgreiche

Gehirn-OP beten!

Zeitzeuge 8. April 2021: Hochwürden Msgr. Schlegl,

um nicht unhöflich zu erscheinen, antworte ich

ganz kurz.

Bei diesem Thema werden wir offenbar nicht

konvergieren.

Das bedeutet natürlich kein Zerwürfnis zwischen

uns hier in der kath.net - "Kommuninatät"!

Wie schon seit längerer Zeit werde ich bei

meinem Gebet auch für Sie um zufriedenstellende

Gesundheit und "ad multos Annos" bitten.

Es wäre schön, wenn Sie auch für die Gesundheit

eines meiner Söhne beten würden, der wohl in

absehbarer Zeit sich einer dritten OP am offenen

Gehirn unterziehen lassen will, herzlichen Dank!

SCHLEGL 8. April 2021: @Zeitzeuge

Es ist schön, wenn Sie vor einiger Zeit "Ihre Meinung" über die "sogenannte Orthodoxe Kirche", wie Sie sagen,hier kundgetan haben.
Schon Johannes XXIII, Paul VI, Johannes Paul II und Benedikt XVI haben sich Ihrer Meinung offensichtlich nicht angeschlossen, sondern den Dialog gesucht.
Gerade meine griechisch katholische Kirche geriet dabei auch schmerzhaft zwischen alle Stühle.
In unserer Kirche St. Barbara in Wien haben wir als Reliquie den bischöflichen Ornat des hl. Josafat in einem Schaukasten aufbewahrt!
Es waren aufgehetzte Kosaken, die ihn 1623 ermordet haben.
Nicht alle Orthodoxen waren Handlanger des Sowjetsystems, besonders in der Zeit Lenins sind vielen orthodoxe Bischöfe und Priester als Märtyrer gestorben, unter Stalin waren es dann 16 ukrainische Bischöfe und Hunderte Priester der griechisch katholischen Kirche.
Patriarch Bartholomaios hat unseren Patriarchen Svjatoslav nach dessen Wahl zu sich eingeladen, eine GROSSARTIGE, EINMALIGE Geste.

Totus Tuus 8. April 2021: Zitat Papst Benedikt, so meinte ich das.

Es gibt also eine einzige Kirche Christi, die in der katholischen Kirche subsistiert und vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird. Die Kirchen, die zwar nicht in vollkommener Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber durch engste Bande, wie die apostolische Sukzession und die gültige Eucharistie, mit ihr verbunden bleiben, sind echte Teilkirchen. Deshalb ist die Kirche Christi auch in diesen Kirchen gegenwärtig und wirksam, obwohl ihnen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche fehlt, insofern sie die katholische Lehre vom Primat nicht annehmen, den der Bischof von Rom nach Gottes Willen objektiv innehat und über die ganze Kirche ausübt.

Totus Tuus 8. April 2021: [email protected] Msgr Schlegl

Aus dem Brief von Papst Benedikt: In der Nota der Glaubenskongregation über die Schwesterkirchen wird Folgendes erläutert: »Im eigentlichen Sinn sind Schwesterkirchen ausschließlich Teilkirchen (oder Teilkirchenverbände, wie etwa Patriarchate oder Kirchenprovinzen) untereinander. Es muß immer klar bleiben, auch wenn der Ausdruck Schwesterkirchen in diesem richtigen Sinn verwendet wird, daß die universale, eine, heilige, katholische und apostolische Kirche nicht Schwester, sondern Mutter aller Teilkirchen ist.« (§ 10).

www.mscperu.org/deutsch/kirche/briefwechsel.htm

Richelius 8. April 2021: @ totus tuus

Die Päpste stehen sehr wohl über dem Kirchenrecht, aber nicht über dem göttlichen Recht.
Außerdem ist nicht so klar, wie eine Unterordnung gelebt werden soll. Gerade der Iurisdiktionsprimat macht dabei Schwierigkeiten. Hier ist es wirklich schwierig. Man darf z.B. nicht vergessen, daß der Primat hier nur den Papst betrifft, nicht aber die Kurie...

SCHLEGL 8. April 2021: Totus Tuus

2.Versuch

Da haben Sie aber Benedikt XVI missverstanden.In "Dominus Jesus" hat Benedikt davon gesprochen, dass man nur jene kirchlichen Gemeinschaften als KIRCHEN bezeichnen dürfe,die die apostolische Sukzession besitzen. Das sind neben der katholischen Kirche eben die Orthodoxen und Altorientalen. Daher bezeichnet sie Benedikt als KIRCHEN.
Proteste dagegen gab es von den Gemeinschaften der Reformation, nicht von Konstantinopel. Natürlich ist, wie das 2. Vat. lehrt, die wahre Kirche Christi in der kath. Kirche verwirklicht.
Gerade als Priester der ukr. griech. kath. Kirche lese ich natürlich auch die Reaktionen der verschiedenen orthodoxen Autoritäten auf diverse römische Dokumente.Vielleicht suchen Sie einmal den Dialog und lesen nochmals nach.
Benedikt kann das gegenüber dem Patriarchen niemals SO gesagt haben, weil die orthodoxe Kirche sich wörtlich "Orthodoxos katholike ecclesia tes Anatoles= orthodox katholische Kirche des Ostens" nennt.

Zeitzeuge 8. April 2021: Ökumenismus ohne Wahrheit wäre Ideologie - keine Einheit ohne Wahrheit;

über die sogenannte "Orthodoxe" Kirche habe ich

vor einiger Zeit bereits meine Meinung hier

kundgetan, so daß ich diese Diskussion nicht

weiter verfolgen möchte.

Im Link anstelle eines eigenen Kommentars das

Meßformular der Gedenkmesse für den heiligen

Bischof Josaphat, einen Märtyrer der Union mit

Rom. Oremus!

www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz.php?file=proprium%2FNovember12.htm

laudeturJC 8. April 2021: Dem derzeitigen Stellvertreter

Christi erscheinen offenbar eine Verständigung mit dem kommunistischen Regime in China sowie mit UNO und EU und sonst. politische Dinge wichtiger als theolog. Gespräche mit den Orthodoxen. Es ist auch fraglich, ob die orthodoxen Würdenträger mit der kath Kirche im jetzigen Zustand der Auflösung überhaupt enger verbunden sein möchten...siehe erfreuliche orthodoxe Wortmeldungen zur Homohäresie.

laudeturJC 8. April 2021: Dem derzeitigen Stellverreter

Totus Tuus 8. April 2021: @Msgr. Schlegl

Bevor sie mir was unterstellen, ich kenne klar die Aussagen meines Liebling Papste, der die Orthodoxie als 2. Lunge bezeichnete. Aber als Kenner der Ostkirche werden sie ja sicherlich wissen, wie Empört die Orthodoxie über das Dokument DOMINUS JESUS reagiert hat, und vielleicht kennen sie auch den Dialog von Papst Benedikt mit dem Patriarchen weil in diesem Dokument Papst Benedikt klar sagte: die wahre Kirche Christi ist die Katholische. Und er vermied den Begriff Schwesterkirche... Leider finde ich jetzt nicht gerade den Dialog, aber Papst Benedikt erklärte das dort schön. Und im Kirchenrecht heisst es:Can 751 "Schisma nennt man die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche". Also muss man sich dem Papst unterordnen, den die Päpste stehen auch nicht über dem Kirchenrecht.

SCHLEGL 8. April 2021: @Totus Tuus

Jetzt sind Sie päpstlicher als der Papst! Benedikt XVI hat mehrmals ausdrücklich gesagt, es könne von den Orientalen NICHT MEHR verlangt werden, als im 1. Jahrtausend verbindlich war. Deshalb unterschied er auch zwischen den 7 großen ökumenischen Konzilien und den späteren päpstlichen Generalkonzilen des Mittelalters und den großen Konzilen der Neuzeit!
Die orthodoxe Kirche glaubt sehr wohl an die Freiheit der Gottesmutter von der Erbschuld und ihre Aufnahme in den Himmel, allerdings nicht aufgrund der päpstlichen Dogmen, sondern der Lehren der Kirchenväter, die sowohl 1854, als auch 1950 von Pius IX/Pius XII. zitiert worden sind.
Johannes Paul II (Heiliger!) spricht oft von 2 Schwesterkirchen. Wenn Sie den Orthodoxen das "Kirche- sein" absprechen, haben sie die katholische Lehre verlassen, welche die Sakramente der Orthodoxen IMMER anerkannt hat! Vielleicht können Sie das irgendwo nachlesen!

Totus Tuus 8. April 2021: Es gibt nur eine wahr Kirche, dort wo Petrus ist, dort ist die Kirche Christi

Die Orthodoxen, müssten den Papst als Obersten Hirten akzeptieren. Leider ist die Orthodoxe Kirche zu Nationalkirchen geworden was dem Auftrag Jesus klar widerspricht. Ebenfalls leugnen sie katholische Dogmen, wie die Unbefleckte Empfängnis z.B. Ebenfalls verehren sie z.B. den Hl. Josef gar nicht gross. Einen Padron brauche eine Kirche nicht. Die Orthodoxie hat viele sehr viele Gemeinsamkeiten ABER damit sie zur ganzen Wahrheit gelangen können, müssen Sie die katholische Wahrheit annehmen, inkl. Dogmen und Papst.

SCHLEGL 8. April 2021: @Richelius

Die von Ihnen genannten Begriffe, substantia,physis,ousia, waren eher Probleme mit den Altorientalen (Assyrer, Kopten, Äthiopier, Westsyrer, Armenier. Leider gab es aber auch in Konstantinopel zuweilen gewisse Schwankungen.
Dafür haben die Lateiner das "filioque" ins Nicäno-Konstantinopolitanum eingefügt und so einen Text eines gemeinsamen Konzils verändert. Zurzeit Kaiser Karls d.Gr. († 814) wurde das Credo noch OHNE filioque gebetet. Gott sei Dank hat Papst Pius XII angeordnet, dass in den liturgischen Büchern der Griechisch Katholischen das filioque in Klammern zu setzen und nicht vorgeschrieben ist!
Richtig, was Sie zur Einladung zu V II gesagt haben, zum I.Vat. wurde der Patriarch von Konstantinopel eingeladen, aber durch die Dummheit eines vatikanischen Mitarbeiters wurde der Text des Briefes vorab in Zeitungen abgedruckt, weshalb der Patriarch die Annahme des Briefes verweigert hat,weil er keine Briefe öffnen würde, deren Inhalt er bereits aus der Zeitung kennt.

laudeturJC 8. April 2021: Interessante Betrachtungsweise

die aber auch Fragen aufwirft. Wenn eine Bruderschaft das glaubt und lehrt, was die kath. Kirche immer tat, in jeder Hl. Messe und darüberhinaus für Papst und Ortsbischof betet, den Papst als Oberhaupt und Stellvertreter Christi anerkennt etc. - was die Orthodoxen nicht tun - warum wird diese dann als schismatisch beschimpft?

Rolando 8. April 2021: Ursache der Trennungen, Spaltungen

Es geht immer um das Fehlverhalten, um die Fehler von Menschen. Dann hakts an der Vergebung. Jesus gab uns die Mittel, um keine Spaltung zu provozieren, das schauen auf ihn und die Vergebung. Dann braucht’s nicht mehr der Worte, „der hat das gesagt, gemacht, deshalb..... .

laudeturJC 8. April 2021: Interessante Bezrachtungsweise bbc x

ein

Richelius 8. April 2021: @ Schlegl

Ich würde nicht ganz zustimmen. Die Probleme reichen weiter zurück. Im 4. Jahrhundert gab es schon Verständigungsprobleme (substantia, physis, ousia...).
Auf der anderen Seite ist das 2. Vaticanum das erste Konzil, zu dem die Orthodoxen nicht mit Sitz und Stimme eingeladen wurden. (Wie es mit den Orientalen aussieht, weiß ich nicht.)
Nach der Theologie Card. Bellarmins müssen sogar alle Patriachen der Pentarchie eingeladen werden, damit ein Konzil gültig ist.

SCHLEGL 8. April 2021: Ein langsamer Prozess

Als Theologiestudent habe ich die Vorlesungen von Professor Larentzakis von 1971-74 gehört. Schon damals erklärte er uns die These, dass der Prozess der Entfremdung zwischen West-und Ostkirche im 9.Jh. begonnen hat (Patriarch Photios gegen Papst Nikolaus I) und mit dem Konzil von Trient (1563) endete. Traurige Stationen waren 1054, der verbrecherische Übergriff der Venezianer auf Konstantinopel 1204) und das Scheitern des Unionskonzils von Ferrara Florenz 1439.
Auch der Nachfolger von Professor Larentzakis, Professor Ernst Christoph Suttner, Priester aus Niederaltaich,hat darauf hingewiesen, dass katholische Priester bis in die Zeit des Tridentinums von orthodoxen Bischöfen als Seelsorger eingesetzt wurden, ja sogar von ihnen die Bischofsweihe empfangen haben, was auch der Westen anerkannt hat. Das heutige Problem (siehe Kommentar unten von Moskau/EB. Hilarion zum Ostertermin) ist das Patriarchat von Moskau, dass wegen der Ukraine ein Schisma mit Konstantinopel herbeiführte.

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz