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US-Kirchenrechtler Peters: „Tritt Kardinal Marx auch vom Abstimmungsrecht im Konklave zurück?“

6. Juni 2021 in Aktuelles, 13 Lesermeinungen
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Renommierter Kirchenrechtsprofessor fragt, ob Kardinal Marx gegebenenfalls auch von „allen Vergünstigungen und Vorteilen“ zurücktreten wird, die die Kirche Ex-Prälaten erweist.


München (kath.net/pl) „Wird Kardinal Marx auch auf von allen Vergünstigungen und Vorteile, die die Kirche Ex-Prälaten gezeigt hat, zurücktreten – einschließlich seines Abstimmungsrechts in einem Konklave? Oder wäscht er sich nur die Hände, um seine Rolle bei der Reparatur des Schadens, den er mit angerichtet hat, zu richten [Anm.d.Ü.: kleinzuhalten]? „Resignation“ bedeutet für die meisten von uns eine Sache, aber für jene etwas anderes.“ Das fragt der renommierte US-amerikanische Kirchenrechtsprofessor Edward N. Peters auf seinem Twitterauftritt in Zusammenhang mit dem Amtsverszichts-Angebot des Münchner Kardinal Reinhard Marx an Papst Franziskus. Peters, der sich privat auf seinem Twitterauftritt äußert, ist in offizieller Funktion nicht nur Professor für Kirchenrecht am Sacred Heart Priesterseminar der Erzdiözese Detroit, sondern auch Referendar der Apostolischen Signatur des Vatikans.


Unter dem Tweet gab es Reaktionen einiger gut informierter Katholiken. Mark Brumley, Verlagsleiter der „Ignatius Press“, einem der weltweit führenden katholischen Verlage, notiert: „Es sieht danach aus, dass er im Kardinalsrat usw. bleiben möchte und anscheinend nur aus der Verantwortung für das Erzbistum heraus will.“

Jemand schrieb: „Ich traue Marx überhaupt nicht. Wenn Papst Franziskus seinen Rücktritt nicht annimmt, wird er die Botschaft an die Gläubigen der Kirche senden, dass sein Schweigen bis zu diesem Punkt [der Frage der] ketzerischen Segnungen gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Deutschland ... Zustimmung ist.“

Foto: Archivbild


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Lesermeinungen

greti 7. Juni 2021: Nun - das ist doch eine Ankündigung

fürs "Hochstolpern". Pro forma schreiben wir einen Brief, damit es jeder lesen kann, besonders die Katholiken.


Abgekartet?

Dann stellt sich die nächste Frage: Wer darf für Ihn gehen, wer muß für Marx seinen Platz räumen?

Rita1937 6. Juni 2021:

Am besten wäre es für ihn als auch für die Kirche, wenn er ganz verschwinden hätte. Die Kirche wäre einen falschen und schrägen Typ los. Alle die ihn befördert haben, sollten Busse tun. Der beste Witz ist seine Behauptung, er wollte auch die Frage des Machtmissbrauchs in der Kirche bekämpfen. Ausgerechnet er, der Machtmensch schlechthin... Er war so widersprüchlich in sich und verlogen, dass man staunen kann bei einem Priester. Er hat sich gut als Kirchen- und Evangeliumtreu verkaufen können und vorallem die Päpste und viele Bischöfe ihm es geglaubt haben und seiner Robustheit es zugeschrieben. Doch der Geist Gottes war nicht im Wind und Sturm. Was perfid von ihm war, dass er auch bereit war einige Unschuldige schuldig zu machen, um selbst als Ordnungsmacher gut da zu stehen...

Aschermittwoch 6. Juni 2021: Der Zauberlehrling

Wir sind keine Filiale Roms...Lieber Heiliger Vater, ich bitte um Entlassung....
Wo ist da die Logik?
So etwas nennt man Selbtsentlarfung. Zauberlehrling!

wedlerg 6. Juni 2021: Das Rücktrittsschreiben von Marx

ist ein taktisches Meisterwerk:

1. Keine persönliche Reue über Verfehlungen.
2. Schuld ist Schuld der Struktur/Institution "von uns allen"/ der ewig gestrigen
3. Der synodale Weg ist die einzige Rettung - aber die ewig gstrigen blockieren ihn: "toter Punkt"
4. Er möchte nichts als evangelisieren, wie der Hl. Vater es angemahnt hat.


IM Klartext: Marx hält den Kopf hin für die ewig gestrigen, hat selber nichts falsches getan. MArx tut alles, was PApst Franziskus anstrebt - die anderen behindern ihn. Musterschüler Marx will - wie Frau Giffey - eine Stufe nach oben treten: Ganz vorne auf dem synodalen Weg der Weltkirche.

Es gab selten mehr Hauchelei. Denn MArx war derjenige, der die Evangelisierung in D blockiert hat und der synodale weg ist das Mittel, die Evagelisierung in D zu verhindern. MAl schauen, iob Rom das durchschaut, oder ob Papst F. dem Honig um seinem MAul erliegt.

martin fohl 6. Juni 2021: Es ist sicherlich

ein Rücktritt von allen Ämtern und Würden bei Kardinal Marx. Dazu gehört auch die Aufgabe des Kardinalsamtes einschließlich dem Wahlrecht im Konklave. Ansonsten wäre das Rücktrittsgesuch eine Farce und unredlich.
Mein Eindruck ist es, das Kardinal Marx wirklich nur eine Seelsorgestelle möchte, wie er andeutet. Ihm jetzt anderes zu unterstelle wäre ebenso unredlich. Er signalisiert doch eindeutige diesen Anforderungen nicht gewachsen zu sein.
Eine Vertuschung eigener Fehler, also ein rein taktisches Manöver, würde einen noch größeren Schaden als bisher schon entstanden anrichten ... Dies wäre auch der Fall, wenn er mit diesem Gesuch kirchenpolitische Einflussnahme auf den synodalen Weg betreiben würde.

Herbstlicht 6. Juni 2021: opportun?

Vielleicht tue ich Kardinal Marx ja Unrecht, aber ich habe tatsächlich nicht viel Vertrauen in die unumschränkte Aufrichtigkeit seiner Entscheidung, zurücktreten zu wollen.
Ich fürchte, es ist viel Kalkül und Strategie mit im Spiel.

Mir ist durchaus bewusst, dass man nicht ständig begangene Fehler anderer hervorkramen sollte, da man sich ja selbst genug eigene vorzuwerfen hat - aber sein Verhalten in Jerusalem vor einigen Jahren (2016), als er sein Bischofskreuz abnahm, hat mein Vertrauen in ihn stark erschüttert.
Damals erschien Kardinal Marx die Kreuzabnahme opportun.
Welches Verhalten erscheint ihm heute günstig und vorteilhaft?

girsberg74 6. Juni 2021: Marx auf dem Weg zum großen Zampano?

Er hat einen Machtanspruch formuliert,indem er alle anderen Bischöfe aufforderte, es ihm gleich zu tun.

Das gäbe ihm Verhandlungsmasse gegenüber Rom für seine "Straßenführung".

Johannpeter 6. Juni 2021: Kardinal Marx, ein Chamäleon in der Kirche.

Kardinal Marx ist sehr wandlungsfähig. Er ist ein starker Taktiker, karriere- und machtbewusst. er liess sich von Kardinal Meisner fördern, solange es ihm nützlich war, danach brach er mit ihm. Ob jetzt sein Brief und der angebotene Rücktritt als Erzbischof von München, nur eine zielgerichtete Taktik ist, wird sich zukünftig erweisen. Er ist politisch und machtbewusst.Es kommt auf Papst Franziskus an, auf dessen Entscheidung wir nun alle mit Spannung warten!

Seeker2000 6. Juni 2021: Sehr gute Frage!

Die Antwort - vorallem im tatsächlichen Tun, nicht nur in Worten - darauf zeigt die wahre Haltung von Marx.

So wie KM sich gibt, würde er gerne das Problem Missbrauch hinter sich lassen und aus "zweiter Reihe" einflussreich in allen anderen bisherigen Bereihen (gerne auch noch mehr) mitregieren wollen.

Wenn Rücktritt, dann konsequent und von allem: allen Ämtern, allen Vorzügen, allen Rechten, allem Ansehen, allen Privilegien. Einfach "nur" noch priesterlichen Dienst tun.

Ich glaube nicht, dass das KM´s Vorstellung ist.

serafina 6. Juni 2021: Kardinal Marx ist ein Machtmensch

und gibt sicherlich nicht kampflos auf.
"Plan B" dürfte bereits in der Schublade liegen.

Philipp Neri 6. Juni 2021: Die Frage ist durchaus berechtigt!

dalet 6. Juni 2021: Klare Sache

Erzbischof Marx hat den Papst gebeten, sein Rücktrittsgesuch als Erzbischof von München-Freising zu akzeptieren. Er hat ihn nicht gebeten, seinen Rücktritt als Kardinal zu akzeptieren.

Ergo möchte er von seinem Leitungsamt in der Diözese und in der Metropolie zurücktreten. Sein Wahlrecht im Konklave und seine Mitarbeit im Kardinalsrat bleiben unberührt, es sein denn, der Papst würde Entsprechendes verfügen.

Chris2 6. Juni 2021: Höhere Weihen?

Wie hier schon jemand mutmaßte, möchte sich Marx dadurch vielleicht nicht nur aus der Schusslinie bringen (so wie er damals unmittelbar vor einem Schuss vor den Bug durch den Papst als Vorsitzender der Bischofskonferenz zurücktrat und den synodalen Scherbenhaufen Anderen überließ), sondern, er könnte sogar auf höhere Ämter in Rom schielen, wenn nicht gar auf das nächste Konklave. Seine Wandlungsfähigkeit je nach Papst deutet jedenfalls auf ein gewisse Portion Karrierismus bzw. Opportunismus hin, nicht gerade die idealen Voraussetzungen für ein Hirtenamt...

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