kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Nordamerikanisches Priesterseminar in Rom streicht Messen im alten Ritus

7. September 2021 in Weltkirche, 27 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


Rektor Harman beruft sich auf ‚Traditionis custodes’. Auch die Ausbildung in der Zelebration des alten Ritus wird eingestellt.


Rom (kath.net/LifeSiteNews/jg)

Der Rektor des Päpstlichen North American College in Rom hat alle Feiern der tridentinischen Messe untersagt. Auch die Ausbildung der Priesteramtskandidaten des nordamerikanischen Seminars in der Zelebration des alten Ritus wird eingestellt. Rektor Peter Harman gab dies in einer Stellungnahme vom 31. August bekannt. Er berief sich dabei auf das Motu proprio „Traditionis custodes“ von Papst Franziskus.


Seit Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 „Summorum Pontificum“ veröffentlicht habe, habe das North American College die Unterweisung in der Feier der außerordentlichen Form des Römischen Messritus begonnen und auch die entsprechenden liturgischen Utensilien zur Verfügung gestellt, schrieb Harman einleitend. An Samstagen sei regelmäßig eine heilige Messe im Alten Ritus gefeiert worden.

Im Lichte von „Traditionis custodes“ wird diese Praxis beendet. Papst Franziskus hat den neuen Ritus als „einzige Ausdrucksform der Lex Orandi des Römischen Ritus“ bezeichnet. (Art. 1) Das North American College wolle mit den Wünschen des Papstes konform gehen. Deshalb werde die Ausbildung in der „außerordentlichen Form“ eingestellt und die Messen nur mehr im neuen Ritus gefeiert.

Das Päpstliche North American College ist ein Priesterseminar der Bischöfe Nordamerikas. Es wurde 1859 gegründet.

 

Foto: Symbolbild

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!



Lesermeinungen

guemos 13. September 2021: Schismatikermesse I.

Da und sich ein gewisser Gymnasialprofessor (=Anachronismus: Ein Professor lehrt an der Hochschule nicht im Gymnasium) immer wieder negativ zur, kürzlich von P. Franziskus verbotenen „Forma Extraordinata“ äußert und gerne Nebenkriegsschauplätze eröffnet. Auf diesem, für seine Kontrahenten fremden Terrain, pflegt er diese dann „fertig zu machen“.
Deshalb sollte man sich doch einmal eingehender mit dem von jenem so hochgeschätzten „Byzantinischen Ritus“ beschäftigen. Dabei handelt es sich immerhin um den Ritus des sog. „Großen Schisma“ im Jahre 1054. Der Messe von Schismatikern also, die allerdings in der RK Kirche geduldet wird, wie viele andere Riten auch! Dabei gibt es auch in jener Schismatikermesse aus Sicht eines, im NO sozialisierten Katholiken viel Fragwürdiges:
Laien dürfen den Leib des Herrn, bis zur Kommunionausteilung weder sehen noch berühren! Handkommunion? Undenkbar!
In Kirchen des byz. Ritus sind der Hochchor und damit die Handlungen des Priesters gar durch eine reich

guemos 13. September 2021: Schismatikermesse II.

verzierte Wand den Blicken der Gläubigen entzogen. Welch eine Herabsetzung des Laien!
Die, gerade für vom NO geprägten Katholiken geradezu obszöne Art der Ikonenverehrung uvm.
Ich selbst schätze den byz. Ritus sehr, bin sogar seit fast zwanzig Jahren Sänger in einem byz. Chor und darf alle vier Wochen an einer Messe dieser Art teilnehmen!
Deshalb meine ich: Jeder organisch gewachsene Ritus des Einen Geheimnisses hat seinen ganz bestimmten Wert und muss erhalten werden. So auch, und ganz bestimmt die Hl. Messe in der „Forma Extraordinata“ Und es steht auch einem Gymnasial“professor“ nicht zu, diesen Wert zu schmälern!

SCHLEGL 9. September 2021: @lakota 2.Versuch

Nachdem Sie hier schon lange mitlesen/mitschreiben,werden Sie doch bemerkt haben, dass ich immer wieder darauf hinweise, dass der "ordentliche Ritus" auch ORDENTLICH, das heißt gemäß dem Messbuch zelebriert werden muss! Liturgie ist immer die Feier der GESAMTEN WELTKIRCHE in verschiedenen Sprachen. Ich habe mir schon in den ersten Dienstjahren als junger Priester bei der Dekanatskonferenz den Mund verbrannt, wenn ich auf unerträgliche Eigenmächtigkeiten einer Pfarre des Dekanates hingewiesen habe. Geschützt hat mich die Tatsache, dass nur ich Gymnasialprofessor war,mein Diplomfach Liturgiewissenschaft/Sakramententheologie und ich schon die Erlaubnis Roms zur Zelebration des byzantinischen Ritus für die Ukrainer hatte. So leicht konnte mir niemand etwas vormachen! Die Gläubigen haben das Recht eine ordentliche Zelebration einzufordern, wenn es nicht anders geht, dann über den Gottesdienst Kongregation in Rom.

SCHLEGL 9. September 2021: @lakota

Nachdem Sie hier schon lange mitlesen/mitschreiben,werden Sie doch bemerkt haben, dass ich immer wieder darauf hinweise, dass der "ordentliche Ritus" auch ORDENTLICH, das heißt gemäß dem Messbuch zelebriert werden muss! Liturgie ist immer die Feier der GESAMTEN WELTKIRCHE in verschiedenen Sprachen. Ich habe mir schon in den ersten Dienstjahren als junger Priester bei der Dekanatskonferenz den Mund verbrannt, wenn ich auf unerträgliche Eigenmächtigkeiten einer Pfarre des Dekanates hingewiesen habe. Geschützt hat mich die Tatsache, dass nur ich Gymnasialprofessor war,mein Diplomfach Liturgiewissenschaft/Sakramententheologie und ich schon die Erlaubnis Roms zur Zelebration des byzantinischen Ritus für die Ukrainer hatte. So leicht konnte mir niemand etwas vormachen! Die Gläubigen haben das Recht eine ordentliche Zelebration einzufordern, wenn es nicht anders geht, dann über den Gottesdienst Kongregation in Rom.

Diadochus 9. September 2021: Fachwissen

Für das Verstehen der Liturgie gehört vor allem ein liebendes Herz für den Herrn. Wessen Herz voller Liebe ist, versteht die "Kanonstille". Dem Rektor des Päpstlichen North American College in Rom spreche ich diese Liebe ab. Er hat nicht verstanden.

lakota 8. September 2021: @Schlegl - Nachtrag

"Zur theologischen Diskussion gehört Fachwissen und Kenntnis der Geschichte.."

Das haben Sie reichlich, da gebe ich Ihnen eine glatte Eins -
aber ich würde sehr gerne einmal Ihre persönliche Meinung zu den aktuellen Berichten hier hören, nicht immer nur Kirchengeschichte.

lakota 8. September 2021: @Schlegl

Werter Monsignore,
Ihr Fachwissen erkenne ich an, da macht Ihnen so schnell niemand etwas vor.

Wenn aber jemand wie @hape über die Kirche von JETZT spricht, den Zustand von HEUTE, der alles andere als gut ist und dann sagt "Die echte Kirche erleben Sie in der Kanonstille"...
sollten Sie eigentlich verstehen, wie er das meint.

Um den Novus Ordo mit der "Alten Liturgie" zu vergleichen, muß man keine Ahnung von Liturgiegeschichte haben - man muß die beiden nur anschauen.

Wenn Sie dann wieder Seitenhiebe austeilen:
"Diese Ahnungslosigkeit ersetzen Sie durch Ideologie, von welcher Splittergruppe wohl?"
brauchen Sie sich über Rote Daumen nicht wundern.

SCHLEGL 8. September 2021: Liebe 2 Daumen runter

Argumente haben Sie offenbar keine? Von Liturgiegeschichte haben Sie offenbar auch keinerlei Ahnung. Diese Ahnungslosigkeit ersetzen Sie durch Ideologie, von welcher Splittergruppe wohl? Leicht zu erraten!
Zur theologischen Diskussion gehört Fachwissen und Kenntnis der Geschichte, wo das fehlt gibt es den Absturz in destruktive modernistische Subjektivismen der Liturgie, beziehungsweise in einen geschichtslosen Konservativismus, der besonders die Zeit seit dem Tridentinum verabsolutiert. Beides ist falsch und schädlich! Ich erwarte Ihre Argumente.

lakota 8. September 2021: @hape

Ganz herzlichen Dank für den Link zu Kpl.Schwarz!
Seine Stellungnahme ist so klar und wahr, das tut einfach gut.

Apropos Kanonstille - vielleicht hätten Sie sagen sollen:
"Die echte Kirche erleben Sie HEUTE in der Kanonstille."
Denn HEUTE im Novus Ordo ist so viel Unruhe, daß man nicht einmal nach der Kommunion ein stilles Gebet sprechen kann, da spielt entweder die Orgel, es wird gesungen oder irgendjemand trägt am Ambo einen "erhabenen" Text vor.

SCHLEGL 8. September 2021: @ hape

IHR ZITAT: " Die echte Kirche erleben Sie in der Kanonstille." ENDE
Dann konnte die "echte Kirche" 8 Jh lang NICHT erlebt werden! Ich habe einen Auszug aus dem röm. Messbuch VII.Jh. in dem es heißt,der "Apostolische Herr" = der Papst, würde den Kanon mit VERNEHMLICHER Stimme vortragen. Nicht nur das,das Eucharistische Hochgebet wurde auch von Zelebranten GESUNGEN! Im ältesten Ritus der Kirche, dem SYRISCHEN Ritus, haben Sie das bis heute,ganz gleich ob syrisch orth.,oder syrisch kath. (Malabaren).
Eine griech. Legende berichtet,dass drei Hirten vom Blitz erschlagen wurden,weil sie es gewagt hätten, auf dem Feld die "Anaphora = den Kanon" zu singen!
Die griech. kath. Araber (Melkiten) haben in den letzten 30 Jahren ebenfalls begonnen das Hochgebet laut zu singen!
Die Stillmessen waren das Ergebnis massenhafter Priesterweihen der Mönche, die einander bei der Messe nicht stören sollten! Zurzeit Karls d. Gr.(† 814)war das päpstliche Pontifikalamt die NORM!

Chris2 8. September 2021: @Savanorola

Ja, aber der Ritus von 1970 war kein organisches Wachstum, sondern ein Streichkonzert auf dem Reißbrett. Im Deutschland ist der Messbesuch seit 1950 von über 50% auf unter 10% kollabiert, am Stärksten kurz nach dem jüngsten Konzil und nach der Einführung der "Neuen Messe" ("Novus Ordo Missae") (sic!). Und anderswo blüht die Kirche nicht wegen, sondern trotz der Messe light, teilweise ist dies auch eine Scheinblüte (vgl. die "katholischen" Kreise, in denen die Pachamama und andere heidnische Gottheiten mit dem Gesicht auf dem Boden verehrt werden). Daher wird die neue Messe auch keinen Bestand haben.

723Mac 7. September 2021: auch laut Motu Proptrio Summorum Pontificium von Papa Benedetto

darf die Ausbildung in der alten Form bzw die Pflege der alten liturgischen Form in einem Priesterseminar ausschließlich unter der Genehmigung des zuständigen Ortsbischofs erfolgen (hier ist ohne Frage der Zuständigkeit für North American College; eines amerikansichen Ortsbischofs? der amerikanischen Bischofskonferenz? des Bischofs von Rom?)
Falls so eine Genehmigung fehlt bzw. zurückgenommen wurde, dann darf die alte liturgische Form in North American College nicht gepflegt, die Ausbildung in beiden liturgischen Formen nicht angeboten werden so wenigstens Konsequenz der Regelungen in Motu Proptrio Summorum Pontificium
Bedauerlich kein deutschen Bischof_Ordinarius hat die Ausbildung in beiden liturg Formen des RR in ihm unterliegenden Priesterseminar eingeführt(es weder Kompetenz eines Rektors eines Priesterseminars noch der Rektorenkonferenz), damit bleiben die Priesterberufungen der in beiden liturgischen Formen beheimateten Kandidtaten von der deutschen Amtskirche nicht angesprochen

ThomasR 7. September 2021: @ antonius bacci

Ohne alte Messe in jeder Pfarre wird es auf jeden Fall viel weniger Geld in der Kirche geben -Massenaustritte betreffen zu 99,99 Prozent die Glaubigen die in novus ordo aufgewschsen sind bzw beheimatet waren
. Beide Liturgischen Formen zu pflegen ist eine der wenigen Alternativen zum Untergang des Glaunens und Saekularisieriung des Kultes

Modesty 7. September 2021: Gerade für die US-amerikanischen Christen tut mir dies unendlich leid,

denn dort kam die TLM ja in den Jahren nach Papst Benedikts MP zu besonderer Blüte unter den jungen Menschen. Wenn dieses römische Priesterseminar der US-amerikanischen Bischofskonferenz untersteht, dann bedeutet dies wohl, dass es auch dort eine Mehrheit gegen die Tradition gibt.
Persönlich kann ich für mich sagen, dass ich selbst der traditionellen Messe meine Bekehrung verdanke. Ich war Atheistin. Einer Freundin zuliebe bin ich, weil sie für mich unablässig betete, im Jahr 2012 mitgekommen, als sie mich sonntags in die überlieferte Messe einlud. Es ist ein Geschenk gewesen, denn mit dem Herzen verstand ich sofort, dass sich dort Grundlegendes vollzog. Ich bin dafür unendlich dankbar und leide unter diesem Kampf gegen die Messe, die von Generationen als heilig angesehen wurde.

Antonius Bacci 7. September 2021: @synodalis

Zumindest im Vergleich zu Benedikt merkt man den Unterschied deutlich. Papst Franziskus ist zwar kein bedeutender Theologe, empfindsamer Liturge oder ein irgendwie feinsinniger Mensch, aber jemand, der in seinen Tätigkeiten im Jesuitenorden gelernt hat, sich und seine Politik durchzusetzen. Das ist ein Faktum, das Sie nicht zuletzt an seiner Personalpolitik ablesen können. Da ist er viel geschickter als Benedikt, dem als Wissenschaftler diese Dinge nicht so lagen. Johannes Paul II. war durchsetzungsfähiger. Derartige Beobachtungen sind nun nicht stillos, sondern entsprechen der Realität.

anjali 7. September 2021: @Savonarola

Aber die neue Messen haben eher Liturgischen Wildwachs.

Savanorola 7. September 2021: @chris2

Könnte es nicht auch sein, dass die Liturgie nicht nur 1600 Jahre gewachsen ist, sondern wächst und weiterwachsen wird?

synodalis 7. September 2021: @Antonius Bacci

Richtig! Alles eine Frage von Macht. Aber ging es nicht von jeher in der Kirche um Geld und Macht! Ein Rückblick in die Geschichte macht es allzu deutlich. Papst Franziskus als Beispiel für "exzessive Machtpolitik" darzustellen ist schlicht und einfach stillos. Da gäbe es aus der Vergangenheit ganz andere Beispiele, vor allem vor der Zeit von Papst Franziskus.

hape 7. September 2021: Werter @Antonius Bacci

Warum so pessimistisch? In der Kirche geht es um die Liebe, um die göttliche Liebe, um die Hl. Dreifaltigkeit. Nicht um Macht und Geld. Das gibt es zwar auch in der Kirche und die Schreckensnachrichten wollen nicht abreißen. Aber sie spiegeln letztlich doch nur ein verweltlichtes Zerrbild von der Kirche, von dem wir uns nicht blenden lassen dürfen. Die echte Kirche erleben Sie in der Kanonstille. Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese drei … usw. Das ist die wahre Kirche! Und glauben Sie mir, diese Kirche ist quicklebendig!

edih 7. September 2021: Eine Bankrotterklärung

Antonius Bacci 7. September 2021: Man weiß nicht ...

... was da alles hinter den Kulissen gelaufen ist. Da wird mit allen Bandagen gekämpft, um den vetus ordo zu eliminieren. Sehr traurig, zumal heute in der Liturgie jeder Unsinn gemacht und toleriert wird. Alles eine Frage von Macht, und da sitzt die gegnerische Partei derzeit am längern Hebel. Es ist wie in der Antike: Der bessere Kontakt zum Kaiser kann dogmatische Streitigkeiten entscheiden bzw. in eine bestimmte Richtung lenken. Neulich sagte mir jemand, in der Kirche ginge es um Geld und Macht. Traurigerweise konnte ich dem nichts entgegenhalten, der Papst ist ja das beste Beispiel für exzessive Machtpolitik.

Dottrina 7. September 2021: Sehr traurig!

Ich kenne das Seminar. Aber dieser vorauseilende Gehorsam zu einem unsäglichen päpstlichen Erlass ist einfach extrem traurig. Hier hilft nur Beten!

Diadochus 7. September 2021: Traditionis Tyrannis

Widersagt dem Bösen!

Chris2 7. September 2021: Wenn einem der persönliche Wunsch

des 266. Papstes wichtiger ist, als die 2000 Jahre lang gewachsene und geheiligte und 400 Jahre lang fast unverändert zelebrierte Liturgie der Kirche: Bitteschön.

novara 7. September 2021: Traurig...

...ist das!

hape 7. September 2021: Da hat es aber jemand besonders eilig.

Statt eines eigenen Kommentars, verlinke ich die Stellungnahme von Kpl. Johannes M. Schwarz.

www.youtube.com/watch?v=ODDkRTh3ViI&t=7s

Herbstlicht 7. September 2021: Warum das alles?

Eine geistliche Verarmung der katholischen Kirche droht bzw. besteht schon.
Ist es eine Verarmung, die gewollt und gewünscht ist?
Wenn ja, warum?
Sind es die hl. Messen der früheren Jahre nicht mehr wert, gefeiert zu werden?
Soll man sich lediglich an sie erinnern dürfen?

Ich kann nur -wie schon bereits einige Male- sagen:
Wie froh und dankbar bin ich, die hl. Messe der FSSPX besuchen zu dürfen.

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz