kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Lackner bei Maria-Namen-Feier: Synodalität für Kirche wesentlich

13. September 2021 in Österreich, keine Lesermeinung
Artikel versenden | Tippfehler melden


Salzburger Erzbischof erinnert an die Ereignisse seit 9/11 und ruft zum Gebet für den Frieden auf


Wien  (kath.net/KAP) Für das Wesen der Kirche ist Synodalität in Sinn von "gemeinsam auf den Weg sein" konstitutiv, denn "niemand kann allein glauben". Darauf hat Erzbischof Franz Lackner bei der traditionellen Maria-Namen-Feier am Samstag im Wiener Stephansdom im Blick auf die kommende Weltsynode hingewiesen. Gleichzeitig erinnerte der Salzburger Erzbischof am Beginn der Feier an die schrecklichen Ereignisse vor 20 Jahren: "Wieviel Not und Elend sind seit 9/11 über die Welt gekommen!" Umso nötiger sei das Gebet für den Frieden, zu dem der Rosenkranz-Sühnekreuzzug (RSK) mit dieser Feier einlade, so Lackner. "Die Kirche als Gemeinschaft aller Glaubenden ist ein leuchtendes Zeichen", sagte der Erzbischof im Blick auf das Motto der diesjährigen Feier, die der Frage "Wozu Kirche" nachging.

Kirche sei dabei ein "Sakrament der Erinnerung, wie 'sehr Gott die Welt geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das Leben hat.' Um dieser Erinnerung willen hat Papst Franziskus eine Bischofssynode ausgerufen", so Lackner. Dabei gehe es um den "Glaubenssinn", der nicht erstritten oder diskutierend errungen werden könne, sondern nur im Zuhören. "Aus dieser Hörgemeinschaft ist auch niemand auszuschließen, schon gar nicht die Leidenden und all an den Rändern von Gesellschaft und Kirche stehen." Es sei das Anliegen des Papstes auf die Urgründe, wo Glaube aufbricht, überrascht und auch korrigiert, hinzuhören, führte der Episkopats-Vorsitzende aus und schloss: "Tun wir da mit und lassen wir uns ein auf die Dynamik des Glaubens." "Wozu Kirche"


"Wenn sich die Kirche nur mit sich selbst beschäftigt, macht sie das unfruchtbar", warnte der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, Pater Karl Wallner, am Beginn der Feier. Vielmehr gehe es darum, "dass wir in der Kirche Jesu Christi für die anderen da sind." Von daher sei Kirche "ein heiliges Instrument" und "das Therapieprogramm Gottes für die kranke Welt". "Dein Reich komme", für diese Vaterunser-Bitte sei Kirche da, weil sie die Menschen zu Christus, dem Licht der Welt, führen solle. Gleichzeitig plädierte der Zisterzienserpater aus Stift Heiligenkreuz für ein Mehr an Glaubenswissen. Aus diesem Grund habe der RSK einen Film in Auftrag gegeben, der ab Oktober erhältlich ist und in 23 Minuten die Grundlagen des christlichen Glaubens vermitteln will.

Doppel-Fest mit eigenem Chor

Am Beginn der Feier begrüßte der geistliche Leiter der Gebetsgemeinschaft, Pater Benno Mikocki, neben Erzbischof Lackner den früheren St. Pöltner Bischof Klaus Küng, den Wiener Weihbischof Franz Scharl und die zahlreichen Gläubigen im Stephansdom. In einer offiziellen Botschaft des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, übermittelte dieser "herzliche Segenswünsche" von Papst Franziskus. Nach dem gemeinsamen Beten des lichtreichen Rosenkranzes feierte Erzbischof Lackner als Protektor der RSK-Gebetsgemeinschaft den Festgottesdienst. Zur Beschränkung der Teilnehmerzahl wurde das Programm der Maria-Namen Feier auch heuer an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt und auf dem YouTube-Kanal der Erzdiözese Wien live übertragen. Nach der Feier am Samstag mit Erbischofs Lackner steht Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag der Liturgie vor.

Angesichts der Pandemie-Vorsichtsmaßnahmen fand die traditionelle Prozession mit der Fatima-Marienstatue nur innerhalb des Stephansdoms statt. Für die musikalische Gestaltung wurde heuer erstmals ein eigener Chor zusammengestellt. Für die musikalische Gesamtleitung war Thomas Dolezal verantwortlich. Historische Bezüge Die Maria-Namen-Feier geht ursprünglich aus der Dankesfeier für die Befreiung Wiens von der Türkengefahr 1683 hervor und hat sich in den vergangenen 70 Jahren zu einem Friedensgebet gewandelt, das jährlich begangen wird. Das Fest der Namensgebung der Jungfrau Maria wurde von Papst Innozenz XI. (1676-1689) zu Ehren des heiligen Namens der Mutter Jesu festgesetzt. Papst Pius X. verlegte es dann auf den "Siegestag" der Schlacht auf dem Wiener Kahlenberg während der Türkenbelagerung von 1683, den 12. September.

Als das Fest wegen der Doppelung zum Fest Mariä Geburt am 8. September aus dem katholischen Festkalender gestrichen wurde, blieb es in Österreich wegen der historischen Verwurzelung weiterhin bestehen. Die Prozession bei der Maria-Namen-Feier erinnert auch an die großen Bittumzüge über den Wiener Ring, die die 1947 vom Franziskanerpater Petrus Pavlicek (1902-1982) gegründete Rosenkranz-Sühnekreuzzug-Gebetsgemeinschaft organisierte und dabei zum Gebet für die Freiheit des nach dem Krieg besetzten Landes aufrief. Ab 1958 war die Wiener Stadthalle Veranstaltungsort für die Tausenden Mitfeiernden, sowie schließlich ab 2011 der Stephansdom. Die RSK umfasst heute rund 700.000 Mitglieder in mehr als 130 Ländern und gibt die Zeitschrift "Betendes Gottesvolk" heraus.

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!



Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz