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Der heilige Josef in der Heilsgeschichte

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Franziskus: Josef – himmlischer Schutzpatron des mystischen Leibes Christi fort, der die Kirche ist. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Nach der Babylonischen Gefangenschaft zeugte Jojachin den Schealtiël, / Schealtiël zeugte den Serubbabel, Serubbabel zeugte den Abihud, / Abihud zeugte den Eljakim, / Eljakim zeugte den Azor. Azor zeugte den Zadok, / Zadok zeugte den Achim, / Achim zeugte den Eliud, Eliud zeugte den Eleasar, / Eleasar zeugte den Mattan, / Mattan zeugte den Jakob. Jakob zeugte den Josef, den Mann Marias; / von ihr wurde Jesus geboren, / der der Christus genannt wird“ (Mt 1,12-26).

Generalaudienz mit Pilgern und Besuchern in der Aula „Paolo VI“. Papst Franziskus setzte seine neue Katechesenreihe zum heiligen Josef fort. Die zweite Katechese widmete er dem Thema: „Der heilige Josef in der Heilsgeschichte“..

Vor der Generalaudienz begab sich Papst Franziskus in die Petersbasilika, um die Teilnehmer der von der Vinzentinischen Familie Italiens geförderten Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau von der Wundertätigen Medaille, die Pilger der Johannes-Paul-II.-Vereinigung von Bisceglie und die Vertreter der italienischen Vereinigung der Gewaltopfer zu begrüßen. Der Papst ging durch die Basilika und grüßte und umarmte hunderte von Pilgern aus nächster Nähe.

In der heutigen Katechese wollen wir die Rolle des heiligen Josef in der Heilsgeschichte in den Blick nehmen, so der Papst. Nach dem Lukasevangelium gelte Jesus als Sohn Josefs (Lk 3,23). In diesem Sinne hätten die Evangelisten Matthäus und Lukas den heiligen Josef auch in den Stammbaum des Herrn aufgenommen, der die Geschichtlichkeit Jesu hervorheben solle.


Nach Matthäus „war Josef der Mann Marias“. Von ihr sei Jesus geboren worden (Mt 1,16). Josef werde also nicht als biologischer Vater Jesu dargestellt, gleichwohl aber als sein vollberechtigter Ziehvater. Als solcher komme ihm eine zentrale Aufgabe im Heilsplan zu, die er in bescheidener Zurückhaltung seiner Person treu und vollkommen erfüllt habe.

So sei der heilige Josef Fürsprecher und Vorbild für all diejenigen, die im Alltag, oftmals von der Öffentlichkeit unbemerkt, aufopferungsvoll ihren Dienst für den Nächsten täten: „Wie viele Menschen üben sich jeden Tag in Geduld und flößen Hoffnung ein und sind darauf bedacht, keine Panik zu verbreiten, sondern Mitverantwortung zu fördern. Wie viele Väter, Mütter, Großväter und Großmütter, Lehrerinnen und Lehrer zeigen unseren Kindern mit kleinen und alltäglichen Gesten, wie sie einer Krise begegnen und sie durchstehen können, indem sie ihre Gewohnheiten anpassen, den Blick aufrichten und zum Gebet anregen. Wie viele Menschen beten für das Wohl aller, spenden und setzen sich dafür ein“ (Patris corde, 1).

So könne jeder im heiligen Josef den Mann finden, der unbemerkt bleibe, den Mann der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, eine Stütze und einen Führer in schwierigen Zeiten. Er erinnere uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der „zweiten Reihe“ stünden, eine beispiellose Hauptrolle in der Heilsgeschichte spielten: „die Welt braucht diese Männer und Frauen“.

Zugleich begegne er uns im Evangelium als Beschützer Jesu und Marias, die er vor der Verfolgung des Herodes bewahrt habe.

Diese seine Mission „setzt der heilige Josef über die Zeiten als himmlischer Schutzpatron des mystischen Leibes Christi fort, der die Kirche ist“.

Eine Gesellschaft wie die unsere, die als „flüssig“ bezeichnet werde, finde in Josefs Geschichte einen sehr deutlichen Hinweis auf die Bedeutung menschlicher Bindungen. Das Evangelium erzähle uns die Genealogie Jesu nicht nur aus theologischen Gründen, sondern auch, um jeden von uns daran zu erinnern, dass unser Leben aus Verbindungen bestehe, die uns vorausgingen und uns begleiteten. Der Sohn Gottes habe den Weg der Bande gewählt, der Geschichte, um in die Welt zu kommen.

„Liebe Brüder und Schwestern“, so Franziskus abschließend, „ich denke an so viele Menschen, denen es schwer fällt, sinnvolle Verbindungen in ihrem Leben zu finden, und die sich deshalb abmühen, sich allein fühlen, denen die Kraft und der Mut fehlt, weiterzumachen. Ich möchte mit einem Gebet schließen, das ihnen und uns allen helfen soll, im heiligen Josef einen Verbündeten, einen Freund und eine Stütze zu finden:

Heiliger Josef

du, der du die Verbindung zu Maria und Jesus behütet hast, hilf uns, die Beziehungen in unserem Leben zu pflegen. Möge niemand das Gefühl der Verlassenheit erleben, das durch Einsamkeit entsteht.

Jeder von uns sollte sich mit seiner eigenen Geschichte versöhnen, mit denen, die vor uns gegangen sind, und selbst in den gemachten Fehlern einen Weg erkennen, auf dem die Vorsehung ihren Weg gemacht hat und das Böse nicht das letzte Wort hatte.

Zeige dich als Freund derer, die am meisten zu kämpfen haben, und so wie du Maria und Jesus in schwierigen Momenten beigestanden hast, so hilf auch uns auf unserem Weg. Amen“.

Die Pilger und Besucher sowie die Zuschauer und Zuhörer aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Gläubigen deutscher Sprache. Der heilige Josef möge uns helfen, unsere unauslöschliche Verbindung mit Christus und seiner Kirche konsequent und freudig zu leben. Er möge uns immer gegen jeden Angriff des bösen Feindes verteidigen.

 


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