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Wie ein Verbrechen von Kain, der seinen Bruder Abel ermordet!

8. März 2022 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Oberhaupt der Ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats rief Putin zum sofortigen Stopp des russischen Angriffs auf - Immer mehr Orthodoxe distanzieren sich von der Kreml-Politik!


Kiew/Moskau  (kath.net/KAP) Der Kiewer Metropolit Onufrij Onufrij (Berezowskij), Oberhaupt der Ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, hat einmal mehr an den russischen Präsidenten Wladimir Putin appelliert, die Kriegshandlungen sofort zu stoppen. Das berichtet das Infoportal "orthochristian.com". Onufrij rief zugleich die Vertreter Russlands und der Ukraine zu Verhandlungen auf, um den Konflikt zu lösen. Die Botschaft des Metropoliten findet sich zwar nicht auf den offiziellen Seiten des Moskauer Patriarchats bzw. des Moskauer kirchlichen Außenamts, wurde dafür aber auf der Website der russisch-orthodoxen US-Diözese von Chicago und Cleveland in englischer Übersetzung publiziert.

Die Diözese gehört der Russischen Auslandskirche an, die in Gemeinschaft mit dem Patriarchat von Moskau steht. Auf der offiziellen Website des Moskauer Patriarchats finden sich dieser Tage hingegen Berichte über einen Besuch von Metropolit Hilarion (Alfejew), Leiter des Moskauer Außenamts, in Syrien, sowie über eine weitere Moskauer Kirchendelegation, die erstmals die Republik Dschibuti besucht hat. Ein Beitrag ist Flüchtlingen aus der von den Separatisten besetzten Donbass-Region gewidmet, die in der Region Rostow betreut werden, in einer weiteren Meldung wird über die Eröffnung eines Sozialzentrums in der Stadt Zernograd bei Rostow berichtet, das ebenfalls Hilfe für Donbass-Flüchtlinge leisten soll.


In der Diaspora distanzieren sich unterdessen mehr und mehr russische orthodoxe Geistliche von der Kreml-Politik, wie der Ökumene-Fachdienst der Katholischen Nachrichtenagentur KNA in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. So zeigte sich etwa die Mariä-Schutz-Gemeinde in Bonn "bestürzt und fassungslos". Sie schließe sich den Worten von Metropolit Onufrij an, der das Geschehen als "Verbrechen von Kain, der seinen Bruder Abel ermordete" beschrieben habe, erklärte ihr Pfarrer Eugen Theodor. Fast alle Familien der multinationalen Gemeinde hätten Verwandte und/oder Freunde in der Ukraine, "und daher sind wir alle betroffen. (...) Das, was jetzt geschieht - der Bruderhass, das Blutvergießen - empfinden wir eindeutig als ein Werk des Bösen." Ausdrücklich distanzierte er sich vom Vorgehen Wladimir Putins.

"Wir wollen als russische orthodoxe christliche Gemeinde nicht als 'Vertreter der Kreml-Politik' angesehen, gedacht oder eingeordnet werden. Das sind wir nicht!" Die Sorge um eine über die jetzige Generation hinausgehende Spaltung zwischen Russen und Ukrainern spricht weiter auch aus zahlreichen Einträgen in den Sozialen Netzen. So schreibt Erzpriester Igor Prekup, ein geborener Moldauer, jetzt Pfarrer der kanonisch mit dem Moskauer Patriarchat verbundenen Autonomen Estnischen Orthodoxen Kirche in Tallinn: "Kein Politiker oder Staatschef, ob in der Ukraine oder im Westen - niemand in der Geschichte hat so viel für die radikale Trennung der Ukraine von Russland getan wie diejenigen, die sie in den letzten acht Jahren 'wiedervereinigt' haben."

 

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Lesermeinungen

SCHLEGL 9. März 2022: Direkt aus der griechisch-katholischen Kathedrale in Kiew

Es handelt sich um eine Direktübertragung der so genannten Nachvesper mit dem Bußkanon des heiligen Andreas von Kreta, der in der Fastenzeit öfters gebetet wird, weil es da KEINE tägliche Göttliche Liturgie (= heilige Messe) gibt.
Das heißt in Kiew muss es noch relativ ruhig sein.

www.youtube.com/watch?v=J_vyoJoiaro

SCHLEGL 9. März 2022: Griechisch-katholisches Begräbnis eines ukrainischen Soldaten

Auf dem Link unten kann man dieses traurige Begräbnis anschauen! So viele junge Männer fallen.
Bei den Russen ist die Zahl viel größer, als die Regierung zugibt. Deshalb hat man "fahrbare Krematorien", also einen Brennofen für Leichen auf einem Lastwagen montiert, in die Ukraine geschickt. Die Gattinnen und Mütter der toten Soldaten bekommen lediglich eine Mitteilung, "dass ihre Söhne in heldenhaften Kampf gegen den Feind" ihr Leben verloren haben und dass es KEIN Begräbnis geben wird. Ob die Mütter erfahren, dass die Leichen ihrer Söhne verbrannt worden sind (in der orthodoxen Kirche ist das strikt verboten, bei den Griechisch-katholischen nur im Sonderfall gestattet!),weiß ich nicht.
"Lass ruhen, ob Herr, die Seelen der gerechten Diener..." so betet der byzantinischen Ritus.

www.youtube.com/watch?v=-FA0AwbCFj4

felis.catus 9. März 2022: Zusatz zu meinem Statement weiter untern

Und da überfällt eine Atommacht einen atomwaffenfreien Staat (die Ukraine hat die Atomwaffen aus Sowjetzeiten abgegeben und den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet) und droht auch noch, diese ggf. einzusetzen. Widerlich!

physicus 9. März 2022: @Msgr. Schlegl

Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

SCHLEGL 9. März 2022: @Richelius

Das haben Sie sehr gut gesagt! Vor längerer Zeit sprach ich mit einem orth. Priester aus dem Patriarchat von Moskau, der in der Karpato-Ukraine lebt. Er und seine Gemeinde erwähnen Patriarch Kyrill nicht mehr in der Liturgie. Im Internet sieht man in der Ukraine Gemeinden der orthodoxen Kirche,Moskauer Patriarchat, die geschlossen zur autokephalen orthodoxen Kirche der Ukraine unter Metropolit Epiphanios (Patriarchat Konstantinopel) übergehen. Auch Metropolit Onufrij (orthodoxe Kirche der Ukraine-Moskau Patriarchat) hat ernste Worte an Kyrill gerichtet, nachdem (ich habe es auf Ukrainisch gesehen) 200 orthodoxe Priester eine Synode zur Aufhebung der Gemeinschaft mit Moskau verlangt haben. Auch in Russland selbst haben über 100 orthodoxe Priester sich gegen Kyrill erhoben, ebenso der russisch-orthodoxe Auslandsbischof von Berlin sprach kritisch.
Es zeigt sich, dass Patriarch Bartholomaios die ganze Situation schon vor Jahren richtig eingeschätzt hat. Kyrill ist der Handlanger Putins.

Richelius 9. März 2022:

Für Kyrill muß das der Super-GAU sein! Wenn sich seine Auslandskirchen jetzt noch Konstantinopel unterstellen, dann verschwindet dieses Patricharchat in der Bedeutungslosigkeit.

Sputnik 8. März 2022: @frank.r

Zu schön, um wahr zu sein, Ihr Vergleich oder Ihre Hoffnung auf David gegen Goliath. Aber bei Gott ist ja nichts unmöglich, sag unser Glaube. Bis auf weiteres bleibt uns nichts anderes, als für die Kriegsopfer zu beten und vielleicht etwas zu spenden.

frank.r 8. März 2022: @felis.catus

Manchmal, wenn er listig ist, besiegt auch der Kleine den Großen. So wie bei David und Goliath. Oder auch bei meiner Mannschaft, St. Pauli die ab und an gegen den Hamburger SV gewinnt. Mittlerweile sind wir die Großen.

felis.catus 8. März 2022:

Die Überschrift ist sehr unglücklich gewählt. Sie sugeriert, das Russland und die Ukraine zwei Länder sind, die auf Augenhöhe stehen, so wie das bei Abel und Kain (Ackerbauer und Viehzüchter) war. Aber Russland ist eine Großmacht, die Ukraine ein normaler Staat, da überfällt eine Großmacht einen angrenzenden Nachbarn, der ein Staat ist, wie jeder andere. Oder um es mit Worten der Klitschkos auszudrücken, da überfällt ein Schwergewicht ein Leichtgewicht.

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