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17. März 2022 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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In internationaler Erklärung wird Lehre der "Russischen Welt", die sich das Moskauer Patriarchat und Präsident Putin zu eigen gemacht haben, heftig kritisiert und als "Ketzerei" und "unchristlich" verurteilt
Wien (kath.net/KAP) Orthodoxe Theologinnen und Theologen aus aller Welt sowie zahlreiche Theologen anderer Konfessionen üben in einer Erklärung schärfste Kritik am Moskauer Patriarchat und dessen Unterstützung für Wladimir Putins Krieg in der Ukraine. Die Russisch-orthodoxe Kirche (ROK) höre mit dieser Haltung und Lehre letztlich auf, "die Kirche des Evangeliums von Jesus Christus" zu sein, heißt es in der Erklärung. Mittwochmittag hatte das am vergangenen Sonntag veröffentlichte Schreiben bereits knapp 800 Unterzeichner. Aus Österreich unterstützen u.a. der orthodoxe Theologe Prof. Ioan Moga und die katholische Sozialethikerin Prof. Ingeborg Gabriel die Erklärung.
Die Theologen üben scharfe Kritik am Konzept bzw. der Lehre der "Russischen Welt", wie sie von der ROK und Putin vertreten wird. Sie bezeichnen diese Lehre u.a. als "Ketzerei" und "zutiefst falsch, unorthodox, unchristlich und gegen die Menschheit gerichtet", wie es in der Erklärung heißt. Es handle sich um Ethno-Phyletismus bzw. um "religiösen Fundamentalismus totalitären Charakters". - Als Ethno-Phyletismus wird eine Strömung in den orthodoxen Kirchen bezeichnet, die sich im 19. Jahrhundert herausbildete, als orthodoxe Nationalkirchen entstanden und das Prinzip des Nationalismus auf die Kirche übertragen wurde, die zum "Träger nationaler Identität" wurde. Dieses Konzept wurde allerdings schon auf einer Synode in Konstantinopel 1872 als Häresie verurteilt.
In der Erklärung der Theologen wird das Konzept der "Russischen Welt" erläutert, wonach es eine transnationale russische Sphäre oder Zivilisation namens "Heiliges Russland" oder "Heilige Rus" gibt, die Russland, die Ukraine und Weißrussland (und manchmal Moldawien und Kasachstan) sowie ethnische Russen und russischsprachige Menschen auf der ganzen Welt umfasst. Diese "Russische Welt" habe ein gemeinsames politisches Zentrum, nämlich Moskau, ein gemeinsames geistiges Zentrum - Kiew als "Mutter aller Rus"-, eine gemeinsame Sprache (Russisch), eine gemeinsame Kirche (die Russisch-Orthodoxe Kirche) und einen gemeinsamen Moskauer Patriarchen, der in "Symphonie" mit einem gemeinsamen Staatsführer (Putin) zusammenarbeitet, um die russische Welt zu regieren und eine gemeinsame unverwechselbare Spiritualität, Moral und Kultur aufrechtzuerhalten.
Gegen diese "Russische Welt" stünden aus Sicht ihrer Vertreter der von den USA und europäischen Staaten angeführte "korrupte Westen", der u.a. vor "Liberalismus", "Globalisierung", "Christianophobie", "homosexuellen Rechten" und "militantem Säkularismus" kapituliert habe. Das Moskauer Patriarchat stehe in dem Weltbild zusammen mit Wladimir Putin als wahre Verteidiger der orthodoxen Lehre gegenüber dem Westen und jenen Orthodoxen, die in Schisma und Irrtum verfallen seien wie der Ökumenische Patriarch Bartholomaios.
"Ketzerei"
Seit der Inthronisierung von Patriarch Kyrill im Jahr 2009 hätten sich die führenden Persönlichkeiten des Moskauer Patriarchats sowie Sprecher des russischen Staates kontinuierlich auf diese Prinzipien gestützt, um die theologische Grundlage der orthodoxen Einheit zu durchkreuzen, kritisieren die Theologen in ihrer Erklärung. Und sie halten wörtlich fest: "Wenn wir solche falschen Prinzipien für gültig halten, dann hört die orthodoxe Kirche auf, die Kirche des Evangeliums von Jesus Christus, der Apostel, des Glaubensbekenntnisses von Nicäa-Konstantinopel, der Ökumenischen Konzilien und der Kirchenväter zu sein. Einheit wird an sich unmöglich."
Deshalb lehne man die "Ketzerei" der "Russischen Welt" und die beschämenden Handlungen der russischen Regierung bei der Entfesselung des Krieges gegen die Ukraine ab, die sich aus dieser abscheulichen und nicht zu rechtfertigenden Lehre mit der Duldung der russisch-orthodoxen Kirche ergebe. Die Lehre der "Russischen Welt" verwüste und spalte die Kirche und führe letztlich zu unsagbaren Opfern, physisch und seelisch, so die Theologinnen und Theologen.
Die Erklärung im Wortlaut: https://publicorthodoxy.org/2022/03/13/a-declaration-on-the-russian-world-russkii-mir-teaching/
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Schillerlocke 18. März 2022: Danke, lieber Monsignore Schlegl,
für Ihre Ausführungen zu der im obigen Artikel dargelegten Thematik. Die Verheerung dieses schändlichen Krieges, den Russland und sein bösartiger Herrscher gegen die Ukraine führt, ist also auch in Glaubensdingen eine einzige Katastrophe. So viele Seelen werden nun in Russland durch diese sündhafte Fehlleitung in die Irre geführt! Einem einfachen Menschen wie mir bleibt nur das Gebet. Möge Gott die verirrten Seelen in Russland zu wahrer Christlichkeit zurückführen. Möge es uns Menschen schnell gelingen, einen guten Frieden wieder über die Ukraine zu bringen. Das Leiden der Menschen in der Ukraine macht offensichtlich, dass Krieg Menschenwerk und gegen Gottes Willen ist. Es ist an der russischen Nation, dieses schlimme Treiben durch einen Volksaufstand gegen eine sittlich verwahrloste, verbrecherische und unchristliche Obrigkeit zu beenden.
SCHLEGL 17. März 2022: Ein Ende mit Schrecken!
Viele Christen, besonders viele Orthodoxe, erkennen jetzt wie prophetisch Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel gehandelt hat, als er der orthodoxen Kirche der Ukraine die Autokephalie verliehen hat! Das Patriarchat von Konstantinopel musste auch die Selbstständigkeit der orthodoxen Kirche von Georgiern gegenüber Moskau verteidigen.
Man könnte jetzt in Russland von einer "putinistisch orthodoxen Kirche" sprechen.
Diese Kirche befindet sich jetzt de facto im Schisma mit der gesamten orthodoxen Welt,sogar in der HÄRESIE, weil 1872 in Konstantinopel die Idee des kirchlichen Nationalismus als häretisch verurteilt wurde, wobei es interessant wird, wie sich die Serben und die Bulgaren gegenüber Moskau weiter verhalten werden!
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