kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Jugend für das Leben schöpft mit den USA Hoffnung

9. Mai 2022 in Prolife, keine Lesermeinung
Artikel versenden | Tippfehler melden


Vor- und Nachteil des geleakten Gesetzesentwurfes in Bezug auf Roe v. Wade.


Wien (kath.net/ OTS)

Wie seit Tagen in den Medien verbreitet wird, wurde in den USA ein Urteilsentwurf geleakt, wonach das Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ von 1973 zurückgenommen werden soll. Viel Freude darüber herrscht bei den amerikanischen Lebensschutzbewegungen wie den „Students for life“. Dennoch bezeichnet Kristen Hawkins, die Präsidentin von „Students for life“, die Entwicklung als einen ersten Schritt. Mit weiteren Lebensschützern fordert sie ein landesweites Abtreibungsverbot. Die Jugend für das Leben verbindet sich in Gebet und Aktion mit den US-amerikanischen Lebensschutzorganisationen.

 

Der geleakte Urteilsentwurf

Der Inhalt des „Leaks“ zum „Overturn“ von dieser Woche ist erfreulich, doch die Tatsache des Leaks selbst ist es weniger. Ein solcher Leak ist ungewöhnlich und wird als Bruch der Vertraulichkeit innerhalb des Obersten Gerichtshofs betrachtet. Es gibt Spekulationen, dass er in der Absicht geschehen ist, die Pro-Choice-Bewegung vorzuwarnen. Am Entwurf des entsprechenden Gesetzes waren fünf Richter des Supreme Courts beteiligt, mit drei Gegenstimmen. Die Richter sind nicht verpflichtet, ihre Meinung bis zur Abstimmung beizubehalten.

 

Was würde eine Umkehrung von Roe v. Wade bedeuten?

Seit längerer Zeit wurde das Anstreben einer Umkehrung von Roe v. Wade realistisch. Eine solche würde bedeuten, dass es grundsätzlich in den USA kein „Recht“ auf Abtreibung gibt und dass die Gesetzgeber der einzelnen Staaten selbst regeln dürfen bzw. müssen, ob und bis wann Abtreibung erlaubt ist. Es würde also kein Ende der Abtreibung in den USA bedeuten, nur eine Rückgabe der Regelung an die einzelnen Bundesstaaten.


 

Sterben Frauen an restriktiven Abtreibungsgesetzen?

Immer wieder werden in Debatten Horrorszenarien entworfen, wonach zahlreiche Frauen bei illegalen Abtreibungen sterben würden. Gern herangezogen werden tragische Schicksale, wie der Fall einer Frau in Irland, der die Abtreibung ihres noch sterbenden Kindes verwehrt wurde. Die Todesursache der Betroffenen ist jedoch nicht auf eine fehlende Abtreibung zurückzuführen, sondern auf eine unverantwortliche, schlechte medizinische Behandlung. Zudem sind Todesfälle durch Abtreibung bereits vor der Legalisierung durch Roe v. Wade deutlich gesunken.

Grund dafür war die Verfügbarkeit von Penicillin und anderen medizinischen Neuerungen. 1972 starben 24 Frauen an legalen Abtreibungen, 39 an illegalen. Letztere wurden – nach Mary Streichen Calderone, einer ehemaligen Leiterin von Planned Parenthood – in fast allen Fällen von Ärzten durchgeführt, also sollen sie „qualitativ“ gleich gewesen sein. Auch Dr. Bernhard Nathanson gestand, nachdem er sich vom Abtreibungsarzt und Pro Choice-Lobbyisten zu einem Lebensschützer gewandelt hatte, dass Zahlen schlichtweg bewusst gefälscht und die Folgen illegaler Abtreibungen hochgespielt worden war. Damit wurde der Gesellschaft eine „legale Abtreibung“ als unbedingt notwendig verkauft.

 

Beeinflussen Abtreibungsgesetze die Abtreibungszahlen?

Oft wird behauptet, dass ein legaler Zugang zur Abtreibung, die Abtreibungszahlen nicht erhöhe. Statistiken aus den USA beweisen das Gegenteil. Nach 1972 wurde eine deutliche Zunahme an Abtreibungen bei gleichzeitiger deutlich korrelierender Abnahme an Geburten zu sehen. Hier wird deutlich, dass es falsch ist zu glauben, dass Gesetze an den Abtreibungszahlen nichts ändern und lediglich das Label von „illegal“ zu „legal“ verändern.

 

Was ist Roe v. Wade?

Roe v. Wade ist der Name eines sogenannten Grundsatzurteils, das 1973 in den USA gefällt wurde. Nach diesem Urteil werden die einzelnen Staaten der USA gezwungen, Abtreibung zuzulassen, solange das Kind außerhalb des Mutterleibs nicht lebensfähig wäre. Dieser Zeitpunkt wurde in den 70ern in der 24. Schwangerschaftswoche angesetzt, wobei heute auch Frühchen in der 21. Woche überleben können. In den letzten Monaten und Jahren haben jedoch einige Staaten trotzdem Gesetze eingeführt, nach denen Abtreibung z.B. nur bis zur 6. oder 15. Woche zugelassen ist.

 

Die verlogene Geschichte der Abtreibungsindustrie: Wie kam es zu Roe v. Wade?

Mehrere Personen waren an der Durchsetzung dieses Grundsatzurteils beteiligt, das auf dem Fall einer Frau, „Roe“, eigentlich Norma McCorvey, aufbaut. Norma McCorvey wurde von zwei Anwältinnen für deren Agenda benutzt. Hierfür scheute sich niemand, Zahlen und Fakten zu fälschen. Dr. Bernard Nathanson, der auch den Film „Der stumme Schrei“ produzierte, hat zunächst maßgeblich zum Sieg von Roe, und später zur Aufdeckung der unhaltbaren Grundlage beigetragen. Diese wird im Urteilsentwurf angeprangert.

Durch ein Verschwinden des Grundsatzurteils könnte eine gesellschaftsweite Gesinnungsänderung erreicht werden. Die Diskriminierung von Ungeborenen wird so aufgehoben, da ihnen ein juristisches Recht auf Leben zugesprochen wird. Außerdem würde klar gemacht werden, dass es keine „sicheren“ Abtreibungen gibt, denn: Eine Abtreibung tötet immer ein Kind und verletzt die Mutter. Wichtig sind, neben lebensbejahenden Gesetzesentwürfen, Begleitmaßnahmen, wie Aufklärung in der Gesellschaft und ein flächendeckendes Unterstützungsangebot für Betroffene.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!



Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz