kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Franziskus: Europas Geburtenrate ist "sozialer Notfall"

13. Mai 2022 in Familie, 3 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst fordert Maßnahmen auf allen Ebenen zur Förderung von Familie


Rom/Vatikanstadt (kath.net/KAP) Die sinkenden Geburtenraten in Europa sind nach Aussage von Papst Franziskus ein "echter sozialer Notfall". Auch wenn sich die Probleme noch nicht ohne weiteres zeigten, so bedeute dies doch, "dass die Zukunft aller verarmt; Italien, Europa und der Westen verarmen in ihrer Zukunft", so der Papst am Donnerstag in einer Grußbotschaft an eine Konferenz in Rom. Organisiert wurde die sogenannte "Generalversammlung zur Geburtenrate" vom italienischen "Forum der Familienverbände".

Frauen und Männer, die ihren Wunsch, eine Familie zu gründen, aus verschiedenen Gründen nicht verwirklichen könnten, gäben sich mit mittelmäßigen Ersatzbefriedigungen zufrieden: Geschäft, Auto, Reisen, aufwendige Freizeit. "Die Schönheit einer kinderreichen Familie droht zur Utopie zu werden, zu einem schwer zu verwirklichenden Traum", klagte Franziskus.


Diese gesellschaftliche Kurzsichtigkeit berge eine "tragische Armut" in sich, die den Menschen in seinem größten Reichtum betreffe: "Leben in die Welt zu bringen, um für es zu sorgen und das Leben, das er erhalten hat, mit Liebe an andere weiterzugeben." Daher sei es wichtig und wünschenswert, in dieser Hinsicht "jenseits von parteipolitischen Interessen und ideologischen Zäunen, zusammenarbeiten". Er hoffe, daher "dass auf allen Ebenen - institutionell, medial, kulturell, wirtschaftlich und sozial - konkrete Maßnahmen zur Wiederbelebung der Geburtenrate und der Familie gefördert, verbessert und umgesetzt werden".

Bereits vor einem Jahr hatte Franziskus sich vor der "Generalversammlung" ähnlich geäußert. Damals nahmen auch Ministerpräsident Mario Draghi sowie Vertreter von Behörden, Banken, Wirtschaft, Versicherungen, Medien und Sport daran teil. Italien hat seit etlichen Jahren eine der niedrigsten Geburtenraten in Europa. Laut dem Nationalem Statistikbüro ISTAT sank Italiens Geburtenrate zwischen 1946 und 2020 von gut 21 auf rund sieben Kinder pro 1.000 Einwohner. Es sei so, als wenn "jedes Jahr eine Stadt mit über 200.000 Einwohnern verschwindet", beklagte Franziskus damals.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!



Lesermeinungen

Dieter Egert vor 2 Tagen: Bevölkerungsimplosion ist das Problem der Zukunft

Heute warnt selbst die UN Population Division, dass nicht Überbevölkerung, sondern vielmehr Unterbevölkerung das größte absehbare Risiko für die Zukunft der Menschheit sei. Bereits im Jahre 2100 dürfte weltweit durchschnittlich das Nullwachstum erreicht sein. Die Bevölkerung in Russland wird dann bereits auf die Hälfte geschrumpft sein, ebenso in China. Die Uno warnt vor den katastrophalen wirtschaftlichen und sozialen Folgen.
Dabei ist die Erde groß genug um noch ein Vielfaches an Menschen zu versorgen. Würde man eine Weltbevölkerung von 7 Mrd Menschen komplett im US-Bundesstaat Texas ansiedeln, also auf einer Fläche von etwa 700000km^2, dann kommt pro Kopf immer noch ein Lebensbereich von 100m^2. Wen die Leute in Familien zusammenleben oder in mehrstöckigen Häusern leben, dementsprechend mehr Platz. Der Rest der Erde wäre komplett frei, für Landwirtschaft oder für was auch immer... siehe auch der verlinkte Artikel, mit weiteren Infos.

ungeborene.de/2017/bevoelkerungsimplosion-ist-das-problem-der-zukunft

foramentor 14. Mai 2022: "Notfall"?

Das Wachstum der Weltbevölkerung ist per se kein "Notfall".
Ein Notfall ist hingegen die Tatsache, dass noch immer und für eine noch grössere Weltbevölkerung genügend Nahrung produziert werden kann, die Menschheit aber nicht fähig ist, die Nahrung auch gerecht zu verteilen. Ein bisschen weniger todsündige Profit- und Luxusgier hier, etwas mehr menschenwürdige Versorgung dort.
Jesus hat uns das Reich Gottes verkündet; er hat es als bereits existent verkündet. Nur leider ist die Menschheit seit nunmehr 2000 Jahren nicht fähig, das Reich Gottes auch evident werden zu lassen. - Unser verflixter Freier Wille!
Ausserdem hat uns Gott geoffenbart, dass wir fruchtbar sein und uns vermehren sollen. Angesichts der "Bevölkerungsexplosion" haben wir zumindest dies geschafft. Wenn Gott uns diese Aufgabe stellt, gibt er uns auch die Mittel und Kraft zu deren Bewältigung.

AngelView 13. Mai 2022: Was ist genau der "Notfall"?

Nur auf die Geburtenrate in Europa zu schauen, ist ein ernsthaftes Problem.
Bei einer ständig wachsenden Weltbevölkerung und der daraus für die Menschen und die Welt an sich entstehenden Probleme, ist der verkürzte Blick auf die europäische Geburtenrate doch befremdlich. Alleine in den letzten ca. 20 Jahren stieg die Bevölkerung von rd 5 Mrd. auf jetzt fast 8 Mrd. Das ist ein "sozialer Notfall". Unter diesem Gesichtspunkt sollte man sich mit der Auswirkung der Bevölkerungsexplosion befassen anstelle, wenn schon seitens des KIRCHRLICHEN Oberhaupts nötig (?), mit der rückläufigen Geburtenrate auf dem nahezu kleinsten Kontinent der Erde.

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz