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„Eucharistie als höchste Form der Anbetung“

21. Juli 2022 in Spirituelles, 9 Lesermeinungen
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Als Notre Dame in Paris brannte, rettete Feuerwehrseelsorger die Dornenkrone, zuvor öffnete er „unter Lebensgefahr den Tabernakel, um das Allerheiligste vor dem Brand zu schützen“. Vortrag beim Kongress Freude am Glauben von Abt Maximilian Heim OCist


Heiligenkreuz-Regensburg (kath.net) kath.net dokumentiert den Vortrag von HH. Abtpräses Dr. Maximilian Heim OCist/Stift Heiligenkreuz in Regensburg, 16. Juli 2022 beim „Kongress Freude am Glauben“ des „Forums Deutscher Katholiken“ in voller Länge und dankt ihm für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung.

Exzellenzen, hochwürdige Mitbrüder, ehrwürdige Schwestern,
liebe Schwestern und Brüder in Christus! 1

1    Einleitung

Wir alle haben noch die Bilder des Brandes von Notre Dame in Paris im Jahr 2019 vor Augen. Viele sagten oder schrieben: „Ein Symbol europäischer Kultur steht in Flammen.“ Mittlerweile hat sich einiges getan und der Wiederaufbau nimmt Gestalt an. Viele berichteten damals, dass der Seelsorger der Pariser Feuerwehr, Kaplan Jean-Marc Fournier, den Mut hatte, die Dornenkrone zu retten. Die wenigsten jedoch schrieben davon, dass er zuerst unter Lebensgefahr den Tabernakel geöffnet hat, um das Allerheiligste, Jesus in der Brotgestalt, herauszunehmen und vor dem Brand zu schützen.

Warum erzähle ich das heute? Weil mich ein Ausspruch des damaligen Pariser Erzbischofs Michel Aupetit sehr berührt. Er hat in den TV-Nachrichten gesagt: Notre Dame, „diese steinerne Schatztruhe, wurde nicht für die Dornenkrone errichtet, sondern für ein Stück Brot: Erstaunlich! Wie kann man ein solches Kunstwerk für ein Stück Brot errichten? Dieses Stück Brot, so glauben wir, ist der Leib Christi. Und dieser bleibt.“ 2

2    Höchste Form der Anbetung – Hingabe in communio mit dem Herrn

Die Eucharistie ist Ursprung, Quelle, Höhepunkt und Zukunft der kirchlichen communio mit dem auferstandenen Herrn und den Gläubigen untereinander. Tagtäglich wird die Kirche aus seinem geöffneten Herzen neu geboren.  Hier ist der Ursprung auch aller anderen Sakramente, die die Begegnung von Mensch und Gott in dieser Welt ermöglichen. Zugleich schenken sie uns auch untereinander eine neue, tiefe Gemeinschaft, die nicht von uns gemacht ist, sondern aus Gnade von Gott geschenkt wird.

Bei jeder Heiligen Messe führt uns der Herr selbst wie damals seine Jünger in das Geschehen des Abendmahlsaals hinein. Wie seine Jünger so können auch wir hier nur staunend anbeten, was er vor unseren Augen vollzieht. Denn das, was wir tun, ist nicht unser Werk, ist nicht unsere Aktion, ist nicht unsere Gestaltung, sondern ist allein von seiner Liebe geformt. Am Gründonnerstag hat er seiner Kirche das Opfer des neuen und ewigen Bundes anvertraut und das Gastmahl seiner Liebe gestiftet. Bei jeder Heiligen Messe will er, dass wir aus diesem Geheimnis die Fülle des Lebens und der Liebe empfangen.

a.    Jesus Christus - Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks

Hier sollten wir kurz die Bezeichnung „Hohepriester“ betrachten, die schon im Alten Testament aufleuchtet und im Hebräerbrief auf Jesus Christus bezogen wird. Wir glauben, dass Jesus selbst der „Priester, der Altar und das Opferlamm“ 3 ist. Er ist, wie es der Hebräerbrief sagt, „Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks“, indem er Brot und Wein darbringt, und – wie es Benedikt XVI. sagte – „in jener Geste hat er ganz sich selbst und seine Sendung zusammengefasst.“ 4

„Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden und wurde von Gott angeredet als ‚Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks‘“ (Hebr 5,6–10). Er ist zum Hohenpriester geworden, da er selbst die ganze Sünde der Welt als „Lamm Gottes“ auf sich genommen hat. Es ist der Vater, der Jesus dieses Priestertum in dem Moment überträgt, da er sein Pascha, den Übergang von Tod und Auferstehung, vollzieht. „Deshalb hat der Sohn unsere Menschlichkeit angenommen und sich für uns im Schmelztiegel des Leidens“ wie es Benedikt XVI. ausdrückt „‚erziehen‘ lassen, er hat sich von ihm verwandeln lassen, wie das Weizenkorn, das in die Erde fallen und sterben muss, um Frucht zu tragen. Durch diesen Prozess ist Jesus ‚zur Vollendung gelangt‘, auf Griechisch: ‚teleiotheis‘.“ 5.

Dieser Ausdruck ‚zur Vollendung gelangt‘ wird im AT verwendet, um die Weihe der Priester zu beschreiben. Zwar ist Jesus nicht Priester nach dem mosaischen Gesetz. Aber er ist es auf existentielle Weise durch sein Pascha, durch seinen Tod und seine Auferstehung: So hat er sich selbst als Sühneopfer hingegeben: „Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen“, wie es im Philipperbrief heißt (Phil 2,9).

Beim Letzen Abendmahl hat Jesus so den Karfreitag bereits vorweggenommen und ihm einen ewigen Sinn eingestiftet. Papst Franziskus sagt in seinem neuen Apostolischen Schreiben Desiderio desideravi: „Der Inhalt des gebrochenen Brotes ist das Kreuz Jesu, sein Opfer im liebenden Gehorsam gegenüber dem Vater. Ohne das Letzte Abendmahl, d. h. die rituelle Vorwegnahme seines Todes, hätten wir nicht verstehen können, wie die Vollstreckung seines Todesurteils der vollkommene und wohlgefällige Akt des Kultes gegenüber dem Vater, der einzig wahre Akt des Kultes sein kann.“ 6 Hier sieht man einen Gleichklang der beiden Päpste Benedikt XVI.  und Franziskus, also von seinem Vorgänger und dem jetzigen Papst. „Es ist die göttliche Liebe, die verwandelt: die Liebe, mit der Jesus vorwegnehmend annimmt, sich ganz für uns hinzugeben.“ 7

b.    Gefahren der Verflachung des Eucharistischen Glaubens

Meine Generation in den vergangenen Jahrzehnten, ich bin 1961 geboren, hat die liturgische Reform erlebt. 1966 ging ich zur Frühkommunion und danke Gott, dass mir diese Gnade als 5-jährigem geschenkt wurde. Auch das hat das Konzil bewirkt: einen neuen Zugang trotz vieler Verflachungen, die es anschließend gegeben hat. Kindern konnte so ein guter Weg gezeigt werden. Leider aber gibt es auch Gefahren der Verwässerung gerade in Bezug auf den Eucharistischen Glauben.

Wenn wir nicht mehr diesen innersten Kern wahrnehmen, wenn wir nicht mehr wissen, dass unsere Kirchen nur deshalb Orte der Kultur geworden sind, weil sich in ihnen der größte Kult offenbart, – denn es ist ein Ort der Anbetung, wo das Kreuzesopfer Jesu Christi das dort gegenwärtig wird, sein Tod und seine Auferstehung – dann brennt auch bei uns das Dach, ein vernichtender Brand, der die Substanz unseres Glaubens bedroht. Wie viel kalte Asche bedeckt die Herzen der Menschen, die seit ihrer Erstkommunion und Firmung die Gegenwart Jesu im Sakrament seiner Liebe vergessen haben oder vielleicht nie kennenlernen konnten.

Wie ich noch Kaplan in Bochum-Stiepel war, ging mein erster Weg bei der Ministrantenstunde mit den Kindern immer zum Tabernakel. Und ich lud die Kinder ein, alles dem Herrn zu sagen, was sie am Herzen hatten. Es war mir wichtig, dass sie wissen, es gibt jemanden, bei dem ich anklopfen kann, vor dessen Gegenwart ich meine Knie beuge. Wenn wir das nicht mehr tun, wenn wir nicht mehr aus der Orthopraxie die Orthodoxie erlernen, schwindet der Glaube. Deshalb sind die Anbetung und Verherrlichung die höchste Form der Liebe und diese wird gegenwärtig in jeder Heiligen Messe, egal ob im außerordentlichen oder im ordentlichen Ritus. Dies muss man auch jenen sagen, die nur den alten Ritus feiern: Auch die „neue Messe“ ist, wenn man sie ordentlich feiert, das gleiche Kreuzesopfer.

2    Anbetung und Verherrlichung ist Liebe in ihrer höchsten Form

In diesem Vortrag will ich kein Klagelied anstimmen, sondern uns einstimmen lassen vom Herrn selbst, der in seinem hohepriesterlichen Hochgebet beim Letzten Abendmahl (Joh 17) den Vater im Himmel preist und verherrlicht: „Vater, verherrliche Deinen Sohn, wie der Sohn Dich [jetzt] verherrlicht.“ Christus nimmt uns hinein in dieses wunderbare Geheimnis. Es vollzieht sich auf unblutige Weise das Kreuzesopfer des Karfreitags, das durch die Wandlungsworte über Brot und Wein das Geschehen von Golgotha bestimmt und verwandelt.

Wer von Ihnen 2005 beim Weltjugendtag in Köln gewesen ist, kann sich vielleicht noch erinnern. Ich war damals noch 20 Jahre jünger und habe eine Nacht lang Anbetung gehalten. Das Schlafen in einem Müllsack war mir nicht möglich, weil es zu kalt war, aber das Herz hat gebrannt von der Gegenwart des Herrn. Wenn eine Million junger Menschen zusammen sind und wirklich daran glauben, dass der Herr hier gegenwärtig ist, dann ist das Erneuerung der Kirche in der Praxis: Ich glaube daran, dass der Herr bei uns ist und zwar nicht als ein Stück Brot, das nicht lebt, sondern als Brot, das lebt und Leben gibt, als lebendiger Herr!

Benedikt XVI. sagte damals: Ein Akt der Brutalität wird zum größten Akt der Liebe 8, denn es gibt „keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde“, ja sogar für seine Feinde „hingibt“. Hier geschieht „der zentrale Verwandlungsakt, der allein wirklich die Welt erneuern kann: Gewalt wird in Liebe umgewandelt und so Tod in Leben. Weil er den Tod in Liebe umformt, darum ist der Tod als solcher schon von innen her überwunden und Auferstehung schon in ihm da.“ 9


Erst in dieser Perspektive begreifen wir die Wandlungsworte, die der Herr selber spricht und die uns die Synoptiker wie auch der Apostel Paulus überliefert haben: „Mein Leib, hingegeben für euch; mein Blut, vergossen für euch und für viele.“

Das Weihepriestertum ist heute sehr umstritten. Beim Letzten Abendmahl stiftet der Herr mit diesem Opfer auf immer das Weihepriestertum, so dass bis heute Männer vom Herrn berufen werden, wenn der Bischof ihnen die Hände auflegt und sie zu Priestern weiht, wie damals Christus seine Aposteln beauftragte, „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“. Wir dürfen die Heilige Messe am Sonntag nicht als eine Möglichkeit unter vielen darstellen. Wir müssen wieder die innere Kraft der Märtyrer von Karthago uns vergegenwärtigen, die unter Todesgefahr gesagt haben: „Quoniam sine dominico non possumus – denn ohne den Herrentag, ohne das Herrengeheimnis, können wir nicht sein“ 10. Sie haben lieber den Tod hierfür auf sich genommen, wenn sie die Heilige Messe im Geheimen gefeiert haben, als auf die Sonntagsmesse zu verzichten. Vielleicht werden auch wir einmal solche Katakomben-Messen wieder bekommen.

Denn der „Priester selbst ist“ – wie es Papst Franziskus wunderbar ausdrückt – „überwältigt von dem Wunsch nach Gemeinschaft, die der Herr für alle hat: Es ist, als stünde er zwischen dem in Liebe brennenden Herzen Jesu und dem Herzen jedes Gläubigen, .... Der Eucharistie vorzustehen bedeutet, in den Schmelzofen der Liebe Gottes einzutauchen.“ 11 Hier verwendet Papst Franziskus ganz ähnliche Worte wie Benedikt XVI. (vgl. Benedikt XVI.: „im Schmelztiegel des Leidens“ 12).

Nicht nur die Amts-Priester, die in persona Christi die Worte Jesu allein wirkmächtig sprechen dürfen, sondern alle dürfen dieses Geschehen nicht einfach als Zuschauer von außen erleben, sondern müssen im gemeinsamen Priestertum sich mithineinnehmen lassen in die Anbetung Jesu Christi an den Vater im Heiligen Geist. „Auf diese Weise will uns Christus in seine Hingabe an den Vater hineinziehen. Diese Hingabe hat für Christus wie für uns nichts Zerstörendes an sich. Sie ist für uns vielmehr Antwort auf die Liebe Gottes, der uns erschaffen hat, um uns in einen nie endenden Dialog der Liebe einzubeziehen.“ 13 Der Grund unseres Lebens ist eigentlich der nie endende Dialog der Liebe des Vaters und des Sohnes im Heiligen Geist. „Wir selbst dürfen uns nach Paulus „als lebendiges Opfer“ (Röm 12,1) darbringen: das ist „logosgemäßer Gottesdienst“ 14 als „Antwort auf die Liebe Gottes, der in seinem Sohn unsere Schuld hinweggenommen und den Hass der Welt durch seine Liebe überwunden hat. Indem wir uns in der Heiligen Messe hineinnehmen lassen in das Opfer Christi, in seine Hingabe an den Vater, werden wir mehr und mehr fähig, unser ganzes Leben zum Lobpreis Gottes, zur Anbetung, zu einem dem Herrn gemäßen Gottesdienst. Unser ganzes Leben kann Eucharistie werden: Gebet, Danksagung, Hingabe.“ 15

Eucharistie als Anbetung bedeutet dann unsere freudige Ganzhingabe an den Herrn und mit ihm an den Vater im Heiligen Geist. Anbetung ist, wie Ratzinger sagt, „ihrem Wesen nach immer Liebe in ihrer höchsten Form“.

Wie geht das? Es beginnt damit, dass ich mich vom Herrn in seiner Liebe waschen lasse im Zeichen des Kreuzes, im Schuldbekenntnis, in der Beichte, in Akten der Reue, dass ich mich von Seinem Wort treffen lasse, um umgestaltet zu werden in der Kraft des Heiligen Geistes und Ihn anzuziehen, den meine Seele liebt. Es ist – wie Papst Franziskus sagt – „der Geist, der uns in das Pascha-Mysterium eintaucht, unser ganzes Leben umwandelt und uns immer mehr Christus gleichgestaltet.“ 16

Schließlich darf jeder von uns im Geiste sein Leben, seine Sorgen und Nöte und Freuden hineinlegen in die Opferschale und in den Kelch des Heiles. Aber nicht nur das Unsrige, sondern vor allem auch die Intention des Nächsten, ja die Intention für die Verstorbenen. Das Gebet für die Verstorbenen muss uns in jeder Hl. Messe gegenwärtig sein. Ich bin dagegen, dass man die Requien schon als Auferstehungsmessen feiert, denn die Liebe verpflichtet uns, für unsere Verstorbenen zu beten.

Mit Karl Rahner möchte ich wiederholen, dass in der Wandlung das „dichteste, das wirksamste Wort“ gesprochen wird. Mit diesem Wort ist wirklich alles da… „Es ist das Wort, das der Priester dort spricht, wo er leise, ganz hineingenommen in die Person des fleischgewordenen Wortes des Vaters sagt: ‚Das ist mein Leib … das ist der Kelch meines Blutes‘ da wird nur Gottes Wort gesprochen. Da wird das wirksame Wort gesagt.“ 17 Im gleichen Sinne sagt Papst Franziskus: „Die Stille führt zur Anbetung!“ 18

In diesem Augenblick vollzieht sich unblutig das Kreuzesopfer Jesu Christi, sein Tod und seine Auferstehung. Denn durch Christus „und mit ihm und in ihm ist Dir Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit.“ Hier tauchen wir ein – wie es Papst Franziskus ausdrückt – „in sein Leiden, seinen Tod, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt.“ 19

Stimmen wir deshalb voller Freude ein in das Amen am Ende des Hochgebetes und in das Amen bei der Hl. Kommunion. Es ist die Doxologie, die die Priester am Ende des Hochgebet singen und die auch unser Leben zu einem Lobpreis Gottes werden lassen, damit nicht kalte Asche bleibt, sondern das Feuer des Heiligen Geistes, das die Herzen erwärmt. Und dann gehen wir zur Hl. Kommunion und empfangen Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen in diesen Gaben als Angeld des ewigen Lebens und Unterpfand der künftigen Herrlichkeit. Denn er ist zugleich auch der, der wiederkommen wird am Ende der Zeit. Und doch wissen wir, wie es der hl. Augustinus ausdrückt, dass nicht wir diese Gaben verwandeln, sondern dass sie uns verwandeln 20 sollen, oder wie es Papst Franziskus mit dem hl. Leo dem Großen sagt: „Unsere Teilnahme am Leib und am Blut Christi bewirkt nichts anderes, als dass wir zu dem werden, was wir essen“ 21, damit wir „e i n   Leib und   e i n  Geist werden“ 22 (Eph 4,4)  in Jesus Christus, vereint mit unserem Papst, mit unserem Bischof, mit der Gemeinschaft der Heiligen, mit all den Menschen, für die Christus sein Fleisch und sein Blut hingegeben hat.

4    Eucharistie und Kirche

Gerade in diesem letzten Gedanken erkennen wir, wie wichtig Eucharistie und Kirche sind. Da die Kirche momentan gerade eine Leidenszeit durchmacht und in einer großen Krise steckt, müssen wir uns die Erneuerung vom Herrn erbitten durch den Ursprung der Kirche, nämlich in der Eucharistie, die Ursprung, Quelle und Zukunft dieser kirchlichen Gemeinschaft ist. Das Schicksal der Kirche hängt von der Eucharistie ab. Sie ist Ursprung, Quelle, Höhepunkt und Zukunft der kirchlichen Communio mit dem auferstandenen Herrn und der Gläubigen untereinander. Tagtäglich wird die Kirche aus seinem geöffneten Herzen neu geboren. 23

„Ohne diese Eingliederung [in den mystischen Leib Christi] gibt es keine Möglichkeit, den Kult gegenüber Gott in Fülle zu leben. In der Tat gibt es nur einen Akt des vollkommenen und angemessenen Kultes gegenüber dem Vater, den Gehorsam des Sohnes, dessen Maß sein Tod am Kreuz ist. Die einzige Möglichkeit, an seinem Opfer teilzuhaben, besteht darin, Söhne im Sohn zu werden.“ 24

1960 schrieb Joseph Ratzinger: „[…] wer wahrhaft anbetet, beugt nicht nur das Knie, sondern sich selbst. Er beugt sein Leben vor Gott. […] Gott will nicht diese oder jene Werke, diese oder jene Spezialandachten von uns. Er will uns selbst. Das Ja des ganzen Lebens.“ 25 Es ging dem Theologen und späteren Erzbischof und Kardinal bzw. Papst um jenen ‚Exodus‘ aus der Ichverfangenheit – aus dem Selbstgemachten – hin zu Jesus Christus, der sich für uns selbst zur Gabe gemacht hat. Diesen Exodus müssen auch wir vollziehen in jeder Heiligen Messe, indem ich sage: Herr, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir. Nimm dieses Ego, das so besetzt ist mit eigenem Stolz und Wünschen. Und gib alles mir, was mich fördert zu Dir, d. h. dass ich so leben kann, dass Du in mir lebst. Je mehr wir dieses „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20), dieses „Wer sich selbst verliert, wird das Leben finden“ (vgl. Mt 16,24f.) konkretisieren, umso deutlicher erkennen wir, dass wir von ihm erkannt, ja geliebt sind.

Wer sich von dieser Dynamik der Liebe erfassen lässt, wer von dieser Liebe „gekostet“ hat, der bekommt wieder Hunger. Wie viele haben den Appetit verloren an und in dieser Kirche oder sind gleichgültig geworden. Es ist erschütternd, dass wir heute zuerst nicht einen Priestermangel haben, sondern vor allem einen Gläubigen-Mangel, ja einen Glaubensmangel, der wirklich erschütternd ist. Die Menschen glauben nicht mehr, dass Gott sich selbst in Jesus Christus offenbart hat, dass er sich auch heute offenbaren will, auch heute zu den Menschen spricht in seinem Wort, wodurch er lebendig zu uns spricht, und sich offenbart, wenn wir ihn empfangen dürfen im Brot des Lebens und im Kelch des Heils. Durch die eucharistische Anbetung nach, vor und in der Hl. Messe können wir das Geheimnis, das wir gemeinsam feiern, immer tiefer erfassen. Deshalb ist es gut, wenn man sich bei der Wandlung sich hinkniet, solange man noch knien kann. Das ist wahre Einheit mit dem Herrn, der sich ja in den Staub unserer Sünden hineingekniet hat, der dreimal auf seinem Kreuzweg gefallen ist und der wirklich im Dreck der Menschen lag. So können wir das Geheimnis des Glaubens begreifen lernen und unser eigenes Leben von Christus umwandeln lassen, sodass wir selbst Leib Christi werden, den wir in der hl. Kommunion empfangen und werden so gleichsam „blutsverwandt mit ihm“.

Diese existentielle Wahrheit erklärte Papst Benedikt damals 2005 beim Weltjugendtag vor allem durch die beiden Begriffe ‚proskynesis‘ und ‚adoratio‘. Der griechische wie der lateinische Begriff wird im Deutschen jeweils mit ‚Anbetung‘ übersetzt.

Proskynesis heißt wörtlich Unterwerfung, sich niederwerfen. Es bedeutet, seine eigene Freiheit „nach dem Maß der Wahrheit und des Guten zu richten“, um so selbst wahr und gut zu werden. Gott verlangt von uns nicht blinde Unterwerfung, sondern Liebe. Wir sind nicht nur Menschen, die sich in den Staub hinwerfen, um einen unbegreiflichen Gott anzubeten, der willkürlich handeln würde. Wir sind einem Gott verpflichtet, der wirklich „logosgemäß“, d. h. in einer wunderbaren Logik der Liebe zu uns gekommen ist und sich uns offenbaren will. Deshalb wird der zweite Begriff notwendig: ‚ad-oratio‘ – von Papst Benedikt als „Berührung von Mund zu Mund“, als „heiliger Kuss“, gedeutet. Diese Einigung mit Christus geschieht, indem ich persönlich seine Freundschaft annehme und sie in Liebe beantworte. So wird jede Eucharistie die Vergegenwärtigung der unbegreiflichen Liebe, die Jesus Christus dem Vater entgegenbringt und unserer Antwort auf diese Liebe.

5    Durch das Kreuz zum Licht des Auferstandenen

In diesem Geist nimmt Jesus uns auf und führt uns im ‚feurigen Wagen‘ seiner gekreuzigten Liebe dem Vater entgegen. Joseph Ratzinger hat dieses Bild vom Kreuz als feurigen Wagen der Himmelfahrt des Propheten Elija entlehnt und dabei an ein von Origenes Jesus zugeschriebenen Wort erinnert: „Wer mir nahe ist, ist dem Feuer nahe“ 26 Dieses Wort wird Jesus Christus zugeschrieben. Wir sind also nahe dem brennenden Dornbusch, so möchte ich sagen. Jesus Christus, der „Ich bin, der ich bin da für Euch“ möchte uns nicht nur berühren, sondern von innen her umwandeln. Gerade jetzt – auf dem Wüstenweg ihrer Pilgerschaft – erfährt die Kirche Christus als den lebendigen Dornbusch: „Ich bin, der ich bin da für euch.“ (Ex 3,14) In einem rabbinischen Midrasch heißt es: Der Dornbusch gleicht dem Herzen. Auch das Herz kann brennen ohne verzehrt zu werden. Wie Maria wollen wir uns entzünden lassen von diesem brennenden Herzen seiner Liebe. 27

Diese Einsicht in die Eucharistie wie auch in das Geheimnis der Kirche ist entscheidend, denn beide Mysterien sind eng miteinander verbunden. Nicht wir „machen“ die Kirche, nicht wir „machen“ Messe, denn auch in der Eucharistie ist der dreieinige Gott der eigentlich Handelnde 28. Die heiligste Dreifaltigkeit hat diesen Weg gewählt, um „eine Begegnung mit Ihm, dem Lebendigen“ 29 zu ermöglichen. Es ist ein Geschehen im Heiligen Geist, in dem Christus als Priester und Opfergabe den Vater durch seinen Akt der Hingabe verherrlicht und von ihm verherrlicht wird (vgl. Joh 17,1). Deshalb ist die Heilige Messe der Opferung und der Anbetung in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Demgemäß hat der emeritierte Papst Benedikt und in der Folge auch Papst Franziskus das Kreuz bei jeder Eucharistiefeier neu in den Blickpunkt der Feiernden gerückt: Das ist unser Osten („der innere Osten des Glaubens“ 30), deshalb brauchen wir die Altäre nicht wieder schnell umbauen. Aber ich muss den Herrn in der Mitte haben, das ist das Entscheidende. Auch ich wäre für die Ostung, doch es wird heute nur kirchenpolitisch ausgelegt und man verliert sich in kirchenpolitischen Streitereien. Diese machen uns kaputt. Wir müssen wirklich die Einheit mit dem Papst leben, denn ohne den Papst gibt es keine katholische Kirche.

Denn wir dürfen nie vergessen, dass wir uns nicht selbst feiern, sondern dass wir das nur mitvollziehen, was Christus für uns vollzieht, die tiefste Anbetung im Heiligen Geist durch die Hingabe seines eigenen Lebens zur Vergebung der Sünden. Zu dieser Feier sammelt Christus seine Kirche als das neue Volk Gottes, das stets der Reinigung bedarf, (vgl. LG 8), um eucharistiefähig zu werden.

6    „participatio actuosa“

Wie also können wir uns von dieser Dynamik Christi, von der barmherzigen Liebe Gottes wieder neu erfassen lassen? Indem wir die „participatio actuosa“ (die aktive Teilnahme an der Liturgie) nicht auf ein oberflächliches Agieren reduzieren, sondern dass wir uns von diesem Geschehen erfassen lassen. Je mehr mein Herz brennt, desto mehr nehme ich aktiv teil an der Hingabe des Herzens Jesu an den Vater im Heiligen Geist. Je mehr ich mich selbst durch diesen Liebesbrand Gottes entzünden lasse, umso mehr sehe ich auch die Armen, die meine Hilfe brauchen. Deshalb ist die hl. Mutter Teresa die Patronin der Armen geworden, weil sie so sehr den Herrn liebte in seiner eucharistischen Gegenwart wie in den Armen. Ein Grund ihrer vielen Gründungen in der ganzen Welt war, dass sie überall einen Tabernakel aufstellen wollte als „Feuerherd der Liebe“ 31, damit die Menschen wissen, dass hier lebendig das Feuer der Liebe Gottes für uns brennt in seiner lebendigen Gegenwart. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40) Die konkrete Barmherzigkeit – wie es Papst Franziskus und die hl. Mutter Teresa betonen - und die Verehrung des Allerheiligsten im Sakrament des Altares gehören zusammen, weil wir hier wie dort Gott begegnen. Es gilt zu erkennen, dass wir hier wie dort gleichsam unsere Schuhe in Ehrfurcht ausziehen müssen, da wir Gott begegnen (Vgl. Ex 3,5).

„Wir stehen vor Gott – er spricht mit uns, wir mit ihm“, so Papst Benedikt XVI. 2007 bei seiner Rede in Heiligenkreuz. „Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht.“ Der em. Papst bat darum: „Gestaltet die heilige Liturgie aus dem Hinschauen auf Gott in der Gemeinschaft der Heiligen, der lebendigen Kirche aller Orten und Zeiten so, dass sie zu einem Ausdruck der Schönheit und Erhabenheit des menschenfreundlichen Gottes wird!“ 32 Diese Mitte ist letztlich der wiederkommende Christus, wie wir in der erneuerten Liturgie nach der Wandlung beten: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“. Es wird also das ganze Heilsgeheimnis gegenwärtig und Christi Wiederkunft schon vorweggenommen, im Bewusstsein, dass uns der Bogen der Heilsgeschichte Gottes umschließt.

7    Schluss

Am Ende seines Lebens, so wird vom hl. Thomas von Aquin berichtet, kniete dieser „stundenlang in der Kapelle vor dem Tabernakel und hatte seinen Kopf an die Tabernakeltür“ gelegt. „Auf die Frage einer seiner Mitbrüder, warum er so nahe dem Tabernakel sei, gab er die berührende Antwort: ‚Ich höre darin das Herz des Herrn schlagen.‘“ 33 Gott sehnt sich nach uns. Überhören wir nicht den Schlag seines Herzens, das zu uns spricht: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9) Aus der heilsgeschichtlichen Erfahrung können wir mit unserem emeritierten Papst Benedikt bekennen: „Noch viel mehr als wir Menschen Gott je suchen und ersehnen können, sind wir schon zuvor von ihm gesucht und ersehnt, ja gefunden und erlöst! […]; sein geöffnetes Herz ist die Fülle der Liebe. […] Denn der Herr schaut jedem von uns ins Herz.“ 34

Ich möchte meinen Vortrag mit dem Rückblick auf zwei sprechende Zeichen, die Papst Franziskus setzte, abschließen:
1.    Als es nicht mehr möglich war an der Hl. Messe teilzunehmen, hat er im Live-Stream nach der hl. Kommunion täglich die Monstranz ausgesetzt, um allen im Blick auf die Hostie die Gewissheit zu vermitteln: „Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20) Das hat mich sehr berührt und es hat sicherlich bei manchem Liturgen ein Ächzen hervorgerufen.

2.    Apokalyptisch mutete der bewegende, erstmalige eucharistische Segen Urbi et orbi an, den Papst Franziskus auf dem menschenleeren Petersplatz spendete. Mit seinen Worten möchte ich enden:

„‘Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?‘ Liebe Brüder und Schwestern, von diesem Ort aus, der vom felsenfesten Glauben Petri erzählt, möchte ich heute Abend euch alle dem Herrn anvertrauen und die Muttergottes um ihre Fürsprache bitten, die das Heil des Volkes Gottes und der Meerstern auf stürmischer See ist. … Von diesen Kolonnaden aus, die Rom und die Welt umarmen, komme der Segen Gottes wie eine tröstende Umarmung auf euch herab. … Du aber, Herr, überlass uns nicht den Stürmen. Sag zu uns noch einmal: ‚Fürchtet euch nicht‘ (Mt 28,5). Und wir werfen zusammen mit Petrus ‚alle unsere Sorge auf dich‘“ (vgl. 1 Petr 5,7). 35

Ave Verum corpus natum de Maria Virgine.
Wahrer Leib, sei uns gegrüßet,
den Maria uns gebar!
Du hast uns're Schuld gebüßet,
sterbend auf dem Kreuzaltar;
Blut und Wasser sind geflossen,
als dein Herz durchstochen war.
Sei zum Heil von uns genossen
in der Todesstund' Gefahr!

Göttlich Blut, für uns vergossen
aus des Heilands Wunden rot,
hast den Himmel uns erschlossen,
uns erlöst vom ew'gen Tod.
Herr, der Feind von allen Seiten,
mit Gewalt und Arglist droht;
hilf uns beten, hilf uns streiten,
stärk' uns in des Sterbens Not! 36

Fußnoten:

1 Für die bessere Lesbarkeit wurde der Vortrag sprachlich bearbeitet. Dabei wurde der Stil des gesprochenen Wortes so weit wie möglich beibehalten. Dabei habe ich schon von mir veröffentlichte Arbeiten mitverwendet.
2 M. Aupetit, Interview (TV) am 16. April 2019: „Cet écrin, il n'a pas été fait pour la couronne d'épines, il a été fait pour un morceau de pain : c'est étonnant. Comment peut-on construire une telle œuvre d'art pour un morceau de pain ? Ce morceau de pain, nous croyons qu'il est le corps du Christ. Et ça, cela demeure" (eigene Übersetzung). Vgl. auch ders., https://dioceseparis.fr/homelie-de-mgr-michel-aupetit-50011.html (14.07.2022).
3 Präfation für die Osterzeit V.
4 Benedikt XVI., Fronleichnam 2010.
5 ebd.
6 Franziskus, Desiderio desideravi, 7.
7 Benedikt XVI., Fronleichnam 2010.
8 Vgl. Benedikt XVI., Predigt beim Weltjugendtag in Köln am 21.8.2005: „Was von außen her brutale Gewalt ist, wird von innen her ein Akt der Liebe, die sich selber schenkt, ganz und gar.“
9 Ebd.
10 J. Ratzinger, Von der Bedeutung des Sonntags für Beten und Leben des Christen, in: JRGS 11, 235–258, hier: 236.
11 Franziskus, Desiderio desideravi, 57.
12 Benedikt XVI., Fronleichnam 2010.
13 St. Horn SDS, Eucharistische Spiritualität bei Papst Benedikt XVI., auf: https://ratzinger-papst-benedikt-stiftung.de/theologie/theolbeitraege/theol-eucha/ (19.07.2022).
14 Paulus in Röm 12,1 „euch selbst als lebendiges Opfer darzubringen“ (V. 1): Das griechische Wort ist logike latreia und kommt dann im ersten Eucharistischen Hochgebet des Römischen Kanons vor: „rationabile obsequium“ (Hingabe).
15 Horn, Eucharistische Spiritualität.
16 Franziskus, Desiderio desideravi, 21.
17 K. Rahner, Priester und Dichter (Schriften zur Theologie III). Einsiedeln-Zürich-Köln 1956, 362. Vgl. Introitus „Dum medium silentium tenerent omnia“ - „Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da stieg dein allmächtiges Wort, Herr, vom Himmel herab, vom königlichen Thron.“ auf: https://gregorien.info/chant/id/2534/1/de (20.07.2022)
18 Vgl. Franziskus, Desiderio desideravi, 52.
19 Franziskus, Desiderio desideravi, 12.
20 Siehe: Aug. Conf. 7 10.
21 Franziskus, Desiderio desideravi, 41.
22 Eucharistisches Hochgebet III: „Stärke uns durch den Leib und das Blut deines Sohnes und erfülle uns mit seinem Heiligen Geist, damit wir ein Leib und ein Geist werden in Christus.“
23 Vgl.  J. Ratzinger, Kirche – Zeichen unter den Völkern, JRGS 8/2, 1316. Vgl. Franziskus, Desiderio desideravi, 14.
24 Franziskus, Desiderio desideravi, 15.
25 J. Ratzinger, Kosmische Liturgie. Ein Predigtvorschlag zur ewigen Anbetung, in: JRGS 4, 789–196, hier: 796.
26 Origenes, Homilie zu Jeremias L. I [III]). Siehe auch: J. Ratzinger, Diener eurer Freude, Inspiration über die Priesterliche Spiritualität, Freiburg i. Br. 1988, 34.
27 Vgl. Franziskus, Desiderio desideravi, 59.
28 Vgl. Franziskus, Generalaudienz am 12.2.2014: „Man muss sich stets vor Augen halten, dass die Eucharistie nicht etwas ist, das wir tun; sie ist nicht unser Gedenken an das, was Jesus gesagt und getan hat. Nein. Sie ist wirklich ein Handeln Christi! Christus ist es, der dort handelt, der auf dem Altar da ist.“
29 Franziskus, Desiderio desideravi, 10.
30 Siehe: J. Ratzinger, JRGS 11, Der Geist der Liturgie, 29–194, 84f: „Die Richtung nach Osten wurde, wie wir hörten, mit dem »Zeichen des Menschensohns« in Verbindung gebracht, mit dem Kreuz, das die Wiederkunft des Herrn ankündigt. So wurde der Osten sehr früh mit dem Kreuzeszeichen verbunden. Wo die direkte gemeinsame Zuwendung zum Osten nicht möglich ist, kann das Kreuz als der innere Osten des Glaubens dienen. Es sollte in der Mitte des Altares stehen und der gemeinsame Blickpunkt für den Priester und für die betende Gemeinde sein. So folgen wir dem alten Gebetsruf, der an der Schwelle der Eucharistie stand: »Conversi ad Dominum« – Wendet euch zum Herrn hin. So schauen wir zusammen auf den, dessen Tod den Tempelvorhang aufgerissen hat – auf den, der für uns vor dem Vater steht und uns in seine Arme schließt, uns zum lebendigen neuen Tempel macht. Zu den wahrhaft absurden Erscheinungen der letzten Jahrzehnte zähle ich es, dass man das Kreuz auf die Seite stellt, um den Blick zum Priester freizugeben. Stört das Kreuz bei der Eucharistie? Ist der Priester wichtiger als der Herr? Diesen Irrtum sollte man so schnell wie möglich korrigieren; das geht ohne neuerliche Umbauten. Der Herr ist der Bezugspunkt.“ Siehe auch: J. Ratzinger, JRGS 11, Der Geist der Liturgie, 29–194, 82f: „Wesentlich bleibt dagegen die gemeinsame Wendung nach Osten beim Hochgebet. Hier geht es nicht um Zufälliges, sondern um Wesentliches. Nicht der Blick auf den Priester ist wichtig, sondern der gemeinsame Blick auf den Herrn. Nicht um Dialog geht es nun, sondern um gemeinsame Anbetung, um den Aufbruch zum Kommenden hin. Nicht der geschlossene Kreis entspricht dem Wesen des Geschehens, sondern gemeinsamer Aufbruch, der sich in gemeinsamer Richtung ausdrückt.“
31 Anrufung der Herz-Jesu-Litanei. Vgl. M. Hildegard Brem, Gertrud von Helfta, Botschaft von Gottes Güte, Bd. 4: Buch 5, lateinisch-deutsch, Heiligenkreuz 2016, 189: Gertrud die Große schreibt in ihrem Werk „Gesandter der göttlichen Liebe“ im 27. Kapitel, Nr. 7: „vom glühenden Ofen des vergöttlichten Herzens“.
32 Benedikt XVI., In visitatione Abbatiae ,,Heiligenkreuz‘‘, die 9 Septembris 2007, in: AAS 99 (2007) 855.
33  Vgl. Joachim Kardinal Meisner, Hirtenwort Oktober 2013, auf: https://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/ebkportal/erzbistum/erzbischof/.content/documentcenter/predigten_jcm/hirtenbriefe/jcm_hw_Euch.Anbetung.pdf (20.7.2022)
34 Benedikt XVI., In visitatione, 854.
35 Franziskus, Segen "Urbi et orbi" am 27. März 2020.
36 Wahrer Leib, sei uns gegrüßet ist ein Kirchenlied von Heinrich Bone, 1882 und Joseph Mohr, 1899 und ist eine Übersetzung des lateinischen Ave Verum Corpus natum.

Archivfoto Abt Heim bei der Feier der Hl. Messe (c) Stift Heiligenkreuz

kath.net-Buchtipp
Glaubenswege: Mein Weg ins Ordensleben
Herausgeber: Petra Lorleberg
Vorwort von Abt Maximilian Heim OCist
154 Seiten; Paperback
Dip3 Bildungsservice Gmbh 2013
ISBN 978-3-902686-85-5
Preis 9.80 EUR


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Lesermeinungen

Peter2021 21. Juli 2022: @ Freude_am_Glauben

Das freut mich sehr!! Hier noch 2 Links zur ewigen Anbetung:

https://www.bonifatius.tv/home/pere-florian-racine-ewige-eucharistische-anbetung-folge-2_5322

Kommen Sie am 20.08. nach Neuzelle zu Adoratio:
https://www.zisterzienserkloster-neuzelle.de/2022/07/03/adoratio-kongress-neuzelle-am-20-august/

www.bonifatius.tv/home/pere-florian-racine-ewige-eucharistische-anbetung-folge-1_5276

723Mac 21. Juli 2022: wir bedauern auch sehr

dass am Ort der längsten ununterbrochenen Anbetung des Allerheiligsten in Deutschland- ununterbrochen seit 1721-in der Münchner Herzogspitalkirche

seit März 2020 vermutlich nur noch 3 (drei) öffentliche Heilige Messen gelesen wurden

Die Münchner Herzogspitalkirce ist auch Ort wo die Fürsprache der schmerzhaften Gottesmutter sehr intensiv für das Gottesvolk erfahrbar ist- von gemeldeten über 3 TSD erhörten Gebeten 4 Heilungen und eine Erretunng sind vom EB München kirchenamtlich als Wunder (wie in Lourdes )anerkannt

girsberg74 21. Juli 2022: @Freude_am_Glauben I

Ja, ich war dort, bin noch voller Eindrücke. Würde wieder nach Regensburg fahren, wiewohl Fulda, wo früher schon mehrfach der Kongress tagte, mir verkehrlich genehmer ist, da ich von dort noch am hellen Tag wieder zuhause ankomme; zudem ist dort Raum für viel mehr Teilnehmer.

Fulda aber wollte den Kongress nicht haben. - Verstehe!

girsberg74 21. Juli 2022: @Freude_am_Glauben II

Den Kongress selbst will ich nicht bewerten / loben, außer dass ich die Teilnahme empfehle. Vielleicht dass ich doch noch einen (weiteren) Vortrag anspreche, wo der Referent sich nur zweimal durch Beifall unterbrechen ließ; er trug einfach nur weiter vor. Ich sprach diesen Referenten später auf meine Beobachtung an, sagte, dass mich das beeindruckt habe.

Wenn ich den Kongress empfehle, so hat das nicht nur damit zu tun, dass die Vorträge katholisch sind und frei von Häresien, die Referenten auch noch sehr gut, sondern dass es dort zu vielen Begegnungen kommt, die mehr sind als Friede, Freude, Eierkuchen. Dazu gehören dann auch die Gespräche an den Ständen der verschiedenen katholischen oder sonst nahe stehenden Organisationen / Vereinigungen, die den Blick auf alles Katholische weiten.

Besonders beeindruckend war mir die Marienprozession am Samstagabend durch drei große alte Kirchen der Stadt. - War schön!

Freude_am_Glauben 21. Juli 2022: Danke für den Vortrag: Exzellent

an die Vorposter
@Thomasus: gute Anregung! auch bei uns werktags Stille Anbetung

@ girsberg: Sie waren vor Ort? Schön!

@SalvatoreMio: unser Herr wird dem Kaplan eine Ehrenkrone überreichen (er hat ihn ja schon gestärkt für seinen Einsatz in Notre Dame)

@Peter2021: habe soeben den Link genutzt und mit staunenden Ohren und offenem Herzen mich einfach nur gefreut, Danke auch Ihnen.

Peter2021 21. Juli 2022: Großartig!!

Auch wunderschön:

https://www.bonifatius.tv/home/pere-florian-racine-ewige-eucharistische-anbetung-folge-3_7223

www.youtube.com/watch?v=wXHnSsGkHMs

SalvatoreMio 21. Juli 2022: steinerneDer Tabernakel, die steinere Schatztruhe, wurde nicht für die Dornenkrone errichtet, sonder

Danke, danke, danke, für diesen Vortrag, sehr geehrter Abt Maximilian! Was hätten wir im jetzigen Wirrwarr nötiger als solche Worte? Ich möchte daraus zur Weihnacht ein Geschenk für meine Freunde machen - in verkürzter Form - denn wir brauchen gute Glaubensnahrung! - Und möge unser Herr dem Kaplan von Notre Dame dereinst eine Ehrenkrone überreichen. Durch diesen einzelnen, mutigen Akt, hat er unter Lebensgefahr ein herrliches Glaubenszeugnis abgelegt. Danke, Kaplan Fournier!

girsberg74 21. Juli 2022: War beeindruckt vom Vortrag und vor allem von der Person

Schön, dass kath.net das jetzt schon bringt.

Thomasus 21. Juli 2022: Anbetung

Bei uns in der Gemeinde wird werktags eine halbe Std. vor der Hl. Messe das Allerheiligste ausgesetzt und Stille Anbetung gehalten .
Nach dem Eucharistischen Segen folgt die Hl . Messe.
Diese Bitte der Anbetung an den Pfarrer der Gemeinde richten.
Zuerst kamen wenige . Es wurden immer mehr.

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