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Bischof Oster nach Ad-Limina-Besuch: Habe „an keiner Stelle Zugeständnisse“ des Vatikan wahrgenommen

19. November 2022 in Aktuelles, 24 Lesermeinungen
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Oster: Die Kurienkardinäle Ladaria und Ouellet äußerten im offiziellen Ad Limina-Gespräch „deutlichen Widerspruch“ zum Synodalen Weg – Aber der Synodale Weg könne „unter Berücksichtigung der gemachten Eingaben weiter gehen“, berichtet Oster.


Vatikan-Passau (kath.net/pl) Der Passauer Bischof Stefan Oster schreibt am Ende des Ad Limina-Besuchs der Deutschen Bischofskonferenz auf seinem Facebookauftritt, er habe beim offiziellen Gespräch mit den „Behördenchefs des Papstes, insbesondere Kardinal Ladaria (Dikasterium für die Glaubenslehre) und Kardinal Ouellet (Dikasterium für die Bischöfe)“ „ an keiner Stelle Zugeständnisse, sondern vielmehr von beiden deutlichen Widerspruch zu den aus meiner Sicht bei uns am intensivsten diskutierten Fragen wahrgenommen, insbesondere zu den Fragen der Anthropologie (Lehre vom Menschen) und den daraus folgenden Fragen der christlichen Morallehre, wie auch zu den Fragen der Ekklesiologie, d.h. hier ganz besonders in den Fragen zur Kirche und damit auch in den Fragen zum Zugang zu den Weiheämtern“. Immerhin wollten Ladaria und Quellet „weiterhin mit den Bischöfen in Deutschland, wie auch über die Beschlüsse und Ergebnisse des Synodalen Weges in Deutschland im Gespräch bleiben“, so Oster. Weiter stellte Oster fest: „Auch in den Debatten über den Fortgang der Ökumene haben wir in Rom deutlichen Widerspruch zu jüngeren Vorschlägen aus Deutschland gehört. Zudem seien einige Themen ‚nicht verhandelbar‘.“ Oster berichtete, dass „der Papst … aber entgegen unserer Erwartung und entgegen der ersten Ankündigung aus für mich verständlichen Gründen“ bei dem Interdikasteriellen Gespräch „nicht mehr dabei“ gewesen sei. Oster gilt als Kritiker des Synodalen Weges.


Das Treffen war von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin moderiert worden, dieser habe betont, dass „diese römischen Interventionen … im weiteren Verlauf des Synodalen Weges berücksichtigt werden“ sollen.

Gleichzeitig räumte Oster aber ein, dass „mit diesen Vorschlägen wurde letztlich ein ebenfalls vorgeschlagenes Moratorium für den Synodalen Weg verhindert“ wurde, „so dass er unter Berücksichtigung der gemachten Eingaben weiter gehen kann“.

Deshalb fahre er „mit dem Eindruck nach Hause, dass über all die heftig diskutierten Fragen, weitere Vertiefung nötig ist“, schreibt der Passauer Bischof weiter. „Wir spüren, dass wesentliche Aspekte des Evangeliums heute nicht einfach kompatibel sind mit den herrschenden Strömungen einer Gesellschaft wie der unseren. Daher wurde in den meisten unserer Gespräche betont, insbesondere auch vom Papst, wie wichtig es ist, Wege der Evangelisierung für heute zu finden und sich darin zu investieren. Aufs Ganze gesehen gehe ich dankbar und ermutigt nach Hause. Und ich danke auch für das Gebet von so Vielen, die auf dieser Seite interessiert folgen.“

Foto (c) Deutsche Bischofskonferenz/Matthias Kopp

Weiterführender kath.net-Artikel mit der DBK-Pressemeldung: Vatikan äußert beim DBK-Ad-Limina-Besuch "Bedenken und Vorbehalte" gegenüber dem Synodalen Weg! - Ganz offiziell benennen Kurienkardinäle vor den Deutschen Bischöfen "die Bedenken und Vorbehalte, die gegenüber der Methodik, den Inhalten und den Vorschlägen des Synodalen Weges" bestehen - Gab es ein "NEIN" des Vatikans zu den deutschen Irrwegen?


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Lesermeinungen

lesa 19. November 2022:

Tip: video Kmmentar von Matthias Gersdorf

Derfromme 19. November 2022: @modernchrist

Sollte sich das so bewahrheiten, wäre ja Hoffnung. Es findet sich aber nur in dem facebook-Eintrag von Bischof Oster. In der gemeinsamen Erklärung zwischen Heiligem Stuhl und der DBK fehlt so etwas komplett.

modernchrist 19. November 2022: Einer der wichtigsten Sätze in Rom:

Das Treffen war von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin moderiert worden, dieser habe betont, dass „diese römischen Interventionen … im weiteren Verlauf des Synodalen Weges berücksichtigt werden“ sollen.
DH. einige Forderungen und Ausfaltungen in den Texten müssen gestrichen werden, die christliche Anthropologie darf nicht verdunkelt werden, dh. die Schöpfung als männlich und weiblich - naturwissenschaftlich völlig klar - muss anerkannt bleiben. Und einiges mehr. Wenn das nicht erfolgt, dann muss Rom die Verbreitung solcher Texte als Synodalergebnisse untersagen, weil sonst das Durcheinander heillos bleibt! Da müssen auch faule Tricks wie seinerzeit von Kard. Marx - man drucke es als "Handreichung für die Pfarreien" verboten sein! Also: Die aktuellen römischen Interventionen und Eingaben müssen berücksichtigt werden in den Texten, und zwar sofort!

hape 19. November 2022: Statt eines eigenen Kommentars …

verweise ich auf Martin Grünewald auf CNA (vgl. Link), dem ich mich hiermit anschließe.

de.catholicnewsagency.com/article/nach-ad-limina-besuch-deutsche-bischoefe-in-der-sackgasse-1977

Smaragdos 19. November 2022:

@Wynfried:

Das Problem ist, dass es in der Franziskus-Kirche nicht mehr darum geht, das Volk Gottes zu leiten, sondern nur noch, es zu "begleiten", wohin auch immer...

Zeitzeuge 19. November 2022: Lieber Chris2, danke für Ihre Worte;

ich werde hier weitermachen auch mit der

Verlinkung von wichtigen Quellen zum Thema, wobei

ich versuche, Wiederholungen zu vermeiden.

Auf "heiße Diskussionen" werde ich in der Regel

verzichten.Als Link füge ich den Text der

Enzyklika Papst Pius XI. "Quas primas" bei

mit welcher dieser Papst das morgige Christ-

königsfest eingeführt hat.

Gerne wünsche ich Ihnen und allen hier einen

gesegneten und besinnlichen Christkönigssonntag!

VIVA CHRISTO REY!

www.stjosef.at/dokumente/quas_primas.htm

Wynfried 19. November 2022: Mir klingt das alles zu verklausuliert!

Wie soll man die Aussage verstehen, der Synodale Weg könne „unter Berücksichtigung der gemachten Eingaben weiter gehen“, wie Bischof Oster berichtet. Was kann weitergehen? Was nicht? Hier würde ich mir mehr Klarheit wünschen. Die „Rote Linie“ muss doch nicht nur bei der Frage der Frauenordination gesetzt werden, sondern auch bei den anderen Fragen der Glaubens- und Sittenlehre, beispielsweise die von der Mehrheit der deutschen Bischöfen forcierte „Neubewertung“ der Sexualmoral und der Homosexualität.

Auxiliaris 19. November 2022: Der große Knall kommt noch!

Wie groß wird die Enttäuschung erst bei denen sein die sich beim Synodalen Weg engagieren? Die eigentliche Dramatik ist doch, dass "Hoffnungen" geweckt wurden die NIEMALS erfüllt werden, weil sie dem katholischen Glauben grundlegend widersprechen! Diese Wunden werden erst tief sein, denn mancher Akteur beim Synodalen Weg wird sich mächtig veräppelt fühlen.
Man spielt hier mit den Menschen anstatt sie zu den Quellen der Wahrheit zu führen. So werden engagierte Laien buchstäblich in die Irre geführt und das mit bischöflichen Segen! Und der Papst schaut seelenruhig bei diesem Treiben zu. Es ist der Wahnsinn!!!

Taubenbohl 19. November 2022:

Der 'Synodale Weg' in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten"

Mir ist es ziemlich klar.

Die Entscheidung liegt nicht in Rom sondern auf jeder Bischof der DBK allein wie es fortgeht.

Machtwort in diesem Fall ist nicht im Stil Francesco-

Latae Sententiae lauert.

Aber nicht für die nicht mit machen. Die Früchte der Treue werden sehr niedrig hängen für die die Treue halten.

Mehr kann man nicht sagen.

Chris2 19. November 2022: Lieber @Zeitzeuge

Ich hoffe, das mit dem Rückzug aus diesem Forum ist kein ernsthafter Gedanke? Bitte bleiben Sie mit Ihren glasklar katholischen Überzeugungen, Ihrem profunden Glaubenswissen und den vielen hilfreichen Links bei uns. Wenn Sie allerdings feststellen, dass es Ihnen zu viel wird oder Sie zu sehr belastet, hätten wir sicher alle Verständnis, wenn Sie sich (hoffentlich nur) zeitweise ein wenig zurückziehen. Beten wir füreinander und für die Verantwortlichen in Kirche, Staat und Gesellschaft. Denn nur noch das Bestürmen des Herrn wird uns in diesen ebenso verlogenen wie verlorenen Zeiten retten...

proelio 19. November 2022: Hoffnungslos!

Mit Papst Franziskus wird es keine notwendigen echte Reformen in der katholischen Kirche geben. Das war von Anfang klar! Hierzu fehlen ihm ganz einfach jegliche religiöse und sittliche Bildung. Bleiben wir deshalb standhaft im sakramentalen Leben, im Gebet und in der Treue zum katholischen Katechismus!

Bessi 19. November 2022:

Thomasus,
Das stop wäre wichtig, allerdings sind sehr viele Bischöfe in diesen Pontifikat neu von jetztgen Papst erwählt worden daher erwarte ich nichts gutes mehr

Smaragdos 19. November 2022: Chance verpasst

Der Vatikan hat die Chance verpasst, dem ganzen Spuk des SW ein Ende zu setzen oder wenigstens ein Moratorium anzuordnen. Stattdessen wird eine weitere "Vertiefung der heftig diskutierten Fragen" - sprich der deutschen Häresien - stattfinden. Als ob die katholische Lehre nicht klar genug wäre! Das Karussell geht also weiter...

Stefan Fleischer 19. November 2022: Dazu ein boshafter Spruch

von mir: Die Meinungen sind gemacht. Die Synode kann beginnen.

lajkonik 19. November 2022: Euer Ja sein Ja,Euer Nein sei ein Nein.

Was ist das denn für ein Nonsens, einerseits Widerspruch gegnen den syodalen Weg zu äußern und andrerseits ein Weitergehen zu tolerieren?

lesa 19. November 2022: "Bahnt dem Herrn einen Weg" (vgl Jes 40, 3)

Verlieren wir nicht den Mut. Der Herr hat uns auch einige Hirten geschenkt, die kraftvoll für das Wort Gottes eintreten und Christus verkünden. Aber dem unverfälschten Wort Gottes muss wieder die Tür geöffnet werden (vgl Kol 4,3). Der Weg muss gebahnt werden, damit der Exodus aus der Verfinsterung gelingt. Nur durch Gebet und Opfer können wir „den Raum des Zeltes weit machen“ (vgl Jes 54, 2). Die Fürsprache der Makellosen kann Licht in das Dickicht all der satanischen Verdrehtheit bringen. Wenn die Zeit da ist, wird Baal, vor dem zur Zeit viele Hirten geblendet ihre Knie beugen, zusammenbrechen.

Zeitzeuge 19. November 2022: Sehr geehrter Richelius, als echtem, mit vorkonziliarer Erstkommunion und

Firmung, Zeitzeugen ist mir die nachkonziliare Ära
hinreichend bekannt. Natürlich haben sie recht:
Die Untätigkeit des "Vatikans" gegen Lehrabweichler
(z.B HV relativierende Bischofskonferenzen und
div. Irrlehrer, wie in D z.B. Haag, Häring, Böckle
u. Co.) ist erschütternd. Auch haben die neo-
modernistischen Uni-Lehrer wohl die "venia legendi" auch vom Vatikan erhalten, oder?
Im Link das Archiv der UVK, ein Archiv des inner-
kirchl. Glaubenskampfes.
Mein "derzeit" bezieht sich a.d. Hoffnung, daß
mit Gottes Hilfe ein künft. Papst mit entspr.
Kurie eine echte RE-Form durchführt.
Daß dieses neue "saculum obscurum" geplant sein
k ö n n t e hat bereits Bischof Graber in seinem
"Athanasius" quellengestützt beschrieben, das
Büchlein ist online verfügbar!
Was soll ich tun? In die innere Emigration gehen
als "Waldgänger", auch hier bei kath.net aufhören?
Auf jeden Fall verbleiben Gebet, Opfer und
Gottvertrauen, denn wir wissen, daß die "Pforten
des Todes die Kirche nie überwältigen werden!"

www.una-voce.de/archiv.html

Thomasus 19. November 2022: Papst

Hier hätte ein eindeutiges Stop des Papstes hingehört . So wird jetzt weiter gewurstelt. Bischof Bätzing wird nach dem Motto verfahren „ Wir sind keine Filiale von Rom“ . Schade um das viele Geld das auf diesem Irrweg verbrannt wird .

Evagrius 19. November 2022: Brände muss man löschen

Ich verstehe den Vatikan nicht: Anstatt den Brand zu löschen, um die noch intakten Häuser zu retten, lässt er ihn weiter lodern. Dieses Pontifikat wird als eines in die Geschichte eingehen, das eine sehr schwache Führung zeigt und die Gefahr eines Schismas nicht mit aller Entschiedenheit bekämpft.

Richelius 19. November 2022: @ Zeitzeuge

„ derzeit“???
Die Misere ist älter als dieses Pontifikat! So wie die Lage in Deutschland im Moment steht, würde ein Anathem nur den Glaubenstreuen schaden. Wir reden hier von einer Entwicklung, die mindestens 50 Jahre bereits andauert. Der Papst mahnt und tadelt, die Kurie mahnt und tadelt, die Bischöfe der Weltkirche ebenso und die deutschen Bischöfe gehen unbeeindruckt ihren Weg. Die werden nicht die Bischofspaläste räumen, wenn Rom sie hinauswirft, sondern die glaubenstreuen Priester, Bischöfe und Laien mithilfe der Staatsgewalt jagen.

Vox coelestis 19. November 2022: Hintergrundinfos erwünscht

Interessant wäre schon zu wissen, wie dieser "deutliche Widerspruch" der Kardinäle gegenüber dem Synodalen Weg denn inhaltlich ausgesehen hat.
Bischof Bätzing wird das Ganze in seinem Statement wahrscheinlich wieder völlig verdrehen und als Ermutigung für die Fortführung seiner irrigen Thesen hinstellen.
Und dass man falsche Wege weitergehen und vertiefen soll, erschließt sich mir nicht wirklich.
Hier gehört ein Stopp-Schild aufgestellt, ansonsten geht es weiter ungebremst Richtung Abgrund bzw. Richtung Deutsch-katholischer Nationalkirche.

Derfromme 19. November 2022: Keine Zugeständnisse ?

Bischof Bätzing kann nach Hause fahren und mit dem Synodalen Weg genau so weitermachen wie bisher. Mehr "Zugeständnis" hat er sich wohl kaum erträumt. Alles andere hört sich an wie aus der Waldorfschule. Man bleibt im Gespräch, vertieft die Themen, nicht alles ist diskutabel, sagt aber nicht was nicht diskutabel ist. Kurienkardinäle und Dikasterien machen einige unverbindliche Aussagen, ein "Moratorium" wid durch die deutschen Bichöfe abgelehnt. Stuhlkreis im Vatikan.

Zeitzeuge 19. November 2022: Aus dem Vatikan haben glaubenstreue Katholiken derzeit keinerlei wirksame

Hilfe zu erwarten, obwohl sie ein Recht auf die

Verkündigung der unverfälschten und unverkürzten

katholischen Glaubens- und Morallehre durch den

Papst, die Bischöfe etc. haben .

Das "Drum-Herum-Reden" bringt gar nichts,

überhaupt nichts!

Ich habe auch nichts anderes erwartet!

Allein den Betern kann es noch gelingen!
Täter werden n i e den Himmel zwingen!

SalvatoreMio 19. November 2022: Danke, Bischof Oster!

Also beten wir hoffnungsvoll weiter, auch besonders darum, dass Petrus, der Fels, standhaft und Christi Kirche treu bleibt!

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