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Bischof Ipolt: Papst erinnerte „eindringlich an seinen Brief/2019“ zum Primat der Evangelisierung

24. November 2022 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
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Görlitzer Bischof schaut auf Ad Limina-Besuch zurück: Franziskus „erinnerte uns eindringlich an den Brief, den er 2019 an das pilgernde Gottesvolk in Deutschland geschrieben hat und bat uns, seine Anregungen ernst zu nehmen und zu nutzen“.


Görlitz-Vatikan (kath.net/pl) „Am vergangenen Donnerstag, dem 17.11., konnten wir über zwei Stunden in einem brüderlichen Gespräch Papst Franziskus begegnen. Er erinnerte uns eindringlich an den Brief, den er 2019 an das pilgernde Gottesvolk in Deutschland geschrieben hat und bat uns, seine Anregungen ernst zu nehmen und zu nutzen. Er wünscht sich für die Kirchen einen neuen Stil des Miteinanders von Getauften, Gefirmten, Beauftragten, Gesendeten und Geweihten, der vom Geist der Synodalität geprägt ist – das heißt: von einem Miteinander-unterwegs-Sein.“ Das schreibt der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt in seinem Rückblick auf den Ad Limina-Besuch der deutschen Bischöfe. Das gibt das Bistum Görlitz auf seiner Website bekannt. Die zitierten Zeilen standen unter dem Stichwort „Primat der Evangelisierung“.


Unter dem Stichwort „Anregungen für die Kirche in Deutschland“ setzt sich Ipolt mit dem vatikanische Input zum sogenannten „Synodalen Weg“ in Deutschland auseinander: „Beim Besuch in Rom haben wir die Leiter und Mitarbeiter der verschiedenen Dikasterien (Abteilungen der Kurie) kennengelernt und ihre kritischen Anregungen für die Kirche in Deutschland gehört. Aber auch wir haben unsere Fragen und Probleme besonders im Hinblick auf den Weg der neuen Evangelisierung vorgetragen. Natürlich stand auch der synodale Weg auf der Tagesordnung. Manche kritischen Hinweise von Rom werden wir aufnehmen müssen und vor allem unseren synodalen Weg in den weltkirchlichen synodalen Prozess des Heiligen Vaters münden lassen. Manche Fragen werden nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern gestellt und können so in einem Austausch eine Antwort finden. Der Ad limina-Besuch war ein wirkliches Erleben der universalen Kirche – das lässt unsere Probleme vor Ort kleiner werden und relativiert sie.

Link: Der Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland (2019) in voller Länge!

Archivfoto Bischof Ipolt (c) Bistum Görlitz


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Lesermeinungen

Chris2 25. November 2022: Und je länger man es wuchern lässt,

desto mehr Zweige wird man am Ende abschneiden müssen (@Jothekieker)

Jothekieker 25. November 2022: Den Weinstock beschneiden

Nun wäre eine gute Gelegenheit, die Kirche in Deutschland von ihren abgestorbenen Teilen zu befreien. Wenn die Bischöfe den Mumm aufbrächten, den synodalen Weg zu beenden, würden die faulen Teile ohne weiteres Zutun herunterfallen.

hape 25. November 2022: Bf. Ipolt formuliert sehr diplomatisch. Aber das reicht nicht.

Auf das Moratorium wurde nur unter der Bedingung verzichtet, dass die DBK die Interventionen Roms konkret umsetzt. Und zwar so, wie sie von Ladaria /Quellet zum Ausdruck gebracht wurden. Dabei geht es nicht darum, für die Medien ein paar anerkennende Worte über den Papstbrief und den Primat der Evangelisierung zu verlieren. Vielmehr müsste die DBK die Reißleine ziehen, das Gegenteil von dem behaupten, was sie bisher behauptet hat und sie müssten den Synodalen Weg als gescheitert beenden!

Dabei schwebt ab sofort das Moratorium wie ein Damoklesschwert über dem Synodalen Weg, denn es könnte jederzeit verhängt werden. Schisma!

Die überwiegende Mehrheit der Bischöfe steckt somit in einer Zwickmühle. Ob sie sich für das wahre Lehramt entscheiden oder für das falsche, in beiden Fällen drohen schwerste Verwerfungen. Enttäuschung beim Synodalen Weg auf der einen Seite und erhebliche Zweifel, ob die Umkehr eines Lehrabweichlers glaubhaft oder doch nur ein Lippenbekenntnis wäre.

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