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„Teufel ade, wir brauchen den guten Arzt nicht mehr, wir haben die Medizin“

3. Dezember 2022 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
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„Bischof Bonnemain von Chur, der im Erstberuf Arzt war, ist überzeugt: Man braucht keine geheimen Ursachen finden zu wollen. Aber...“ Gastbeitrag von Claudio Tessari


Chur (kath.net) Aus den Medien erfahren wir: Bischof Joseph Maria Bonnemain verzichtet auf Exorzisten, dafür gebe es normale Lösungen. In ein Interview meinte der Bischof: Wer mit schwierigen sozialen, beruflichen oder gesundheitlichen Situationen konfrontiert sei, könne sich behandeln lassen. Dafür gibt es normale Lösungen: medizinische, psychologische, psychotherapeutische. Der Bischof von Chur, der im Erstberuf Arzt war, ist überzeugt: Man braucht keine geheimen Ursachen finden zu wollen.

Vor einigen Jahren durfte ich eine Abschlussarbeit über den Exorzismus schreiben und habe mich sehr mit dem Vatikan Chefexorzisten Don Amorth befasst. Er sagte, das grösste Problem ist, dass die Menschen nicht mal mehr an die Existenz des Teufels glauben, begonnen bei der Mehrheit der Hirten.

In einem Interview mit dem italienischen Vatikanisten Sandro Magister vom Juni 2004 sprach Pater Amorth über den Satanismus und die Aktion des Teufels in der heutigen Kultur. Einfach gesagt: Satan immer aktiv. Er ist von Anfang an der Versucher. Er tut alles, um den Menschen zur Sünde zu bewege, und jedes Mal, wenn das Böse getan wird, steht er dahinter – aber es bleibt klar, dass der Mensch es ist, der frei über seine Handlungen entscheidet. Aber es gibt auch ein außergewöhnliches Handeln des Bösen: das ist die Besessenheit vom Teufel, sagte Amorth. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, ein dämonisches von einem psychischen Leiden zu unterscheiden. Hier müsste man weit ausholen. In einigen Fällen kann beides im Spiel sein. Das bedeutet, dass die Person sowohl den Exorzisten als auch den Psychiater braucht.


Vereinfachend können wir sagen, dass das einleuchtendste Symptom der Besessenheit die Abneigung gegen das Heilige ist. Wenn eine Person, obwohl sie es möchte, nicht zur HI. Messe gehen kann, wenn jemand auf heilige Bilder aggressiv reagiert, dann sind das erste Hinweise.

Weiter sagt Don Amorth: Seit etwa 200 Jahren sind die Exorzismen auf ein absolutes Minimum reduziert. Leider besitzen wir Bischöfe und Priester, welche die Traktate über die Dämonologie nicht studiert haben und sich folglich in der Materie nicht auskennen. Viele von ihnen sind nie mit Besessenen oder mit Exorzismen in Kontakt gekommen. Ausserdem sind sie von Theorien gewisser Bibelforscher und Theologen beeinflusst, die sogar die im Evangelium berichteten Teufelsaustreibungen Christi bezweifeln. Sie glauben zwar theoretisch an den Teufel, verneinen aber seine praktische Wirksamkeit. Leider zählt unser Bischof auch zu jenen Theologen wie man sehen kann.

Der Neurowissenschaftler, Psychiater und Psychotherapeut Raphael Bonelli hat vermehrt schon darauf hingewiesen, dass die meisten psychische Probleme durch das Sakrament der Busse gelöst werden können. Aber anscheinend wissen es unsere Hirten besser. Gerade aber heute hiess es im Evangelium: Himmel und Erde vergehen, meine Worte aber bleiben ewig. Jesus hat diese Macht der Teufelsaustreibung zuvor den Zwölf, dann 72 Jüngern verliehen; schließlich hat er diese auf alle Gläubigen ausgedehnt: ...werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben (vgl. Mk 16,17).

Don Amoth sagte zum Ende seines Lebens treffend: Ich glaube, dass 99% der Bischöfe nicht mehr an das außerordentliche Wirken des Teufels glaubt.

Liebe Katholiken, schauen wir in die Welt, verschliessen wir die Augen nicht, das Wirken des Teufels ist offensichtlich. Hier nützen keine Medikamente, keine Psychopharmaka, sondern Gebet Opfer und Busse. Beten wir für diese Hirten, dass der Heilige Geist sie zur Wahrheit führt. Beten wir täglich wieder den kleinen Exorzismus, das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael, welches die Kirche bis zur Liturgiereform nach jeder Messe gebetet hat.

Claudio Tessari ist Laie und Kirchenpfleger aus dem Bistum Chur.


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Lesermeinungen

lakota 5. Dezember 2022: @Krysia

"Beichte, Rosenkranz, Gebete zu Heiligen, zum hl. Erzengel Michael "davor und danach" das alles ist ein Geschenk."

Ja, das ist halt der Unterschied zum NOM - auch wenn er "ordentlich" gefeiert wird. Das gibts kaum noch.

SCHLEGL 5. Dezember 2022: @ Krysia

Verzeihung vielmals, Sie meinen wohl von einer Messe im "außerordentlichen Ritus"! Denn eine "Messe ALLER Zeiten" gibt es nicht. Der außerordentliche Ritus liegt in größeren Teilen bereits in der Zeit Papst Gregor I († 604) vor. Der letzte Absatz könnte unter Umständen aus dem 4/5. Jh. stammen.
Im 8. Buch der "Apostolischen Konstitutionen" findet sich bereits um 380 die Urform der SYRISCHEN Liturgie, aus der schließlich die Byzantinische Liturgie hervorgegangen ist. Diese Liturgie ist wesentlich älter, als "Jakobusliturgie" wird sie teilweise bis heute von den Griechen verwendet.
Ich möchte darauf hinweisen, dass nach Papst Benedikt XVI die Priester von FSSPX KEIN AMT in der katholischen Kirche ausüben.
Daher ist eine solche Werbung eigentlich in diesem katholischen Forum deplatziert.
Bei der Petrusbruderschaft hingegen kann man diese Messe erlaubterweise mitfeiern.

Krysia 4. Dezember 2022:

Herbstlicht
Komme gerade von der Messe aller Zeiten der Piusbruderschaft. Langer Weg, schlechtes Wetter... Aber Beichte, Rosenkranz, Gebete zu Heiligen, zum hl. Erzengel Michael "davor und danach" das alles ist ein Geschenk. Der Weg lohnt sich.

SCHLEGL 4. Dezember 2022: Das Problem und seine Ursachen

Es ist zweifellos richtig, dass es bei vielen den "Abschied vom Teufel" wie der deutsche Theologe Herbert Haag geschrieben hat, gegeben hat.
Abgesehen davon war es der tragische Tod der 24 jährigen Studentin Anneliese Michel 1976 in Klingenberg, die nach 67 (!) Exorzismen MANGELS medizinischer Versorgung gestorben ist! Die 2 Exorzisten wurden deshalb wegen UNTERLASSUNG medizinischer Hilfeleistung verurteilt.
In Wien hatten wir der Zeit meines Studiums den Exorzisten P.Torello vom Opus Dei, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie!Als Facharzt und Priester konnte er genau medizinische, psychologische u. spirituelle Ursachen einer Verhaltensauffälligkeit unterscheiden u. die medizinische Kontrolle/Versorgung war immer gegeben.
Hier müsste man ansetzen, um Personen mit Verdacht auf dämonische Obsession geistliche und medizinische Hilfe zu gewährleisten.

Herbstlicht 4. Dezember 2022: kleine Korrektur!

Es ist mir ein Anliegen, meinen gestrigen Kommentar etwas zu korrigieren.
Ich schrieb, das Gebet zum heiligen Erzengel Michael würde bei der FSSPX nach der hl. Messe gefeiert.
Das stimmt auch, nur nicht ausschließlich danach, sondern oft auch zuvor.
Denn bevor die hl. Messe beginnt, wird regelmäßig der Rosenkranz gebetet und einige andere Gebete, z.B. zum heiligen Josef und eben das Gebet zum hl. Erzengel Michael.

Ad Verbum Tuum 3. Dezember 2022: Es geht noch tiefer ...

Wer glaubt, dass alles nur physische oder psychische Ursachen hat, verneint m.E. die göttliche Geist-Seele des Menschen. Er verwirft das Mystische.
Bei diesem Bischof sollte man vielleicht mal nachfragen was er wirklich von den Sakramenten oder von der Eucharistie hält.
Kann ich denn der mystischen Wirklichkeit der Sakramente trauen - aber das Böse, den Bösen für ein Hirngespinst halten? Wohl nur, wenn man schizophren wäre - was ich Bischof Bonnemain keinesfalls unterstellen will.
Was oder an wen glauben Sie, sehr geehrte Hr. Bischof?

Everard 3. Dezember 2022: Bonnemain hat binnen eines Jahres

Das Vermächtnis von Vonderach, Haas, Grab und Huonder zunichte gemacht! Abbruch ist immer leichter als Bewahrung und Aufbau. Und in der Dekonstruktion ist Bonnemain Meister.

modernchrist 3. Dezember 2022: Jesus selber hat doch

den Aposteln erzählt, wie er in der Wüste vom Teufel versucht wurde. Die Evangelisten berichten dies ganz klar, geradezu dramatisch. Woher sollten die Jünger denn dies alles wissen? Jesus war die gesamte Zeit mit ihnen zusammen, sie erfuhren sicher noch viel mehr von ihm, als sie direkt dann aufschreiben konnten. Auch ein weltlicher Biograf schreibt nicht bei jedem Detail, wer ihm das erzählt hat, wenn klar ist, von wem die Info stammen muss. Jesus treibt Dämonen und Teufel aus. Wer den Teufel entsorgt, der nennt Jesus einen Lügner und die Bibel ein Märchenbuch. Diesen Satz muss man sich merken.

Hängematte 3. Dezember 2022: Der große Trick des/der Teufel ist, dass er glauben macht,

dass es ihn/sie nicht gibt.

Herbstlicht 3. Dezember 2022:

Der Kirchenpfleger und Autor des obigen Artikels, Claudio Tesssari, empfiehlt uns:
"Beten wir für diese Hirten, dass der Heilige Geist sie zur Wahrheit führt.
Beten wir täglich wieder den kleinen Exorzismus, das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael, welches die Kirche bis zur Liturgiereform nach jeder Messe gebetet hat."

Dazu eine kleine Info:
Dieses Gebet wird auch heute noch in den Kirchen der FSSPX regelmäßig nach der Hl. Messe gebetet.

golden 3. Dezember 2022: Glauben wir Jesus,der die Werke des Teufels zerstört(1.Johannesbrief 3,8)

und glauben wir denen nicht, die Jesus Christus nicht glauben...

Herr,bewahre uns im Kampfe durch Deine Engel.- Dein Reich komme +

Uwe Lay 3. Dezember 2022: Ein Irrtum des Sohnes Gottes

Wer glaubt, keinen Feind (mehr)zu haben,lebt gefährlich. Baudelaire schrieb einmal, daß seit man nicht mehr an den Teufel glaube, dieser um so effektiver wirke. Dieser Bischof meint tatsächlich, über das Reich des Teufels und seiner Daimonen besser Bescheid zu wissen als der Sohn Gottes, der ja selbst Exorzismen praktizierte: Hat da sich der Sohn Gottes da einfach geirrt!
Uwe Lay Pro Theol Blogspot

Mariat 3. Dezember 2022: Esoterik ist auch ein Eintrittstor für den Verführer

Es ist nicht einfach, herauszufinden welche Ursache einen Menschen verändert hat. Dies erfordert viel Einfühlungsvermögen - und Gebet.
Das Bußsakrament ist sehr wichtig!!!
Mitunter sind es auch Traumata, die so oft übersehen werden - wurden.
Das Gebet zum Hl. Benedikt, die Medaille ist auch hilfreich.

siebenbuerger 3. Dezember 2022: Sehr richtig!

Ein wirklich super Artikel. Vielen Dank an kath.net für die Veröffentlichung!
"Liebe Katholiken, schauen wir in die Welt, verschliessen wir die Augen nicht, das Wirken des Teufels ist offensichtlich. Hier nützen keine Medikamente, keine Psychopharmaka, sondern Gebet Opfer und Busse. Beten wir für diese Hirten, dass der Heilige Geist sie zur Wahrheit führt." Dies gilt für die ganze Kirche, ja für die ganze Welt. Wie der Herr selbst zu den Aposteln sagt: Diese Art Dämon fährt nur aus durch Beten und Fasten!

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