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Jesus – der Meister der Verkündigung

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Franziskus: die Überraschungen Gottes. Das Evangelium wird von einem Gefühl des Staunens und der Neuheit begleitet, das einen Namen hat: Jesus. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht: Der Geist des Herrn ruht auf mir; / denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, / damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde / und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“ (Lk 4,17-21).

Vierte Generalaudienz 2023, Papst Franziskus setzte seine Katechesenreihe unter dem Thema „Eine Leidenschaft für die Evangelisierung“ fort. Die dritte Katechese war  dem Thema gewidmet: „ Jesus – der Meister der Verkündigung“.

Ausgehend von Jesu Predigt in der Synagoge von Nazaret dachte der Papst heute über einige Merkmale seiner Verkündigung nach.

Der Herr beziehe die Worte des Propheten Jesaja nämlich auf sich selbst und seine Sendung: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt“ (Lk 4,21). Er wisse sich vom Heiligen Geist dazu gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen (vgl. V.18).

Die Botschaft Jesu sei eine frohe Botschaft und dementsprechend müsse auch unsere Verkündigung diese Freude ausstrahlen. Ähnliches gelte für die Freiheit, die nicht nur ein wesentlicher Inhalt der Botschaft Jesu ist, sondern auch die Art und Weise seiner Verkündigung präge. Dem Prophetenwort nach komme der Herr, den Blinden das Augenlicht zu schenken. Über das physische Sehvermögen hinaus eröffne Jesus eine ganz neue Sicht der Wirklichkeit durch das Licht des Glaubens, der das Leben erleuchte und uns erkennen lasse, dass wir durch die Taufe geliebte Kinder des himmlischen Vaters seien.


Diese Liebe Gottes, die in Jesu Wort und in seinem ganzen Leben auf einzigartige Weise erfahrbar werde, möchte uns von allem heilen, was uns bedrückt – auch von der schwersten Last: der Sünde. Über Gottes Liebe und Gnade könnten wir nur dankbar staunen.

Das Licht. Jesus sage, er sei gekommen, um den Blinden das Augenlicht zu bringen. Es sei auffällig, dass in der gesamten Bibel vor Christus die Heilung eines Blinden nicht vorkomme. Es sei tatsächlich ein verheißenes Zeichen gewesen, das mit dem Messias kommen würde. Aber „hier geht es nicht nur um das physische Sehen, sondern um ein Licht, das einen das Leben auf eine neue Weise sehen lässt. Es gibt ein ‚ins Licht kommen’, eine Wiedergeburt, die nur mit Jesus geschieht. Wenn wir darüber nachdenken, so hat das christliche Leben für uns so begonnen: mit der Taufe, die in der Antike als ‚Erleuchtung’ bezeichnet wurde. Und welches Licht schenkt uns Jesus? Das Licht der Sohnschaft: er ist der geliebte Sohn des Vaters, der ewig lebt. Mit ihm sind auch wir Kinder Gottes, die ewig geliebt werden, trotz unserer Fehler und Mängel. Dann ist das Leben nicht mehr ein blindes Voranschreiten ins Nichts, es ist keine Frage des Glücks oder des Schicksals, es hängt nicht vom Zufall oder den Sternen ab, auch nicht von der Gesundheit und den Finanzen, sondern von der Liebe des Vaters, der sich um uns, seine geliebten Kinder, kümmert. Wie wunderbar, dieses Licht mit anderen zu teilen“.

Ein weiterer Aspekt der Verkündigung: die Heilung. Jesus sagt, er sei gekommen, um die Unterdrückten in Freiheit zu setzen. Die Unterdrückten seien diejenigen, die sich im Leben von etwas erdrückt fühlten: von Krankheit, Müdigkeit, Herzenslasten, Schuld, Fehlern, Lastern, Sünden... Was uns vor allem bedrücke, sei jenes Übel, das keine Medizin und kein menschliches Mittel heilen kann: die Sünde. Die gute Nachricht sei, dass mit Jesus das alte Böse, das unbesiegbar schien, nicht mehr das letzte Wort habe. Von der Sünde „heilt uns Jesus immer und umsonst. Er lädt alle, die müde und bedrückt sind, ein, zu ihm zu kommen. Jemanden zur Begegnung mit Jesus zu begleiten, bedeutet also, ihn zum Arzt des Herzens zu bringen, der sein Leben aufrichtet“. Es gehe darum zu sagen: „Bruder, Schwester, ich habe keine Antworten auf so viele deiner Probleme, aber Jesus kennt dich und liebt dich, er kann dich heilen und dein Herz beruhigen“.

Wer Lasten zu tragen habe, brauche eine Liebkosung für die Vergangenheit, brauche Vergebung. Und wer an Jesus glaube, „hat genau das anderen zu geben: die Kraft der Vergebung Gottes, die die Seele von aller Schuld befreit. Die Bibel spricht von einem Jahr, in dem man von der Last der Schulden befreit wurde: dem Jubeljahr, dem Gnadenjahr. Das ist der letzte Punkt der Verkündigung“.

Jesus sagt nämlich, dass er gekommen sei, um das Gnadenjahr des Herrn zu verkünden. Es sei dies kein geplantes Jubiläum gewesen, aber mit Christus komme die Gnade, die das Leben neu macht, immer wieder und erstaune immer wieder. Die Verkündigung Jesu „muss immer das Staunen über die Gnade mit sich bringen. Denn nicht wir sind es, die Großes tun, sondern die Gnade des Herrn, die auch durch uns unvorhersehbare Dinge vollbringt. Die Überraschungen Gottes. Das Evangelium wird von einem Gefühl des Staunens und der Neuheit begleitet, das einen Namen hat: Jesus“.

„Möge er uns helfen“, so Franziskus abschließend, „es so zu verkünden, wie er es wünscht, und Freude, Befreiung, Licht, Heilung und Wunder zu vermitteln.

Und noch etwas: diese frohe Botschaft, so sagt das Evangelium, ist an die Armen gerichtet. Wir vergessen sie oft, dabei sind sie die von Jesus ausdrücklich genannten Empfänger, denn sie sind die Geliebten Gottes. Erinnern wir uns an sie, und erinnern wir uns daran, dass jeder von uns, um den Herrn zu empfangen, innerlich arm werden muss: das heißt, alle Ansprüche auf Selbstgenügsamkeit überwinden, um sich als gnadenbedürftig zu verstehen, immer auf ihn angewiesen“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich die Gläubigen deutscher Sprache. Heute feiern wir das Fest der Bekehrung des heiligen Paulus. Aus Gnade von Gott erwählt, hat er als Apostel der Völker das Evangelium verkündet. Seine Fürsprache helfe uns, in der Liebe Christi zu leben und sie allen weiterzugeben. Der Herr segne euch!

 


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