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Nepal: Familienvater aus der Schicht der „Unberührbaren“ findet zum Christentum

vor 6 Tagen in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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„Ich bin glücklich, Katholik geworden zu sein und fühle mich nun wie ein befreiter Mensch“, sagte der 40-jährige Autorikschafahrer Biswokarma. Die Kirche habe ihm „Schutz geboten, den ich am meisten brauchte“.


Kathmandu (kath.net/pl) Am Tag seiner Taufe fühlte sich N. Biswokarma (Foto) wie befreit aus der Dunkelheit am unteren Ende der jahrhundertealten hinduistischen Kastenhierarchie. „Ich bin glücklich, Katholik geworden zu sein und fühle mich nun wie ein befreiter Mensch“, sagte der 40-jährige Autorikschafahrer aus Kohalpur, einer Kleinstadt in der südlichen Ebene Nepals, etwa 500 Kilometer südwestlich von Kathmandu. Darüber berichtete der große asiatische katholische Nachrichtendienst „UCA NEWS“ in seiner bemerkenswerten Reihe „Christus ruft – Asiaten antworten“, die die Wege von Menschen zur Fülle des katholischen Glaubens nachzeichnet.


Er wurde am 4. Februar zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Alter von 17, 12 und 8 Jahren in der katholischen Kirche St. Joseph in Kohalpur im Distrikt Banke katholisch, indem sie die Taufe und teilweise weitere Sakramente empfing.

Biswokarma ist ein Dalit. Die Mitglieder seiner Gemeinschaft werden als soziale Außenseiter behandelt – früher bekannt als Unberührbare. Sie machen etwa 14 Prozent der 30 Millionen Einwohner Nepals aus. Wegen seiner unerlaubten Liebe zu einem Mädchen aus einer höheren Kaste hatte er sogar Morddrohungen erhalten. Die Heirat war den beiden nur möglich, indem sie eine Zeitlang nach Indien gingen.

Der katholische Priester, der die Taufvorbereitung der Familie begleitet hatte, wollte nicht, dass sein Name in „UCA News“ genannt wird, da die Situation in der Region „für Christen unfreundlich“ sei. Der Priester stammt aus Südindien und hat die katholische Gemeinde in Kohalpur 2014 gegründet. Er erläuterte, dass es für Dalits auf dem südasiatischen Kontinent kaum ein Entkommen aus der bösen Praxis des Kastensystems gebe. „Deshalb stellen wir sicher, dass es in einer Kirche weder Arm noch Reich, weder Groß noch Klein gibt. Wir versuchen, alle gleich und mit Würde zu behandeln.“

Schon 2004 lernte Biswokarma die Bibel kennen. Nun in der Vorbereitung auf die Taufe nahm er am Glaubenskurs teil. Der Pfarrer beschreibt, dass „er regelmäßig beim Bibelstudium war und ein starkes Engagement für den Glauben“ gezeigt habe. Der Neukatholik wurde besonders von der Bibelstelle Johannes 4, 4-42 angesprochen: „Die Geschichte von Jesus, der eine Samariterin um Wasser bat, berührte mich.“

„Rund 65 Prozent der Neubekehrten sind Dalits“, beschreibt die „Federation of National Christian Nepal“. In Nepal sind, so ergab eine Volkszählung 2021 etwa 1,7 Prozent der Bevölkerung Christen: 512.313 Personen. Davon sollen etwa 10.000 Katholiken sein.

 


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Lesermeinungen

Mariat vor 6 Tagen: DANK sei Gott dem Herrn!

Solche wahren Bekehrungen muss die Welt erfahren. Danke.
Die "Unberührbaren", werden schlecht behandelt. Sie werden als "wertlos" behandelt - und dies über Generationen.
Nun darf die Familie Biswokarma sich wertvoll fühlen - von Gott geliebt. Ein wunderbares Gefühl.
Aus der Dunkelheit - zum Licht!
Ich hoffe, dass auch andere aus den Kasten befreit werden - indem sie zu Jesus, zu Gott finden. Amen.

doda vor 6 Tagen: Eine berührende, gute Nachricht.

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