kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer

vor 36 Stunden in Deutschland, 15 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


„Ich sage es unmissverständlich: Diese Darstellung ist mit dem katholischen Verständnis der Menschwerdung Christi nicht vereinbar“ – In der Messfeier zum Hochfest fehlten außerdem Gloria und Credo. Brief von André Wiechmann


Bochum-Stuttgart (kath.net) kath.net dokumentiert den Brief von André Wiechmann, einem Katholiken aus dem Bistum Essen, an den SWR-Fernsehpfarrer Thomas Steiger, in voller Länge:

Sehr geehrter Herr Steiger,

mit diesem Schreiben wende ich mich in äußerster Betroffenheit, aber auch mit aller gebotenen Klarheit an Sie.

Der von Ihnen verantwortete ARD-Fernsehgottesdienst zur Christmette aus St. Maria in Stuttgart hat bei mir – und bei zahlreichen weiteren gläubigen Katholiken – nicht nur Irritation, sondern tiefes Entsetzen ausgelöst. Was dort am Hochfest der Geburt des Herrn öffentlich gezeigt und liturgisch vollzogen wurde, stellt aus meiner Sicht eine massive Grenzüberschreitung dar – theologisch, liturgisch und pastoral.

Im Zentrum der Kritik steht zunächst die sogenannte Krippendarstellung. Das Christuskind wurde nicht als menschliche Person dargestellt, sondern als amorphe, fleischartige, an rohes Gewebe oder Verwesung erinnernde Masse. Diese Darstellung wurde erkennbar als Christus in der Krippe ausgerufen.

Ich sage es unmissverständlich: Diese Darstellung ist mit dem katholischen Verständnis der Menschwerdung Christi nicht vereinbar. Sie entstellt das Inkarnationsgeschehen, entwürdigt das Christuskind und verletzt in erheblicher Weise das religiöse Empfinden gläubiger Christen. Besonders schwer wiegt, dass diese Bilder am Heiligen Abend, in einem sakralen Raum und über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgestrahlt wurden – ausdrücklich auch an Familien und Kinder gerichtet. Die gezeigte Bildsprache war objektiv geeignet, Kinder zu verstören und zu verunsichern.


Doch damit nicht genug.

Zusätzlich musste festgestellt werden, dass die Christmette auch in liturgischer Hinsicht grundlegende Defizite aufwies. Insbesondere das Fehlen sowohl des Gloria als auch des Credo widerspricht dem Messbuch Pauls VI. und der verbindlichen Ordnung der Liturgie an einem Hochfest wie Weihnachten. Diese Auslassungen sind keine Nebensächlichkeiten, sondern betreffen den Kern der römisch-katholischen Messfeier.

Wenn zentrale Elemente des Glaubensbekenntnisses und des weihnachtlichen Lobgesangs schlicht entfallen, entsteht der Eindruck, dass hier nicht mehr die Kirche betet, sondern ein individuelles oder redaktionelles Konzept über die Liturgie gestellt wird. Das ist für viele Gläubige nicht länger hinnehmbar.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich klarstellen:
Wir Gläubigen werden diese Form der Entkernung, Verfremdung und faktischen Umdeutung katholischer Liturgie und Symbolik nicht mehr stillschweigend mittragen. Der Punkt ist erreicht, an dem Widerspruch notwendig ist.

Zu diesem Vorgang habe ich mich bereits mit einem ausführlichen Schreiben an den Apostolischen Nuntius in Deutschland gewandt. Nach meinem Kenntnisstand wurde dieser Vorgang inzwischen auch an den Heiligen Vater weitergeleitet. Darüber hinaus werden derzeit weitere rechtliche Prüfungen vorgenommen, insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Darstellung religiöser Inhalte und deren Vereinbarkeit mit geltendem Recht.

Unabhängig von allen kirchenrechtlichen oder staatlichen Prüfungen halte ich eines bereits jetzt für unabdingbar:
Eine öffentliche Entschuldigung ist fällig. Eine klare, unmissverständliche Entschuldigung gegenüber den Gläubigen für diese katastrophale, nicht-katholische und nicht-christliche Zelebration wäre ein notwendiger erster Schritt, um verlorenes Vertrauen zumindest ansatzweise wiederherzustellen.

Es geht hier nicht um Geschmacksfragen, nicht um „moderne Zugänge“, nicht um künstlerische Freiheit. Es geht um die Verantwortung, die Sie tragen, wenn Sie im Namen der katholischen Kirche einen Gottesdienst gestalten, der Millionen Menschen erreicht. Diese Verantwortung wurde in dieser Christmette aus meiner Sicht in eklatanter Weise verfehlt.

Ich erwarte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Kritik.

Mit nachdrücklichen, aber sachlichen Grüßen

E-mail Kontakt Bistum Rottenburg-Stuttgart: https://www.drs.de/kontakt.html

Bild oben: Ein unerträgliches Schauspiel lieferten die Performer der sogenannten Christmette im SWR ab. So kann man den Menschen auch Weihnachten verderben. Foto:  (c) ARD-Screenshot

In der ARD wurde an Heilig Abend ein Gottesdienst aus Stuttgart übertragen, bei dem das Jesuskind als alienartiger Schleimbatzen präsentiert wurde: Das sind die letzten Zuckungen einer völlig degenerierten, moralisch verwahrlosten Wohlstandsgesellschaft. S‘isch over. #wokeisdead pic.twitter.com/hXua1nmUg2

— Monika Gruber (@MonikaGruber24) December 27, 2025

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Tweet 




Lesermeinungen

Giovanni Bosco vor 24 Stunden: Danke Herr André Wiechmann

Gut dass dieser Vorfall bis nach Rom gemeldet wurde!
Je mehr sich beschweren, desto ernsthafter wird mit der Kritik beim Rundfunk, in den Diözesen, der Pfarrgemeinde St. Maria, und in Rom umgegangen.

SalvatoreMio vor 25 Stunden: Durchweg zusammengebastelte Weihnachtsliturgie ..

ab55: Danke, für Ihre Unterstützung! @Fink: Ihnen Dank für Ihre wichtige Frage! Wer sich nicht auskennt mit der Liturgie (was gerade an Weihnachten vorkommen kann), wird manches nicht als inkorrekt erkannt haben, aber es stimmt: viele Gebete waren zusammengebastelt, ebenso wie das Hochgebet, das so begann: "Gott, du bist der Einzige! Bevor wir sprechen, hast Du uns schon verstanden. Bevor wir zu Dir gehen, bist Du uns schon nahe ..." Viele schöne Worte und Gebete, aber auch das Hochgebet war nicht konform mit den offiziell anerkannten Hochgebeten. Darum verlor ich die Lust, weiter zuzuhören.

Wirt1929 vor 26 Stunden: Missbrauch des heiligen Messopfers

Ich erwarte keine ernsthafte Auseinandersetzung mit der berechtigten Kritik. Bei genauer Betrachtung der Übertragung ist für mich die Selbstherrlichkeit der (Verzeihung) Protagonisten erkennbar, die bewusst diesen unsäglichen Vorgang in der Christmette veranstalteten. Die offensichtliche Provokation zeigt einmal mehr den zerstörerischen Willen der progressiven Kräfte im Umgang mit traditionellen unabdingbaren Einflüssen unserer Kirche. Der synodale Weg der DBK und des ZdK hinterlassen ihre Handschrift im künstlerisch ekelhaften Abbild, sowie wie in eigenmächtig liturgischen Änderungen. Die gesamte Provokation ist planmäßig abgelaufen und die Verantwortlichen werden nicht daran denken, sich in stiller Stunde demütig zu prüfen, der Kirche Schaden zugefügt zu haben. Nur Gebet könnte ihnen helfen, oder uns demütig zu bleiben, bei allem aufsteigendem.......

ab55 vor 30 Stunden: @Johannes14,6

Das was Sie "Einleitung zum Friedensgruß" nennen, ersetzt das Gebet um den Frieden, das normal der Priester spricht und sie spricht selbst den Friedensgruß "Der Friede ist (sic!) mit Euch" und fordert zum Friedensgruß der Gläubigen auf, worauf sie dann den Priester herzlichst umarmt. Der Priester steht die ganze Zeit wie ein Konzelebrant daneben.
Dies nur als Erklärung für alle, die sich das Ansehen des Videos aus verständlichen Gründen nicht antun wollen, ich habe es mir auch nur im Schnelldurchlauf angesehen.

Johannes14,6 vor 32 Stunden: Das Hochgebet

ist in der Aufzeichnung ab Minute 37 zu hören.

Mir sind die Formulierungen fremd, aber es gibt ja wohl einige "zeitgeistkonforme" Hochgebete (aus der Schweiz?), die approbiert sind?

Von der Pastoralassistentin wird eine Einleitung zum Friedensgruß gesprochen?
Falls ein Diakon anwesend ist, lädt er kurz zum Friedensgruß ein, aber doch ohne "Predigt" ?

Die Predigt an der Schleimkrippe nachzuhören, habe ich mir erspart.

Dank an Herrn Wiechmann für die deutlichen Worte und Dank an katnet, sie zu veröffentlichen!

Es ist gut, nach solchen Provokationen nicht zu schnell zur Tagesordnung überzugehen -- zumal m.W. bisher weder vom Ortsbischof, vom DBK - Vorsitzenden, noch vom apostolischen Nuntius eine Reaktion gekommen ist.

Offenbar ist jetzt die Stunde der Laien, die die Liebe zur Kirche bewahrt haben...

www.ardmediathek.de/video/gottesdienst/katholische-christmette/das-erste/Y3JpZDovL2FyZC5k

ab55 vor 32 Stunden: Nachtrag zu vorhin

@liturgischer Missbrauch:
Evangelium von Laien in Zivil gesungen (ist nur Priester oder Diakon vorbehalten)
Auslassungen: Embolismus, Gebet um Frieden
Pastoralassistentin spricht Friedensgruß
...

ab55 vor 33 Stunden: Selbstgebasteltes Hochgebet

@SalvatoreMio und Fink: ja, das kann man herausfinden, die Mette ist noch bis Ende des Jahres in der ARD-Mediathek abrufbar https://www.ardmediathek.de/video/gottesdienst/katholische-christmette/das-erste/Y3JpZDovL2FyZC5kZS9wbGFuQVJEX2VjNmRmODU3LTFiMmEtNDBjNC1iNWUyLTBjZDMzMGM1N2M5ZF9nYW56ZVNlbmR1bmc
und ja, es ist selbst gebastelt, wie auch die Orationen (Tages-, Gaben- und Schlußgebet). Im übrigen war die ganze Mette ein liturgischer Missbrauch, Tagesgebet von PA gebetet, ... Aber, dass es kein Gloria gab, kann man nicht zu 100% unterschreiben.

Freude an der Kirche vor 34 Stunden: Danke!

Es ist an der Zeit, den Niedergang nicht mehr stillschweigend hinzunehmen. Danke für diesen Brief! Danke für alle weiteren im Brief beschriebenen Schritte!

Fatima 1713 vor 34 Stunden: Kein Gloria zu Weihnachten?

Das ist ja völlig absurd...

modernchrist vor 34 Stunden: Eine der größten Häresien

dieses Fleischklumpen-Spektakels ist die wörtliche Aussage des Pfarrers dort im Fernsehen, dass sich Lukas sicher was dabei gedacht habe, als er Gott als Kind auf die Welt kommen ließ.
Auch das heilige Paar als arm, auf der Flucht und heimatlos in Bethlehem (Predigt der Pastille)zu titulieren, entbehrt der Wahrheit: Wer sagt, dass ein Handwerker und Holzfachmann damals arm war? Auch heimatlos waren sie nicht, im Gegenteil, Bethlehem ist der Herkunftsort des Josef; die bevorstehende Geburt war eher der Grund für die Ablehnung eines Quartiers. Auf der Flucht waren sie erst nach dem Besuch der Weisen - und da waren sie auch nicht mehr arm! Sie hatten kostbare Geschenke bekommen von reichen Leuten, die Tausende von km zum neuen König der Juden gekommen waren!

Schillerlocke vor 34 Stunden: Herrn Wiechmanns Argumentation

ist vollauf nachvollziehbar. Ohnehin erwarte ich eine Stellungnahme aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart. Die Weihnachtsfesttage sind inzwischen vorbei. Jetzt sollte sich das Bistum zügig erklären.

Norbert Langenfeld vor 35 Stunden: Eine Schleimspur zieht durch unsere Kirche

Unsere Bischöfe halten sich mal wieder zurück. Es könnte ja Ärger mit den eigenen Funktionären oder bei Journalisten geben.

SalvatoreMio vor 35 Stunden: Selbstgebasteltes Hochgebet?

@Fink: das müsste man herauskriegen können! Es gibt solche "Bastler". In Österreich ist ein Priester, durch den etliche kursieren. Ich habe die Spur wieder verloren. Aber die "offiziell Erlaubten" stehen auch im Internet.

kleingläubiger vor 35 Stunden:

Nachdem immer weitere Details ans Licht kommen, war diese Christmette schlicht und einfach kein katholischer Gottesdienst. Das war bestenfalls eine linke Selbstvergewisserung.

Fink vor 36 Stunden: Welches der 4 eucharistischen Hochgebete wurde verwendet ?

Jemand im diesem Forum hat gesagt, es sei ein selbstgebasteltes Hochgebet verwendet worden. Das wäre ein weiterer schwerer Verstoß.
Kann das mit dem Hochgebet bestätigt werden ?

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz