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Das Wort ist Fleisch geworden - Die Menschwerdung Gottes als Grund der Hoffnung

vor 3 Tagen in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leo XIV.: Abschluss des Heiligen Jahres im Licht des Weihnachtsgeheimnisses. Gott-mit-uns und die Würde des Menschen. Die Verpflichtung gegenüber Gott und den Menschen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am zweiten Sonntag nach Weihnachten lenkte Papst Leo XIV. beim traditionellen Mittagsgebet des Angelus zunächst den Blick auf den bevorstehenden Abschluss des Heiligen Jahres der Hoffnung. „Übermorgen werden wir mit der Schließung der Heiligen Pforte des Petersdoms das Heilige Jahr der Hoffnung beschließen“, so der Papst. Gerade das Geheimnis von Weihnachten, in das die Kirche weiterhin eingetaucht sei, erinnere daran, „dass die Grundlage unserer Hoffnung die Menschwerdung Gottes ist“.

Im Rückgriff auf den Prolog des Johannesevangeliums, den die Liturgie auch an diesem Sonntag vorgelegt hatte, unterstrich Papst Leo XIV. ausdrücklich: „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14). Daraus erschließe sich der Kern der christlichen Hoffnung, die „nämlich nicht auf optimistischen Voraussagen oder menschlichen Berechnungen“ beruhe, sondern „auf Gottes Entscheidung, unseren Weg mit uns zusammen zu gehen, damit wir auf unserer Lebensreise nie allein sind“. Dieses Handeln sei „das Werk Gottes: In Jesus ist er zu einem von uns geworden, hat er sich entschieden, bei uns zu bleiben, wollte er für immer der Gott-mit-uns sein“.


Das Kommen Jesu „in der Schwachheit des menschlichen Fleisches“ belebe einerseits die Hoffnung, übertrage andererseits jedoch „eine doppelte Verpflichtung, eine gegenüber Gott und eine gegenüber den Menschen“. In Bezug auf Gott erklärte der Papst, was die Menschwerdung bedeute: „Wenn er Mensch geworden ist, wenn er unsere menschliche Schwachheit zu seiner Wohnstätte erwählt hat, dann sind wir stets dazu aufgerufen, vom Fleisch Jesu her neu über Gott nachzudenken und nicht indem wir von einer abstrakten Lehre ausgehen“. Daraus folge die Notwendigkeit, Spiritualität und Ausdrucksformen des Glaubens zu prüfen, „damit sie wirklich inkarniert sind, also dazu fähig, den Gott zu denken, anzurufen und zu verkünden, der uns in Jesus begegnet“. Dieser Gott sei, so der Papst, „nicht ein ferner Gott, der in einem perfekten Himmel über uns wohnt, sondern ein naher Gott, der in unserer zerbrechlichen Welt wohnt, uns im Antlitz unserer Brüder und Schwestern begegnet und sich in den Situationen des täglichen Lebens offenbart“.

Ebenso eindeutig ergibt sic so für Leo XIV. die Verpflichtung gegenüber den Menschen: „Wenn Gott einer von uns geworden ist, dann ist jedes menschliche Geschöpf sein Abbild, trägt es sein Bild in sich, bewahrt es einen Funken seines Lichts“. Daraus erwachse die Aufgabe, „die unverletzliche Würde jedes Menschen anzuerkennen und uns in gegenseitiger Liebe zu üben“. Die Menschwerdung verlange darüber hinaus „ein konkretes Engagement zur Förderung der Geschwisterlichkeit und der Gemeinschaft, damit die Solidarität zum Maßstab der menschlichen Beziehungen wird“, ebenso „ein konkretes Engagement für Gerechtigkeit und Frieden, für die Sorge um die Verwundbarsten und die Verteidigung der Schwachen“. In diesem Zusammenhang stellte der Papst klar: „Gott ist Mensch geworden, daher gibt es keine echte Verehrung Gottes ohne die Sorge um den Menschen aus Fleisch und Blut“.

Zum Abschluss seiner Betrachtungen verwies der Papst auf die bleibende Bedeutung der Weihnachtsfreude: diese ermutige uns, unseren Weg fortzusetzen“. Zugleich richtete er den Blick auf die Gottesmutter mit der Bitte: „Wir bitten die Jungfrau Maria, dass sie uns immer mehr bereit mache, Gott und unseren Nächsten zu dienen.“

Foto (c) Vatican Media

 


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Lesermeinungen

Stefan Fleischer vor 2 Tagen: Nicht zu vergessen dabei ist:

«Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, / die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht. (Spr 9,10) Diese Art der Weisheit geht immer mehr verloren. Selbst in der Theologie wird Gott oft nicht mehr ernst genug genommen. Immer mehr «verkünden» wir in Wort und Tat einen harmlosen und damit für uns irgendwie belanglosen Gott, der bestenfalls noch dort zuständig ist, wo wir nicht mehr weiter wissen.
Hören wir auf, ständig nur von der Liebe Gottes zu reden, von seiner grenzen- und bedingungslosen Barmherzigkeit. Denken wir wieder daran, dass Gott unser Vater sein will, ein guter und liebender und deshalb auch fordernder, ja nötigenfalls sogar strafender Vater. Er erwartet von uns unsere Liebe, jene Liebe, von der er gesagt hat: «Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. (Joh 14,21)

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