kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Gott schütze Venezuela!

vor 32 Stunden in Kommentar, 2 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


"Es geht ums Öl und das ist gar keine so schlechte Botschaft für die Welt und auch für uns UND die Heuchelei vom 'Völkerrecht'." Eine Analyse von Roland Noé


Linz (kath.net/rn)
Es geht doch nur ums Öl. Mit ähnlich plumper Argumentation versuchen manche Medien und Politiker die Verhaftung des korrupten Machthabers von Venezuela als doch nicht so eine gute Aktion hinzustellen zu machen. Die Hintergründe, die bei uns medial wenig berichtet werden, hat unter anderem der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy im Wallstreet Journal erläutert.

Doch selbst wenn es angeblich nur ums Öl gehen sollte, was nicht einmal der Fall ist, wäre das an sich keine schlechte Sache. Warum? Venezuela war der große Öl-Verbündete von Russland und China. Beide Länder nahmen seit Jahren massiven Einfluss auf das Land. Merkwürdigerweise hat das niemanden gestört. Doch bei den USA sollte das ein Problem sein? Mir ist übrigens der Einfluss der wichtigsten Demokratie der Welt auf Venezuela tausend Mal lieber als der Einfluss von Diktatoren-Ländern, die es definitiv nicht gut mit dem Land meinen

Doch zurück zum Öl-Thema. US-Präsident Trump hat natürlich auch ein große ÖlInteresse. Er möchte die Inflation runterbekommen und der Öl-Preis spielt dabei eine entscheidenden Faktor, etwas, was die meisten unserer Politiker, die von Wirtschaft nicht viel Ahnung haben, nicht verstanden haben.

Zu Beginn des Ukraine-Kriegs war der Öl-Preis kurzfristig über 100 US-Dollar pro Barrel, jetzt liegt der Preis für WTI bei etwas über 55 US-Dollar, möglicherweise geht es noch tiefer. Trump sprach einmal von einem Preis von 50 US-Dollar. Für die Welt ist das ein gutes Signal, vor allem auch für die Ukraine. Denn je tiefer der Öl-Preis, desto schlechter kann Russland noch lange den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Russisches Öl wird derzeit schon mit einem ordentlichen Abschlag von gewissen Ländern aufgekauft und Trump macht dies jetzt für die Russen immer schwieriger. Auch Indien, einer der größten Öl-Käufer der Russen, hat die Kaufquote nach Druck des US-Präsidenten schon reduzieren müssen.


Und auch für uns ist ein sinkender Öl-Preis eine gute Sache, weil die Inflation dadurch gedämmt wird. Die Gegner eines günstigen Öl-Preises sind bei uns nur Grüne, die den Öl-Preis unbedingt möglichst hoch sehen wollen, um E-Autos attraktiver zu machen.

Die Lage ist daher relativ einfach: Die USA möchten den ÖL-Preis möglichst niedrig haben, Länder wie Russland oder auch die OPEC möchten das nicht. Mit der Macht über das Öl in Venezuela haben die USA die Macht, auf Jahre den Öl-Preis niedrig zu halten und das ist gut für die USA und für die ganze Welt und mit dem Tech-Know-How der US-Firmen könnte Venezuela wieder auf die Beine kommen.

Für Venezuela kann dieser Coup der Verhaftung von Maduro, der kein legaler Präsident war, ein erster sehr großer Schritt in die richtige Richtung sein. Die Menschen aus Venezuela erkannten das natürlich sofort und jubelten weltweit, etwas was einigen Medien und Politikern in unseren Breitengraden nicht gefallen hat. Was einige bei dem Land vergessen haben: Maduro ließ jahrelang willkürlich Menschen einsperren und umbringen. Fast ein Drittel der Bevölkerung ist geflohen, der Rest lebt in oft bitterer Armut. Dies schaffen wirklich nur sozialistische Dikatoren: Ein Land mit dem größten Öl-Reserven der Welt gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Daher ist es gut, wenn US-Öl-Firmen sich hoffentlich wieder bald in Venezuela engagieren. Das bedeutet Arbeitsplätze und viel Geld für Venezuela. Wer sich daran beteiligen möchte, braucht übrigens nur Aktien von Ölfirmen wie Chevron, Exxon, Valero oder Schlumberger kaufen.  

Mit der Wiedereinführung einer freien Marktwirtschaft durch eine demokratische Regierung könnten das Land und auch die Menschen in einigen Jahren wieder eines der reichsten Länder der Region werden. Das wird nicht einfach und wird dauern, doch besser ein durchaus großer Schritt in die richtige Richtung als gar keiner.

Und noch ein Gedanke zur Heuchelei rund ums „Völkerrecht“. Philip Fabian brachte es diese Woche in einem BILD-Kommentar gut auf den Punkt: „Die Venezolaner wurden von einer brutalen, korrupten Macht-Clique befreit, die sie rapide verarmen und skrupellos foltern ließ. Sie juckt es wenig, ob dabei das Zwischenstaatsrecht (so die genauere Übersetzung von „international law“) bis aufs letzte Komma eingehalten wurde.“ Fabian wies auch darauf hin, dass die USA Diktator Maduro, der auch ein Drogen-Boss war, nicht in einem großangelegten Krieg abgesetzt haben, sondern im Rahmen einer gezielten Militäraktion mitgenommen haben, um ihn vor ein ordentliches US-Gericht zu stellen. Dies sei verhältnismäßig. Und sollten die Venezolaner bald faire Wahlen abhalten und frei über ihre Zukunft entscheiden können, hätte Trump dem Völkerrecht damit einen „großen Dienst“ erwiesen.

Franz Schellhorn, der bekannte österreichische Wirtschafsexperte, bringt es auf X den Punkt: „Alle, die heute das Völkerrecht bemühen, hatten keinerlei Probleme damit, dass das venezolanische Volk seit 1999 systematisch aller Rechte beraubt wurde. Es durfte nach Belieben eingesperrt, gefoltert, beraubt, ausgehungert und ermordet werden.“

Gott schütze Venezuela!

Heute ist ein großartiger Tag. 30 Millionen Menschen, die Arbeitssklaven eines Diktators waren, wurden befreit.
Deutsche Politiker, die mit dem Sozialismus sympathisieren, legen heute ihre wahren Ansichten offen. https://t.co/bqNL8PLxqW

— Simon Betschinger (@SBetschinger) January 3, 2026

Menschen haben es verdient, in Freiheit und Demokratie zu leben. Wenn Ihnen Linke und Grüne das Gegenteil erzählen, dann widersprechen Sie bitte ganz entschieden. https://t.co/M7CFTWszze

— Simon Betschinger (@SBetschinger) January 3, 2026

Der gewählte Präsident Venezuelas Edmundo González Urrutia billigt den Einsatz der USA zur Ergreifung von Maduro. Damit ist das Handeln der USA kein Völkerrechtsbruch. https://t.co/Qe3ni1QCNH pic.twitter.com/yXOkmZXNzY

— Alain Schwald (@AlainS1991) January 3, 2026

Thousands of Venezuelans around the world have taken to the streets to celebrate the fall of Nicolás Maduro’s narco-terrorist regime. pic.twitter.com/vVdcFEA7ei

— Visegrád 24 (@visegrad24) January 3, 2026

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Tweet 




Lesermeinungen

Paddel vor 11 Stunden: Danke für die Analyse

Keine Ahnung warum so viele in das Trump Bashing Horn blasen. Wahrscheinlich weil er schlicht unbequem ist und zwar zu 100%, in allen Facetten. Natürlich sehe ich in ihm alles andere als ein Heilger, aber ein wenig kommt er mir vor, wie der Rufer in der Wüste... Der die reichen machthabende Ausbeuter in Erklärungsnöte bringt... auch die "frommen" scheinheiligen Pharisäer und Schriftgelehrte...Zumindest ist er ein Wegbereiter für das Gute, das letztlich nur Gott selbst schenken kann, durch alle menschlichen Schwachheiten hindurch. Vergleiche hinken. Schon klar. Johannes der Täufer war aber auch ein schräger Vogel:) allerdings ein durch und durch heiliger Vogel...:) An ihn kommt keiner ran.

jabberwocky vor 23 Stunden: @Gandalf, que dios te bendiga!

Ich will Ihnen an dieser Stelle Danke sagen für Ihre Einschätzung der Situation, die ich vollumfänglich teile. Ich habe gerade eben im Videotext des deutschen Staatsfunks gelesen, daß angeblich 72 % der Bürger die Operation als nicht gerechtfertigt ansehen. Grundsätzlich erschreckt mich, wie wenig wichtig vielen Menschen Freiheit zu sein scheint. Und wie wenig bei den Menschen das Wissen vorhanden ist, daß Sozialismus und Kommunismus IMMER zu Staatsterror und Armut der Bevölkerung führt. Man mag an Trump nicht alles gut finden, aber er hat, seit er Präsident in den USA ist, mehr gute Aktionen bewirkt als die Präsidenten des Restes der Welt. Und wer ihm vorwirft, aus rein kapitalistischem Kalkül zu handeln: Warum dann der Friedensplan in Israel? Warum greift er mit Zustimmung der Regierung in Nigeria die dortigen Islamisten an? Gibt’s dort auch Öl?
Könnte es nicht eher sein, daß dieser schräge Vogel als Präsident vieles richtig macht?
Hoffentlich kommt in Venezuela was gutes nach.

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz