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Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!

vor 3 Tagen in Weltkirche, 9 Lesermeinungen
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Theologe Johannes Hartl: „In Frankreich berät die Kirche sich auch, allerdings über andere Themen als beim deutschen ‚synodalen Weg‘. Es geht um die Frage, wie man mit der Masse an überwiegend jungen Taufbewerbern umgehen soll“. Von Petra Lorleberg


Paris (kath.net/pl) Das Erzbistum Paris beruft für die gesamte Kirchenprovinz Paris für 2026 bis 2027 ein Provinzialkonzil ein, um auf den beispiellosen Anstieg der Konversionen von Erwachsenen und Jugendlichen in ganz Frankreich zu antworten. Die Vorbereitungen für dieses „concile provincial“ laufen schon eine geraume Zeit, am 25. Januar (Fest der Bekehrung des hl. Paulus) wurde der offizielle Startschuss gegeben. Darüber berichten französische und internationale katholische Medien.

„Das Thema ist überaus erfreulich und motivierend“, sagte Pfr. Maiximilien de La Martinière, Generalsekretär dieses Provinzialkonzils, gegenüber der englischsprachigen Zeitschrift OSV News. „In meiner eigenen Gemeinde haben wir in den letzten Jahren in jeder Osternacht etwa 15 Jugendliche oder junge Erwachsene getauft. Letztes Jahr waren es 23, und mittlerweile haben wir 50 Katechumenen unter den 800 Sonntagsbesuchern. Das verändert die Gemeinde. Viele Gemeinden erleben ähnliche Entwicklungen.“ Diese Bewegung beginne, „einen echten Einfluss auf das Leben der Katholiken in Frankreich zu haben.“

Die Methodik dieses Provinzialkonzils ähnelt der einer Synode, berichtet OSV News weiter. Auch Jugendbewegungen, darunter Pfadfinder, Schulseelsorge und katholische Universitäten, werden teilnehmen. Nach der Konsultationsphase beginnt am 31. Mai eine Versammlung von 400 Personen einen einjährigen Prozess des Austauschs und der Synthese. In den folgenden Monaten reisen die Bischöfe nach Rom, um ihre Schlussfolgerungen und Empfehlungen vorzustellen.


Die zuständigen Bischöfe des Ballungsraums Île-de-France, der kirchenrechtlich eine Kirchenprovinz darstellt und der neben dem Erzbistum Paris weitere Bistümer umfasst, haben auch eine eigene Website dafür initiiert (siehe Link). Dort wird über das Provinzialkonzil erklärt: Zum ersten Mal organisiert die Kirchenprovinz Île-de-France ein eigenes Provinzialkonzil. Obwohl es natürlich kleiner als das Zweite Vatikanische Konzil ist, wird es als historisches Ereignis für die Region betrachtet. Das Hauptziel ist die Transformation der Pfarreien: Sie sollen "katechumenaler" werden, also offener und fähiger, Menschen, die Christen werden wollen, aufzunehmen und zu begleiten.

Die drei Phasen des Provinzialkonzils gemäß Selbstdarstellung:

Kernbotschaft: Es handelt sich um ein „Konzil der Nähe“, bei dem jeder Christ der Region (z. B. durch Gebet oder Beteiligung) mitwirken kann, um die Zukunft der Kirche vor Ort mitzugestalten.

Hintergrund: Das Kirchenrecht sieht neben dem „Ökumenischen Konzil“, das die gesamte katholische Weltkirche betrifft (Beispiel: II. Vatikanum), auch Konzilien von Teilkirchen vor. Partikularkonzilien/Provinzialkonzilien gibt es bereits seit der frühen Christenheit. Außerdem gibt es im Kirchenrecht auch die selten genutzt Möglichkeit zu Plenar- oder Nationalkonzilien, dabei versammeln sich die Bischöfe eines bestimmten Landes.

Weiterführende kath.net-Artikel:
Die unerwarteten Wurzeln des Taufbooms in Frankreich. Warum strömen junge Menschen 200 Jahre nach der Französischen Revolution in die katholische Kirche?
Frankreich: Erneuter Rekord bei Erwachsenentaufen! Der Trend zum Katholischwerden setzt sich fort: Anstieg von 45 % bei Erwachsenen und 33 % bei Jugendlichen im Vergleich zum letzten Jahr

In Frankreich berät die Kirche sich auch, allerdings über andere Themen als beim deutschen "synodalen Weg". Es geht um die Frage, wie man mit der Masse an überwiegend jungen Taufbewerbern umgehen soll. https://t.co/uWqqQGAp5w

— Johannes Hartl (@DrJohannesHartl) January 25, 2026

 


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Lesermeinungen

Jörgen vor 2 Tagen: Die Falschen

Sorry, das war natürlich ironisch gemeint. Und wir sind natürlich auch nicht Frankreich, von diesen Taufbewerberzahlen können wir bislang nur träumen. Aber wir erleben ja auch hier, dass Neuaufbrüche kritisch gesehen werden, weil man das synodale Gedankengut nicht teilt und man sich um die Weiterführung der Reformen in der jüngeren Generation sorgt.

SalvatoreMio vor 3 Tagen: Die Falschen ...

Danke@Versusdeum: Gewiss, so mag es gedacht gewesen sein, doch ich wunderte mich, weil es um Frankreich geht, was man nicht einfach auf Deutschland übertragen kann, und mein Text war eigentlich gar nicht erschienen. Egal ...

Versusdeum vor 3 Tagen: @SalvatoreMio

@Jörgen meint das offensichtlich ironisch und aus der Sicht der (den eigenen Niedergang verwaltenden und abwickelnden) Strukturen der teilweise schon postchristlichen Wohlfühlkirche auf deutschem Boden, der offensichtlich viele unserer Bischöfe anhangen.

SalvatoreMio vor 3 Tagen: Das sind die Falschen?

Jörgen vor 3 Tagen: Das sind die Falschen!

Warum Anstrengungen unternehmen, wenn dann am Ende die Falschen kommen?
Denn die Taufbewerber werden sich ja kaum für synodale Reformthemen interessieren.
Unterstützt wird nur das, was zum Absterben führt, alles andere wird im besten Fall beargwöhnt, oder eben bekämpft.

Peter2021 vor 3 Tagen: Eine großartige Entwicklung

In Franreich gibt es grob 150 ewige eucharistische Anbetungsstätten. In Deutschland sind es weniger als 30.

Hl. Johannes Paul II.: "Durch die Anbetung trägt der Christ auf geheimnisvolle Weise bei zur radikalen Verwandlung der Welt und zur Aussaat des Evangeliums. Jeder, der zum Erlöser betet, zieht die ganze Welt mit ihm und erhebt sie zu Gott. Jene, die vor dem Herrn stehen, erfüllen daher einen eminent wichtigen Dienst. Sie stellen all jene hin vor Christus, die ihn nicht kennen oder weit von ihm entfernt sind: Sie halten Wache in seiner Gegenwart zu deren Gunsten." Indem wir also das Allerheiligste Sakrament anbeten, tun wir das stellvertretend für ein Familienmitglied, für jemanden aus der Pfarrei, jemanden aus der Welt, der die göttliche Barmherzigkeit am meisten benötigt. Diese Person erhält die notwendigen Gnaden, um zu Gottvater zurückzukehren.

Auch durch die Kinderrosenkranz-Gebetsbewegung werden sehr viele Gnaden geschenkt: kinderrosenkranz.com, rosairedesenfants.org.

www.bonifatius.tv/home/pere-florian-racine-ewige-eucharistische-anbetung-folge-1_5276

doda vor 3 Tagen: Die Konversionen weltweit sind auch eine Frucht des Jahres der Barmherzigkeit

SalvatoreMio vor 3 Tagen: Aufbruch aufgrund veränderter gesellschaftlicher Strukturen?

Ich wuchs auf in "herkömmlichen Strukturen": die Eltern entschieden über Erziehung, Konfession usw. - Heute fehlt oft 1 Elternteil; familiäre Strukturen nehmen ab; die Erziehung erfolgt weitgehend durch Kindergarten und Schule. Und Jugendliche lieben besonders ihre Cliquen. Wenn da starke "Anführer" sind, die das "Religiöse" entdecken, stelle ich mir vor, dass das ansteckend sein kann.

Versusdeum vor 3 Tagen: Zwei angrenzende Länder,

in denen die Entwicklung ein und der selben Kirche unterschiedlicher nicht sein könnte: Bei uns hatte man jahrzehntelang eine "andere Kirche" angestrebt und dadurch übervolle Kirchen erhofft, doch heute verwalten sich fast nur noch tote Strukturen selbst, während in Frankreich zumindest der überlieferte Ritus immer lebendig geblieben war. Möge aus diesem und aus blühenden Pfarreien, Gruppen und Gemeinschaften im Novus Ordo auch bei uns eine "Wiederauferweckung" des lokalen Kirchenzweiges wachsen. Unterstützen wir den Papst im Gebet bei seiner Mission! Denn wenn wir wieder mehr beten, wird auch "die Welt da draußen" zumindest wieder rationaler denken, anstatt selbstzerstörerischen Ideologien und Weltuntergangsprophetien anzuhängen.

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