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Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“

vor 4 Tagen in Deutschland, 22 Lesermeinungen
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Woelki im „Domradio“-Interview: „Ich habe den Eindruck, dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen.“


Köln-Bonn (kath.net/pl) „Ich glaube, es bestehen grundlegend unterschiedliche Auffassungen davon, was Synodalität bedeutet. Papst Franziskus – wie auch Papst Leo – betonen immer wieder, dass Synodalität ein geistliches Geschehen ist, ein Werkzeug zur Evangelisierung. Synodalität ohne Evangelisierung ist gar nicht denkbar, wenn man Papst Franziskus und Papst Leo folgt. Ich habe den Eindruck, dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen.“ Das stellt Rainer Maria Kardinal Woelki im Interview mit dem Kölner „Domradio“-Chefredakteur Renardo Schlegelmilch fest (Link). Er wurde vom „Domradio“ dazu befragt, warum er nicht an der 6. Synodalversammlung des Synodalen Weges teilnehmen wird. Diese Sitzung ist anberaumt auf den 29. – 31. Januar 2026 und wird im Maritim Hotel Stuttgart stattfinden. Woelki stellt außerdem dezidiert fest: „Wir können dabei aber nicht über alles ergebnisoffen diskutieren. Um einmal ein bewusst abwegiges Beispiel zu nennen: Wir können nicht darüber abstimmen, ob Jesus von den Toten auferstanden ist.“


Zwar seien beim „Synodalen Weg“ einige wichtige Fragen angegangen worden, so Woelki. „Aber andere wichtige Fragen sind während des Synodalen Weges eben auch nicht angegangen worden, zum Beispiel die Frage der Evangelisierung, die uns Papst Franziskus in seinem Brief ‚an das Pilgernde Volk Gottes in Deutschland‘ 2019 ins Stammbuch geschrieben hat. Darin sehe ich einen großen Mangel dieser fünf Vollversammlungen.“

Gefragt nach der Polarisierung in der Bischofskonferenz erläutert Woelki: „Diese Situation ist belastend. Die Spannungen bedrücken mich, weil ich niemandem unterstellen möchte, nicht das Gute zu wollen.“

Der Kölner Kardinal erinnerte auch an sein Weiheversprechen, dem gegenüber er sich zu verantworten habe: „Ich habe versprochen, den Glauben der Kirche zu schützen und in Einheit mit dem Papst den Weg in meiner Diözese zu gehen. Das möchte ich auch in Zukunft für mich in Anspruch nehmen.“

Der Kardinal vertritt weiter, dass für ihn „der Synodale Weg abgeschlossen“ sei. Er erinnert daran, dass „ursprünglich …vereinbart worden“ war, „dass es fünf Sitzungen geben sollte und an diesen habe ich auch teilgenommen.“ Hier sei nun „eine theologische Klärung dringend notwendig. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass alle Beteiligten – auch die des Synodalen Weges – letztlich das Gute für die Kirche wollen. Aber der Weg dorthin wird unterschiedlich gesehen.“

Zur politischen Weltlage führte der Kölner Kardinal aus: „Wir erleben das ja gerade in der Weltpolitik: Wo wieder das Recht des Stärkeren gilt, verrohen Gesellschaft und Sitten. Die Würde des Menschen wird verletzt, Persönlichkeitsrechte werden missachtet. Das führt zu einer entmenschlichten Gesellschaft – und das kann nicht unser Ziel sein.“

Archivfoto: Kardinal Woelki (c) Erzbistum Köln


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Lesermeinungen

Domspatz_AT vor 2 Tagen: @Dornenbusch

Zu Ihrem Einwurf bezüglich des deutschen AfD-Politikers und der Entscheidung Roms. Ich bin davon überzeugt, dass der Hl. Vater über diese Entscheidung informiert ist. Diese Entscheidung hat Signalwirkung, es wäre naiv, davon auszugehen, Rom wäre sich dessen nicht bewusst. Das "Mitgliedermanagement" vieler katholischer Verbände hinsichtlich der AfD wurde auch im kath.net-Forum oft des Öfteren sehr kritisiert. Nicht zuletzt wurde das auch von dieser Partei zum Anlass für Kritik an der Kirche genommen. Mit dieser Entscheidung ist klar, das geht sich so aus.

Aber auch der bisherigen Logik folgend wird der Papst in der Angelegenheit mit im Boot sein. In den Jahres des Pontifikats von Papst Franziskus haben einige Mitchristen, die hier kommentieren, sehr oft darauf bestanden, dass Franziskus über alles, was aus dem Vatikan kommt, informiert sei. Schließlich sei er der Papst. Besonders galt das für alles, was negativ auslegbar war. Diesen Maßstab gilt somit dann natürlich auch für Papst Leo.

gebsy vor 2 Tagen: @SursulaPitschi

Danke für die Rückfrage;
Das ist mein Rufname aus der aktiven Zeit im Beruf und eine Abkürzung für meinen Vornamen "Gebhard" ...

SursulaPitschi vor 3 Tagen: @gebsy

Sag mal, steht Gebsy eigentlich für 'Gebet & Bibel-System' oder ist das dein 'Glaubens-Nickname'?

SursulaPitschi vor 3 Tagen: @ gebsy Fazit:

Fazit
Man darf die Situation absolut so sehen, dass hier eine „Lösung für die bereits praktizierte Pastoral“ gesucht wird. In vielen deutschen Gemeinden werden Segnungen von homosexuellen Paaren oder Predigten von Laien (und Frauen) längst praktiziert. Der Synodale Weg versucht, die Kluft zwischen der offiziellen Lehre und der gelebten Realität vor Ort zu schließen. Allerdings dem Zeitgeist nachgebend, ohne die kath. Lehre zu vertreten. Die Kritiker des SynWeges sind massiv vorhanden, werden im Stichh gelassen, gebasht. Einige Bischöfe sind mutig und klug

Ob man das nun als „Ehrlichkeit“ oder als „Anpassung durch Instrumentalisierung einer Krise“ wertet, bleibt die zentrale Trennlinie in der katholischen Kirche.

Ich glaube, dass nur eine Kirche, die die Zensur in D und die Lebenswirklichkeit ihrer Mitglieder aufgreift, DAS „Gewissen“ für die Gesellschaft ist. Mit Hilfe des Hl. Geistes und dem Lesen des EV.

SursulaPitschi vor 3 Tagen: Synodal = unbewusste, für kurzfristigen Beifall: Zerstörung/Spaltung der Kirche - noch schnellerer

„Ausverkauf des Glaubens“
Hier ist der direkte Vergleich der beiden Ziele:
Thema: Die kritische Sicht („Das Üble“)- Die Sicht der Befürworter („Die Rettung“)
Zielsetzung: Anpassung an den Zeitgeist - Die Kirche gibt ihre Identität auf, um modern zu wirken -Relevanz zurückgewinnen: Die Kirche verliert den Kontakt zur Realität der Menschen und wird bedeutungslos.
Umgang mit Macht: Demokratisierung: Zerstörung des von Gott eingesetzten Bischofsamtes durch Gremien. - Gewaltenteilung: Kontrolle von Macht, um weiteren sexuellen und geistlichen Missbrauch zu verhindern.
Rolle der Frau: Bruch mit der Tradition: Die Weihe von Frauen widerspreche dem Willen Jesu und der Lehre - Gerechtigkeit: Ausschluss von Frauen ist diskriminierend und in einer modernen Gesellschaft nicht mehr vermittelbar.
Sexualmoral: Sündhaftigkeit: Eine Aufweichung der Lehre sei ein Verrat an der biblischen Anthropologie. - Barmherzigkeit: Die Sexualmoral müsse die Erkenntnisse de

Dornenbusch vor 3 Tagen: Ob unser Papst dazu seinen Segen gegeben hat?

Vatikan bestätigt Ausschluß von AfD-Politiker aus Ehrenamt

jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/vatikan-bestaetigt-ausschluss-von-afd-politiker-aus-ehrenamt/

Schillerlocke vor 3 Tagen: @kleingläubiger

Ihre Kritik an der Kirche St. Fidelis in Stuttgart kann ich nicht nachvollziehen. Diese neuromanische Kirche aus den 1920er-Jahren ist ein durch Schlichtheit beeindruckender Bau mit einer zwar sparsamen, dafür aber künstlerisch überzeugenden Innenausstattung. Ich finde, sie passt ganz gut zur eher nüchternen Lebenshaltung der Württemberger.

Versusdeum vor 3 Tagen: @chriseeb74

Ja, von Anfang an wurde der (fast ausschließlich) Homo-Missbrauchsskandal zur Durchsetzung der Homo-Agenda in der Kirche missbraucht! Jeder, der dieses grausame "Blame Game" bewusst mitspielt, versündigt sich schwer an den Opfern - frühere, aktuelle und mögliche künftige! Kehrt um, schützt die Kinder (Mühlstein!) und glaubt an das Evangelium (und an die unendliche Barmherzigkeit Gottes, der, anders als die Menschen, buchstäblich jede Sünde zu verzeihen bereit ist - wenn nur wir selbst es auch sind)!

chriseeb74 vor 4 Tagen: @alle zur Info

Die Seherin von Sievenich hat gerade an diesen 3 Tagen aufgerufen für die Kirche in Deutschland ununterbrochen zu beten...

gebsy vor 4 Tagen: Darf die Situation so gesehen werden,

dass mit dem Synodalen Weg eine Lösung für die bereits praktizierte Pastoral gefunden werden soll und die Missbrauchsthematik als willkommener Anlass dient?
Schwer vorstellbar, dass sich da kein Gewissen mehr regt ...

Dornenbusch vor 4 Tagen: Die Karnevalsmesse der Synodalkirche in Deutschland

www.youtube.com/watch?v=DTaYUQnz2cE

barbaletta vor 4 Tagen:

Wenn alle Beteiligten – auch die des Synodalen Weges – letztlich das Gute für die Kirche wollen, warum macht man letztendlich nicht das, was sie wollen?
Wo liegt das Problem? – die Antwort ist einfach: Sie Synodalen wollen nicht das, was dem Glauben der Kirche dient, sie wollen das, was am Ende die Kirche so verändert, dass sie nicht mehr die Kirche Christi sein kann. Wenn sie das bewusst wollen, sollte man sie aus der Kirche entfernen, Wenn sie sich dessen nicht bewusst sind, was sie am Ende wollen, sollte man ihnen das klar machen und nicht auf ein Wunder warten.

Martinus Theophilus vor 4 Tagen: @kleingläubiger

ich teile Ihre Befürchtungen, aber als Christ soll man ja die Hoffnung nie aufgeben, vgl. 2 Kor 1,7.

Mal sehen, ob die täglichen gemeinsamen Eucharistiefeiern der Bischöfe dann auch in der Kirche St. Fidelis stattfinden. Bitten wir jedenfalls den Heiligen Fidelis von Sigmaringen, der den katholischen Glauben tapfer bis aufs Blut verteidigt hat, um seine Fürsprache, dass die Versammlung der Deutschen Bischöfe der Kirche in unserem Land zum Guten diene. Mit Stille und Auftanken, wie es auf der Homepage von station-s heißt, wird es nicht getan sein!

barbaletta vor 4 Tagen: Also, alles wie gehabt!

– es wird nichts und niemandem unterstellet, und es wird auch nichts konkret genannt, sondern nur das erwähnt, was das Gemeinte erörtert.
Buttrige Butter, mit buttriger Butter gebuttert.

Hope F. vor 4 Tagen: Auf den Punkt gebracht

hat es Kardinal Woelki. Auch beim "Synodalen Weg" ist der Weg das Ziel, wobei stets Gott im Mittelpunkt stehen sollte und n i c h t der m o d e r n e M e n s c h mit seiner Pippi-Langstrumpf-Kirche.

kleingläubiger vor 4 Tagen:

Als Stuttgarter, der in letzter Zeit von der hiesigen katholischen Kirche sehr viel ertragen musste, bis hin zum „Schleim-Jesus“ in der Christmette, erwarte ich wenig und befürchte ich schlimmes.

Merkwürdig finde ich es jedoch, dass die Versammlung nicht in einem Kloster oder sonstigen Besitzungen der Kirche stattfindet, sondern in einem Hotel. Immerhin befindet sich direkt über der Straße die katholische Kirche „St. Fidelis“, in der einem allerdings gar nicht fidel um den Glauben zumute wird. Seit der letzten Renovierung vor ein paar Jahren kann man dort die ganze Trostlosigkeit der katholischen Kirche in Stuttgart bewundern. Ein weiß getünchter Mehrzweckraum, in dem der Altarraum zu einer verschließbaren Box, einem „Raum der Stille“ gemacht wurde. Hier findet man schlecht den Glauben, man verjagt ihn!

www.station-s.de/

Martinus Theophilus vor 4 Tagen: Einheit in Jesus Christus.

Ein wichtiger erster Schritt zur Überwindung der Polarisierung in der Dt. Bischofskonferenz ist die Wahl eines neuen Vorsitzenden und eines Stellvertreters, die die Nähe zu Papst Leo XIV. suchen und sich bemühen, Spaltungen zu überwinden, indem man Bedenken erst nimmt, anstatt immer neue Fakten zu schaffen. Maßstab für Christen sind nicht Mehrheiten, sondern allein die Wahrheit, die Jesus Christus selbst ist.

CusanusG vor 4 Tagen: Das Recht des Stärkeren

Das Recht des Stärkeren nimmt in diesem Interview eine prophetische Bedeutung an.

Denn, was Woelki hier zur Weltlage sagt, trifft insbesondere auch auf den Synodalen Weg zu. Da haben sich auch diejenigen des Rechts des Stärkeren bedient, die sich immer als Gutmenschen inszenieren.

Es wirkt so, als habe Woelki das nicht sagen wollen, und die Botschaft ist aber doch angekommen.

Johannes14,6 vor 4 Tagen: Meine Sorge ist, daß eine neue Ekklesiologie und Anthropologie implementiert werden soll

"Ich habe versprochen, den Glauben der Kirche zu schützen und in Einheit mit dem Papst den Weg in meiner Diözese zu gehen..

Wir leben als Katholiken in einer hierarchisch-sakramental verfassten Kirche. Das ist nicht einfach eine Frage der Organisation, sondern eine Frage des Wesens der Kirche..

..das, was beraten und vorgeschlagen wird, muss im Einklang mit dem apostolischen Erbe und dem Glauben der Kirche stehen. Das ist entscheidend. Darauf zu achten ist ja gerade die besondere Verantwortung des Bischofs..

Ich habe den Eindruck, dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum ging, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen..

Meine Sorge ist.. daß der Versuch unternommen wird, eine neue Ekklesiologie und eine neue Anthropologie zu implementieren, die nicht mehr mit dem Glauben und der Lehre der Weltkirche im Einklang stehen."

DANKE, Herr Kardinal, für diese klaren Aussagen!

www.domradio.de/artikel/kardinal-woelki-erlaeutert-ausstieg-vom-synodalen-weg

Schillerlocke vor 4 Tagen: Ganz wichtig ist,

dass die Eminenz niemandem bösen Willen unterstellt. Das ist die Brücke, die von den kirchenpolitischen Abwegen mancher Laien ohne Gesichtsverlust wieder zurückführt auf den wahrhaft katholischen Pfad, der für nötige Reformen ohnehin beschritten werden muss.

girsberg74 vor 4 Tagen: "Abwegig" ?

So abwegig kommt mir im Gesamtzusammenhang das „abwegige Beispiel“ nicht vor.

Mindestens aber ist es ein Weckruf, wohin der „Synodale Weg“ schlussendlich führen könnte.

Danke Herr Kardinal Woelki !

Jörgen vor 4 Tagen: Danke

an den am meisten Angefeindeten im deutschen Episkopat für seine Standhaftigkeit.
Dem Wohlwollen des Kardinals ist Respekt zu zollen, auch weil es seitens der Synodalen kaum erwidert werden wird.

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