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vor 6 Stunden in Jugend, 1 Lesermeinung
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Hast du dich schon einmal gefragt, warum Gott in deinem Leben nicht so wirkt, wie du es gerne hättest? Oder ist in dem einen oder anderen Moment vielleicht die Frage aufgekommen, ob er denn wirklich da sei? - Jugendkolumne von Magdalena Preineder
Wien (kath.net)
Neulich bin ich unter einem Kruzifix gesessen – es war ein Moment, in dem es mir alles andere als gut ging. Ich habe hinauf zum Kreuz geschaut, auf den Leib Jesu, der dort hing – mit seinen weit ausgestreckten Armen. Als ich inmitten dieses Moments, der eine große Last mit sich brachte, auf Jesus blickte, hatte ich das Gefühl als wäre einer seiner Arme nicht nur weit ausgestreckt, sondern mir entgegengestreckt. Es war als würde er mir damit zurufen wollen: „Ich bin ja hier, hier mit dir.“
An diesem Tag musste ich an einen Psalm denken, der sich mir einige Monate davor tief eingeprägt hat. Es ist der Psalm 136. Er liest sich wie eine Litanei des Dankes. Gott wird darin für seine ewige Huld gepriesen. Diese Huld wird an seinen großen Taten sichtbar gemacht – begonnen bei der Erschaffung der Welt, über die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei „mit starker Hand und ausgestrecktem Arm“ (V. 12), der Sieg über mächtige Könige, bis zu uns: „Der unser gedachte in unserer Erniedrigung … und unseren Feinden entriss.“ (V.23f)
Dieser Psalm ist wie eine Zusammenfassung der Geschichte Gottes mit seinem Volk, mit dem Menschen bis heute. Es ist übrigens auch jener Psalm, den Jesus selbst vor dem Gang zum Ölberg (Mt 26,30) gesungen hat. Und er zeigt eines: Gott ist treu.
Wir dürfen wissen, dass sich Gott nicht verändert. Er ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Die Treue, die er am Anfang der Welt in sich trug und mit der er Israel befreite, mit dieser Treue kümmert er sich um jeden Menschen – um dich genauso wie um jenen, der diesen Psalm niedergeschrieben hat. In Vers 25 heißt es dort „der allem Fleisch Nahrung gibt“ – damit bist auch du gemeint.
Gott streckt dir seine Hand entgegen und vielleicht kann dieser Psalm auch dir eine Erinnerung daran sein. Eine Erinnerung, dass du nicht alleine bist. Eine Erinnerung, dass er dir selbst – ja, eigentlich besonders – in deiner größten Not seine Hand entgegenstreckt. Sie wurde ja auch nicht grundlos ans Kreuz geschlagen, sondern sie wurde für dich ans Kreuz geschlagen.
Also: Falls du auch solche Momente kennst, in denen du das Wirken Gottes in deinem Leben nicht ganz nachvollziehen kannst oder er so verborgen ist, dass du dir schwertust, ihn zu sehen, dass dein Vertrauen herausgefordert, dann denke an das Volk Israel. Denke daran, wie Gott mit seinem Volk den Weg begonnen hat und wie er ihn mit dir bis heute geht und immer weiter gehen wird.
In solchen Momenten, lade ich dich ein: Setze in diesen Psalm die Ereignisse deines eigenen Lebens ein und danke Gott dafür. Seine Huld währt ewig! Auch in deinem Leben, auch dann, wenn du es am wenigsten spüren kannst. So danke dem Herrn, „denn er ist gut, denn seine Huld währt ewig!“ (Ps 136,1)
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gebsy vor 3 Stunden: Ps 136,23 - Lk 1,48
"Der an uns dachte in unsrer Erniedrigung, / denn seine Huld währt ewig,"
"Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter."
Wir dürfen Mariens Worte meditieren und daraus leben.
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