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Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage

vor 26 Stunden in Deutschland, 10 Lesermeinungen
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Der Sender eröffnete eine Dokumentation über das Leben im Kloster mit einer Frage um Intimleben.


Stuttgart (kath.net/jg)
Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender SWR (Südwestrundfunk) brachte im Format „360 Grad“ eine Dokumentation über das Leben einer katholischen Ordensfrau. Gleich in der ersten Szene der Sendung mit dem Titel „24h im Kloster: So ist der Alltag von Schwester Marie-Salome“ konfrontiert die SWR-Journalistin die Ordensschwester mit der Frage „Was machst du, wenn du wirklich horny bist? Dürft ihr masturbieren?“ Einen Ausschnitt, der diese Sequenz enthält, veröffentlichte der Sender auch auf Instagram unter dem Titel „Ein Leben ohne Sex?!“

Die Reaktion des Klosters Hegne am Bodensee auf die bereits im Dezember ausgestrahlte Dokumentation war zurückhaltend, berichtet Apollo News. Auf der Facebook-Seite ist zu lesen: „Hinweis zum Video: Mit dem Schnitt und der Titelgebung der Reportage ist das Kloster Hegne nicht in allen Punkten einverstanden.“ Doch sei die Dokumentation insgesamt respektvoll und nahbar ausgefallen.


Der SWR hat zum Instagram-Video ergänzt: „Mit unserer Frage zum Thema Masturbation wollten wir in keinem Fall geschmacklos sein.“ Es gebe viele Klischees dazu, deshalb habe sich die Redaktion entschieden, die Frage zu stellen. Die Frage sei nicht der Einstieg in das Gespräch mit Schwester Marie-Salome gewesen, sondern nur in das Instagram Video. Allerdings beginnt auch die Dokumentation mit dieser Frage, was der Sender verschweigt.

Die SWR-Journalistin Leonie Maderstein hielt sich einen Tag und eine Nacht im Kloster auf und befragte die Nonne über ihren Alltag. Schwester Marie-Salome begleitete sie durch das Kloster. Sie ist vor neun Jahren im Alter von 25 Jahren ins Kloster eingetreten. Den Namen Marie-Salome wählte sie einerseits in Referenz zu Maria, der Mutter Jesu, weil sie als Ordensfrau mit ihrem Leben Gott in die Welt bringen möchte. Salome war im Neuen Testament eine der ersten Frauen, die Jesus nach der Auferstehung sah. 

Der SWR hatte zuvor Nutzer auf Reddit gebeten, Fragen zu schreiben, die der Schwester gestellt würden. Während der Dokumentation kommt das Gespräch auch auf die Frage nach Partnerschaft und Kindern. Schwester Marie-Salome wird gefragt, ob sie es nicht vermisse, eine eigene Familie zu gründen. Unter den Schwestern werde manchmal über dieses Thema gesprochen, antwortet sie. „Ja, es sieht aus wie aufgegeben, aber wenn ich eine Partnerschaft lebe, dann binde ich mich auch an einen Menschen und geb andere Möglichkeiten irgendwo auch auf.“ Dann kommt die Frage nach dem Intimleben mit dem Hinweis darauf, dass ein Internetnutzer dies wissen wolle.

 


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Lesermeinungen

Wirt1929 vor 5 Stunden: Die obszöne an den Anfang

gestellte Frage der Berichterstattung über den Alltag einer Ordensfrau zeugt von der überdimensioniert sexistisch eingestellten Journalistin, die wenig Feingefühl und mangelnden Respekt aufweist; leider ein Abbild der Gesellschaft. Beweis dieser Verächtlichmachung und Reduzierung auf niedriges Niveau für den systematische Schmähung katholischer Lebenseinstellung mit dem marxistischem Ziel, Religion und damit Gott aus dieser Gesellschaft zu entfernen. Man mag mich der Übertreibung schelten, sehe darin aber nur die Weiterführung des Versuchs, die Sexualeinstellung der Kirche in Frage zustellen, was ja innerkirchlich durch entsprechend einzelne Diözesanvorgaben bereits Einzug hält. Die Kirche schafft sich selbst ab!

kleingläubiger vor 21 Stunden:

Diese Frage war sicher obszön und unangebracht. Dennoch ist es eine sehr gute Frage, die sich viele Menschen stellen. In unserer durchsexualisierten Welt ist es für die allermeisten Menschen absolut unvorstellbar, enthaltsam zu leben, nicht einmal für kurze Zeit. Deswegen wäre es gut, dies verweltlichten Menschen überzeugend erklären zu können. Ich bin sicher, viele, die sich eine Berufung vorstellen können, werden allein von dieser großen Frage der Enthaltsamkeit abgeschreckt. Dennoch ist es durchaus möglich. Auch ich als Laie habe es, ohne Gott je darum gebeten zu haben, nach vielen verlorenen Jahren, mit Gottes Gnade schaffen können.

Norbert Sch?necker vor 22 Stunden: Armutszeugnis

Würde man es wagen, ein frisch verheiratetes Paar nach seinem Sexualleben auszufragen? Hoffentlich nicht. Und die Ausrede, dass ein Internetnutzer ein intimes Detail wissen wollte, ist ein Armutszeugnis für die Journalisten. Ein guter Journalist nimmt Rücksicht auf den Interviewpartner und gibt nicht der Sensationslust eines anonymen Users Vorrang.

Felmy vor 23 Stunden: @bereschit

Ganz meiner Meinung.Eine professionelle journalistische Frage war das auf keinen Fall,sondern eher ein höhnischer Tiefschlag. Schließlich fragt man auch keinen Journalisten,ob er sich für genug professionell hält seinen Job zu auszuüben. Mit einem tiefen Seufzer fragt man sich,wann die Presse/Medien ihre Arbeit wieder mit mehr Respekt angehen.

Stefan Fleischer vor 24 Stunden: Dass es mit etws gutem Woillen auch anders geht

Dass es mit etwas gutem Willen auch anders geht,
zeigt eine Sendung des Schweizer Fernsehens.

www.srf.ch/play/tv/mona-mittendrin/video/im-kloster?urn=urn:srf:video:d2d95e48-f40b-457b-88fd-1c82bbf8926c

Mariat vor 24 Stunden: Eine Schwester die ihr leben Gott weiht...

gehört Jesus als ihrem Bräutigam ganz.
Auch wenn manche während des Klosterlebens fallen sollten, geht es uns oder die Medien nichts an.
Wie @gebsy schrieb: "Ein persönliches Gebetsleben gibt Halt und Zuversicht, wenn Versuchungen mit Gottes helfender Liebe in das Gegenteil von Sünde gewendet werden ...
Diese Information wird aber nur verstehen, wer es EINMAL erlebt hat!" So ist es!!!
Auch wir können in Enthaltsamkeit und Keuschheit leben. Wer dies tut, versteht auch die Kämpfe die kommen können.

bereschit vor 25 Stunden: Verdorbene Presse

Zeigt die Niveaulosigkeit und Dreistheit sowohl des Senders as auch der Journalistin. Man muss da wohl auch ein ganz schönes Stück schäm- geschmacks und respektlos sein. Links versifft, verdorbene woke Presse eben wie sie meist hier in Deutschland vorherrscht!

Uwe Lay vor 25 Stunden: Irritierende Fragen

Da der Sex als das Allerwichtigste im Leben gilt, verwundert die Frage danach nicht,befremflicher ist die nach einem Kinderwunsch, denn nur ganz "altmodische" Frauen wollen noch heiraten und eine Familie gründen.Und heiraten zu wollen, ist doch auch nur ein legitimer Wunsch von Homosexuellen?
Uwe Lay Pro Theol Blospot

gebsy vor 26 Stunden: 1 Petr 3,15f

Sollen derartige Fragen als Chance genützt werden?
Ein persönliches Gebetsleben gibt Halt und Zuversicht, wenn Versuchungen mit Gottes helfender Liebe in das Gegenteil von Sünde gewendet werden ...
Diese Information wird aber nur verstehen, wer es EINMAL erlebt hat!

rorro vor 26 Stunden: keine Interviews

Die in Spanien boomende Frauengemeinschaft Iesu Communio hat von der Gründerin u.a. eine Regel auferlegt bekommen: keine Interviews mit oder Besuche von säkularen Medien.
Dieses Beispiel zeigt die Weisheit dieser Entscheidung.

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