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3. Februar 2026 in Österreich, 9 Lesermeinungen
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Seit 2022-2023 warten Gläubige aus der Diözese Linz auf die Beantwortung von Einsprüchen. Doch aus Rom gibt es keine Antworten. Jetzt wird eine Säumnisklage überlegt
Linz (kath.net) Ignoriert Rom die Einsprüche gegen die Pfarraufhebungen in der Diözese Linz oder ist der Vatikan aufgrund der schieren Masse an Eingaben schlichtweg überfordert? Fakt ist, dass es in der Diözese Linz in den vergangenen zwei bis drei Jahren hunderte Einsprüche gegen die umstrittenen Pfarrauflösungen gab. Sogar gegen die Aufhebung der eigenen "bischöflichen" Dompfarre in Linz wehrten sich Gläubige juristisch.
Besonders massiv war der Widerstand im vergangenen Herbst gegen die Auflösung der bei Gläubigen sehr beliebten Herz-Jesu-Pfarre in Linz: Über 80 Personen legten Einspruch ein und wandten sich sowohl an den Diözesanbischof als auch über die Nuntiatur direkt nach Rom. Der Bischof von Linz schien angesichts der Flut an Schreiben vor Weihnachten so überfordert, dass er auf die Einsprüche nur noch mit einer Sammelantwort reagieren konnte.
Obwohl die ersten Einsprüche gegen Pfarrauflösungen in der Diözese Linz bereits aus den Jahren 2022 und 2023 datieren, steht eine Entscheidung aus Rom noch immer aus. Ein Pfarrer der Diözese, der namentlich nicht genannt werden möchte, kritisierte gegenüber kath.net die lange Wartezeiten: „Es ist ein Skandal, dass die Einsprüche in Rom nicht beantwortet werden.“ Inzwischen wird unter den Betroffenen sogar die Möglichkeit einer Säumnisklage in Rom geprüft.
Im Kirchenrecht ist der Einspruch beim Vatikan gegen die Auflösung einer Pfarrei als verbrieftes Recht der Gläubigen verankert. Ein solches Verfahren – im Fachjargon „hierarchischer Rekurs“ bei der Kleruskongregation genannt – kann jedoch durchaus mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Dass dieser Weg erfolgreich sein kann, bewiesen Gläubige vor einigen Jahren im Bistum Trier: Dort wollte Bischof Stephan Ackermann hunderte kleine Pfarreien zu wenigen „Pfarreien der Zukunft“ verschmelzen. Rom stoppte das Vorhaben nach zahlreichen Protesten mit der Begründung, dass eine Pfarrei keine bloße Verwaltungseinheit, sondern eine „Gemeinschaft von Gläubigen“ sei. Eine Fusion dürfe die Identität dieser Gemeinschaft nicht einfach auslöschen.
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Versusdeum 4. Februar 2026: Suche nach einem gemeinsamen Namen für den überlieferten Ritus
Eine gute Anregung, lieber @Wilolf, denn dieses babylonische Sprachenwirrwarr ist nicht hilfreich. Dazu ein paar Gedanken:
- "TLM" ist zwar in einem Forum sehr praktisch, aber weder selbsterklärend, noch m.E. passend für das "Heiligste und Höchste" (Kardinal Ratzinger)
- Würdiger wäre "Vetus Ordo", aber auch das verstehen nur Insider / 'Lateiner'
- "Tridentinische Messe" ist zwar korrekt (1570 festgeschrieben und genau 400 Jahre lang kaum verändert gültig), aber Teile der Hl. Messe sind weitaus älter (teils über 1000 Jahre älter - wort- und sprachgleich!)
- "Alte Messe" würde ich nicht verwenden, weil es für Außenstehende nicht nach "altehrwürdig", sondern nach "veraltet" klingt >
- Besser "ältere Form der Hl. Messe"?
- "Außerordentlicher Ritus [der Kirche]". Schöne Formulierung von Papst Benedikt XVI.
- Bevorzuge selbst die Formulierung "überlieferte[r] Messe / Ritus der Kirche". Ist zwar selbsterklärend, aber leider auch die längste Formulierung
Was meinen Sie?
Was denken Andere?
Wilolf 4. Februar 2026: @Walahfrid Strabo: TLM
Ja, traditionelle lateinische Messe. Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich die „tridentinische“ Messe nennen soll. Seit TC (ja, traditionis custodes) darf sie ja noch nicht einmal mehr einen Namen haben.
Könnten nicht wir in diesem Forum uns auf einen Namen einigen? Ich denke mit Freunden von novus ordo, vetus ordo, byzantinischem Ritus u.a. ist dieses Forum liturgisch so breit aufgestellt, dass ein solcher Anstoß viel nützen könnte.
723Mac 4. Februar 2026: Kirche geht ihren eigenen Kreuzweg*
wie der Herr selbst
Auflösung der Pfarren/Bildung der Pfarrverbände dient weder Neuevangelisierung noch der Glaubenserneueruung, damit wird Zugang zu den Sakramenten für die Gläubige erschwert. Es ist davon auszugehen, dass einige dann in die freien Gemeinden oder zu PiusX abwandern.
Walahfrid Strabo 3. Februar 2026: @Wilolf
Interesssanter Aspekt, den ich so noch gar nicht bedacht habe. (Ich hoffe, ich habe die Abkürzungen richtig gedeutet mit überliefertem Ritus)
Aber auch gegen die Freiburger Pfarreireform wurde in Rom Widerspruch eingelegt, wo die beteiligten Gläubigen bis heute weder eine Eingangsbestätigung geschweige denn irgendwas von einer Entscheidung gehört hätten.
Wilolf 3. Februar 2026: @Versusdeum: Gerade die „Anderekirchler“
wollen ja wohl eher kleine Pfarreien o h n e P f a r r e r haben. Da können dann die Laien und die Doppelpunktinnen ungestört machen, was sie wollen.
Wilolf 3. Februar 2026: Eine Pfarrei gibt es aber auch nicht ohne Pfarrer.
Die Pfarreien werden wohl kaum aufgelöst, um die Gläubigen zu ärgern. Zu einer Pfarrei gehört halt nicht nur die Pfarrgemeinde (die seit Jahrzehnten schrumpft), sondern auch ein Pfarrer. Und was tun, wenn die Pfarrer langsam aussterben?
Im Eb Freiburg gab es bis Silvester 2025 noch (theoretisch) 1026 Pfarreien. Seit Neujahr 2026 gibt es nur noch 36 Pfarreien.
Das hat aber durchaus auch einen Vorteil: Damit hat sich nämlich das Pfarrkirchenverbot für die TLM aus TC im EB Freiburg fast vollständig erledigt, weil es auch nur noch 36 Pfarrkirchen in der Erzdiözese FR gibt. Darüber werde ich mich nicht beschweren.
SalvatoreMio 3. Februar 2026: Rom ist überfordert ...
Ja, vielleicht war es "nie" so schwer wie derzeit, mit all den Aufgaben klarzukommen, die an Rom herangetragen werden! Papst Leo hat einen harten Dienst übernommen!
YouBayer 3. Februar 2026: Rom gibt es keine Antworten
Auch das Schweigen aus Rom ist eine Antwort. M.E. ist eine Säumnisklage nicht zielführend. Keine Antwort kann hier als Zustimmung gelten. Ich frage mich oft in solchen und ähnlichen Fällen, welche Antworten man aus Rom erwartet und, wenn es dann Antworten geben sollte, ob diese auch so akzeptiert und respektiert würden. Oft ist ja leider das Gegenteil der Fall, so dass es eben keinen Frieden geben würde, wenn Rom so entscheiden würde, wie es mancher Gläubige sich vorstellt.
Versusdeum 3. Februar 2026: Rom ist überfordert und die "Anderekirchler" schaffen Fakten
Es wird nicht ohne schmerzliche Einschnitte gehen. Möge Rom den Mut dazu finden.
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