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vor 3 Stunden in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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Der Bischof von Trondheim ist Trappistenmönch, Konvertit aus dem lutherischen Christentum und Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz. Von Petra Lorleberg
Vatikan (kath.net/pl) Die Nachricht verbreitete sich in katholischen Kreisen wie ein Lauffeuer: Bischof Erik Varden OCSO, der Prälat der Territorialprälatur Trondheim/Norwegen und Apostolischer Administrator von Tromsø, wurde von Papst Leo XIV. zum Leiter der Fastenexerzitien für den Papst und die Kurie des Vatikans berufen. Das Thema der Exerzitien in der Paulinischen Kapelle des Apostolischen Palastes lautet: „Erleuchtet von einer verborgenen Herrlichkeit“. Vardens Berufung ist deshalb so besonders, weil sie uns vielleicht einen Blick darauf erhaschen lässt, wo Papst Leo für sich selbst und für seine Berufung als Nachfolger des hl. Petrus neue Kraft für seine Spiritualität sucht.
Denn Bischof Vardens Person und Lebensweg sind markant. Geboren 1974 in Südnorwegen, war er in einer nicht praktizierenden lutherischen Familie aufgewachsen und mit 19 Jahren aus eigener Entscheidung katholisch geworden, später sagte er darüber: „Ich entdeckte den Glauben als etwas Reales durch Lesen, durch Musik, durch Begegnungen und dann durch meine ersten Erfahrungen mit liturgischem und stillem Gebet.“ Sein Interesse galt dem Theologiestudium und seinem erwachenden Interesse am Ordensleben, er trat 2002 mit 28 Jahren in die Trappisten-Abtei Mount St. Bernard in Leicestershire ein. Die Ewige Profess legte er 2004 ab, zum Priester geweiht wurde er 2011. Danach lehrte er zunächst an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom und war in dieser Zeit auch Mitarbeiter der skandinavischen Abteilung von „Vatican News“. 2013 übernahm er dann die vorläufige Leitung der Abtei Mount St. Bernard in Leicestershire, zu deren Abt er 2015 gewählt wurde. 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Prälaten von Trondheim, 2024 wurde er zum Vorsitzenden der Nordischen Bischofskonferenz gewählt und 2025 berief ihn Papst Leo zum Mitglied der Kleruskongregation.
Wer ist der asketisch wirkende Bischof aus Norwegen, der äußerlich und innerlich in einer strengen Observanz der benediktinischen Ordenswelt zu Hause ist? Varden hat Artikel und Bücher über christliche Spiritualität veröffentlicht (die teilweise in mehrere europäische Sprachen übersetzt wurden), außerdem hat er Gregorianischen Gesang studiert, der in seiner Heimatabtei gepflegt wird. Auch auf seinem Blog auf der Website der Territorialprälatur Trondheim kreisen seine Notizen und Gedanken stark um spirituelle Themen.
Erik Varden sei eine Stimme, „die für theologische Strenge, spirituelle Tiefe und eine starke monastische Verwurzelung bekannt ist“, kommentiert der römische Blog „Silere non possum“. Dabei gebe es auch noch einen weiteren Aspekt: „Varden gehört zu jenen Bischöfen, die sich in den letzten Jahren durch Ausgewogenheit und ein ständiges Bekenntnis zum Wert der Tradition hervorgetan haben, ohne sich dabei in identitätsstiftender Verhärtung oder ungestümen Fortschritt zu ergehen. Er ist ein Hirte, der in Kategorien der Integration und nicht der Opposition argumentiert, und genau deshalb ist er ein Mann der Gemeinschaft.“
Einige Zitate können uns einen ersten Eindruck von ihm vermitteln:
Für die Fastenexerzitien des Papstes und der Kurie vom 22.-27. Februar stehen jedenfalls schon Themen fest, wie der Vatikan bekannt gibt:
Schon allein die doppelte Nennung des hl. Bernhard von Clairvaux (1090-1153) lässt erahnen, dass diese Exerzitien eine deutliche Betonung des für unsere Kirche so wichtigen Traditionsstromes aus dem Ordensleben der Benediktiner, Zisterzienser und Trappisten haben könnten - möglicherweise war auch genau dies ein Anknüpfungspunkt für den innerlich so stark im Augustinerorden beheimateten Papst Leo.
Weitere kath.net-Artikel über Bischof Varden: siehe Link.
Video: Bischof Varden im Oktober 2025 in einem Frage-und-Antwort-Video über die Wüstenväter (englisch):
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Versusdeum vor 4 Stunden: @modernchrist
Wieso nur fällt mir dabei der "Gefängniswärter der Tradition"* ein, der hoffentlich zeitnah korrigiert wird. Dass TC bisher nicht widerrufen wurde, ist sicherlich einer der Gründe, warum die Piusbruderschaft skeptisch bleibt und als "Hüter der Tradition" weiterbestehen will.
* Doch, das ist eine legitime Übersetzung und trifft auch den Geist des Schreibens besser, als "Hüter"
modernchrist vor 4 Stunden: Die nordische Bischofskonferenz
hatte ja auch zum Heiligen Jahr 2025 angeregt, sich als spezielle Aktion mit dem Weltkatechismus zu beschäftigen und sich dort Glaubenswissen zu holen. Das hat unsere Kolpingsfamilie veranlasst, für 2025 einen monatlichen Katechismus-Lesekreis anzubieten; dort suchten wir alle Stellen zu einem Thema, das gemeinsam am Abend festgelegt wurde, heraus, lasen und besprachen sie. Es waren fruchtbare Stunden mit interessanten Stellen z.b. zu Taufe, Papsttum, Priesterweihe, Amt, Bischof usw.
Es lohnt sich auch, das Papier dieser nordischen Bischofskonferenz zur Sexualität zu lesen: Ich habe selten so etwas Fortschrittliches, Stimmiges und mit der Lehre unserer Kirche Übereinstimmendes gelesen. "Depositum custodi!" heißt ja übersetzt: Bewache das Depositum, also den überlieferten Glauben, das in Schrift und Tradition Niedergelegte! Also: nicht nur "bewahren" sondern b e w a c h e n.
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