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Vatikandiplomat Kulbokas in "Vatican News"-Interview: "Es fällt daher auch mir schwer zu verstehen, wie wir dieser Gewalt entkommen können, die immer weiter zuzunehmen scheint. Genau deshalb setze ich so sehr auf das Gebet"
Kiew/Rom (kath.net/KAP) Der Papstgesandte in Kiew, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, hat zu Gebet, humanitärer Hilfe, Solidarität und tiefer Verbundenheit mit der Bevölkerung in der Ukraine aufgerufen. "Gott wirkt auch dann, wenn es den Menschen nicht gelingt, Frieden zu schaffen", sagte der Apostolische Nuntius im Gespräch mit vatikanischen Medien anlässlich des vierten Jahrestags des Beginns des russischen Angriffs auf die Ukraine am Dienstag. Inmitten all der menschlichen Grausamkeit, Respektlosigkeit und des Misstrauens im Krieg versuche die Kirche vor allem, die Hoffnung in den Herzen der leidenden Menschen wachzuhalten.
Kulbokas verwies auf die großen Zerstörungen und die steigende Zahl abseits der Front getöteter und verwundeter Zivilisten. "Vier Jahre eines so umfassenden Krieges sind eine lange Zeit. Und die Intensität nimmt weiter zu", beklagte der päpstliche Gesandte. Die größte Hilfe, die die Kirche dem ukrainischen Volk anbieten könne, sei dabei wohl vor allem geistlicher Natur: "jedem Einzelnen zu helfen, die Augen zu öffnen, um nicht nur auf das Böse zu blicken, das wir täglich sehen und erleben, sondern einen Blick voller Hoffnung zu bewahren".
"Wir brauchen dringend Gebete", sagte der litauische Vatikandiplomat. "Doch vergessen wir nicht, dass Russland ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates ist und die Verantwortung trägt, Frieden und Gerechtigkeit zu fördern", fügte Kulbokas laut "Vatican News" hinzu. Der Erzbischof erinnerte zudem an das Budapester Memorandum von 1994, in dem Russland, die USA und Großbritannien der Ukraine Garantien für ihre Souveränität und territoriale Integrität zusicherten, sowie die Minsker Abkommen und den Vertrag von 2003 zwischen Russland und der Ukraine zur gegenseitigen Anerkennung ihrer Grenzen. Kulbokas: "Es fällt daher auch mir schwer zu verstehen, wie wir dieser Gewalt entkommen können, die immer weiter zuzunehmen scheint. Genau deshalb setze ich so sehr auf das Gebet."
Papst: "Die Waffen sollen schweigen"
Papst Leo XIV. hatte bereits am Sonntag erneut einen Friedensappell formuliert und ein sofortiges Ende des Krieges gefordert. "Wie viele Opfer, wie viele zerstörte Leben und Familien! Wie viel Zerstörung, wie viel Leid!", rief er beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz in Rom. Der Krieg ziehe eine Spur des Todes, der Zerstörung und der Schmerzen hinter sich, die Generationen prägen werde. Deshalb könne der Frieden "nicht weiter aufgeschoben werden", nötig seien "verantwortliche Entscheidungen", so der Papst.
"Die Waffen sollen schweigen, die Bombardierungen aufhören!", mahnte Leo. Um zum Frieden zu gelangen, müsse "ohne Verzögerung" ein Waffenstillstand angestrebt werden. Ferner sei eine "Stärkung des Dialogs" nötig, um einen Weg zum Frieden zu finden.
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