kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an

vor 7 Stunden in Weltkirche, 12 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


Jeder, der an einer Messe im alten Ritus teilnimmt, die nicht von ihm autorisiert ist, gilt als Schismatiker und ist damit automatisch exkommuniziert. Diese Regel hat Erzbischof Carlos Alberto Breis Pereira für sein Erzbistum eingeführt.


Maceió (kath.net/jg)
Der Erzbischof von Maceió (Brasilien) hat bekannt gegeben, dass alle Katholiken seiner Erzdiözese, die an einer nicht autorisierten Messe im alten Ritus teilnehmen, automatisch exkommuniziert sind, weil sie im Schisma sind. Dies berichtet die katholische Nachrichtenseite The Pillar.

Am 11. Februar hat Erzbischof Carlos Alberto Breis Pereira auf der Facebook-Seite der Erzdiözese eine diesbezügliche Erklärung veröffentlicht. Die Teilnahme an einer Messe im alten Ritus außerhalb des erlaubten Ortes wird als öffentliches Schisma gewertet, welches automatisch die Exkommunikation zur Folge habe.


Wer die Messe im alten Ritus besuchen möchte, könne dies an dem einen, von der Erzdiözese zugelassenen Ort, der Kapelle des hl. Vinzenz von Paul in der Stadt Maceió tun. Dort wird die Alte Messe jeden Sonntag gefeiert. Dies sei ein „Zugeständnis“ des Erzbischofs entsprechend dem Motu proprio Traditionis custodes, heißt es in der Erklärung. 

Erzbischof Breis Pereira beruft sich auf Can. 751, in welchem Schisma als „Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche“ definiert wird. Die Erklärung zitiert weiters Can. 1364 §1, der Exkommunikation als Tatstrafe für Schismatiker festlegt. Für Kleriker können weitere Strafen nach den Normen von Can. 1336 §§ 2-4 hinzukommen, heißt es weiter.

In den sozialen Medien waren zunächst Spekulationen aufgetaucht, dass die Maßnahme von Erzbischof Breis Pereira gegen die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) gerichtet sei. Die Erklärung enthält allerdings keinen Hinweis auf die FSSPX, sondern bezieht sich auf alle Katholiken, welche die Messe nach dem alten Ritus mitfeiern.

Die Regelung von Erzbischof Breis Pereira dürfte die strengste Form der Umsetzung des von Traditionis custodes sein. Die Anwendung der genannten Bestimmungen des Kirchenrechts auf diesen Fall ist aus keiner anderen Diözese bekannt.

 

Foto: Symbolbild

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Tweet 




Lesermeinungen

Jothekieker vor 3 Stunden: @Veritasvincit

Sagt Ihnen der Terminus "Alter Christus" etwas? Wenn ja, dann denken Sie doch bitte noch einmal darüber nach, was es wohl mit der Berührung des Saumes des priesterlichen Gewandes während der Wandlung auf sich haben könnte.

marlin vor 4 Stunden: @ Norbert Schönecker

Ich schließe mich Ihren Fragen an und möchte meine eigene dazufügen:
Warum werden Bischöfe nicht exkommuniziert, die Homosexualität für „… gottgewollt im selben Maß wie die Schöpfung selbst" halten, wie der deutsche Bischof Dieser?
Wer so etwas behauptet, hat die Schöpfungsabsichten Gottes nicht verstanden oder den Verstand verloren.

Mensch#17 vor 4 Stunden: Wo hat der Mann das Kirchenrecht studiert?

Man stellt sich unwillkürlich die Frage, wo dieser Mann das Kirchenrecht studiert hat, ob er sich durchs Examen gemogelt hat, oder ob die Fakultät oder gar die ganze Uni nichts taugt, bzw. zur Zeit seines Studiums entsprechend defizitär war.

Vermutlich ist seine "Bekanntgabe" (Wie hat er bekannt gegeben? In einer rechtsgültigen Form?) doch ehr der Kategorie "kirchenrechtlicher Dünnschi..." zuzuordnen. Rechtsverbindlichkeit scheint mir hier nicht gegeben.

Das Ganze ist ehr dem Kapitel "ideologischer Grabenkämpfe" zuzuordnen.

Interessanter wirds nach Eintreten der automatischen Exkommunikation (wenigstens) der Hauptakteure nach einer eventuellen unerlaubeten Bischofsweihe der Anhänger eines gewissen exkommunizierten und verstorbenen Herrn Lefebvre (vormals Erzbischof). Da könnte vielleicht was konstruiert werden, wenn jemand an einer Messe aktiv und willentlich teilnimmt, der einer Exkommunizierten vorsteht. Aber ob der "Automatismus" hier angewendet werden kann, ist fraglich.

Veritasvincit vor 4 Stunden: Unsinn

Es fällt auf, dass der Ministrant im Bild das Messgewand während der Erhebung der Hostie aufhebt. Ich habe schon beobachtet, dass er es während der Kniebeuge nicht macht. Der Sinn ist doch, das Messgewand zu schützen, wenn es von den Schuhen beschmutzt werden könnte. Sturheit der Traditionalisten!

Versusdeum vor 4 Stunden: Immer mehr Wölfe streifen das Schafsfell ab

und holen die schweren Geschütze aus dem Geigenkasten, um auf Rotkehlchen zu feiern. In gewisser Weise ist das sogar gut so, denn es bringt uns einer längst überfälligen Revision von TC näher.
@ Jothekieker: Nun ja, Fakten kann man auch ohne Recht schaffen: Papst Franziskus hat ja auch um buchstäblich 4 Ecken und im Rahmen eines Interviews suggeriert, eine gültig geschlossene Ehe sei jetzt auflösbar - mit zumindest in Deutschland gravierenden Folgen für mindestens 3 Sakramente (Ehe, Eucharistie, Buße).

ottokar vor 5 Stunden: Eine solche Anordnung kann man vergessen. Darf der Mann überhaupt exkommunizieren?

DanielDavide vor 5 Stunden: Papst Leo muss nunmehr

endgültige Entscheidungen zur Thematik treffen. Er ist fast 1 Jahr im Amt und bisher vermisse ich klare Aussagen von ihm diesbezüglich. Keine Reaktion auf das gescheiterte Gesprächsangebot. Warum nicht klipp und klar eine päpstliche bindende Entscheidung? Er ist Papst und hat das Recht, die Regeln festzulegen! Ich hatte eigentlich mehr Klarheit unter diesen Papst erwarten Jemand meinte kürzlich „dieser Papst will die Thematik aussitzen und hofft, dass sich alles von Allein löst“. So kommen wir aber nicht weiter und jeder vergangene Tag ist ein Schritt mehr für die Synodalen zum Umsturz.

T.L.D vor 5 Stunden: Solange...

...der traditionelle Römische Ritus in der Kirche so verteufelt wird, kann es keinen liturgischen Waffenstillstand geben. Die Liberalen hassen den alten Ritus, weil in ihm das Messopfer so zur Deutung kommt. Dies ist ein Dogma, welches sie als "veraltet" anschauen: viele leugnen ja schon, dass die Kreuzigung Christi überhaupt ein Opfer war.

Cosmas vor 6 Stunden: Solche Aktionen werden das Vertrauen auf Rom nicht stärken

Die offensichtliche Willkür, die den Ortsbischöfen mit Traditionis Custodes in die Hand gegeben wurde, schlägt wieder einmal durch. Die FSSPX wird es aufmerksam registrieren. Die Notwendigkeit einer baldigen und vertrauenserweckenden Revision dieses unseligen Dokumentes im Sinn einer Aufhebung ist überfällig, wenn der Papst zu einer tragfähigen Lösung mit der Piusbruderschaft kommen will.

Jothekieker vor 6 Stunden: Eine Cachaça-Laune?

Ich nehme die Drohung nicht ernst. Facebook ist nicht das bischöfliche Amtsblatt.

Norbert Sch?necker vor 6 Stunden: Vergleich

Interessant. Gilt dasselbe auch für Personen, die an einem protestantischen Gottesdienst teilnehmen? Oder an einem Gottesdienst, der von einer Frau geleitet wird, die für sich in Anspruch nimmt, zur Priesterin geweiht worden zu sein?

Wilolf vor 7 Stunden: Das ist wohl eher das Gegenteil von

„die Waffen nieder“.

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz