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vor 13 Stunden in Prolife, 3 Lesermeinungen
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Praktizierende Katholikin Miriam Lancaster lehnt skandalösen Sterbehilfevorschlag der Ärztin ab – Nach Behandlung und Reha geleitet sie nur wenige Wochen später erst ihre Tochter zum Traualtar und erklimmt dann zu Pferd einen Vulkan in Lateinamerika
Vancouver (kath.net/gro/pl) „Miriam, ich verstehe, dass Sie große Schmerzen haben. Wir können Ihnen Sterbehilfe anbieten.“ Das waren die ersten Worte einer jungen Ärztin an die 84-Jährige, bevor irgendeine Diagnose, Schmerztherapie oder Behandlungsoption besprochen wurde. Miriam Lancaster, 84 Jahre alt, pensionierte Klavierlehrerin aus British Columbia/Kanada, wacht eines Morgens im April 2025 mit unerträglichen Rückenschmerzen auf. Ihre Tochter Jordan Weaver hört den Schrei, ruft den Rettungswagen. Im Vancouver General Hospital (VGH) angekommen, erwartet Lancaster Hilfe – und bekommt stattdessen dieses Angebot, das sie fassungslos macht. Darüber berichten englischsprachige Medien wie zb. die in Toronto (Kanada) erscheinende „National Post“. Lancaster, praktizierende Katholikin, war schockiert. „Das war das Letzte, woran ich gedacht habe. Ich wollte nur wissen, warum ich Schmerzen hatte – ich wollte nicht sterben.“
Die Diagnose war: ein Kreuzbeinbruch durch Osteoporose – keine lebensbedrohliche, unheilbare Erkrankung, sondern eine, die mit Bettruhe, Schmerzmitteln und Rehabilitation heilbar ist. Dennoch wurde der Tod als erste „Lösung“ präsentiert. Erst nach der Ablehnung durch Mutter und Tochter kamen andere Optionen auf den Tisch: zehn Tage Krankenhaus, drei Wochen Reha. Lancaster erholte sich vollständig, begleitete nur sechs Wochen später ihre Tochter zum Altar und reiste kurz darauf nach Mexiko und Guatemala – wo sie zu Pferd den Pacaya-Vulkan erklomm.
Lancaster vertritt inzwischen: „Das Timing war falsch. Einer Person in Schock, unter starken Schmerzmitteln und desorientiert eine lebensbeendende Entscheidung anzubieten – das ist problematisch.“ Obendrein ist dies nicht der erste Fall in der Familie: 2023 starb Lancasters Ehemann an metastasiertem Krebs. Auch ihm wurde gemäß gesetzlicher Vorgabe Sterbehilfe angeboten. Er lehnte ab. Tochter Jordan Weaver betont: „Meine Mutter und ich sind praktizierende Katholiken. Wir würden MAiD unter keinen Umständen akzeptieren. Ihr Leben ist wertvoll für die Menschen, die sie lieben.“
Kanadas Medical Assistance in Dying (MAiD) wurde 2016 eingeführt und mehrfach erweitert: zunächst auf terminal Kranke, später auf Menschen mit schweren, nicht heilbaren Leiden auch ohne unmittelbar tödliche Prognose. Ärzte dürfen MAiD nach klinischem Ermessen ansprechen, solange sie die gesetzlichen Kriterien prüfen können. Vancouver Coastal Health (VCH) erklärte auf Nachfrage, man sei von dem konkreten Gespräch nicht informiert und betonte, dass Notaufnahme-Personal „grundsätzlich nicht in der Position“ sei, das Thema anzusprechen.
Kritiker sehen darin jedoch ein systemisches Problem. „Viele MAiD-Anbieter handeln in gutem Glauben, aber das System formt das klinische Verhalten“, sagt Dr. Ramona Coelho vom MAiD-Überprüfungsausschuss des Chief Coroner Ontario. „Wenn der Tod neben oder sogar vor umfassender Versorgung angeboten wird, entfernt sich die Medizin von ihrem Auftrag, zu heilen und durch Leiden zu begleiten.“
Die Delta Hospice Society und die Aktivistin Amanda Achtman („Dying to Meet You Project“) reagierten scharf: „Hört auf, Menschen den Tod anzubieten, die noch Abenteuer vor sich haben!“
Lancaster selbst hat keine formelle Beschwerde eingereicht – sie möchte „vergessen und weiterleben“. Doch ihre Geschichte passt in eine wachsende Reihe von Berichten, in denen Sterbehilfe in Notaufnahmen oder bei behandelbaren Leiden angeboten wird. Eine Umfrage von Angus Reid und Cardus aus 2024 zeigte, dass viele Kanadier sich unter Druck gesetzt fühlen, wenn Ärzte das Thema von sich aus ansprechen. In Alberta hat man inzwischen schon per Gesetz („Last Resort Termination of Life Act“) reagiert und Ärzte verpflichtet, MAiD nur auf expliziten Wunsch der Patienten zu thematisieren.
Fotos: Miriam Lancaster NACH diesem Krankenhausaufenthalt (c) Facebook/Lancaster
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kant vor 4 Stunden: Selbst-Tötungs-Hilfe (STH) erlauben ... aber nicht als medizinische Versorgung durch Ärzte!
Deshalb sollte die STH nicht als medizinischen Versorgung durch Ärzte angeboten werden, man sollte sie aber auch nicht verbieten. Man muß nämlich zwischen Moral und Gesetz unterscheiden. Für uns Christen ist selbstverständlich Selbst-Tötung und damit auch die STH moralisch nicht erlaubt, aber es macht im derzeitigen gesellschaftl. Kontext keinen Sinn sie gesetzlich zu verbieten. Es ist aber absolut notwendig und auch gesellschaftl. durchsetzbar, daß die STH nicht als medizinische Maßnahme / Therapie von Ärzten angeboten werden darf. Ärtze sollen sich nur um die Gesundheit und, wenn es die Umstände erfordern, um einen guten, aber natürlichen Tod kümmern. Die STH sollte man extra dafür ausgebildeten Fachkräften überlassen, die ein Patient jederzeit rufen kann. Es wäre wichtig, daß konservativen Politiker diese Regelung der STH bekannt ist, damit sie nicht gegen den absolut verständlichen Wunsch nach gesetzlicher Erlaubnis der STH argumentieren müssen.
Versusdeum vor 6 Stunden: Salamitaktik
Zuerst die Sterbenden mit unerträglichen Schmerzen, dann Schwerkranke und am Ende im Prinzip jeder, nicht nur, aber vor allem, Alte und Kranke. Dystopien wie "Soylent Green" oder "Die Insel" werden immer realer.
Hängematte vor 8 Stunden: Die Volkskirche bricht weg und der Normalfall wird die Diasporakirche.
Wir Christen müssen wissen, warum wir Christen sind.
Unsere Motivation muss von innen her kommen, denn der Mainstream weht uns ins Gesicht.
Wir müssen uns für Christus entscheiden.
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