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Heutiger Papst war nach dem 11. September 2001 gegen Vergeltung

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Neues Buch präsentiert Texte und Predigten von Robert Prevost aus der Zeit zwischen 2001 und 2013


Rom  (kath.net/KAPz7red) Der heutige Papst Leo XIV. hat sich wenige Tage nach den Terroranschlägen gegen die USA vom 11. September 2001 gegen Vergeltungsschläge ausgesprochen. Der damalige Augustiner-Generalprior Robert Prevost äußerte sich in einer Predigt an seine Ordensbrüder, die er am 21. September 2001 in Rom hielt. Sie ist in einem am Montag erschienenen Buch mit bislang unveröffentlichten Texten des heutigen Papstes enthalten. Damals sagte der aus Chicago stammende Ordensobere: "Während viele Vergeltung suchen, müssen wir Augustiner Zeugnis ablegen für das Evangelium und seine Werte der Einheit, des Dialogs, des Friedens und der Versöhnung."

Die damals zehn Tage zurückliegenden Al-Kaida-Terroranschläge mit Tausenden Toten in New York und Washington nannte er einen "tragischen Ausdruck einer Reihe von Problemen, die sich überall zuspitzen". Im Einzelnen führte er aus: "Hass und Gewalt werden weiter wachsen, solange es so viele Menschen gibt, die in extremer Armut leben müssen und von so vielen Arten der Ungerechtigkeit unterdrückt werden. Jeden Tag sterben 24.000 Menschen an Hunger."


Bei den islamistischen Anschlägen mit Passagierflugzeugen in New York und Washington wurden am 11. September 2001 fast 3.000 Menschen getötet. Der damalige US-Präsident George W. Bush rief daraufhin einen globalen "Krieg gegen den Terror" aus. In dessen Verlauf wurden unter anderem Afghanistan und der Irak besetzt. In den Kriegen starben nach Schätzungen rund 1,5 Millionen Menschen, darunter mehr als 3.500 Soldaten der USA und ihrer Verbündeten. Bewährung oder neue Wege Das Buch "Liberi sotto la grazia" (Frei unter der Gnade) versammelt Reden und Texte Prevosts aus seiner Zeit als Generalprior der Augustiner von 2001 bis 2013. Es wird anlässlich des ersten Jahrestags seiner Papstwahl veröffentlicht und derzeit in rund 30 Ländern übersetzt.

Ein darin enthaltener Text aus dem Jahr 2010 zeigt eine weitere zentrale Linie seines Denkens: die Frage nach Erneuerung und missionarischer Ausrichtung der Kirche. Prevost stellt darin die Alternative zugespitzt dar: "Wir müssen unserem Vergangenen treu bleiben" oder "Wir müssen unserer Zukunft treu sein". Es gehe darum, ob kirchliche Gemeinschaften sich auf Bewahrung beschränkten oder den Mut hätten, neue Wege zu gehen. Als Leitbild dient ihm die Figur des "Rückwegs", inspiriert vom Augustiner Andrés de Urdaneta. Dieser stehe für eine tiefere geistliche Bewegung: die Umkehr zu Gott. "Die einzige wirklich bedeutende Reise ist die, die uns zu Christus führt", heißt es in der Predigt.

Der christliche Weg sei damit kein Stillstand, sondern eine fortwährende Suche und Erneuerung. Führung soll Perspektiven schaffen Zugleich warnt Prevost vor geistlicher Erstarrung. Gemeinschaften könnten selbstzufrieden werden und in Routine verfallen. Dem stellt er eine missionarische Haltung entgegen, die Risiken nicht scheut: "Wenn uns das hilft, diejenigen zu erreichen, die fern sind, dann nehmen wir dieses Risiko auf uns." Entscheidend sei nicht der Selbsterhalt, sondern die Frage: "Wie können wir viele neue Jünger gewinnen?" Auch das Verständnis von Leitung beschreibt er in diesem Zusammenhang neu. Während eine bewahrende Haltung vor allem auf Ordnung und Stabilität setze, brauche eine missionarische Kirche eine Führung, die verändert und neue Perspektiven eröffnet. Grundlage bleibe dabei eine klare Entscheidung für Gott: "Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Reichtum."

 

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