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Solschenizyns düstere Prognose: Wenn die Seele der Zivilisation stirbt

vor 5 Stunden in Kultur, 3 Lesermeinungen
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Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn 1978: Nur durch die Rückkehr zu einer transzendenten Moral unter Gott und der Achtung vor dem Wahren, Guten und Schönen könne die Zivilisation stabilisiert und wieder lebenswert gemacht werden.


Wien (kath.net/rn) 

Im Jahr 1978 sorgte der Gulag-Überlebende und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn mit seiner berühmten Rede an der Harvard University für einen handfesten Skandal. Statt der erwarteten Lobpreisung westlicher Freiheit lieferte er eine prophetische Warnung vor dem Untergang der westlichen Zivilisation. Solschenizyn diagnostizierte dem Westen eine tiefe Instabilität. Als Beleg führte er die Ausschreitungen während des New Yorker Stromausfalls von 1977 an: Wenn bereits ein kurzzeitiger technischer Defekt dazu führe, dass Bürger zu plündern beginnen, sei das Gesellschaftssystem „höchst instabil und ungesund“.


Den Kern der Fehlentwicklung sah der Denker in einer Weichenstellung, die bereits vor 500 Jahren ihren Anfang nahm. Er kritisierte einen radikalen Humanismus, der den Menschen von jeder höheren Macht loslöste.  Die Proklamation der Unabhängigkeit von einer transzendenten Instanz habe den Menschen von objektiver Moral, Wahrheit und Schönheit entfremdet. Werte wurden zu rein subjektiven Faktoren degradiert, was laut Solschenizyn zur Degeneration des modernen Menschen führte. Als äußere Anzeichen des Verfalls nannte er den Niedergang der Künste sowie das Fehlen bedeutender Staatsmänner.

Einziger Ausweg: Die Verschönerung der Seele

Für Solschenizyn war der Kollaps des Westens kein unabwendbares Schicksal, sofern eine radikale Umkehr erfolgt. Die Lösung liege nicht in politischen Reformen, sondern im Fundament:   „Wer den Westen retten möchte, muss damit anfangen, seine Seele zu verschönern.“  Nur durch die Rückkehr zu einer transzendenten Moral unter Gott und der Achtung vor dem Wahren, Guten und Schönen könne die Zivilisation stabilisiert und wieder lebenswert gemacht werden.

 

Foto: (c) Wikipedia / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Own work / AuthorEvstafiev

 

 


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Lesermeinungen

Rolando vor 1 Stunden: Vor ca. 500 Jahren

Hope F. vor 3 Stunden: Seelsorge

Die Menschheit strebt nach Wohlstand und daß es ihr an nichts fehlt. Sie will einfach nur Spaß haben. Sich für etwas abzumühen ist ihr fremd. Lieber greift man zur Lüge. Mit dieser Einstellung wird dem Satan Tür und Tor geöffnet. Der seelischen Gesundheit schenkt man dagegen keine große Aufmerksamkeit. Darin liegt das Übel. Lieber flüchtet man sich in Süchte verschiedenster Art oder drangsaliert Mitmenschen. Daß Solschenizyn das erkannt hat, verwundert mich allerdings sehr. Oft überraschen uns Menschen positiv, von denen man es gar nicht erwartet hätte. Seien wir also offen für Begegnungen.

Stefan Fleischer vor 4 Stunden: in guter und wichtiger Ansatz.

«Nur durch die Rückkehr zu einer transzendenten Moral unter Gott und der Achtung vor dem Wahren, Guten und Schönen könne die Zivilisation stabilisiert und wieder lebenswert gemacht werden.»
Ein guter und wichtiger Ansatz. Meines Erachtens aber sollte es heissen: «einer transzendenten Moral unter Gott, dem Herrn und Gebieter von allem Wahren, Guten und Schönen». Gott will der Herr und Gebieter bleiben, unser Vater, den wir so im Gebet des Herrn anerkennen und anrufen.

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