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vor 3 Stunden in Prolife, 1 Lesermeinung
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Seine Verurteilung für eine Predigt über eine Stelle im Johannesevangelium verheiße nichts Gutes für die Redefreiheit, sagt Pastor Clive Johnston nach dem Urteil.
Coleraine (kath.net/jg)
Ein 78-jähriger pensionierter Pastor ist in Nordirland wegen einer Predigt über einen bekannten Bibelvers in der Nähe eines Krankenhauses zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Fall löst eine Debatte über Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit aus, berichtet Fox News.
Clive Johnston wurde am 7. Mai 2026 vom Bezirksgericht in Coleraine schuldig gesprochen, gegen den „Abortion Services (Safe Access Zones) Act“ verstoßen zu haben. Der Vorfall ereignete sich bereits am 7. Juli 2024 vor dem Causeway Hospital in Coleraine.
Das Gesetz errichtet Schutzzonen im Umkreis von 100 Metern um Einrichtungen, in denen Abtreibungen durchgeführt werden. Innerhalb dieser Zonen ist es verboten, Personen „zu beeinflussen“, den Zugang zu behindern oder „Belästigung, Angst oder Bedrängnis“ zu verursachen.
Johnston wurde vorgeworfen, in der Schutzzone gepredigt zu haben. Laut Berichten las er unter anderem den Vers Johannes 3,16 vor: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Der Pastor erwähnte Abtreibung in seiner Predigt nicht. Er könnte damit der erste Fall sein, in dem jemand allein wegen einer allgemeinen Predigt über das Evangelium unter diesem Gesetz verurteilt wurde.
„Ich war natürlich tief betrübt über das Urteil“, sagte Johnston gegenüber Fox News Digital. „Mit 78 Jahren hätte ich mir nie vorstellen können, einen Gerichtssaal mit einer strafrechtlichen Verurteilung wegen der Verkündigung des christlichen Evangeliums zu verlassen.“ Er äußerte vor allem Sorge um die Auswirkungen auf die Grundfreiheiten im Land: „Es wird ein friedliches christliches Zeugnis als unzulässige ‚Beeinflussung‘ umdefiniert.“
Der Pastor wurde zu einer Geldstrafe von 450 Pfund (rund 518 Euro) verurteilt. Er prüft derzeit eine Berufung. Die christliche Organisation The Christian Institute, die ihn juristisch unterstützt hat, sprach von einem „dunklen Tag für die christliche Freiheit“ und warnte vor einer schleichenden Zensur.
Johnston betonte, er habe bewusst innerhalb der Zone gepredigt, um gegen den einschüchternden Effekt solcher Bereiche vorzugehen. Er rief andere Christen auf, trotz möglicher Konsequenzen mit „Gnade, Frieden und Mut“ weiterhin ihren Glauben zu leben.
Ähnliche „Schutzzonen“ existieren auch in anderen Teilen des Vereinigten Königreichs. In der Vergangenheit kam es zu Verfahren gegen Personen, die schweigend gebetet oder Schilder mit harmlosen Aufschriften gehalten hatten. Kritiker sehen in den Gesetzen eine zu weite Auslegung, die friedliche Meinungsäußerungen und religiöse Betätigung einschränkt.
Auch das US-Außenministerium hatte den Fall vor der Verhandlung beobachtet und äußerte sich besorgt über Entwicklungen bezüglich freier Meinungsäußerung und Religionsfreiheit im Vereinigten Königreich.
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Jothekieker vor 3 Stunden: Zeit für einen Regimewechsel
Mit der Politik, die hinter diesem Urteil steckt, hat sich Labour bei den Kommunalwahlen eine derbe Klatsche eingefangen. Nun ist es Zeit, nicht nur Starmer auszutauschen, sondern das Unterhaus neu zu wählen, damit GB wieder gesund werden kann.
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