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Wussten Sie, dass kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe dem Heiligen Philipp Neri in seinem berühmten Werk „Italienische Reise“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat und der Mann aus Rom sein persönlicher Lieblingsheiliger war
Wien/Rom (kath.net) Der heilige Philipp Neri (1515–1595) fasziniert bis heute weit über die Grenzen der Kirche hinaus. Selbst einer der größten Geister der deutschen Literaturgeschichte konnte sich dem Charme und der tiefen Spiritualität des „Apostels von Rom“ nicht entziehen: Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe setzte dem Heiligen in seinem berühmten Werk „Italienische Reise“ ein literarisches Denkmal und bekannte offen, dass Philipp Neri sein persönlicher Lieblingsheiliger sei.
Für Goethe gab es vor allem zwei Gründe für diese tiefe Bewunderung, die das Wesen Philipp Neris perfekt auf den Punkt bringen: seine bemerkenswerte Fröhlichkeit und seine tiefgründige Menschenkenntnis.
Die Gabe der wahren Seelenschau
Besonders im Beichtstuhl zeigte sich die außergewöhnliche Begabung des Heiligen, die Menschen im tiefsten Inneren zu verstehen. Zeitgenossen berichteten immer wieder von einer besonderen geistlichen Gabe Philipps: Er besaß die Fähigkeit der Seelenschau. Oftmals half er den Beichtenden, indem er ihnen ihre eigenen, verborgenen Sünden – oder positiv formuliert: ihre ganz persönliche Wahrheit – behutsam offenbarte, noch bevor sie diese selbst in Worte fassen konnten.
Diese Gabe entsprang jedoch nicht dem Wunsch zu richten, sondern einer tiefen, von Gott geschenkten Empathie. Philipp Neri wollte die Menschen von der Last der Verdrängung befreien und sie in die Wahrheit und damit in die echte Freiheit führen.
Heiligkeit mit einem Lächeln
Gleichzeitig war es die unerschütterliche Fröhlichkeit, mit der Philipp Neri das Rom des 16. Jahrhunderts transformierte. In einer Zeit, die oft von religiöser Strenge geprägt war, lebte er eine humorvolle, nahbare und zutiefst menschenfreundliche Frömmigkeit vor. Er war überzeugt, dass der Glaube keine Traurigkeit stiften, sondern das Herz mit Freude erfüllen sollte – ein Wesenszug, der Jahrhunderte später auch den protestantisch geprägten Dichterfürsten Goethe tief beeindruckte.
Das Zeugnis Philipp Neris, wie es uns auch in Goethes Notizen entgegentritt, bleibt damit hochaktuell: Er zeigt, dass tiefer Glaube, radikale Wahrheit und eine ansteckende Lebensfreude keine Widersprüche sind, sondern sich gegenseitig bedingen.
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