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Gab es den Heiligen Geist im Alten Testament schon? Und muss jeder das „Sprachengebet“ können? Was die katholische Kirche wirklich darüber lehrt.
Rom (kath.net / pk) Der Heilige Geist ist wahrscheinlich die am meisten missverstandene der drei Personen der Heiligen Dreifaltigkeit. ChurchPOP formulierte fünf verbreitete Mythen, an die viele Menschen immer noch glauben – und was die katholische Kirche tatsächlich lehrt:
Mythos 1: Der Heilige Geist ist eine „Kraft“. Wahrheit: Der Heilige Geist ist eine göttliche Person, gleichgestellt mit dem Vater und dem Sohn. Obwohl er „Geist“ genannt wird – ein Name, der weniger persönlich klingen mag als „Vater“ oder „Sohn“ –, ist er genauso sehr eine reale Person wie die beiden anderen Mitglieder der Dreifaltigkeit.
Mythos 2: Der Heilige Geist existierte im Alten Testament nicht. Wahrheit: Der Heilige Geist hat seit jeher als dritte Person der Dreifaltigkeit existiert, von Ewigkeit her. Weit davon entfernt, im Alten Testament abwesend zu sein, war er aktiv am Werk, wann immer Gott sprach, schuf oder in die Menschheitsgeschichte eingriff.
Mythos 3: Der Heilige Geist hat einen geringeren Rang als der Vater und der Sohn. Wahrheit: Ja, wir bezeichnen den Heiligen Geist als die „dritte Person“ der Dreifaltigkeit – doch dies bezieht sich nur auf die Beziehungen zwischen den göttlichen Personen, nicht auf einen Unterschied in Würde oder Rang. Alle drei Personen der Dreifaltigkeit sind vollkommen gleichwertig, wie es im Athanasianischen Glaubensbekenntnis feierlich bekräftigt wird.
Mythos 4: Der Heilige Geist ist nur ein Teil Gottes. Wahrheit: Im Gegenteil: Jede Person der Dreifaltigkeit – Vater, Sohn und Heiliger Geist – ist ganz und gar Gott. Gott ist nicht in Teile geteilt. Was auch immer Gott tut, vollbringen alle drei Personen gemeinsam in vollkommener Einheit.
Mythos 5: Ein wahrer Christ, der vom Heiligen Geist erfüllt ist, wird „in Zungen reden“. Wahrheit: Diese Behauptung ist irreführend. Es gibt unterschiedliche Interpretationen und Deutungen darüber, was „in Zungen reden“ bedeutet. In der katholischen Tradition bezieht sich dies meist auf die Fähigkeit, echte, verständliche menschliche Sprachen zu sprechen (wie es die Apostel zu Pfingsten taten), und nicht auf die „Zungenrede“ oder das sogenannte Sprachengebet, das in charismatischen Kreisen ausgeübt wird.
Fest steht, dass wir gemäß der Lehre der Kirche bei der Taufe den Heiligen Geist empfangen und zu Christen werden. Bei der Firmung werden wir gestärkt mit den Gaben des Heiligen Geistes. Zungenrede bzw. Sprachengebet ist eine Option, aber kein Muss.
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