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Nach Kirchenbrand im Elsass: 11-jähriger Junge wurde in Polizeigewahrsam genommen

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Minderjähriger steht im Verdacht, unabsichtlich oder absichtlich einen Kirchenbrand ausgelöst zu haben


Cerney (kath.net) Die Ermittlungen zur Brandursache in der Kirche von Cernay (französisches Département Haut-Rhin) vom 20. Mai sind abgeschlossen: Ein 11-jähriger Junge wurde in Polizeigewahrsam genommen. Er gab an, eine Kerze angezündet zu haben, die „versehentlich“ auf eine Tischdecke gefallen sei. Das berichten „France 3 Alsace“ und weitere regionale und überregionale Medien. „France 3 Alsace“ erläutert eigens, dass dies eine für Minderjährige unter 13 Jahren vorgesehene Maßnahme sei, die mit Freiheitsentzug verbunden sei.

Dies geschah im Anschluss an die Ermittlungen zu dem Brand in der neogotischen Kirche Saint-Étienne in Cernay (Haut-Rhin). Das Feuer war am 20. Mai ausgebrochen und hatte vor allem im Altarraum erheblichen Schaden angerichtet: Der Hochaltar war völlig verkohlt, und ein Teil der Orgel, die sich am gegenüberliegenden Ende der Kirche befindet, war durch die Hitze geschmolzen. Die ab 1891 erbaute Kirche steht unter Denkmalschutz.


Die Ermittlungen haben inzwischen ergeben, dass sich der minderjährige Tatverdächtige am Morgen des Brandes in der Kirche aufgehalten und mit Kerzen hantiert habe. Der Staatsanwalt von Mulhouse, Nicolas Heitz, informiert in einer Pressemitteilung: „Die Auswertung von Videoüberwachungsaufnahmen zeigt ihn mehrfach in unmittelbarer Nähe des vorderen Kirchenbereichs“. Die Aufnahmen zeigten zudem, so der Staatsanwalt, wie der Junge die Kirche fluchtartig verlässt, noch bevor das Feuer ausbrach.

Die Staatsanwaltschaft verwies zudem auf Hinweise, wonach der Mesmer die Kirche um 9 Uhr geöffnet und 45 Minuten später wieder verlassen hatte, nachdem er drei Kerzen am Kerzenständer im Kirchenschiff neu entzündet hatte.

Während des Polizeigewahrsams erklärte der junge Verdächtige laut der vorliegenden Erklärung, er habe eine Kerze angezündet, „die versehentlich umfiel und die Tischdecke in Brand setzte“. Der Minderjährige wird sich einer psychiatrischen Begutachtung unterziehen müssen, um „seine Einsichtsfähigkeit zu bestimmen und anschließend über die angemessene rechtliche Reaktion im Rahmen dieses Ermittlungsverfahrens zu entscheiden“.

Forensische Untersuchungen haben inzwischen ergeben, dass das Feuer am Altar seinen Ursprung genommen hatte. Der Staatsanwalt hat dazu angemerkt: „Es ist unmöglich, die Ursache mit Gewissheit zu benennen; die wahrscheinlichsten Szenarien gehen von menschlichem Handeln aus, sei es absichtlich oder versehentlich.“

Die Schäden an der denkmalgeschützten Kirche sind leider erheblich. Der Innenraum der Kirche wurde durch das Feuer teilweise zerstört, so ist der Hochaltar verkohlt, ein Stützpfeiler aus Vogesen-Sandstein gerissen, die Orgel wurde beschädigt und Holzarbeiten sowie Gemälde wurden vernichtet. Für die vor dem Brand in gutem baulichen Zustand befindliche Kirche wurde inzwischen mit Unterstützung der „Fondation du patrimoine“ eine Spendenaktion ins Leben gerufen.


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