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Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“

vor 3 Stunden in Kommentar, keine Lesermeinung
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„Paradoxerweise wollen die Piusbrüder die katholische Kirche retten, indem sie wie Protestanten den Papst nur anerkennen als Ehrenoberhaupt…, wenn er sich ihrer Interpretation der kirchlichen Glaubenslehre unterwirft.“ Von Gerhard Cardinal Müller


Vatikan (kath.net) Aus aktuellem Anlass der illegalen Bischofweihen für die Piusbruderschaft Pius X. ist klar festzustellen, dass es sich um einen schismatischen Akt handelt. Jede Bischofsweihe ohne die vorherige Erteilung der Communio mit dem Papst ist ein schwerer Schlag gegen die Einheit der Kirche und eine Wunde am Leib Christi und damit eine Todsünde gegen Gott, die auch das ewige Heil ihrer Spender und Empfänger in Frage stellt. Sie können sich nicht auf eine Notlage herausreden. Und ihre Sympathisanten sollten nicht mit irgendwelchen Aufrechnungen der Fehler, Häresien und liturgischen Missbräuche ihrer modernistischen Antipoden die klare Sachlage verwirren oder sich selbst täuschen. Es geht hier nicht um die ältere Version der substantiell identischen Liturgie, sondern um die Einheit der heiligen, katholischen und apostolischen Kirche im geoffenbarten Glauben, „die zu weiden unser Erlöser nach seiner Auferstehung dem Petrus und den übrigen Apostel anvertraut hat, die für immer als Säule und Fundament der Wahrheit errichtet ist. Diese Kirche, in dieser Welt als Gesellschaft verfasst und geordnet, ist verwirklicht in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird.“ (Lumen gentium 8).


In pastoralen und liturgischen Fragen kann mit größerer Sensibilität vorgegangen werden. Es sollten vom Papst und den Bischöfen ernannte Ansprechpartner für die Priester und Seminaristen der Piusbruderschaft Pius X. geben, die den schismatischen Kurs dieser Gruppe erkennen und die zu Recht um ihr Heil fürchten, wenn sie sich dem Papst widersetzten. Den Einsichtigen soll so die Abkehr von diesen schismatischen Provokationen und die Rückkehr zur vollen Einheit mit dem Papst ermöglicht werden. Denn die Grenze zum Schisma ist endgültig überschritten, wenn der römische Papst als sichtbares Prinzip und immerwährendes Fundament der Einheit der Kirche in der geoffenbarten Wahrheit nicht voll anerkannt wird. Paradoxerweise wollen die Piusbrüder die katholische Kirche retten, indem sie wie die Protestanten den Papst nur anerkennen als Ehrenoberhaupt der Christenheit, wenn er sich ihrer Interpretation des Evangeliums bzw. des kirchlichen Glaubenslehre unterwirft. Der bedeutende polnische Kardinal Stanislaus Hosius, der auch Präsident des Konzils von Trient war und das die Piusbruderschaft zu Recht hoch schätzt, hat gegenüber den Protestanten seiner Zeit das gesagt, was auch gegenüber den Schismatikern unserer Zeit noch gilt: Catholicus non est, qui a Romana ecclesia in fidei doctrina discordat.

Katholisch kann keiner sein, der in der Lehre des Glaubens von der römischen Kirche abweicht.

Archivfoto: Kardinal Müller im Presseraum des Vatikans (c) Michael Hesemann/kath.net


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