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Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“

vor 10 Stunden in Deutschland, 13 Lesermeinungen
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Passauer Oberhirte nimmt Stellung zur aktuellen Debatte um CDU-Politiker Jens Spahn: „Ein Kind ist ein Geschenk Gottes und keine käufliche Ware“ – Schwerer Verstoß gegen die Menschenwürde und das Recht des Kindes auf seine natürlichen Eltern.


Passau (kath.net/gem/rn) Die Debatte um die Leihmutterschaft in Deutschland hat eine neue Dynamik gewonnen, nachdem der CDU-Politiker Jens Spahn und sein Partner bekanntgaben, auf diesem Weg ein Kind namens Georg bekommen zu haben. Nun hat sich der Passauer Bischof Stefan Oster in einer klaren Video- und Textstellungnahme zu Wort gemeldet. Unter dem Titel „Ware gegen Würde?“ warnt der Bischof eindringlich vor einer Normalisierung dieser Praxis und spart nicht mit deutlicher Kritik an dem prominenten Unionspolitiker. Oster bezeichnet das Vorgehen als einen „echten Skandal“ – insbesondere vor dem Hintergrund von Spahns christdemokratischem Fundament und dessen öffentlichem Bekenntnis zur katholischen Kirche.

Zwar betont Bischof Oster eingangs, dass er weder die persönlichen Motive noch die genauen Umstände im Fall Spahn/Funke beurteilen könne oder wolle, dennoch gebe es schwerwiegende Gründe für das strikte Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland. Der wesentlichste Grund liege im fundamentalen Verstoß gegen die Menschenwürde.

„Als Christen glauben wir, dass Kinder ein Geschenk Gottes sind – und ihre Würde als Personen auf Gott zurückgeht“, erklärt Oster. Eine Gabe, die unverfügbar sei, dürfe niemals Gegenstand eines kommerziellen Geschäfts werden. Die Geburt eines Kindes gehe im Idealfall aus der Liebesverbindung der Eltern hervor. Da echte Liebe unverdient und unverkäuflich sei, verkehre die Leihmutterschaft dieses Prinzip ins Gegenteil: „So genannte käufliche Liebe ist deshalb genau das Gegenteil von Liebe: ein Geschäft.“


Aus psychologischer und pädagogischer Sicht verweist der Bischof auf die unersetzliche Bedeutung der leiblichen Mutter. Die einzigartige Beziehung und Bindung zwischen Mutter und Kind beginne weit vor der Geburt: Das Kind teile die Emotionen der Mutter, höre ihre Stimme und entwickle im Mutterleib seine erste Wahrnehmung der Welt.

Nach der Geburt bilde die Gemeinschaft von Vater und Mutter den notwendigen emotionalen Schutzraum. In Rückgriff auf die christliche Tradition bezeichnet Oster die Ehe von Mann und Frau als „uterus spiritualis“ – als einen geistlichen Uterus. Nur in diesem Gefüge könne ein Kind seine Identität in einem natürlichen, generationenübergreifenden Beziehungsnetz aus Eltern, Geschwistern und Großeltern gesund entfalten. Die Frage nach der eigenen Herkunft sei für die Identitätsbildung junger Menschen von existenzieller Bedeutung.

Mit Blick auf den neugeborenen Jungen des Paares Spahn/Funke äußert der Passauer Oberhirte tiefe Sorge: „Dieses Kind von Jens Spahn und Daniel Funke heißt Georg und ist jetzt schon öffentliche Person – und es ist diese Person als ‚gekaufte Ware‘. Was für eine Last es damit einmal zu tragen hat, ohne dass es jetzt schon davon wüsste!“

Oster stellt unmissverständlich klar, dass das Wohl des Kindes über den Wünschen der Erwachsenen stehen muss: „Ich bin völlig überzeugt, dass jedes Kind vor allen anderen Rechten zunächst ein Recht auf seine natürlichen Eltern hat – und zwar vielmehr als dass potentielle Eltern ein Recht hätten, sich ein Kind ‚anzuschaffen‘ oder ‚machen zu lassen‘ oder gar ‚einzukaufen‘.“

Scharfe Kritik übt Bischof Oster an der politischen und moralischen Signalwirkung des Falls. Wenn ein prominenter CDU-Politiker zur Erfüllung eigener Wünsche bewusst gegen die Gesetze des eigenen Landes und gegen die Grundlinien der eigenen Partei in einer so zentralen Frage des Menschenbildes verstoße – und zudem noch positiv werbend für die Leihmutterschaft eintrete –, sei dies inakzeptabel.

Besonders schwer wiegt für den Bischof dabei das katholische Bekenntnis des Politikers. Jens Spahn habe damit einen Schritt getan, den die Kirche als Glaubensgemeinschaft niemals legitimieren oder mitgehen könne. Die Würde des Menschen und der Schutz des Kindeswohls müssten auch in Zukunft unantastbare Kernfaktoren christlichen Handelns bleiben.

 

ADIOS @jensspahn !!!
Bischof Oster kritisiert Leihmutterschaft scharf und spricht von „Skandal“
Passauer Oberhirte nimmt Stellung zur aktuellen Debatte um CDU-Politiker Jens Spahn: „Ein Kind ist ein Geschenk Gottes und keine käufliche Ware“ – Schwerer Verstoß gegen die… pic.twitter.com/kCm3srF733

— KATH.NET (@KatholikenNet) July 18, 2026

Foto: (c) Bistum Passau


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Lesermeinungen

SarahK vor 3 Stunden: @SalvatoreMio 100 % d‘accord und Danke Bischof Oster

Wie konnten wir nur dahin kommen wo wir sind?

Marianus vor 4 Stunden: BRAVO!! lieber verehrter Bischof Oster!

Sie sprechen hier allen gläubigen Christen und Menschen guten Willens aus dem Herzen.
Bin doch mal gespannt, wie und ob überhaupt der Katholische Deutsche Frauenbund oder gar die DBK sich zu einer irgendwie gearteten Stellungnahme durchringen wird.

Paddel vor 4 Stunden: Gebetsmeinung des hl. Vaters für Juli

Für die Achtung vor dem menschlichen Leben.

Passender gehts nicht mehr.

Paddel vor 4 Stunden: Tauftermin?

Ob Herr Spahn nun in seinem Baby/Familienglück sein Kind (oder ist es vom Samen seines Partners?) auch taufen lässt?

asellus vor 4 Stunden: Unser Schöpfer kennt doch einen jeden von uns oder etwa nicht?

Auch wenn ein Mensch nicht an Gott glaubt, es wäre vermessen und ein Irrsinn zu meinen, unser Schöpfer würde uns, der einen jeden von uns geschaffen hat, nicht "kennen". In der Schweiz hat auch die frühere CVP das "C" eliminiert und sich "Mitte* genannt. Die irren sich, wenn sie jetzt meinen, dass sie jetzt machen können, was sie wollen. Auch wenn der Staat die Abtreibung erlaubt, meint man jetzt, unser Schöpfer wisse jetzt nicht mehr, was ein jeder damals gestimmt und seither getan hat? Da dürften sich einige schwer irren!!! Auch wenn einer nicht an Gott glaubt, meint er vielleicht, es gäbe deshalb keinen Gott??? Wie dumm kann man nur sein? "Irrtum", sprach der Igel und stieg vom Kaktus.

SE lieber Bischof Oster, vielen, vielen Dank und vergelt's Gott für alles.

ottokar vor 5 Stunden: „Das eine ist die reine Lehre, das andere das echte Leben“

So einfach lässt sich der Glaube nach Herrn Spahn verdrehen. Der wahre Glaube fordert im echten Leben Bekenntnis, Opfer und Demut. Das Leben eines Christen ist dann echt, wenn er der Wahrheit welche die Grundlage seines Glaubens ist, bedingungslos folgt.
Danke verehrter Herr Bischof Oster.

Vincentinus vor 6 Stunden: Zuerst das Kind!

Das Positive an diesem Fall ist, dass sich eine breite Diskussion entwickelt, wie man das Thema „Leihmutterschaft“ noch einmal grundsätzlich ethisch einordnen soll. Die Kirche ist hier eine gute und wichtige Stimme!
Übrigens hat der kürzlich hier sehr gelobte Peter Thiel mit seinem „Ehemann“ zwei Kinder aus „Leihmutterschaft“.
Unabhängig davon wünscht man dem Kind/den Kindern ein gutes, liebevolles Zuhause und Geborgenheit.

Schillerlocke vor 7 Stunden: Der Herr Bischof

hat hier einige Sachen geradegerückt. Das hat er richtig gut gemacht.

Inzwischen ist Herr Spahn ja zurückgetreten. Und man darf sich sehr herzlich bei den christlichen Mandatsträgern der Unionsparteien bedanken, dass sie hier heftigen Druck ausgeübt haben. Das C im Namen ist nämlich nach wie vor das Alleinstellungsmerkmal der Unionsparteien. Und es wird in CDU und CSU eben ernst genommen.

tieviekath vor 7 Stunden: Dammbruch

Lieber Bischof Oster, ganz herzlichen Dank für Ihre klaren Worte. Nun ist Herr Spahn von seinem Amt zurückgetreten.Alles Andere wäre vollkommen inakzeptabel gewesen. Der Dammbruch bleibtein sich zum Glauben bekennender Politiker ist der Meinung, dass er ein Recht auf Kinder hat. Ein Recht auf die „Produktion“ eines Kindes. Ich hoffe, er sieht seinen begangenes Unrecht irgendwann ein. Dem Kind wünsche ich selbstverständlich alles Gute und Gottes Segen.

Hardenberg vor 8 Stunden: Er ist zurückgetreten.

Gottseidank.

Fink vor 8 Stunden: Ein Bischof spricht Klartext ! Bravo !

SalvatoreMio vor 9 Stunden: Herr/Frau Jens Spahn und sein Ehemann!

Auch ohne oberhirtliche Schelte, hätte Jens Spahn immer wissen müssen, dass eine Eheschließung mit einem männlichen Partner ein Unding ist. Aber ausgerechnet die CDU hat das Gesetz durchgeboxt am 1.10.2017, und die DBK hat in 9 Jahren nie ernsthaft klargemacht, dass das völlig abwegig ist. - Also: alles nicht so schlimm: "Love is love". Da mag das "Ehepaar Spahn & Co." sich gedacht haben: "Da ist noch mehr möglich, auch wenn's unmöglich ist. - Und nun endlich macht einer deutlich den Mund auf - wenigstens Bischof Oster. Danke! - Im Grunde ist das aber noch "Windhauch" in Bezug auf die gesamte unmoralische Entwicklung in Deutschland und darüber hinaus.

Hardenberg vor 9 Stunden: Völlig zurecht

Die Kritik von Bischof Oster kommt völlig zurecht. Jens Spahn hat sich über die rechtliche Lage in Deutschland, eine grundlegend vernünftige Moral, die er selbst für sich als verbindlich akzeptierte, und vor allem über die Würde der Mutter und des Kindes hinweggesetzt. Pfui.

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