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ALfA begrüßt den Rücktritt Jens Spahns

vor 7 Stunden in Deutschland, 7 Lesermeinungen
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Jens Spahn war Vorsitzende der CDU/CSU‑Bundestagsfraktion – Kaminski: „Das muss der Anfang einer Aufklärungskampagne über verletze Kinder- und Frauenrechte bei Leihmutterschaft sein“.


Augsburg (kath.net/ pm) 
Der Rücktritt Jens Spahns als CDU-Fraktionsvorsitzender folgt auf seine Einsicht, dass dies die einzig mögliche Reaktion auf das Entsetzen in seiner Partei war, das von weiten Teilen der Bevölkerung geteilt wurde.  Diese Personalentscheidung mag innerparteiliche Spannungen kurzfristig entschärfen, sie beantwortet aber in keiner Weise die grundlegenden ethischen Fragen, die Leihmutterschaft aufwirft, und die die CDU bislang auf eindeutige und konsequente Weise beantwortet hatte.
Die Debatte, die zu seinem Rücktritt geführt hat, drehte sich weitgehend um die Frage, ob für Politiker andere Maßstäbe gelten sollen als für die Allgemeinheit, und wie verlässlich Politik sein kann, wenn ihre führenden Vertreter, die selbst verantworteten Gesetze durch Reisen ins Ausland umgehen. Nun gilt es, diese Debatte, um die Personen zu erweitern, deren Grundrechte bei Leihmutterschaftsverfahren zutiefst verletzt werden: Die Frauen, deren Körper genutzt wird, und die Kinder, die ihrer Mütter beraubt werden.

Missachtete Menschenrechte: die Kinder
Es ist zutiefst unmenschlich, ein Neugeborenes unmittelbar nach der Geburt von seiner Mutter zu trennen, obwohl die Kenntnis von der engen Bindung, die während der Schwangerschaft zwischen Mutter und Kind entsteht, und die für das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit des Kindes nach der Geburt von entscheidender Bedeutung ist, selbstverständliches Allgemeinwissen ist.
Die bewusste und vertraglich geplante Trennung im Kreißsaal verletzt sowohl die Würde der Frau als auch die des Kindes, das in einer Situation höchster Schutzbedürftigkeit seiner primären Bezugsperson beraubt wird. Kinder, die ohne Mutter aufwachsen, tragen diese Prägung ein Leben lang in Form von Ängsten, Verlustgefühlen‑, Bindungs‑ und Identitätsstörungen.


Die UN‑Kinderrechtskonvention garantiert jedem Kind „das Recht, seine Eltern zu kennen und von ihnen betreut zu werden“ (Art. 7 Abs. 1). Dieses Recht wird durch Leihmutterschaft systematisch unterlaufen, weil Kinder bewusst von ihrer leiblichen Mutter getrennt und rechtlich zu „Waisen“ gemacht werden, um sie anschließend adoptieren zu können.
Es muss Auftrag der Politik sein, alle Kinder zu schützen und sie davor zu bewahren, zum Objekt der Sinnstiftung oder Glücksfindung Erwachsener zu werden. Kinder sind keine Instrumente zur Selbstverwirklichung, keine „Antwort“ auf biografische Brüche, sondern eigenständige Personen mit unveräußerlichen Rechten. Dieser notwendige Blick auf das Kind ist in der Debatte um Jens Spahns Familienglück viel zu kurz gekommen.

Erniedrigte F rauen: die Leihmütter
Wer die Verträge studiert, die Leihmütter unterzeichnen müssen, stellt fest: Sie geben nahezu alle Rechte auf. Ihr Körper wird zum Vertragsgegenstand. Bei Verstoß gegen Vertragsvorschriften droht Kürzung der Zahlungen. Wer sich fragt, warum es so wenig kritische Stimmen von ehemaligen Leihmüttern im Internet zu finden gibt, findet darauf ebenfalls eine Antwort in den Verträgen: Die Frauen müssen Verschwiegenheitsklauseln unterschrieben, bei Verstoß dagegen drohen empfindliche Strafen. Wären alle Leihmütter so glücklich und zufrieden mit den Arrangements, brauchte es diese Klauseln nicht.
Eine Gesellschaft, die solche Praktiken toleriert oder fördert, schafft mühsam errungene Frauenrechte unter dem Deckmantel des Mitleids mit kinderlosen Paaren und voll Verständnis für deren Sehnsüchte ab. Sie macht Frauen und Kinder zu Opfern, weil diese Paare kein Opfer bringen wollen. Sie missachtet damit ihren Schutzauftrag für gefährdete und schutzbedürftige Menschen.

Auftrag an Politik und Gesellschaft
Der Fall Spahn darf daher nicht dazu führen, Sonderwege für einzelne oder Ausnahmen für finanziell und politisch einflussreiche Personen zu suchen.
Er muss vielmehr Anlass sein, das Verbot der Leihmutterschaft zu verteidigen, internationale Schlupflöcher zu schließen und eine Debatte zu führen, die endlich konsequent von den Rechten und Bedürfnissen der Kinder her gedacht wird. Sogenannte Kinderwunschmessen wie „Wish for a baby“ oder „Men having babies“, die mehrfach jährlich in Deutschland stattfinden, müssen konsequent verboten werden. Wir brauchen das italienische Modell: Wer eine Leihmutter nutzt, um sich im Ausland ein Kind zu kaufen, betreibt Menschenhandel und muss entsprechend bestraft werden.

Foto: (c) Wikipedia, This image was published by Olaf Kosinsky under the free licence CC BY-SA 3.0-de


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Lesermeinungen

Schillerlocke vor 4 Stunden: Wer oder was

ist eigentlich ALfA? Und wer ist Kaminski? Wäre super, wenn Sie darüber Auskunft geben könnten.

Toretto vor 4 Stunden:

Die katholische Kirche lehnt Leihmutterschaft strikt und ausnahmslos ab und fordert ein weltweites Verbot dieser Praxis. Ihre Haltung ist in zentralen Dokumenten wie der vatikanischen Erklärung „Dignitas infinita“ und dem Katechismus verankert

Das steht in „Dignitas infinita“ exakt in den Absätzen 48, 49 und 50.

Ein moralisch vertretbaren Weg wäre die Adoption.

www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_ddf_doc_20240402_dignitas-infinita_ge.html

arctotis vor 4 Stunden: Homosexualität + Eitelkeit

Hätte die Kirche im KKK von 1992 nicht geschrieben, dass Homosexuelle ihre Neigungen nicht frei gewählt haben, hätte man keine Homoehe zugelassen, nachdem Angela Merkel die Abstimmung für Homoehe zugelassen hat (2017), gäbe es den Zirkus der Eitelkeiten nicht. Abgesehen davon, dass Jens Spahn behauptete „überzeugter Katholik zu sein“ - womit er den Glauben und die Kirche zum Gespött machte – ist alles was in der Gesellschaft geschieht die Folge von Verweltlichung der Kirche und Ablehnung der Heteronormativität. Wir steuern unweigerlich auf „Idiocracy“ zu.

Schillerlocke vor 5 Stunden: @Jothekieker

Im Gegensatz zu Spahn ist Streeck kein Politiker aus der ersten Reihe. Auch wenn Sie und ich Streecks tun nicht billigen, muss man die Person Streeck nicht überbewerten. Das grundsätzliche Problem Spahns wurde von den Unionsparteien hingegen eindeutig bewertet. So jemandem wollten sie in der Führung der Unionsfraktion nicht mehr sehen.

Jothekieker vor 5 Stunden: @Christianlay

Hier geht es um andere Dinge als um eine simple Freigabe des Kindes zur Adoption. Hier geht es um Geld, um viel Geld.
So eine Geschäft, das Spahn und sein Konkubine hier getrieben haben, kostet locker zwei- bis dreihunderttausend Euro. Für dieses Geld will man dann auch ein Kind wie aus dem Katalog. In Kanada wurde eine Leihmutter auf eine halbe Million Dollar verklagt, weil sie sich weigerte, das Kind, das den Vorstellungen des Samenspenders nicht entsprach, abzutreiben.

Christianlay vor 5 Stunden: Das vergessene erste Gebot

Wenn eine Mutter, statt ihr Kind abzutreiben, es nach der Geburt zur Adoption freigibt, verstößt es gegen die Rechte des Kindes! Das ist absurd!Zudem wird in diesem Artikel das erste Gebot Gottes: "Seid fruchtbar und mehret Euch!" völlig vergessen!Daß Onan zur Leihvaterschaft verpflichtet war und von Gott ob seines Neins dazu zu Tode verurteilt wurde, sollte auch mitbedacht werden.
Uwe Lay

Jothekieker vor 7 Stunden: Was ist mit Streeck?

Spahn ist nicht der einzige führende CDU-Politiker, der sich über das Leihmutterverbot hinweggesetzt hat.
Meiner Meinung nach, hat die CDU hier ein grundsätzliches Problem.

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