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Diese Entscheidung sei eine „tiefe Zäsur“ in der Geschichte Frankreichs. Es handle sich um keine humanitäre Errungenschaft, sondern eine Bedrohung für die Würde des Menschen und den Zusammenhalt der Gesellschaft.
Paris (kath.net/gro/red) Nach der Entscheidung der französischen Nationalversammlung am 15. Juli 2026, das Gesetz für die Legalisierung des assistierten Suizids und Euthanasie („Hilfe zum Sterben“) legalisiert, hat die Französische katholische Bischofskonferenz mit einer scharfen Stellungnahme reagiert. Diese Entscheidung sei eine „tiefe Zäsur“ in der Geschichte Frankreichs. Es handle sich um keine humanitäre Errungenschaft, sondern eine Bedrohung für die Würde des Menschen und den Zusammenhalt der Gesellschaft.
In ihrer Erklärung vom 15. Juli betonen die Bischöfe unter dem Vorsitz von Kardinal Jean-Marc Aveline (Marseille), Erzbischof Vincent Jordy (Tours) und Bischof Benoît Bertrand (Pontoise), dass der Beschluss der Nationalversammlung die Beziehung zur Verletzlichkeit, zum Alter, zur Behinderung und zur Krankheit grundlegend verändern werde: „Der Bund des Vertrauens zwischen den Generationen, aber auch zwischen Pflegenden, Patienten und ihren Familien wird geschädigt.“ Besonders die Ärmsten und Schwächsten könnten den Preis zahlen: Ältere Menschen in prekären Verhältnissen könnten sich gedrängt fühlen, aus dem Leben zu scheiden, um ihren Angehörigen nicht zur Last zu fallen.
Die Bischöfe verweisen auch auf Erfahrungen anderer Länder, in denen die Zugangskriterien zur Sterbehilfe sich sukzessive erweitert hätten – oft zu Lasten der Palliativmedizin.
Sie kritisieren weiter, dass sich politische, ideologische und vermutlich auch wirtschaftliche Interessen (es gab Schätzungen über Einsparungen von bis zu 1,4 Milliarden Euro pro Jahr) unter dem Deckmantel von „Freiheit“ und „Würde“ durchgesetzt hätten.
Statt den Weg der Tötung auf Verlangen zu beschreiten, rufen die Bischöfe zu einem erneuerten Engagement für die Begleitung von Kranken und Sterbenden auf. Sie danken allen Pflegenden, Ehrenamtlichen und Seelsorgern und fordern katholische Gesundheitseinrichtungen auf, sich klar an den Grundwerten der Unantastbarkeit menschlichen Lebens zu orientieren und keine Handlungen zu unterstützen, die moralisch unzulässig sind.
Die Bischöfe diagnostizieren einen „anthropologischen Bruch“: Anstatt Leiden durch bessere Pflege zu lindern und niemanden allein zu lassen, werde nun der Tod als Lösung institutionalisiert. Man pflegt das Leben nicht, indem man den Tod gibt. Sie laden ein, einen anderen Weg zu gehen – den der treuen, aufmerksamen und solidarischen Begleitung bis zum natürlichen Tod.
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