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vor 1 Stunden in Weltkirche, 18 Lesermeinungen
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Kardinal Sarah zu Traditionis Custodes - „Was den französischen Bischöfen geschrieben wurde, muss für alle Bischöfe gelten“ - Über Pachamama-Skandal: „Früher haben Missionare afrikanischen Konvertiten gesagt, sie sollen solche Götzen verbrennen“
Vatikan (kath.net/gro/red) In einem neuen Video-Interview mit Diana Montagna fünf Jahre nach Traditionis Custodes äußert sich der emeritierte Kurienkardinal Robert Sarah zur Zukunft des vetus ordo und er warnt, dass „Synodalität“ und Heidentum die Kirche von innen aushöhlen. Sarah war Kardinalpräfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung gewesen. Im Konklave 2025 galt er vielen als Hoffnung auf das Papstamt, darunter waren auch Katholiken aus Europa.
Blick auf die Liturgie:
- Bezogen auf Papst Leos Brief an die französischen Bischöfe, der Offenheit gegenüber Priestern und Gemeinschaften der Messe in der außergewöhnlichen Form fordert), sagt Sarah: „Was den französischen Bischöfen geschrieben wurde, muss für alle Bischöfe gelten. Seid offener, um nicht ohne Grund Spaltungen zu verursachen“.
- „Ich meine, wir sollten alle Bischöfe ermutigen, väterlicher und offener zu sein, denn auch innerhalb der katholischen Kirche gibt es viele Riten – den mozarabischen Ritus, viele andere, auch den ambrosianischen Ritus. Ich sehe also nicht ein, warum wir so radikal vorgehen und ihn unterdrücken – also verhindern – müssen.“
- „Was aufhebt, ist kein gültiger Text, denn die Kirche ist eine Kontinuität.“
- „Wenn der Gottesdienst zu einer Art Unterhaltung wird, schwächt dies das Verständnis des Glaubens selbst.“
- „Die traditionelle römische Messe, wie sie vor der Reform des Novus Ordo gefeiert wurde, drückt mit unvergleichlicher Klarheit die katholische Lehre vom Opfer, vom Priestertum und von der Realpräsenz aus.“
- „Papst Benedikt sagte, dass das, was in der Vergangenheit heilig war, auch heute heilig bleibt. Außerdem ist diese tridentinische Liturgie 1.600 Jahre alt. Wir können nicht behaupten, dass das, was seit 1.600 Jahren praktiziert wird, heute keine Gültigkeit mehr habe.“
- „Ich bin davon überzeugt, dass die Liturgie eine Beziehung des Vertrauens und der Hingabe an Gott ist; und wenn diese Beziehung gut ist, wird Gott auch unsere Beziehungen gut gestalten … Er wird den Menschen Frieden bringen – in der Kirche und in der Welt –, aber durch eine heilige Liturgie, nicht durch ein Spiel oder Unterhaltung“.
Zum Stichwort „Synodalität“ erläuterte Sarah u.a.:
- „Synodalität ist ein abstrakter Begriff, den ich noch nie verstanden habe. Er ist in unsere afrikanischen Sprachen nicht übersetzbar und hat keine Grundlage in der Heiligen Schrift, in der Geschichte oder in der Tradition der Kirche.“
- „Als Paul VI. die Bischofssynode wiederherstellte, hatte er ein klares Ziel: den Bischöfen zu ermöglichen, die Kollegialität besser zu leben und dem Papst zu helfen, seine Sendung als universaler Hirte mit größerer Treue zu erfüllen.“
- „Wir brauchen dringend eine klare Definition der genauen Bedeutung, der Zuständigkeiten, der Grenzen und der Sendung der Synodalität, eine Definition, die die Lehre, die Moral, das Wesen und die Struktur der Kirche unangetastet lässt.“
- „Die Kirche ist Braut, Mutter und Mystischer Leib Christi. Es scheint mir unangemessen, sie ‚synodal‘ zu nennen.“
- „Über eine Glaubenslehre stimmt man nicht ab; darüber kann nicht abgestimmt werden. Über eine moralische Lehre kann man nicht abstimmen; sie ist eine von Gott empfangene Lehre.“ Sarah erklärte dies anhand der klaren Lehre der Kirche zur Homosexualität – die gemäß Naturrecht und göttlicher Offenbarung, wie sie im Katechismus der Katholischen Kirche dargelegt ist, als ungeordnet gilt –, welche nicht durch eine Mehrheitsmeinung geändert werden könne.
Er stellte dem „synodalen“ Konzept das missionarische Wesen der Kirche gegenüber, wie es vom Zweiten Vatikanischen Konzil und dem heiligen Johannes Paul II. gelehrt wurde.
- „Was bedeutet eine ‚Kirche, die geht‘? Die Kirche ist gesandt – sie geht nicht nur. Die Kirche ist missionarisch.“
- „Warum diesen Begriff ändern, der so schön und so bedeutungsvoll ist?“, fragte er. „Die ‚synodale Kirche‘ – was bedeutet das? Nichts.“
Angesichts der von Kardinal Burke geäußerten Bedenken hinsichtlich des Berichts der Arbeitsgruppe Nr. 9 – der einen „Paradigmenwechsel“ befürwortet und Aussagen von Männern in gleichgeschlechtlichen „Ehen“ einbezieht, die mit Pater James Martin befreundet sind – empfahl Sarah, das Dokument vor der Weiterleitung an die Diözesen durch den Papst prüfen zu lassen.
- „Wenn wir der Offenbarung treu bleiben wollen, wenn wir dem Katechismus der Katholischen Kirche treu bleiben wollen, wenn wir auch der Natur folgen wollen, dann muss dieses Dokument meiner Meinung nach vom Heiligen Vater geprüft werden, bevor es versandt wird“.
- Sarah warnt davor, die Erfahrung mit *Fiducia Supplicans* zu wiederholen – einem Fall, in dem eine westliche Gruppe von Prälaten weiterhin versucht, der Weltkirche diese „westliche Tendenz“ aufzuzwingen –, und äußerte die Zuversicht, dass Papst Leo vor einer weltweiten Veröffentlichung eine sorgfältige Prüfung durch kirchentreue Kreise sicherstellen werde.
- „Niemand kann die Morallehre oder andere Glaubenslehren ändern, nein, niemand. Denn sie gehören nicht uns. Die Lehre, die wir verkünden, ist nicht unsere eigene Lehre. Sie ist Gottes Lehre. Es kann keinen ‚Paradigmenwechsel‘ geben.“
Zum Heidentum in der Kirche kritisierte Sarah scharf die Präsenz der Pachamama beim Amazonas-Synode 2019: „Wir haben sie in Prozession von der Basilika in die Paul-VI-Halle getragen, und sie blieb die ganze Zeit vor uns während der Synode.“ „Früher haben Missionare afrikanischen Konvertiten gesagt, sie sollen solche Götzen verbrennen. Und jetzt bringen wir die Pachamama in die Basilika.“
Sarah kritisierte diesbezüglich auch die Äußerungen von Papst Franziskus in Singapur, in denen alle Religionen als Wege zu Gott gleichgesetzt wurden. Der emeritierte Kurienkardinal fragte: „Welchen Sinn hat dann noch die Menschwerdung? Welchen Sinn hat die Liebe Christi, wenn alle Religionen zu Gott führen können? Dann würde Christus lügen, wenn er sagt: ‚Niemand kommt zum Vater außer durch mich; ich bin die Tür.‘ Das bedeutet: Ein reines Heidentum ist in die Kirche eingedrungen.“
Zur Zukunft der Kirche:
- „Die Kirche gehört Christus; sie ist nicht unser Eigentum. Wir können sie nicht herstellen, umgestalten oder umbenennen, um sie dem Zeitgeist anzupassen.“
- „Wir müssen uns zu Christus bekehren; es ist nicht so, dass Christus sich zu uns, zu unseren Ideen, zu unserem Paradigmenwechsel bekehren muss.“
- „Ja … Christus wird seine Kirche nicht verlassen. Er wird bis ans Ende der Welt bei uns bleiben. Und so wird die Kirche das Licht bleiben.“
- „Die Kirche ist keine NGO. Sie hat ihre Sendung vergessen, wenn sie sich nur noch um soziale Fragen kümmert und die Verkündigung des Evangeliums und die Anbetung Gottes vernachlässigt.“
Zum Konsistorium vor wenigen Wochen: hier schloss sich Sarah der Kritik an, dass die Themen der Beratungen zu sehr „horizontal“ ausgerichtet gewesen seien; man habe sich auf gesellschaftliche Fragen wie Frieden, Krieg, Gewalt und Dialog konzentriert, während den innerkirchlichen geistlichen Herausforderungen und der übernatürlichen Sendung der Kirche nur wenig Beachtung geschenkt worden sei. Wörtlich sagte er: „Mir scheint, die Kirche muss die Welt vor allem durch das Prisma ihrer Sendung betrachten – aus der Perspektive, der Welt etwas zu geben, denn sie bedarf des Lichts. Nicht nur Zuhören, nicht nur Dialog, sondern das Weitergeben von Gottes Licht: „nicht unser eigenes Licht, sondern Gottes Licht – einer Welt bringen, die im Finstern ist“.
JUST IN — Cardinal Sarah: Pope Leo’s Generosity towards the Traditional Latin Mass ‘Must Apply to All Bishops’ — https://t.co/dZuAlr7YkV
— Diane Montagna (@dianemontagna) July 17, 2026
In a new video-interview five years after Traditionis Custodes, the Cardinal weighs in on the future of the vetus ordo — and warns that… pic.twitter.com/etkyESLbxq
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Versusdeum vor 40 Minuten: @Parcival
Alles richtig. Aber: Auch das Lehramt kann nur innerhalb gewisser Leitplanken (v.a. Zehn Gebote, neues Testament, Dogmen, immerwährende Lehre der Kirche) interpretieren, was vorgegeben ist. Wäre der Papst ein absolutistischer Monarch, hätten wir unter Franziskus z.B. alle die Götzin Pachamama anbeten müssen.
Johannes14,6 vor 1 Stunden: Diese Worte Kardinal Sarahs
empfinde ich als SEELENBALSAM und TROST.
Besonders auch:„Synodalität ist ein abstrakter Begriff, den ich noch nie verstanden habe. Er ist .. nicht übersetzbar und hat keine Grundlage in der Heiligen Schrift, in der Geschichte oder in der Tradition der Kirche.“
Parcival vor 1 Stunden: @arctotis – Tradition verpflichtet
Wer sich auf die Tradition beruft, sollte das traditionelle Lehramt ernst nehmen. Papst Leo XIII. lehrt 1896 in der Enzyklika "Satis cognitum", dass Christus seiner Kirche nicht nur den Glauben, sondern auch ein lebendiges Lehramt, eine sichtbare Hierarchie und dem Nachfolger Petri die höchste Jurisdiktionsgewalt anvertraut hat. Deshalb ist nicht jeder Gläubige berufen, ständig zu beurteilen, warum ein Papst so handelt, weshalb ein Kardinal nicht gewählt wurde oder ob in Rom „Saboteure“ am Werk seien. Solche Spekulationen nähren vor allem Misstrauen. Kath. Tradition bedeutet, der von Christus eingesetzten kirchl. Autorität grundsätzlich Vertrauen entgegenzubringen – auch dann, wenn man einzelne Entscheidungen kritisch hinterfragt. Zur Tradition gehört auch der Glaube an die Verheißung Christi, dass seine Kirche nicht untergehen wird (Mt 16,18). Das ist nicht nur eine Frage des Gehorsams gegenüber der Kirche, sondern des Glaubens an Christus selbst.
Parcival vor 1 Stunden: @Berni – Bitte liturgiegeschichtlich korrekt bleiben
Der Altar des Novus Ordo ist kein bloßer „Mahltisch“. Nach den liturgischen Vorschriften werden auch in ihm Reliquien von Märtyrern oder Heiligen beigesetzt. Deshalb verdient auch dieser Altar Ehrfurcht und Respekt. Ebenso versteht die Kath. Kirche den Priester im Novus Ordo nicht als bloßen Vorsteher einer Versammlung. Er handelt sakramental in persona Christi. Dass dies mancherorts durch eine unangemessene Feierpraxis verdunkelt wurde, ist ein Missbrauch, nicht die Lehre der Kirche. Die Kirche feierte von Anfang an grundsätzlich in den Sprachen der jeweiligen Ortskirchen. Im Westen setzte sich Latein erst ab dem 4. Jahrhundert allmählich durch, im Osten blieb Griechisch vorherrschend; später kamen weitere Liturgiesprachen wie das Altkirchenslawische hinzu. Wer von „Mahltisch“ und „bloßem Vorsteher“ spricht, kritisiert daher nicht die kath. Liturgie, sondern eine Karikatur von ihr.
Smaragdos vor 2 Stunden: Definition von Synodalität? Demokratie!
Ich habe eine einfache Definition: Synodalität ist ein Kodewort für Demokratie. So einfach ist das. Es geht bei Synodalität ganz klar darum, die von Christus gewollte hierarchische Struktur der Kirche zu unterwandern und dadurch eine neue Kirche "von unten", d.h. von der Welt zu schaffen. Entgegen dem Wort Christi: Ihr seid in der Welt, aber nicht von der Welt. Das Ziel ist also die Verweltlichung der Kirche. Benedikt hatte prophetisch eine Entweltlichung der Kirche angemahnt. Doch nach ihm kam Franziskus...
Danke, Kardinal Sarah, dass Sie einfach nur katholisch sind.
Veritasvincit vor 3 Stunden: @lakota
Kardinal Sarah: "Wir können nicht behaupten, dass das, was seit 1.600 Jahren praktiziert wird, heute keine Gültigkeit mehr habe.“
Niemand behauptet, die alte Messe sei ungültig!
Aegidius vor 3 Stunden: Wider den Widerspruch
Liebe(r) Dalet,
der Begriff "Tridentinische Messe" ist leider mißverständlich (genauso wie "lateinische Messe"), denn in der Folge des Konzils von Trient wurde keine Messe "erfunden", sondern die Messe, wie sie tradiert worden war und in Rom trotz der spätmittelalterlichen und protestantischen Wirren erhalten war, zur allg. Norm erhoben, wobei Riten, die seinerzeit bereits ein ehrwürdiges Alter nachweisen konnten, ausdrücklich Bestand haben sollten. Wenn S. Eminenz hier von 1600 Jahren spricht, dann meint er "mindestens 1600 Jahre", denn solange man die Liturgie zurückverfolgen kann, d.h. bis in die Spätantike, ist sie sich gleich geblieben, mit minimalen, organischen Änderungen und Erweiterungen. Bugninis Neukonstruktion, die durch Abstimmung belegt weit über den ausgesprochenen Willen DES KONZILS hinausging, wurde ebenso wie die völlig unhistorische und weder vom KONZIL, noch von St. Paul VI verlangte Umkehrung des Altars irreführend als "Rückkehr" zu den Ursprüngen verkauft.
Versusdeum vor 3 Stunden: Der einsame Rufer in der Wüste
Doch Traditionis Custodes, der "Gefängniswärter der [Liturgie-] Tradition" gilt immer noch.
Gibt es eigentlich Zahlen dazu, in wie vielen Bistümern der überkieferte Ritus der Kirche unter Berufung auf TC nicht zugelassen oder gar abgewürgt wurde? Und in wie vielen dieser Bistümer nur noch Pius als "Anbieter" übrigblieb (oder gar nur Sedesvakantisten)?
arctotis vor 4 Stunden: @ Stefan Fleischer
Und wieso zeigt der Papst nicht, wie man Fehlentwicklungen in unserer Kirche begegnen kann und diese dann behebt?
Wieso wurde nicht Kardinal Arinze (seiner Zeit) und zuletzt nicht Kardinal Sarah zum Papst gewählt? Weil sie schwarz sind, oder weil es in Rom zu viele Saboteure gibt?
Stefan Fleischer vor 5 Stunden: Kardinal Sarah zeigt
wie man den Fehlentwicklungen in unserer Kirche (noch rechtzeitig?) begegnen kann, ohne gleich ein Schisma zu schaffen ode damit zu drohen. Georsam, verbunden mit Gottvertrauen, ist immer noch der beste Weg in einer solchen Situation.
Berni vor 5 Stunden: Isch weit weg von „over“, ganz im Gegenteil
Wer geglaubt hat, das Thema „alte“ Messe sei jetzt mit der Exkommunikation der Piusbruderschaft „over“ (W. Schäuble), der hat sich offensichtlich mehr als (selbst) getäuscht…
lakota vor 5 Stunden: Vergelts Gott, Kardinal Sarah!
Jedes Wort klar, richtungsweisend und wahr!
Berni vor 5 Stunden: @dalet
Und vor Trient wurde auch schon am „Mahltisch“, in der Landessprache, unter Hervorhebung des Mahl-, statt des Opfercharakters und mit dem Priester als bloßem Vorsteher gefeiert.(?) ?
dalet vor 5 Stunden: Widerspruch
Ich möchte seiner Eminenz gerne widersprechen:
Die 1.600 Jahre sind wohl etwas zu hoch gegriffen. Die Tridentinische Messe gibt es seit Trient, d.h. seit 450 Jahren. Deshalb heißt sie ja auch "Tridentinische" Messe.
martin fohl vor 6 Stunden: Danke Kardinal Sarah
für seine Worte, ganz dem depositum fidei entsprechend!
Dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen!
Wirt1929 vor 7 Stunden: Klarer Wegweiser! Danke Eminenz!!
Wilolf vor 7 Stunden: Klare Worte
Gott sei Dank!
naiverkatholik vor 7 Stunden: Paulus widerspricht Petrus, hält aber an ihm fest.
Paulus widersteht Petrus ins Angesicht. Aber er bleibt bei Petrus.
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