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Organisationskomitee setzt sich weiter für einen Veranstaltungsort in der Innenstadt ein. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung soll die Perspektive von Männern stehen, die von Abtreibungen und ungewollten Schwangerschaften betroffen sind.
Zürich (kath.net/pm/jg)
Der «Marsch fürs Läbe» findet auch 2026 wieder in Zürich-Oerlikon statt. Das Organisationskomitee übt scharfe Kritik an der Entscheidung der Stadt Zürich, die Demonstration zum sechsten Mal in Folge nicht in der Innenstadt zuzulassen. Unter dem Motto „Together for Life!“ wird die Veranstaltung am 19. September 2026 durchgeführt werden.
Das Komitee sieht in der neuerlichen Verlegung eine unverhältnismäßige Einschränkung der Freiheit der Versammlung und der Meinungsäußerung. Es kündigt an, den Rechtsweg weiter beschreiten zu wollen. „Wer Sicherheit gewährleisten will, muss die Quelle der Aggression begrenzen – nicht jene einschränken, die ihre verfassungsmäßigen Grundrechte friedlich wahrnehmen“, erklärt das Organisationskomitee in einer Pressemitteilung.
Sicherheitsbedenken versus Demonstrationsrecht
Die Stadt Zürich begründet die Verlegung des Standorts nach Oerlikon mit Sicherheitsüberlegungen. Die Veranstalter halten dagegen, dass damit nicht die eigentliche Ursache der Probleme behoben werde. Sie betonen, dass die öffentliche Sichtbarkeit ein wesentlicher Bestandteil des Demonstrationsrechts sei. Im Gegensatz zu anderen national ausgerichteten Demonstrationen werde der „Marsch fürs Läbe“ regelmäßig an den Stadtrand verlegt, wodurch die Reichweite deutlich geringer ausfalle.
Als Beleg für die Machbarkeit eines zentralen Standorts verweisen die Organisatoren auf den Marsch 2025. Laut Medienmitteilung der Stadtpolizei versuchten damals mehrere Dutzend Gegendemonstranten, die Veranstaltung zu stören. Die Polizei konnte die Durchführung dennoch sicherstellen.
„Gewaltandrohungen dürfen in einem Rechtsstaat nicht darüber entscheiden, wer seine Meinung im öffentlichen Raum äußern darf. Andernfalls wird das Demonstrationsrecht von denjenigen bestimmt, die bereit sind, es zu verhindern“, betont das Organisationskomitee. Die Entscheidung der Stadtverwaltung soll daher in der nächsten Instanz angefochten werden. Die diesjährige Veranstaltung findet jedoch wieder in Oerlikon statt.
Männerperspektive im Fokus
Der Marsch stellt in diesem Jahr erstmals verstärkt die Perspektive von Männern in den Mittelpunkt, die von einer unerwarteten Schwangerschaft oder einer Abtreibung betroffen sind. Während die öffentliche Debatte häufig die Entscheidungsfreiheit der Frau betone, würden sowohl die Unterstützungsbedürfnisse vieler Frauen als auch die Erfahrungen betroffener Väter zu wenig wahrgenommen, heißt es in der Pressemitteilung.
Viele Frauen fühlten sich in einer ungeplanten Schwangerschaft alleingelassen und wünschten sich mehr Unterstützung durch den Vater. Gleichzeitig gebe es Männer, die eine Abtreibung als belastend erlebten, wobei die Folgen oft erst Jahre später sichtbar würden.
Nationalrat Nicolas Kolly (SVP/FR) wird als politischer Vertreter die Stellung von Vätern bei unerwarteten Schwangerschaften beleuchten. Zudem gibt SaveOne Europe Einblick in die Beratungsarbeit mit betroffenen Männern. Musikalisch begleitet wird der Marsch unter anderem vom Rapper MIKE, der mit seinem Song «Än sichere Ort» ein Zeichen der Hoffnung setzen will.
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