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Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch

vor 2 Stunden in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Katholischer Journalist übt Kritik: "Die Sorgen jener Europäer, die unter Massenmigration leiden, bewegten ihn kaum. Das ist Leos erster großer Fehler in einem noch jungen Pontifikat."


Berlin (kath.net)

"Die Sorgen jener Europäer, die unter Massenmigration leiden, bewegten ihn kaum. Das ist Leos erster großer Fehler in einem noch jungen Pontifikat." In einem Kommentar für NIUS  setzt sich der katholische Journalist und Autor Alexander Kissler kritisch mit den jüngsten Äußerungen und Handlungen von Papst Leo XIV. auseinander. Anlass ist der Besuch des Oberhaupts der katholischen Kirche auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa.

Kissler wirft dem US-amerikanischen Papst vor, in der Migrationsfrage nahtlos an die Linie seines argentinischen Vorgängers Franziskus anzuknüpfen und damit die Hoffnung vieler Gläubiger und Beobachter auf mehr Realismus enttäuscht zu haben.
Vorwurf der Einseitigkeit und Vernachlässigung der Einheimischen


Laut Kissler mache Papst Leo den Fehler, Asylmigration faktisch als bedingungsloses Menschenrecht zu behandeln. Durch seinen Besuch auf Lampedusa und seine dortigen Worte zeige er zwar Verständnis für die ankommenden Menschen aus Afrika, ignoriere jedoch weitgehend die Sorgen und Probleme der europäischen Bevölkerung, die unter den Folgen der Massenmigration leide.

Obwohl das Sterben im Mittelmeer eine zweifellose Tragödie sei und die Kirche an der Seite der Leidenden stehen müsse, gehe die Haltung des Papstes weit über diese christliche Selbstverständlichkeit hinaus. Indem Leo XIV. Sicherheitsrisiken sowie Straftaten und Übergriffe im Zusammenhang mit Migration ausblende, sende er eine gefährliche und einseitige Botschaft an den Kontinent.
Schwächung von Volkssouveränität und Gemeinwohl

Besonders kritisiert Kissler die päpstliche Forderung, Migranten bedingungslos aufzunehmen, zu schützen, zu fördern und zu integrieren. Damit werde den Zielstaaten in Europa die Hauptverantwortung zugeschoben, während die Heimatländer aus der Pflicht genommen würden.

Kissler betont, dass jeder souveräne Staat unter Wahrung der Menschenwürde selbst darüber entscheiden können müsse, wer ins Land einreisen und dort bleiben dürfe. Indem der Papst diesen Aspekt ignoriere, schwäche er zentrale Grundlagen der Demokratie wie die Volkssouveränität und das Wohl der eigenen Gemeinschaft. Zudem versäume er zu berücksichtigen, dass nicht jeder Migrant zur Integration bereit sei.

Neben der Migrationspolitik greift Kissler auch die Vorstellungen des Papstes zur Wirtschaft auf. Auf Lampedusa habe Leo XIV. gefordert, dass ein gerechtes Wirtschaftssystem auf „Freundschaft“ und „Sorge für die Schöpfung“ basieren müsse. Kissler bezweifelt die Praxistauglichkeit dieser Begrifflichkeiten in einem auf Angebot und Nachfrage ausgerichteten Markt.
Fazit

Alexander Kissler zieht das Fazit, dass Leo XIV. zwar kein „Spontifex“ wie sein Vorgänger sei, aber bislang auch nicht als die erhoffte „Stimme katholischer Vernunft“ auftrete. Mit seiner aktuellen Haltung versäume es der Papst, die Schattenseiten der aktuellen Migrationspolitik klar zu benennen.


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Lesermeinungen

Fink vor 44 Minuten: "Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen!"

Es ist das bekannte Spannungsfeld "Gesinnungsethik" versus "Verantwortungsethik".
Wenn ich die linken Moralisten in meinem Bekanntenkreis frage, warum sie privat keinen Flüchtling in ihrer Wohnung aufnehmen und versorgen, dann kommt keine Antwort. Aber genau das wäre "christlich".

René_007 vor 1 Stunden: Berechtigte Kriti

Selbstverständlich verlangt das Evangelium von uns Mitgefühl und Hilfe für Menschen in Not. Gleichzeitig dürfen die Sorgen vieler Menschen in Europa über die Folgen der Massenmigration nicht ignoriert werden. Die zunehmende Gewalt und das wachsende Unsicherheitsgefühl in vielen Städten sind für zahlreiche Bürger kaum noch erträglich und verdienen ebenfalls Aufmerksamkeit. Auch die fortschreitende Islamisierung bereitet vielen Christen große Sorgen, ohne dass darüber offen gesprochen wird. Im Neuen Testament heißt es, dass wir besonders den Glaubensgeschwistern Gutes tun sollen. Deshalb sollte die Kirche auch die Christen und die Menschen im eigenen Land im Blick haben, bevor sie Forderungen nach einer unbegrenzten Aufnahme weiterer Migranten erhebt. Nächstenliebe schließt Verantwortung für das eigene Gemeinwesen nicht aus, sondern setzt sie voraus. Ich wünsche mir, dass Papst Leo XIV auch den berechtigten Sorgen der europäischen Bevölkerung eine Stimme gibt

Cosmas vor 1 Stunden: Ein brillianter Kommentar!

Wenn man bedenkt, dass ein Provinzbischof aus Peru aus dem Nichts Präfekt der Bischofskongragation und Kardinal wurde, muß man wohl vermuten, dass Robert Prevost der Wunschnachfolger von PF war. So wurde er aufgebaut und wählbar gemacht. Zumindest in der Asyl- und Immigrationsproblematik ist der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen...

arctotis vor 1 Stunden: Gal 6,10

Allmählich vergessen sogar die Päpste, was der hl. Paulus im Galaterbrief geschrieben hat:
"Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind."

Hilfe bis zur Selbstaufgabe endet mit dem Tod des Wirtes.

Veritasvincit vor 2 Stunden: Unternehmertum

Kisslers Kritik an der Vorstellung des Papstes zur Wirtschaft beruht auf dem Markt von Angebot und Nachfrage als oberstes Prinzip. Ein Unternehmer sollte sich aber zuerst fragen, wie nützlich sein Produkt für die Gesellschaft ist.

Freundschaft und Sorge für die Schöpfung, wie der Papst es sieht, kann noch dazu kommen.

pikkuveli vor 2 Stunden: Nescire aliquid

Es ist natürlich mehr als schade. Zumal es Papst Leo einmal auf die Füße fallen könnte. Wahrscheinlich war er nicht informiert. Wer sollte das auch tun, wer ihn briefen? Wer in der Kurie kann das wirklich evaluieren, was in Europa mittlerweile los ist? Das Asylrecht bezieht sich auf Verfolgte. Ausschließlich. Und ein Recht auf Kriminalisierung ist mir nicht bekannt. Damit seien zwei Eckpunkte genannt.
Die Haltung des Papstes dürfte auch bei integrationsbeflissenen christlichen Asylbewerbern nicht gut ankommen. Ihr Erfahrungsschatz ist ja noch weiter als unserer.
Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass hier in Rom Lernprozesse - oder Informationsflüsse - einsetzen.

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