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„Habt keine Angst – Noch sind die Glocken nicht verstummt“

vor 2 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Pfr. Piotr Wiśniowski/EWTN Polen: „Wendet sich das moderne Europa von Gott ab? Entdecken Sie, warum die christliche Hoffnung heute so wichtig ist und wie ganz normale Menschen zu neuen Heiligen werden können, die die Welt verändern.“


Breslau (kath.net/pl) „Wenn wir auf das moderne Europa blicken, erliegen wir leicht der Versuchung der Mutlosigkeit. Wir sehen Kirchen, die sich leeren. Die sinkende Zahl von Berufungen. Die Krise der Familie. Die Einsamkeit unter den jungen Menschen. Immer weniger Kinder werden auf unserem Kontinent geboren. Wir sehen Kriege, Spannungen, Zukunftsängste und eine Welt, die zunehmend so handelt, als gäbe es Gott nicht. Man könnte den Eindruck gewinnen, das christliche Europa sei auf dem Rückzug.“ Diese aktuelle Bestandsaufnahme der Situation in Europa gibt Pfr. Piotr Wiśniowski in EWTN Polen (siehe Link zum Artikel). Wiśniowski ist Priester des Erzbistums Breslau, Mitbegründer der Stiftung „Vide et Crede“ (Johannes Paul II.), Initiator des Portals „Pogotowie Duchowe“ (Geistlicher Notdienst) sowie Mitorganisator und Sprecher des Internationalen Katholischen Filmfestivals, er ist Exerzitienleiter und Journalist. Bei EWTN Polen ist er als Mitbegründer sowohl journalistisch aktiv wie auch als geistlicher Leiter.

Allerdings bleibt Pfr. Wiśniowski nicht stehen bei dieser ernüchtenden Bestandsaufnahme, denn, so schreibt er, die Kirche habe „solche Prognosen schon früher gehört. Es hieß, sie würde gegen das Römische Reich verlieren. Das tat sie nicht. Es hieß, Barbaren würden sie zerstören. Das taten sie nicht. Es hieß, sie würde den Islam, die großen Kirchenspaltungen, die Reformation, die Aufklärung, die Französische Revolution, die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts oder den atheistischen Kommunismus nicht überleben.“


Und doch bestehe die Kirche weiterhin, schreibt der Priester, allerdings „nicht, weil sie ein Werk von Menschenhand ist. Sie besteht fort, weil sie der Leib Christi ist“. Der Priester erinnert an das Jesuswort an die Apostel: „Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18).

Dieses Jesuswort sei „keine poetische Metapher“, sondern eine „Verheißung“. „Ein Christ mag sich um das Schicksal der Welt sorgen. Er sollte Schmerz empfinden, wenn er sieht, wie sich Menschen von Gott abwenden. Doch darf er nicht der Verzweiflung anheimfallen. Verzweiflung kommt niemals von Gott. Ebenso wenig ist Hoffnung bloßer naiver Optimismus.“

Vielmehr sei „die christliche Hoffnung aus dem Kreuz geboren. Schließlich schien am Karfreitag alles verloren. Die Jünger waren geflohen.
Petrus verleugnete den Meister. Die Menge schrie: ‚Kreuzige ihn!‘ Und doch begann genau dort der größte Sieg der Weltgeschichte.“

Denn „Gottes Geschichte verläuft immer anders, als menschliche Berechnungen es vorhersagen“, erinnert der geistliche Leiter von EWTN Polen. „Vielleicht braucht Europa deshalb heute nicht so sehr neue Strategien als vielmehr neue Heilige. Es braucht Väter, die ihre Kinder das Beten lehren. Mütter, die keine Angst haben, den Glauben weiterzugeben. Priester, die das Evangelium ohne Furcht und ohne nach Beifall zu suchen verkünden. Wissenschaftler, die sich nicht scheuen zu sagen, dass Vernunft und Glaube keine Feinde sind. Unternehmer, die sich bewusst sind, dass Reichtum Verantwortung mit sich bringt. Politiker, die verstehen, dass Macht Dienst bedeutet. Journalisten, die nach der Wahrheit suchen statt nach bloßer Sensation. Künstler, die statt Verachtung für das Heilige zu zeigen, jene Schönheit entdecken, die zu Gott führt.“

Europa werde „durch keine einzige Rede neu geboren“, so Wiśniowski, „durch keine einzige Regierung. Durch kein einziges Gesetz“. Vielmehr werde Europa „neu geboren werden, wenn Tausende alltägliche Menschen wiederentdecken, dass Heiligkeit nicht das Privileg weniger ist, sondern die Berufung eines jeden Getauften.“

Der Autor erinnert daran, dass der hl. Johannes Paul II. zu Beginn seines Pontifikats gerufen hatte: „Habt keine Angst! Öffnet Christus weit die Türen!“ 

Dann führt er weiter aus, dass diese Worte des Papstes aus Polen weiterhin „nichts von ihrer Kraft verloren“ hätten, „Im Gegenteil. Vielleicht hallen sie heute sogar noch dringlicher nach. Denn der größte Sieg des Bösen besteht nicht darin, dass der Mensch sündigt. Der größte Sieg des Bösen wäre es, den Menschen davon zu überzeugen, dass eine Rückkehr zu Gott keinen Sinn mehr ergibt.“

„Doch jede Beichte ist ein Beweis dafür, dass die Barmherzigkeit größer ist als die Sünde“, erläutert der Priester. „Jede Heilige Messe ist ein Beweis dafür, dass Christus seine Kirche nicht verlassen hat. Jede Kindertaufe ist ein Zeichen dafür, dass Gott weiterhin Geschichte schreibt. 
Jede Berufung ins Priestertum oder ins Ordensleben ist die Antwort des Himmels auf den Zweifel der Welt. Jede Familie, die gemeinsam im Gebet niederkniet, wird zu einer kleinen Festung der Hoffnung.“

Man dürfe deshalb nicht sagen, dass alles verloren sei. Denn „ein Christ hat nicht das Recht, das Ende auszurufen, bevor Christus in Herrlichkeit wiederkehrt.“

„Wenn Sie also morgen zu Mittag wieder den Klang einer Kirchenglocke hören, betrachten Sie dies nicht als ein Geräusch, das der Vergangenheit angehört. Sondern hören Sie darin die Stimme der Kirche, die seit zweitausend Jahren denselben Ruf erschallen lässt. Lassen Sie Ihr Gewissen wachrütteln. Verlieren Sie nicht die Hoffnung. Beten Sie. Kehren Sie um. Bauen Sie auf.“

Die Zukunft Europas werde „nicht in erster Linie in Parlamentssälen oder auf internationalen Gipfeltreffen entschieden, stellt der geistliche Leiter von EWTN Polen fest. Sondern sie entscheide sich „im Herzen des Menschen. Dort, wo der Mensch Gott mit seinem ‚Ja‘ antwortet. Dort, wo Heilige geboren werden. Dort, wo jede wahre Erneuerung ihren Anfang nimmt.“

 


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