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500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?

vor 4 Stunden in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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Warum sieht das Bistum Augsburg ausgerechnet beim eigenen Kirchensteuereinzug kein Problem zwischen der Verknüpfung von Geld und Sakramenten? - Eine Glosse von Roland Noé


München-Augsburg (kath.net)
Vor einigen Tagen gab es in Deutschland eine bemerkenswerte Meldung: Der katholische Unternehmer und Buchautor Peter Löw wollte 40 Familien in der Pfarreiengemeinschaft Starnberg, die ihr Kind katholisch taufen lassen, jeweils 500 Euro schenken. So weit, so gut. Dem Unternehmer gehe es dabei um den Glauben, nicht ums Geld, ließ er mitteilen.

Doch dann folgten die typischen „deutschen Reflexe“: Das Bistum Augsburg ging umgehend auf Distanz. Man kritisierte als katholisches (!) Bistum allen Ernstes, ob es in Zeiten der Ökumene sinnvoll sei, eine solche Prämie auf die eigene Konfession zu beschränken.


Zudem verwies das Bistum darauf, dass jeder Gläubige das Recht auf den Empfang der Sakramente habe, sofern die Voraussetzungen gegeben seien: „Katholische Eltern sind sogar verpflichtet, ihre Kinder baldmöglichst taufen zu lassen und im christlichen Glauben zu erziehen.“ Die Entscheidung der Eltern setze zudem eine bewusste Glaubensentscheidung voraus.

Spannend: Während in der Seelsorgepraxis kaum ein Pfarrer überprüft, wie es um den tatsächlichen Glauben der Eltern bestellt ist, wird hier plötzlich die „bewusste Glaubensentscheidung“ hochgehalten.

Besonders bemerkenswert ist jedoch folgender Satz in der Augsburger Stellungnahme: „Wo Sakramentenempfang und finanzielle Aspekte, wie gut gemeint auch immer, zu nahe zusammenrücken, bleibt aus kirchlicher Sicht unwillkürlich ein schales Gefühl.“

Eine Frage hätte ich da noch angesichts des deutschen Kirchensteuersystems:  Wie verträgt sich dieses „schale Gefühl“ mit der hundertprozentigen Verknüpfung von Geld und Sakramenten durch die Kirchensteuer? Wer die Zahlung durch einen Kirchenaustritt verweigert, verliert nach Lesart der Deutschen Bischofskonferenz schließlich das Recht auf den Empfang der Sakramente.

Dass diese Koppelung theologisch fragwürdig ist und den lieben Gott dieses deutsch-bürokratische Denken kaum interessieren dürfte, steht auf einem anderen Blatt. Aber warum sieht das Bistum Augsburg ausgerechnet beim eigenen Kirchensteuereinzug kein Problem zwischen der Verknüpfung von Geld und Sakramenten?


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Lesermeinungen

ab55 vor 16 Minuten: Wäre ich Priester / Pfarrer ...

und ich bin sehr konservativ(!), würde ich die Eltern (so wie es im Ritus auch vorgeschrieben ist) schon fragen, warum sie ihr Kind taufen lassen wollen und eine Antwort wie "weil wir dann von ... EUR 500 bekommen", würde mir da als stichhaltiges Argument für eine Taufe nicht ausreichen. Insofern ist die Aktion des Herren schon wert, hinterfragt zu werden, so, wie sie angelegt ist. Hätte der Herr still und heimlich in den Pfarren den Gesamtbetrag hinterlegt und für die nächsten 40 Familien (oder besser die Kinder) bekämen nach der Taufe dieses Geschenk vom Pfarrer überraschend überreicht, wäre intelligenter. Würde auch eher dem Worte Jesu entsprechen, wenn Du spendest soll die linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. Das groß ankündigen war in jeder Hinsicht kontraproduktiv.

Fink vor 3 Stunden: Der erfolgreiche Unternehmer und "Millionär" Peter Löw ist auch...

...ein Bibelübersetzer. Zufällig bin ich da vor wenigen Monaten auf ein Interview mit ihm im EWTN-Fernsehen gestoßen.
"Jesus von Nazareth. Das eine Evangelium" von 2025, Herder-Verlag, ist eine Zusammenstellung der 4 Evangelien zu einem Einzigen. Davon kann man jetzt halten, was man will. Jedenfalls kennt sich dieser Mann aus mit kirchlichen und biblischen Themen.

Jothekieker vor 3 Stunden: Das geht dem Ordinariat nichts an

Es ist die freie Entscheidung Herrn Löws, wem er Geld schenkt. Auch wenn er das Geschenk an eine Bedingung knüpft, die nicht gerade den Staatsanwalt auf den Plan ruft, geht das den woken Damen und Herren im Ordinariat nichts an.

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