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vor 4 Stunden in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Der Sommer verläuft innerkirchlich relativ ruhig. Doch gibt es offenbar ‚Brandstifter‘, welche die Auseinandersetzung um die Liturgie anfachen wollen, schreibt Dom Alcuin Reid.
Brignoles (kath.net/jg)
In der Provence – wie in weiten Teilen Europas – war der Sommer außergewöhnlich heiß. In den vergangenen Wochen beobachtete man hier die Waldbrände, die rundum ausbrachen. Die Einsatzkräfte bekämpften sie entschlossen und professionell und konnten bislang das Schlimmste verhindern. Die meisten Feuer scheinen versehentlich entstanden zu sein; einige jedoch waren eindeutig Brandstiftung, schreibt Dom Alcuin Reid, Prior der Abtei Saint Benôit in Brignoles (Frankreich)in einem Beitrag für den Catholic Herald.
Kirchlich war der Sommer vergleichsweise ruhig. Der Papst und seine Mitarbeiter gingen im Juli in die Sommerpause. Größere Brände blieben aus. Zweifellos wurde in dieser Zeit auch über heiße Themen nachgedacht und gebetet – darunter die Frage der Exkommunikation der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) und die eng damit verbundene, aber dennoch eigene Frage, ob und wie die strengen Einschränkungen der älteren liturgischen Riten durch den Vorgängerpapst gelockert oder aufgehoben werden können. Das sind keine kleinen Angelegenheiten. Auch wenn die Betroffenen natürlich auf schnelle Entscheidungen des Heiligen Vaters hoffen, nehmen solche Fragen auf praktischer Ebene einige Zeit in Anspruch.
In der Zwischenzeit scheinen „Brandstifter“ unterwegs zu sein, welche die glimmenden Reste der sogenannten „Liturgiekriege“ wieder anfachen wollen. Einer davon ist das Magazin The Tablet. In einem etwas merkwürdig terminisierten Interview mit Kardinal Arthur Roche, dem Präfekten des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Das Gespräch fand offenbar schon früher im Sommer statt, wurde aber erst veröffentlicht, nachdem der Heilige Vater vergangene Woche die Arbeit wieder aufgenommen hatte. Der Kardinal wiederholte darin viele seiner „bekannten, fragwürdigen, abgenutzten und unzutreffenden Behauptungen“. Dann machte er die erstaunliche Aussage, Papst Leo werde Traditionis Custodes nicht ändern und nicht zu Summorum Pontificum zurückkehren – den Motu proprios von 2021 beziehungsweise 2007, mit denen Papst Franziskus die älteren Riten einschränkte und Papst Benedikt sie freigegeben hatte.
Das mag durchaus zutreffen, in dem Sinne, dass der Heilige Vater die Frage weder durch Beibehaltung der gegenwärtigen Regelung noch durch einfache Rückkehr zu Summorum Pontificum lösen, sondern beispielsweise durch ein höherrangiges Dokument, wie es Bischof Athanasius Schneider vorgeschlagen hat. Doch genau das scheint weder The Tablet noch sein prominenter Interviewpartner im Sinn zu haben.
Die Absicht scheine vielmehr zu sein, dem Heiligen Vater vorzugreifen und jene aufzustacheln und zu verärgern, die all dem Guten der älteren liturgischen Riten verbunden sind. Ob ihnen das Erste gelingt, ist zweifelhaft. Der Heilige Vater sei kein Narr und gewinne zweifellos tiefe Einblicke in die Winkelzüge verschiedener vatikanischer Mitarbeiter, während der Streit an Fahrt aufnimmt, schreibt Reid.
Teilweise sei es ihnen jedoch gelungen, viele Anhänger des usus antiquior aufzubringen, zumindest wenn man den Schlagzeilen glaubt. Menschen, die täglich für den Papst beten und um jeden Preis in ungehinderter Gemeinschaft mit ihm und den Bischöfen leben und beten wollen, werfen fast verzweifelt die Hände hoch: „Wenn das wirklich die Meinung des Papstes ist, welche Hoffnung bleibt uns dann?“ Und wenn das schon bei Katholiken in regulärer kanonischer Situation so ist, kann man sich vorstellen, wie andere es wahrnehmen. Welches Mitglied der Priesterbruderschaft St. Pius X. würde einen Bischof um Regularisierung bitten, wenn ein Kardinal so wettert? Welcher Katholik, dessen sonntägliche Messe im Alten Ritus kurzerhand gestrichen wurde, würde zögern, sie dort zu suchen, wo sie noch existiert? Wie der Erzbischof von San Francisco vergangene Woche bemerkte: Menschen, welche die traditionellen Formen des Gottesdienstes suchen, werden das Gefühl haben, „keine andere Wahl“ zu haben, als „außerhalb der offiziell anerkannten Institutionen und Gemeinschaften“ zu gehen, wenn keine Vorsorge für sie getroffen wird.
Der jüngste Brandanschlag kommt aus dem spanischen Blatt La Razón. Unter Berufung auf eine ungenannte vatikanische Quelle behauptet La Razón, das längst diskreditierte Konsultationsdokument von Kardinal Roche, das im Januar an die beratende Kardinalsversammlung verteilt worden war, gebe in Wahrheit präzise die tatsächlichen Gedanken des Papstes wieder und sei eine maßgebliche Erklärung seiner Absichten in liturgischen Fragen, einschließlich der traditionellen lateinischen Messe und der dazugehörigen Riten.
Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ein Diskussionspapier bleibe ein Diskussionspapier, erinnert Reid. Päpste lassen solche Texte oft zirkulieren, ohne ihren Inhalt zu billigen, gerade damit darüber diskutiert werden kann. Brandstifter jedoch scheren sich wenig um Recht oder Wahrheit. Wieder einmal geben gute Menschen den Glauben an Papst Leo auf, weil er, wenn man La Razón glaubt, bereits beschlossen habe, das Verbot der älteren Liturgie zu verschärfen, von der Papst Benedikt XVI. lehrte, sie bleibe „auch für uns heilig und groß“ und könne „nicht plötzlich ganz und gar verboten oder gar als schädlich betrachtet werden“ (Brief vom 7. Juli 2007).
Warum die Brandstiftung? Man vermutet, dass die Temperatur in Rom steigt, ebenso wie die Furcht, der Heilige Vater könnte sich für eine inklusive Lösung des Kampfs um die Liturgie entscheiden, wie Papst Benedikt vor ihm. Eine Lösung, welche die kirchliche Einheit und Gemeinschaft innerhalb der legitimen Vielfalt fördert, die der katholische Glaube selbst erlaubt. Das eine Dokument, in dem der Wille des Papstes zu dieser Frage bereits zum Ausdruck kam, nämlich der im März in seinem Namen an die französischen Bischöfe gerichtete Brief, forderte „eine Perspektive, die es Brüdern, bereichert durch ihre Vielfalt, ermöglicht, einander in Liebe und in der Einheit des Glaubens aufzunehmen“ sowie „Lösungen, die jene großzügig einschließen, die dem Vetus Ordo aufrichtig verbunden sind“.
Für die Parteigänger der nachkonziliaren Liturgie wäre dies jedoch das unerträgliche Eingeständnis, genau wie Summorum Pontificum 2007, dass mit den reformierten liturgischen Büchern nicht alles in perfekter Ordnung ist. Es würde alles untergraben, von dem sie gehofft hatten, es endgültig erreicht zu haben, als Papst Franziskus Traditionis Custodes verkündete. Das muss um jeden Preis verhindert werden. In ihrer Verzweiflung scheinen sie nun zur Pyromanie zu greifen, um die Möglichkeit zu verbrennen, schreibt Reid.
Wir können wohl bald weitere koordinierte Ausbrüche erwarten, die sich auf „vatikanische Quellen“ oder „hohe Kardinäle“ berufen. Inmitten all dessen ist es entscheidend, dass wir wachen und warten und beten und nicht die Flucht ergreifen; und dass wir, wo möglich, die Flammen entschlossen und professionell bekämpfen, um den Schaden zu begrenzen, den sie anrichten können. Gleichzeitig erneuern wir unsere Gebete und Opfer für den Heiligen Vater, der mit unserer Hilfe klar durch den Rauch und die Asche hindurchsehen wird, die diese Brandstifter so fieberhaft zu erzeugen versuchen, schreibt Reid abschließend.
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Wilolf vor 1 Stunden: @Stefan Fleischer: Bitte nicht wieder Petrus mit Pius verwechseln
Die Petrusbruderschaft wurde nicht von EB Lefebvre gegründet und hat auch nie Bischöfe geweiht.
Solche Verwechslungen sind bestimmt nicht im Sinne der Petrusbruderschaft – höchstens im Sinne der Piusbruderschaft.
Stefan Fleischer vor 2 Stunden: Die Situation heute
- das sollten wir nicht vergessen – würde ganz anders aussehen, wenn nicht gewisse Hardliner der Petrusbruderschaft ihren Gründer EB Lefebvre daran gehindert, die fertige Übereinkunft mit Papst Benedikt zu unterzeichnen, oder wenigsten jetzt darauf verzichtet hätten, die verbotenen Bischofsweihen (im Bewusstsein der unausweichlichen Folgen) zu vollziehen. Dass die Kirche es sich nicht leisten konnte, auf eine solche Erpressung einzugehen, ohne sofort vom anderen Extrem her mit «gleichwertigen» Erpressungen eingedeckt zu werden, sollte eigentlich klar sein.
Wilolf vor 4 Stunden: Katholisch sind keine Brandanschläge,
sondern Gebete. Ich bete für das Seelenheil von Kardinal Roche. Und dafür, dass der Hl. Vater bald einen guten Nachfolger für ihn ernennt.
Dies ist eine herzliche Einladung zum Mitbeten.
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