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Nicht mehr ernst zu nehmen

vor 2 Stunden in Kommentar, 5 Lesermeinungen
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Zum kirchlichen Umgang mit der AfD. Gastkommentar von Prof. Hubert Windisch


Freiburg i.Br. (kath.net) Vor den anstehenden Wahlen in einigen Bundesländern nehmen die Warnungen von Politikern der sog. Altparteien und ihrer kirchlichen Handlanger, von diversen Mainstreammedien und einigen „Kultur“schaffenden derart irrationale Züge an, dass man meint, bei eventuellen Wahlsiegen der AfD würde der parteiförmige Gottseibeiuns erscheinen. Für viele ist die AfD ein Heerlager an Sündenböcken, die man allesamt per Parteiverbot in die Wüste jagen sollte. Dabei übersehen die meisten, dass die AfD nicht die Ursache des fortschreitenden Verfalls Deutschlands ist, sondern dessen Symptom. Dieser Verfall kann am besten kurz und bündig mit der Dynamik von zwei Veröffentlichungen Thilo Sarrazins zum Ausdruck gebracht werden. 2010 schrieb er den erschreckenden Weckruf „Deutschland schafft sich ab“, was ihm bei den oben Genannten Spott und Hohn einbrachte. Sogar für einen Parteiausschluss Sarrazins war sich die SPD nicht zu schade. 2025 zieht er ernüchternd Bilanz: Deutschland schafft sich wirklich ab. 


Anstatt sich jedoch den Ursachen für diese Entwicklung zu stellen, betreibt man weithin lieber projektive Problembewältigung. Schuld ist dann frei nach Kurt Tucholsky nicht der, der Schmutz erzeugt, sondern der, der auf den Schmutz hinweist. Das kann zu abartigen Entgleisungen führen. So hat ein Komiker im CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt die Nichtwahl der AfD als Schädlingsbekämpfung bezeichnet. Weiß dieser Witzbold nicht, dass auf den Giftdosen Zyklon B, die zur Vergasung in den Konzentrationslagern benutzt wurden, ein Totenkopf abgebildet war, unter dem zu lesen war: Zur Schädlingsbekämpfung! Warum nur war der Magdeburger Bischof zu feige, diese Entgleisung öffentlich zu kritisieren?

Viele Christen haben genug von dem politisch-kirchlich-medial-kulturellen Antirealitätsgeschwafel auf der Basis ideologiegesättigter Phrasen zu Migration, Sicherheit, Kriminalität, Energie, Klima und Islamisierung. Sie nehmen die Warner nicht mehr ernst, weil sie selbst in ihrer Lebensrealität nicht mehr ernst genommen werden.

Im Folgenden möchte ich an zwei Grundsätze erinnern und dann drei Anregungen für einen fairen, demokratischen Umgang mit der AfD geben: 

* In politischer Hinsicht ist daran zu erinnern, dass eine Demokratie auf zwei Säulen ruht: zum einen auf der Möglichkeit zu einem (unblutigen, so Karl Popper) Wechsel in der Regierungsverantwortung durch freie und geheime Wahlen und zum anderen in der Möglichkeit zur freien öffentlichen Kritik an den jeweiligen Regierungsverantwortlichen.

* In kirchlicher Hinsicht ist an Aussagen des II. Vatikanischen Konzils zu erinnern. In den Nummern 36 und 43 der Pastoralkonstitution Gaudium et spes wird einerseits eine richtige Autonomie der irdischen Wirklichkeiten bejaht, die zwar im Licht des Evangeliums gedeutet werden sollen, aber nicht kurzschlüssig durch lehramtliche Bevormundung vereinnahmt werden dürfen. So können und dürfen Christen andererseits in ihrer Welt- und Gesellschaftsgestaltung im gesunden Streit und in der Freiheit eines Christenmenschen durchaus zu verschiedenen Ansichten und Lösungen kommen, die trotz ihrer Verschiedenheit der Lehre der Kirche nicht widersprechen müssen.

* Daraus ergeben sich drei entspannende Anregungen für einen fairen Umgang mit der AfD: 1. Deutschland geht es nicht deshalb schlecht, weil es die AfD gibt, sondern es gibt die AfD, weil es Deutschland schlecht geht. 2. Die Malaise, in der sich Deutschland seit langem befindet, ist in den zurückliegenden Jahrzehnten von folgenden Parteien verursacht worden: Schwarz, Rot, Gelb, Grün und in manchen Bundesländern Dunkelrot. Da ist nirgends ein blauer Tupfer zu finden. 3. Man kann die AfD wählen oder nicht wählen. Das hängt, wie bei allen Parteien, von einer sorgfältigen Prüfung des Grundsatzprogramms dieser Partei und der führenden Leute in dieser Partei ab. Aber man muss sie wählen dürfen. Alles andere ist nicht demokratisch.

Hubert Windisch (Link) ist Priester und emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.


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Lesermeinungen

girsberg74 vor 31 Minuten: Die verschiedentliche Verquickung mit dem Staat - Kirchensteuer etc. -

erspart vielen "führenden" Personen das Denken, sie brauchen nur nachzusprechen, was die Regierenden vorgeben.

Rolando vor 46 Minuten: Fortsetzung

die Muslime bei uns zeigen es auch, also, es geht.
Die sog. "Aufklärung" zeigt wie Kinder verhütet oder weggemacht werden, wie sie gemacht werden muß man nicht zeigen, das weiß jeder Vogel und jede Maus von sich aus selbst.

Wir debeattieren über Sicherheit, lassen aber die Sicherheit der Ungeborenen Kinder völlig außer acht, über 100000 Kindern wird das Leben verweigert, (mal den Film, "Der stumme Schrei" anschauen), das sind 274 täglich! Evtl geht gerade deswegen unsere Sicherheit dahin, darüber sollten wir wirklich nachdenken und nicht das Töten der Babies als Menschenrecht deklarieren.

Rolando vor 47 Minuten: Ich hab das in einen Anti-AfD Kanal geschrieben

Fazit, allein wir Deutsche sind verantwortlich. Wir haben uns gegen Kinder entschieden, evtl. eins oder zwei vielleicht, das ist das Problem.
Wir verhüten, treiben sog. sexuelle
"Unfälle" ab, somit stellen wir uns gegen uns selbst. Jedes Kind ist ein Konsument, braucht Schuhe, Kleidung, Auto, technische Gerate, mancher baut ein Haus, usw. das fehlt alles. Wir haben den Götzen Geld, Urlaub und Wohlstand über die Kindererziehung gestellt, wir bekommen dafür jetzt schwer erziehbare große Kinder aus dem
Ausland. Der Gotze Geld wird auch schmelzenª wie das Eis in der Sonne, hoffentlich kommen wir zur Erkenntnisª, das Geld niemanden pflegt, das Kinder das Bessere als sog.
"Geldsicherheit" sind. Kehren wir um, für die Politik sollte die Familienpolitik Priorität haben, für die Familien sollten Kinder Prioritat haben. Das hat mit Parteipolitik, Grün, Rot, Schwarz, Blau, Gelb, usw. wenig zu tun, jeder einzelnen ist in seinem Umfeld gefordert. Das es mit Kindern geht, zeigt das ärmere Afrika,

Paddel vor 59 Minuten: Schädlingsbekämpfung

Unglaublich, der darf das?

Auf den, der mit dem Finger auf andere zeigt, zeigen vier zurück auf einen selbst.

Es ist unglaublich.

Bilbo B. vor 59 Minuten: Wählen dürfen!

Dem wohl fundierten und ehrlichen Artikel von Prof. Dr. Hubert Windisch möchte ich mich auch als katholischer Priester und promovierter Theologe anschliessen: Die AFD entspricht in etwa von ihrem Grundsatzprogramm her der „Schweizerischen Volkspartei“ als grösster schweizerischer Partei, aber auf Deutschland bezogen. Man kann sie m. E. auch aus katholischer Sicht wählen.

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